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Strecke: Heuwaage - Bottmingen (1984)

Linie 6 Binningen Feldbergstrasse Dorenbach Linie 16 Heuwaage Bottmingermühle Batteriestrasse Linie 17 Linie 17 Linie 10 Linie 6 Linie 10 Linie 16 Linie 17 Bottmingen

Am 4. Oktober 1887 fuhren die ersten Dampfloks der ersten Vororts-Schmalspurbahn Basels von Basel nach Therwil, zu einer Zeit also, als es in Basel noch keine schienengebundenen Trams gab. Am 1. Juni 1905 wurde der Betrieb elektrifiziert, die Betriebsspannung betrug 750 Volt Gleichstrom. Am 1. Mai 1910 fuhren die ersten Züge auf der erweiterten Strecke bis Rodersdorf. Mit der Gründung der Baselland Transport AG erhielten die blau-weissen Züge die Liniennummer 17, die sie ab 01.01.1975 als schwarze Ziffer auf weissem Grund trugen. Die spätere Verwendung weisser Ziffern auf blauem Grund für das Linienschild 17 darf als Hommage an die ehemalige Birsigthalbahn verstanden werden.

Streckenplan Heuwaage - Bottmingen (Zustand ab 1984)

          

Das Grabe-Gutachten

Im Jahre 1976 legte Prof. Grabe ein Gutachten "Überprüfung der Struktur- und Gesamtverkehrsplanung Basel" vor. Er empfahl darin unter anderem, die Vorortsbahn aus dem Birsigtal sei auf Trambetrieb umzustellen und jene aus dem Birstal zum Bahnhof SBB zu führen und in das Stadtnetz zu integrieren. Da die Birsigtallinie eine konventionelle Überlandbahn mit anderem Stromsystem war, konnte sie nicht ohne weiteres ins Strassenbahnnetz integriert werden. Der Wunsch aber, die Linie an das Stadtnetz anzuschliessen, bedingte eine Umstellung auf Trambetrieb. Mit einem namhaften Investitionsbeitrag des Bundes zur Förderung des öffentlichen Verkehrs war die Voraussetzung für eine grundlegende Erneuerung des Betriebs geschaffen worden. Am 20. November 1980 hiessen die Baselbieter Stimmberechtigten einen Kredit von 50.3 Mio. Franken für den Streckenausbau Bottmingen - Rodersdorf und für ein neues Tramdepot Hüslimatt gut (38 480 Ja zu 24 507 Nein). Mit dem erwähnten Kredit wurde die gesamte Strecke von Grund auf erneuert und es wurden neue Gelenktrams beschafft. Im Rahmen der Umstellung auf Trambetrieb wurden auch verschiedene Streckenvarianten im Bereich von Binningen geprüft. Eine davon sah einen 700 Meter langen Tunnel zwischen der Bottmingermühle und dem Binninger Kronenplatz vor und hätte zu einer Verbindung der Linien 17 und 7 geführt. Am 27. September 1981 lehnten die Binninger Stimmbürger den Kedit für dieses Bauvorhaben mit 2754 Nein gegen 1804 Ja jedoch deutlich ab. Als Folge dieses Volksentscheids beliess man die Strecke an ihrem bisherigen Ort entlang des Birsig.

Der Trambetrieb

Seit dem 27. Oktober 1984 wird die Strecke nach Rodersdorf als Tramlinie betrieben, zwei Jahre später erfolgte die Verknüpfung mit dem Stadtnetz an der Heuwaage. Der Umbau der Strecke zwischen der Heuwaage und Rodersdorf begann 1983, was praktisch einem Neubau gleichkam. Die Schlaufe an der Heuwaage entstand 1983, gleichzeitig wurde auch der 150 Meter lange Abschnitt vom Birsigviadukt bis zur Heuwaage auf Doppelspur mit eigenem Bahnkörper ausgebaut. Auf der BLT-Linie ins Leimental wurden 1984 im Übrigen alle Wendeschlaufen mit Wasserschmierung ausgerüstet, was das lästige Kurvenkreischen weitgehend beseitigen soll. Am 25. Oktober 1986 wurde die Birsigtallinie, im Volksmund "Leimentaler" genannt, mit dem Stadtnetz verknüpft. Mit dieser Verknüpfung ist die längste Linie auf dem Basler Tramschinennetz entstanden, die vom solothurnischen Dornach durch das Birstal, durch die Stadt Basel bis ins Leimental und ins solothurnische Rodersdorf führt.

Das alte Fachwerk-Stationsgebäude an der Heuwaage wurde Ende 1986 fachmännisch zerlegt und der Brauerei Feldschlösschen in Rheinfelden als Bahnhofsgebäude für den historischen Gästezug verkauft. Die Haltestelle "Zoo" besteht seit dem 11. November 1991 und wurde im Zusammenhang mit dem Doppelspurausbau zwischen Heuwaage und der SNCF-Brücke erstellt. Die Haltestelle liegt unmittelbar neben dem Haupteingang des Zoologischen Gartens. Die Wartehalle bei der Tramhaltestelle ist mit dem Wahrzeichen des Zollis, einem Giraffenpärchen mit gekreuzten Hälsen, geschmückt. Der einspurige, 250 Meter lange Streckenabschnitt zwischen Binningen und Binningen Oberdorf wurde 1996-1997 auf Doppelspur ausgebaut. Dieses Projekt hatte eine lange Leidenszeit hinter sich und wurde durch Einsprachen und Beschwerden verzögert. Zwischen Binningen und Bottmingermühle besteht ein Einspurabschnitt. Die Geleise sind auf dieser Strecke seit Mitte 1990 ineinander gelegt und seither nicht mehr durch Weichen verbunden. Der einspurige Streckenabschnitt ist durch Signale gesichert. Im Jahre 1985 ist auf der Strecke zwischen Bottmingen und Binningen ein zweigleisiger Seitenlagen-Schotterbahnkörper in Verbindung mit einem Strassenausbau neu erstellt worden. Die bereits existierende Haltestelle "Batteriestrasse" ist dabei neu erstellt und am 01.01.1986 in Betrieb genommen worden. In Bottmingen stammt das alte, 1908 erbaute Stationsgebäude noch aus der Zeit der Birsigthalbahn, es wurde 1997 umfassend renoviert.



historische Postkarte

Die Feldbergstrasse zwischen Erasmusplatz und Klybeckstrasse mit dem einspurigen Tramgeleise, wie es zwischen 1900 und 1916 bestanden hat. Die Strecke wurde damals nur für Dienstzwecke gebraucht und erst ab 1916 im regelmässigen Linienverkehr benutzt. Zu diesem Zweck wurde sie 1916 doppelspurig ausgebaut (PK Sammlung H.Ziegler).
historische Postkarte

Die Feldbergstrasse zwischen Erasmusplatz und Klybeckstrasse mit dem einspurigen Tramgeleise, wie es zwischen 1900 und 1916 bestanden hat. Die Strecke wurde damals nur für Dienstzwecke gebraucht und erst ab 1916 im regelmässigen Linienverkehr benutzt. Zu diesem Zweck wurde sie 1916 doppelspurig ausgebaut (PK Sammlung H.Ziegler).
 


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