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Rollmaterial:                     


BVB: Motorwagen Ce 2/2 137-148

Der Bau der ersten Serie dieses Wagentyps (152-163, ab ca. 1919 137‘‘-148‘‘) lehnte sich an die im Jahre 1911/12 gebauten und beliebten Anhänger 220-231 (später 1120-1131). Es war die erste Serie neuer Motorwagen, deren Fahrgastraum nicht mehr mit seitlichen, kleinen und umklappbaren Dachfenstern (sogenanntes Laternendach) ausgestattet war. Die neuen Motorwagen hatten wie ihre Vorgängerserie 137-151 (ab 1918 56‘‘-70‘‘) Magnetschienenbremsen, ferner erstmals Quersitze mit umklappbaren Rückenlehnen. Der letzte Motorwagen der Serie (163, ab 1919 Nr.148‘‘) wurde zusammen mit "seinem" Anhänger 242 (ab 1948 1042) an der Landesausstellung in Bern gezeigt. Nach vorliegenden Fotos aus dieser Zeit hatte er ursprünglich bequeme und elegante Lederpolstersitze. Dieser Motorwagentyp hatte erstmals ein Radstand von 2.8 Meter. Die Breite des Fahrgastraums betrug 1.9 Meter, die Länge über Puffer 9,38 Meter. Die Wagen wurden im Laufe der Jahre kontinuierlich modernisiert und mit Durchgangstüren, Taster, Fender und Dachreflektoren nachgerüstet und den Folgeserien angepasst, allerdings ohne Luftdruckbremsen.

In den späteren Vierzigerjahren, bis zur Ablieferung der B4 1401ff, fuhren diese Motorwagen mit B3-Anhängern ab Depot Dreispitz auf der Linie 18. Da die B3 im Gegensatz zu den meisten B2 keine Sicherheitsbremsen hatten, musste sich der Billeteur gemäss Dienstvorschrift im Gefälle der Inneren Margarethenstrasse im Bereich der Handbremse des Anhängers aufhalten, als Handbremser für Notfälle sozusagen (Info W.L.). Alle Wagen erhielten um 1950 Brosekästen und halbautomatische Kupplungen, es war der älteste Motorwagentyp, die damit nachgerüstet wurde.

Bis 1966 war die Serie vollzählig im Fahrplanverkehr eingesetzt. Die Wagen wurden ursprünglich auf den Linien nach Riehen und Allschwil eingesetzt, später fuhren die Wagen auf der Linie 18 (siehe oben), den Bruderholzlinien (5, 15, 16, 26), zuletzt auf den Linien 2 und 7. Die Wagen standen alle mehr als 50 Jahre lang im Einsatz und trugen wegen ihres delikat einzustellenden Bremsgestänges den Übernamen "Heebelwääge" (Info U.W.). Von dieser Serie ist leider kein Fahrzeug erhalten geblieben.

Technische Daten

(für Details siehe TB15 [2003]: 53-55)
Inbetriebnahme1914
ErbauerSchweiz. Waggonfabrik Schlieren (SWS)
elektrische AusrüstungBrown Boveri, Baden (BBC)
WagenpreisSFr. 29‘800.-
Länge über Puffer9‘380 mm, später 9‘430 mm (+GF+-Kupplungen)
grösste feste Breite2‘150 mm
grösste feste Höhe3‘700 mm (ab ca. 1935: 4‘030 mm)
Achsabstand2‘800 mm
Triebraddurchmesser810 mm
Tara-Gewicht12‘300 kg
nach Umbauten ca. 13‘000 kg
Total: Sitz/Stehplätze59: 16/43
V max.30 km/h
Motoren2 BBC GTM 3 à 43 PS
ab ca. 1930-1932 2 GTM 3i à 66 PS
ab ca. 1933-1947 2 GTM 132 à 74 PS
Bremsenelektrische Widerstandsbremse
Handbremse (Kurbeln/Kettenzüge)
Magnetschienenbremse für Fahrleitungsstrom
Einrichtungen für Anhänger-Solenoidbremsen.
Sandstreuvorrichtungen.
spätere Änderungen 1915-1916: Automatische Lattenfender.
1917-1918: Änderung Kastenabfederung.
Ab 1923: Einbau stärkerer Motoren (GTM 3a à 53 PS, GTM 3i à 66 PS oder GTM 132 à74 PS), neue Hammerkontakt-Kontroller (= Nockenfahrschalter).
1923-1925: Stirnwandtüren, Übergangseinrichtungen, Dachreflektoren.
1930-1937: Ersatz der zweiflügligen Kastenkopftüren durch einflüglige.
1935: BBC-Scherenpantograf.
1936: Schutzhauben für Liniennummernschilder.
Ab ca. 1943: Verstärkung der Fensterrahmen. Ersatz der ursprünglichen, abgerundeten oberen Fensterabschlüsse durch eckige.
1950: Brosebandkästen.
1952-1953: +GF+ Kupplungen.
1954: Richtungsblinker.

Typenskizze


Skizze eines Be 2/2 152-163 im ursprünglichen Zustand von 1914.


Skizze desselben Fahrzeugs 50 Jahre später (jetzt Be 2/2 137-148): Beachte die 10 sichtbaren Unterschiede: Scherenpantograf, Dachwiderstände, Brosebandkasten, Dachreflektoren, flachere Frontlampen, Durchgangstüren, Kupplungen, Fender, Fenstergestaltung, Bemalung.

Rollmaterial-Geschichte

Serie 152-163 (ab ca. 1918: 137‘‘-148‘‘): Baujahr 1914
Ab Werk ohne Durchgangstüren, Druckluftbremsen, Taster, Fender, Dachreflektoren
Nr.ANr.BVerwendungAbbildungsnachweis und Bemerkungen
152137‘‘ SA95: 87 (1919).
Inbetriebnahme 16.5.1914. Ab 9.9.1918 Nr. 137‘‘. Trug 1955 den Namen "Seppli Kalt". Ausmusterung 31.12.1968. Abbruch Januar 1969 bei Thommen, Kaiseraugst (Info W.L.). Quelle: TB15.
153138‘‘ AA94: 136 (1950). CJ68: Bild 165 (1914), Bild 192 (1914). CJ81: Bild 304 (1914), Bild 306 (1914). TB8: 80 (1976).
Inbetriebnahme 16.5.1914. Ab 20.1.1919 Nr. 138‘‘. Trug 1955 den Namen "zum Kauz". Per 31.12.1968 aus dem Verkehr genommen und für Museumsbahn Blonay-Chamby reserviert. Ab Januar 1968 bis Mai 1972 Verwendung im Depot Wiesenplatz für Sandtransporte (Info W.L., J.J.). Am 21.4.1976 bei Thommen, Kaiseraugst abgebrochen (Info W.L.). Quelle: TB15.
154139‘‘ CJ84: Bild 18 (um 1967). TB11: 39 (1967).
Inbetriebnahme 16.5.1914. Ab 1918/1919 Nr. 139‘‘. Trug 1955 den Namen "zum Pilger". Ausmusterung 31.12.1968. Abbruch Januar 1969 bei Thommen, Kaiseraugst (Info W.L.). Quelle: TB15.
155140‘‘ AA94: 35 (um 1915).
Inbetriebnahme 13.5.1914. Ab 16.1.1919 Nr. 140‘‘. Ausmusterung 31.12.1968. Trug 1955 den Namen "zum Rösslein". Ab 1969 einige Jahre im Hof des Kinderspitals aufgestellt. Abbruch im März 1976 durch den Abwart (Info J-M. Jeannin). Quelle: TB15.
156141‘‘Xe2/2 2006CJ68: Bild 39 (um 1925), Bild 131 (1965). CJ69: Bild 193 (1914), Bild 90 (um 1925), Bild 336 (1966). SA95: 162 (1947).
Inbetriebnahme 23.5.1914. Ab 2.1.1919 Nr. 141‘‘. Führte am 14.6.1947 den Eröffnungszug nach Hüningen und am 12.4.1961 den Abschiedszug (Info W.L.). Trug 1955 den Namen "zum Zwinger". Am 18.11.1965 spektakulärer Unfall auf der Dorenbachkreuzung, Untergestell daraufhin verschrottet, ab 22.11.1965 Weiterverwendung des Wagenkastens 141‘‘ auf Untergestell des Wagens 146‘‘ als Nr. 146‘‘‘. Ab 23.1.1969 Xe2/2 2006. Abbruch 6.9.1979 bei Thommen, Kaiseraugst (Info W.L.). Quelle: Wagenblatt 2006, TB15.
157142‘‘Xe2/2 2016‘CJ68: Bild 37 (1914). CJ81: Bild 88 (1914). CJ84: Bild 19 (1968). TB7: 55 (Abschiedszug Linie 2, 1966). TB15: 53 (1914).
Inbetriebnahme 23.5.1914. Ab 1919 Nr. 142‘‘. Trug 1955 den Namen "zum Ymp". Ab Ende November 1967 Rangierwagen in HW Klybeck (Info W.L.), 1969 umnumeriert in Xe2/2 2016‘ (Quelle: Wagenblatt 2016). Ausrangiert rückwirkend per 31.12.1968, am 21.1.1971 bei Imfeld, Muttenz verschrottet. Quelle: TB15.
158143‘‘ CJ68: Bild 181 (1916), CJ69: Bild 194 (1914), CJ81 (Bild 305 (1914), TB10: 47 (1966)
Inbetriebnahme 27.5.1914. Ab 2.1.1919 Nr. 143‘‘. Trug 1955 den Namen "zum Halbmond". Ausmusterung 31.12.1968. Abbruch Januar 1969 bei Thommen, Kaiseraugst (Info W.L.). Quelle: TB15.
159144‘‘ Inbetriebnahme 29.5.1914. Ab 24.1.1919 Nr. 144‘‘. Trug 1955 den Namen "zur Schere". Ausmusterung 31.12.1968. Abbruch Januar 1969 bei Thommen, Kaiseraugst (Info W.L.). Quelle: TB15.
160145‘‘Xe2/2 2016‘‘AA94: 142 (1953), 155 (vor 1966), CJ84: Bild 20 (1966).
Inbetriebnahme 30.5.1914. Ab 28.10.1918 Nr. 145‘‘. 1926 versuchsweise Einbau einer Totmann-Einrichtung System MFO (1927 ausgebaut). Trug 1955 den Namen "zum Stäblin". Ausmusterung 20.2.1967. 1967 Wagenkasten 145‘‘ und Einbau Luftbremsanlage auf Untergestell des Be 2/2 172 (neu Be 2/2 172‘‘, ab 28.2.1973 Xe2/2 2016‘‘). Das Untergestell des Ce 2/2 145‘‘ ging an den Ce 2/2 148‘‘. Quelle: TB15.
161146‘‘Xe2/2 2006AA94: 69 (1914), 123 (1949), 179 (1965). CJ68: Bild 194 (1914). TB7: 29 (1974). TB15: 54 (1941), 55 (1958).
Inbetriebnahme 13.6.1914. Ab 26.11.1918 Nr. 146‘‘. Trug 1955 den Namen "zum Heiden". Am 22.11.1965 neuer Wagenkasten von Be 2/2 141‘‘ erhalten und Wagenkasten 146‘‘ 1966 durch Imfeld (Bad. Bahnhof) verschrottet (Info W.L.). Ab 23.1.1969 Umbau in Dienstwagen Xe2/2 2006 für Fahrleitungsunterhalt mit rot-braunem Anstrich. Abbruch 6.9.1979 (Quelle: Wagenblatt 2006, TB15).
162147‘‘ CJ68: Bild 146 (1966), CJ81: Bild 278 (1966), SA95: 167 (1947)
Inbetriebnahme 20.8.1914. Ab 7.10.1918 Nr. 147‘‘. 1929 versuchsweise Einbau neuer, schnelllaufender Leichtmotoren (1931 ausgebaut), Kardanwellenantrieb, Scheibenbremsen (1933 entfernt). Trug 1955 den Namen "zum Pallast". Ausmusterung 31.12.1968. Abbruch Januar 1969 bei Thommen, Kaiseraugst (Info W.L.). Quelle: TB15.
163148‘‘ CJ69: Bild 188 (1919), Bild 233 (1914), CJ84: Bild 4 (um 1944), CJ84: Bild 21 (1966).
Inbetriebnahme 5.12.1914. Dieser Wagen wurde zuvor an der Landesausstellung von 1914 in Bern gezeigt. Er hatte als Novum umlegbare Sitzlehnen und Lederpolster (später ersetzt durch Holzbestuhlung). Ab 1918 Nr. 163‘‘. 1928-1929 versuchsweise mit neuen, schnelllaufenden Motoren versehen. 1928-1930 Versuch mit Innenbackenbremse. 1932-1933 Versuch mit Compound-Motoren BBC GTM 3ic mit elektrischer Rekuperationsbremse (1935 ausgebaut; diese soll zum Platzen der Glühbirnen geführt haben). Trug 1955 den Namen "zur Hündin". Nachträglich mit Geschwindigkeitsmesserantrieb ausgerüstet. Erhielt um 1967 das Untergestell des Ce 2/2 145‘‘. Ausmusterung 31.12.1968. Abbruch Januar 1969 bei Thommen, Kaiseraugst (Info W.L.). Quelle: TB15.

Rollmaterial-Einsätze

(Diesbezügliche Angaben in der Literatur sind rudimentär, die gezeichneten Einsatzbeispiele sind unvollständig)

1914-1935

Copyright Heiner Ziegler
Ce 2/2 solo: dokumentiert für Linien 1?, 2?, 3, 4, 6, 7, 8, 12, 14?, 15, 16?, 18, 22?, 24?, 25?, 26?.
Copyright Heiner Ziegler Copyright Heiner Ziegler
Ce 2/2 mit Sommeranhänger: ???
Copyright Heiner Ziegler Copyright Heiner Ziegler
Ce 2/2 mit geschlossenem C2: ???
Copyright Heiner Ziegler Copyright Heiner Ziegler
Ce 2/2 mit C2 1120ff.: dokumentiert für Linien 3, 6, 7 (Riehen, z.B.1914), 12.
Copyright Heiner Ziegler Copyright Heiner Ziegler
Ce 2/2 mit C2 1176ff.: ???

1935-1967

Copyright Heiner Ziegler
Ce 2/2 solo: dokumentiert für Linien 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 12, 14, 15, 16, 18, 22, 24, 25, 26.
Copyright Heiner Ziegler Copyright Heiner Ziegler
Ce 2/2 mit Sommeranhänger: ???
Copyright Heiner Ziegler Copyright Heiner Ziegler Copyright Heiner Ziegler
Ce 2/2 mit 2 Sommeranhänger: dokumentiert für Abschiedszug Linie 2 (3.7.1966).
Copyright Heiner Ziegler Copyright Heiner Ziegler
Ce 2/2 mit geschlossenem C2: ???
Copyright Heiner Ziegler Copyright Heiner Ziegler
Ce 2/2 mit Mittelstiegs-Anhänger: dokumentiert für Linie 18 (1946).
Copyright Heiner Ziegler Copyright Heiner Ziegler
Ce 2/2 mit C2 1120ff.: dokumentiert für Linien 1, 2, 3 (E), 6, 7, 8, 12.
Copyright Heiner Ziegler Copyright Heiner Ziegler
Ce 2/2 mit C2 1176ff.: dokumentiert für Linien 2, 4, 7, 8, 24, 25
Copyright Heiner Ziegler Copyright Heiner Ziegler
Ce 2/2 mit C3: dokumentiert für Linien 8, 18 (späte 40-er Jahre. Wegen fehlender Sicherheitsbremsen in den B3 musste sich der Billeteur im Gefällsbereich der Inneren Margarethenstrasse im Anhänger bei der Handbremse aufhalten. Info W.L.).

Dienstfahrten

Copyright Heiner Ziegler Copyright Heiner Ziegler
Dienstfahrten mit X4 2240ff

Bilder

 
Tramkomfort anno 1914: Der Wagen 163 (ab 1918: 148‘‘) wurde 1914 an der Landi in Bern präsentiert - mit Lederbestuhlung!   Der fabrikneue Be 2/2 161 (ab 1918: Nr.146‘‘): Durchgangstüren, Taster, Fender, Dachreflektoren, Scherenpantografen, +GF+ Kupplungen und Brosekästen wurden erst später nachgerüstet.
 
 
Der Be 2/2 140‘‘ am 17.10.1966 bei der Ausfahrt aus dem Depot Wiesenplatz (Foto W. Liechti).   Der Be 2/2 142‘‘ im Jahre 1963 als mittäglicher Einsatzkurs im Abstellgleis der Schlaufe Birsfelden (Foto W.Liechti)
 
 
Der Be 2/2 138‘‘ diente von 1969 bis 1972 im Depot Wiesenplatz für Sandtransporte. Bild vom Frühling 1976 kurz vor dem Abbruch (Foto J-M. Jeannin).   Der Be 2/2 140‘‘ gelangte nach seiner Ausrangierung in des Hof des Kinderspitals, wo er von den kleinen Patienten eher unbeabsichtigt, im Frühling 1976 durch den Abwart aber beabsichtigt abgebrochen wurde. Bild vom Frühling 1976 kurz vor dem Abbruch (Foto J-M. Jeannin).
 


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