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Strecke: Mittlere Brücke - Marktplatz (1895)

1895: Mittlere Brücke - Bad. Bahnhof Schifflände Marktplatz Schifflände 1900: Blumenrain - St.Johann 1895: Marktplatz - Barfüsserplatz 1895: Marktplatz - Barfüsserplatz Linie 1 Linie 1 Linie 5 1895: Mittlere Brücke - Bad. Bahnhof Marktplatz 1895: Mittlere Brücke - Bad. Bahnhof Schifflände Marktplatz Schifflände 1900: Blumenrain - St.Johann 1900: Blumenrain - St.Johann 1895: Marktplatz - Barfüsserplatz 1895: Marktplatz - Barfüsserplatz Schifflände Linie 1 1900: Blumenrain - St.Johann 1895: Mittlere Brücke - Bad. Bahnhof Marktplatz

1895 wurde die erste elektrische Tramlinie in Basel eröffnet und verband die beiden Bahnhöfe durch die Innenstadt. Der Abschnitt zwischen der mittelalterlichen Rheinbrücke und dem Marktplatz war schon bald darauf grundlegenden Veränderungen unterworfen:

Anfangs 1900 war das Gebiet im Bereich der Schifflände eine Grossbaustelle: Die Marktgasse wurde erstellt, der Neubau der Mittleren Brücke stand bevor. Die sich in Bau befindliche Tramstrecke ins St.Johannquartier wurde deshalb über ein Dienstgeleise via Johanniterbrücke mit dem übrigen Tramstreckennetz verbunden, ohne dass aber die Johanniterbrücke im Linienverkehr befahren worden wäre. Der Tramverkehr ab Totentanz Richtung St. Ludwig nahm am 30.06.1900 den Betrieb auf, erst zwei Monate später, am 01.09.1900, konnte die Verbindungstrecke zum Marktplatz via Schifflände eröffnet werden. Am Marktplatz mündete die neue Tramlinie in die Stammstrecke, die damals noch via Eisengasse zur Mittleren Brücke führte. Bis 14.10.1900 war der Marktplatz übrigens die Endhaltestelle der Linie nach St.Ludwig.

Zwischen 1903 und 1905 wurde an Stelle der 1225 erbauten Holzbrücke die heutige Mittlere Brücke aus Granitstein und Gneis gebaut. Am 27. Mai 1903 fuhr letztmals das Tram über die alte Brücke, ab 28. Mai 1903 wurde die Tramlinie doppelspurig über ein Brückenprovisorium etwas unterhalb der heutigen Brücke geführt und gleichentags mit dem Abbruch der mittelalterlichen Brücke begonnen. Mit diesem Datum wurde auch die direkte Tramverbindung zum Marktplatz durch die enge Eisengasse stillgelegt und statt dessen die Einmündung des Brückenprovisoriums an die Linie nach St. Ludwig angeschlossen. Am 11.11.1905 wurde die neue Mittlere Brücke eröffnet und mit der noch heute existierenden Gleisführung erschlossen. Am Grossbasler Brückenkopf befand sich ursprünglich eine Haltestelle "Eisengasse". Diese wurde etwa 1919 aufgehoben.

Am 14.11.1936 bewilligten die Stimmbürger den Bau des Spiegelhofs, allerdings sehr knapp. Damit wurde die gesamte mittelalterliche Bausubstanz des Peterbergs und der Spiegelgasse mitsamt der Gassen abgebrochen und die heutige Spiegelgasse als ersten Teil einer geplanten Talentlastungsstrasse gebaut. Dazu musste auch der malerische Anbau des Börsengebäudes entfernt werden. Die neue Spiegelgasse erhielt eine neue Tramstrecke, die der Entlastung des Engpasses an der Schifflände diente. Die Strecke durch die Spiegelgasse wurde am 15.05.1938 eröffnet und von den Linien 5, 15, 18 und 25 im Einrichtungs- verkehr befahren. Anfangs der Sechzigerjahre wurde das zweite Gleis vom Blumenrain zur Schifflände entfernt und ein Gleisbogen vom Fischmarkt in die Marktgasse sowie eine Direktverbindung von der Mittleren Brücke zum Blumenrain erstellt.

Streckenplan Mittlere Brücke - Marktplatz (Zustand 1895 - 1902)

1895-1900 1900-1903

Streckenplan Mittlere Brücke - Marktplatz (Zustand ab 1903)

ab 1903 ab 1938

Haltestellen-Abstände

Rheingasse
284m
Schifflände
209m
Marktplatz
203m
Post

Die Tabelle zeigt die Abstände zwischen den Haltestellen im Jahr 1931.





Das Gebäude der Börse, in dem am 06.01.1908 die erste Sitzung abgehalten wurde. Der Anbau wurde in 1937 abgebrochen, zusammen mit dem ganzen Altstadtquartier zwischen Blumenrain und Petersberg. Wäre es damals nach den Stadtplanern gegangen, wäre für den Autoverkehr eine breite Schneise durch die ganze Altstadt geschlagen worden. Heute beschränkt sich deren Sündenfall auf die Spiegelgasse (Postkarte Sammlung H.Ziegler).


Dieses herrliche Bild von der Schifflände ist unmittelbar nach der Eröffnung der neuen Mittleren Brücke entstanden. Ein Motorwagen der Serie 50-76 kommt von der neuen Brücke her Richtung Marktgasse, er trägt noch keine Liniennummernschilder. In der Bildmitte ist der enge, einspurige Blumenrain erkennbar, auf der Einspur- weiche ein einmotoriger Motorwagen, während ein anderer der Serie 50-76 von St.Ludwig her kommend ebenfalls in die Marktgasse einmündet. (Postkarte Sammlung H.Ziegler).


Die Tramstrecke vom Marktplatz zum Fischmarkt hinunter wurde erst am 1.9.1900 dem Betrieb übergeben, und zwar ausschliesslich für die Linie nach St.Ludwig. Zu dieser Zeit rollten die Wagen der ersten Tramlinie noch via Eisengasse zur alten Mittleren Brücke. Erst 1903, mit der Eröffnung des Brückenprovisoriums, fuhren alle Innenstadtlinien via Fischmarkt. Auf dem Bild der Ce 2/2 Nr. 52, im Hintergrund die alte Gaststätte "Zum Storchen" (Postkarte Sammlung H.Ziegler).


Um 1910 präsentierte sich der Marktplatz bereits in der heutigen Form. 1900 wurde die Tramstrecke vom Marktplatz via Fischmarkt zur Schifflände gebaut. Dieser Streckenabschnitt im Hintergrund links diente zuerst nur der Linie nach St. Ludwig, ab 1903 auch den Linien über den Rhein (Postkarte Sammlung H.Ziegler).


Der Marktplatz um 1900 mit Blick gegen die Freie Strasse und Gerbergasse. Noch steht die mittelalterliche Bausubstanz, doch deren Tage sind gezählt. Im Vordergrund der fabrikneue Ce 2/2 Nr. 63 auf dem Weg zum Fischmarkt hinunter, während links im Vordergrund noch die Masten der alten Strecke durch die Eisengasse stehen (bis 1903). (Postkarte Sammlung H.Ziegler).
 


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