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Rollmaterial:                     


BVB: Anhänger C2 305-319, 248-250, 294-300, 16

Von 1895 bis 1898 wurden 30 Motorwagen (1-26, 45-49) mit nur einem Motor in Betrieb genommen. Dieser war leistungsschwach und die Motorwagen den Anforderungen kaum gewachsen. 1903 wurde als erster der Ce 2/2 Nr. 2 erfolgreich zu einem einfachen Anhänger umgebaut, indem die Antriebseinrichtungen entfernt und eine Solenoidbremse eingebaut wurden. Bereits 1904 wurden 3 weitere zu Anhängern umgebaut, viele weitere folgten in den nächsten Jahren. Ab 1905 wurden die Umbauten ergänzt durch zunächst einfache, später aufwändigere Stirnwandverglasungen. Per 1.6.1921 wurden alle noch verbliebenen einmotorigen Motorwagen aus dem Betrieb genommen und zu Anhängern umgebaut. Die Fahrzeuge erfuhren dabei baulich keine wesentliche Änderung.

Ein Sonderling ist der Anhänger, der 1932 als einziger aus einem zweimotorigen Motorwagen (16‘, ex 35) entstand. Auch er hatte eine geschlossene Plattform erhalten, wurde aber bereits 1939 verschrottet. Aus unbekannten Gründen behielt er die Motorwagennummer 16.

Die meisten Bilder zeigen diese Anhänger hinter Motorwagen der Serie 101-136. Mit Sicherheit erhielten die Wagen 313-319 geschlossene Plattformen und überlebten damit die Ausmusterungsaktion der restlichen Fahrzeuge von 1931 und 1939. Die geschlossenen Anhänger 313-319 wurden zwischen 1942 und 1944 zum Stückpreis von Fr. 20‘000.- an die Verkehrsbetriebe Luzern verkauft. Nach geringen Anpasssungen verkehrten sie dort bis 1959 auf der Linie 2. Die ersten Wagen behielten ihren grünen Anstrich bis zum Frühling 1943, danach wurden sie weiss und ab etwa 1947 blau-weiss. Nach Einstellung der Tramlinie 2 in Luzern wurden 1959 bis auf zwei alle verschrottet.

1995 konnte einer dieser beiden Wagen nach Basel zurückgeholt und originalgetreu neu aufgebaut werden. Das Fahrgestell erhielt er vom Wassersprengwagen X2 2040 aus dem Jahre 1903. Dieses prächtige Fahrzeug steht heute bei Spezialeinsätzen in Btrieb, hinter dem historischen Ce 2/2 126.

Technische Daten

(für Details siehe TB15 [2003]: 124-127)
Inbetriebnahme1903-1923
UmbauBasler Stassenbahnen (BStB)
Umbaukosten205-208: ?
209-212: SFr. 6‘000.-
213-218: SFr. 6‘575.-
219: SFr. 6‘589.-
248-250, 294-295: SFr. 3‘000.-
296-300: ?
Wagenkonstruktion205-208, 297, 300: offene Plattformen
209-212, 248-250, 294-296, 298-299: einfache Stirnwandverglasung
213-219: vergrösserte, abgerundete und verschlossene Plattformen.
Länge über Puffer205-212: 7‘180 mm
213-219, 248-250, 294-300: 8‘020 mm
grösste feste Breite2‘000 mm
grösste feste Höhe205-212: 3‘070 mm
213-219: 3‘500 mm
248-250, 294-300: 3‘070 mm.
Achsabstand205-208: 1‘515 mm
209-219: 1‘800 mm
248-250, 294-300: 1‘510 mm.
Tara-Gewicht205-212: ca. 4‘000 kg
213-219: ca. 5‘300 kg
248-250, 294-295: ca. 4‘000 kg
296-300: ca. 5‘000 kg.
Total: Sitz/Stehplätze205-212: 30: 16/14
213-219: 32:16/16
248-250, 294-295: 30: 16/14
296-300: 28: 16/12.
BremsenHandbremse (Hebel/Kettenzüge)
Solenoidbremse.
spätere Änderungen 1909: elektrische Widerstandsheizkörper (205- 219)
1913-1919: Umnumerierung 205-219 zu 305-319.
1914-1915: Neue Streifkupplungen statt Zentralkupplungen.
1918: Umnumerierung 45-49 zu 296-300.
1930-1931: optische Signalgebung und Dachrutenkupplungen

Typenskizze


Skizze der Anhänger im Zustand unmittelbar nach dem Umbau aus einmotorigen Motorwagen


Skizze eines Wagens mit geschlossenen Plattformen und Blattfederung.

Rollmaterial-Geschichte

Anhänger als Umbauten aus ehemaligen Motorwagen

Nr.ANr.BexInbetriebAbbruchAbbildungsnachweis und Bemerkungen
205305Ce 2/2 119041933CJ69: Bild 227 (um 1920). TB15: 124 (1907).
Umbau aus Ce 2/2 Nr.1. Inbetriebnahme 25.3.1904 mit offener Plattform als Nr. 205. Ab 20.3.1917 (?) Nr. 305. Ausmusterung und Abbruch Wagenkasten 1933. Untergestell und Achsen im Januar 1934 an Bauabteilung (Quelle: TB15).
206306Ce 2/2 219031931Umbau aus Ce 2/2 Nr.2. Inbetriebnahme 11.12.1903 mit offener Plattform als Nr. 206 (Prototyp). Ab 2.4.1917 (?) Nr. 306. Ausmusterung 2.1.1931 und Abbruch durch BStB (Quelle: TB15).
207307Ce 2/2 319041933Umbau aus Ce 2/2 Nr.3 ab 1.3.1904. Inbetriebnahme 24.9.1904 mit offener Plattform als Nr. 207. Ab 12.4.1917 (?) Nr. 307. Ausmusterung und Abbruch Wagenkasten 1933. Untergestell und Achsen im Januar 1934 an Bauabteilung (Quelle: TB15).
208308Ce 2/2 419041933CJ68: Bild 82 (um 1904). SA95: 58 (um 1930).
Umbau aus Ce 2/2 Nr.4 ab 10.4.1904. Inbetriebnahme 1904 mit offener Plattform als Nr. 208. Ab 8.6.1917 (?) Nr. 308. 1933 Ausmusterung und Abbruch durch BStB (Quelle: TB15).
209309Ce 2/2 519051939TB15: 125 (1905).
Umbau aus Ce 2/2 Nr.5 ab 13.2.1905. Inbetriebnahme 7.11.1905 mit einfach verglaster Plattform als Nr. 209. Ab 18.7.1917 (?) Nr. 309. Ausmusterung 1939, weiteres Schicksal unbekannt (Quelle: TB15).
210310Ce 2/2 619051939Umbau aus Ce 2/2 Nr.6 ab 13.8.1905. Inbetriebnahme 26.11.1905 mit einfach verglaster Plattform als Nr. 210. Zwischen 1913 und 1918 umnumeriert in Nr. 310. Ausmusterung 1939, weiteres Schicksal unbekannt (Quelle: TB15).
211 Ce 2/2 719051939Umbau aus Ce 2/2 Nr.7 ab 10.9.1905. Inbetriebnahme 10.12.1905 mit einfach verglaster Plattform als Nr. 211. Ab 4.10.1915 Nr. 310. Ausmusterung 1939, weiteres Schicksal unbekannt (Quelle: TB15).
212312Ce 2/2 819051939Umbau aus Ce 2/2 Nr.8 ab 17.10.1905. Inbetriebnahme 30.12.1905 mit einfach verglaster Plattform als Nr. 212. Ab 16.7.1917 (?) Nr. 312. Ausmusterung 1939, weiteres Schicksal unbekannt (Quelle: TB15).
213313Ce 2/2 2519071964TB15: 126 (1943).
Umbau aus Ce 2/2 Nr.25 ab 1.5.1907. Inbetriebnahme 6.11.1907 mit vollständig geschlossener und vergrösserter, abgerundeter Plattform, seitlichen Schiebetüren und Dachsignalleuchten als Nr. 213. Zwischen 1913 und 1919 umnumeriert in Nr. 313. Am 17.12.1942 nach Luzern abtransportiert: TrL Nr. 56 (Quelle: TB15). Ausmusterung 1959 und möglicherweise aufgestellt auf Spielplatz Bally in Triengen (siehe auc Nr. 218). Abbruch 1964 (?).
214314Ce 2/2 919071959AA94: 82 (1943). CJ69: Bild 228 (um 1920). TB15: 125 (1907).
Umbau aus Ce 2/2 Nr.9 ab 25.5.1907. Inbetriebnahme 8.11.1907 mit vollständig geschlossener und vergrösserter, abgerundeter Plattform, seitlichen Schiebetüren und Dachsignalleuchten als Nr. 214. Zwischen 1913 und 1918 umnumeriert in Nr. 314. 1944 an VB Luzern verkauft: TrL Nr. 59. Ausmusterung und Abbruch 1959 (Quelle: TB15).
215315Ce 2/2 1219081959Umbau aus Ce 2/2 Nr.12 ab 1.8.1908. Inbetriebnahme 4.12.1908 mit vollständig geschlossener und vergrösserter, abgerundeter Plattform, seitlichen Schiebetüren und Dachsignalleuchten als Nr. 215. Zwischen 1913 und 1918 umnumeriert in Nr. 315. 1944 an VB Luzern verkauft: TrL Nr. 60. Ausmusterung und Abbruch 1959 (Quelle: TB15).
216316Ce 2/2 1119071959Umbau aus Ce 2/2 Nr.11 ab 22.5.1907. Inbetriebnahme 19.12.1907 mit vollständig geschlossener und vergrösserter, abgerundeter Plattform, seitlichen Schiebetüren und Dachsignalleuchten als Nr. 216. Zwischen 1913 und 1918 umnumeriert in Nr. 316. Am 7.12.1942 nach Luzern verfrachtet: Inbetriebnahme im Januar 1943 als TrL Nr. 57 in Basler Grün. Im Frühling 1943 Teilrevision mit weisser Farbgebung. Um 1948 blau-weisser Anstrich. Ausmusterung und Abbruch 1959 (Quelle: TB15).
217317Ce 2/2 1019081959Umbau aus Ce 2/2 Nr.10 ab 11.9.1907. Inbetriebnahme 9.1.1908 mit vollständig geschlossener und vergrösserter, abgerundeter Plattform, seitlichen Schiebetüren und Dachsignalleuchten als Nr. 217. Zwischen 1913 und 1918 umnumeriert in Nr. 317. Am 21.12.1942 nach Luzern verfrachtet: Inbetriebnahme im Februar 1943 als TrL Nr. 55 in Basler Grün. Im Frühling 1943 Teilrevision mit weisser Farbgebung. Um 1948 blau-weisser Anstrich. Ausmusterung und Abbruch 1959 (Quelle: TB15).
218318Ce 2/2 201908 Umbau aus Ce 2/2 Nr.20 ab 10.6.1908. Inbetriebnahme 9.11.1908 mit vollständig geschlossener und vergrösserter, abgerundeter Plattform, seitlichen Schiebetüren und Dachsignalleuchten als Nr. 218. Zwischen 1913 und 1919 umnumeriert in Nr. 318. Am 16.12.1942 nach Luzern abtransportiert: TrL Nr. 54 (Quelle: TB15). Ausmusterung 1959 und möglicherweise aufgestellt auf Spielplatz Bally in Triengen (siehe auch Nr. 213). Abbruch 1964 (?).
219319
[309]
Ce 2/2 191908ErhaltUmbau aus Ce 2/2 Nr.19 ab 19.7.1908. Inbetriebnahme 20.11.1908 mit vollständig geschlossener und vergrösserter, abgerundeter Plattform, seitlichen Schiebetüren und Dachsignalleuchten als Nr. 219. 1919 umnumeriert in Nr. 319. 1943 nach Luzern verkauft: VBL Nr. 58 (Quelle: TB15). Seit 1959 Weiterverwendung als Materialschopf in Obernau. 1995 Rückkehr nach Basel und Verwendung zum Neubau des historischen Anhängers Nr. 309‘‘ unter Verwendung des Fahrgestells des Dienstwagens X 2040.
 248Ce 2/2 4‘‘19231939Umbau aus Ce 2/2 Nr.4‘‘ (ex Ce 2/2 21). Inbetriebnahme 17.7.1923 mit einfach verglaster Plattform als Nr. 248. Ausmusterung 1939, weiteres Schicksal unbekannt (Quelle: TB15).
 249Ce 2/2 5‘‘19231939Umbau aus Ce 2/2 Nr.5‘‘ (ex Ce 2/2 26) ab 20.8.1923. Inbetriebnahme 19.10.1923 mit einfach verglaster Plattform als Nr. 249. Ausmusterung 1939, weiteres Schicksal unbekannt (Quelle: TB15).
 250Ce 2/2 6‘‘19231933Umbau aus Ce 2/2 Nr.6‘‘ (ex Ce 2/2 13) ab 7.9.1923. Inbetriebnahme 27.10.1923 mit einfach verglaster Plattform als Nr. 250. Ausmusterung und Abbruch November 1933 (Quelle: TB15).
 294Ce 2/2 2‘‘19231939Umbau aus Ce 2/2 Nr.2‘‘ (ex Ce 2/2 16) ab 15.6.1923. Inbetriebnahme 10.10.1923 mit einfach verglaster Plattform als Nr. 294. Ausmusterung 1939, weiteres Schicksal unbekannt (Quelle: TB15).
 295Ce 2/2 3‘‘19231939Umbau aus Ce 2/2 Nr.3‘‘ (ex Ce 2/2 23) ab 10.3.1923. Inbetriebnahme 21.7.1923 mit einfach verglaster Plattform als Nr. 295. Ausmusterung 1939, weiteres Schicksal unbekannt (Quelle: TB15).
45296Ce 2/2 4519121939Umbau aus Ce 2/2 Nr.45. Inbetriebnahme 28.9.1912 mit einfach verglaster Plattform als Nr. 45. Ab 8.11.1918 Nr. 296. Ausmusterung 1939, weiteres Schicksal unbekannt (Quelle: TB15).
46297Ce 2/2 4619091939Umbau aus Ce 2/2 Nr.46. Inbetriebnahme 6.11.1909 mit offener Plattform als Nr. 46. Ab 30.8.1918 Nr. 297. Ausmusterung 1939, weiteres Schicksal unbekannt (Quelle: TB15).
47298Ce 2/2 4719111939Umbau aus Ce 2/2 Nr.47. Inbetriebnahme 10.10.1911 mit einfach verglaster Plattform als Nr. 47. Ab 19.11.1918 Nr. 298. Ausmusterung 1939, weiteres Schicksal unbekannt (Quelle: TB15).
48299Ce 2/2 4819121939Umbau aus Ce 2/2 Nr.48. Inbetriebnahme 4.10.1912 mit einfach verglaster Plattform als Nr. 48. Ab 20.11.1918 Nr. 295. Ausmusterung 1939, weiteres Schicksal unbekannt (Quelle: TB15).
49300Ce 2/2 49191114.12.1959Umbau aus Ce 2/2 Nr.49. Inbetriebnahme 11.11.1911 mit offener Plattform als Nr. 49. Ab 3.7.1918 (?) Nr. 300. Per 12.8.1931 ausrangiert und 1932 zu Messwagen X 530 (2210) umgebaut (Quelle: TB15).
 16Ce 2/2 35 [16]19321939CJ68: Bild 128a (1939, Strassensperre), CJ81: Bild 332 (1939, Strassensperre), SA95: 105 (1939, Strassensperre). 1932 aus Motorwagen 16‘ (ex Ce 2/2 35) entstanden (Inbetriebnahme 12.11.1932). Einziger Anhänger, der aus einem zweimotorigen Motorwagen entstanden ist. Merkwürdigerweise behielt er die MW-Nummer 16. Abbruch 1939 als militärische Strassensperre (Quelle: TB15).

Bilder

 

1995 konnte ein als Gartenhaus erhalten gebliebener Anhänger originalgetreu restauriert und als historisches Fahrzeug wieder in Betrieb genommen werden.

 


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