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Strecke: Schwarzwaldallee - Riehen Dorf (1908)

Bettingerstrasse Linie 7 Eglisee Riehen Dorf Habermatten Pfaffenloh Linie 7 Hirzbrunnen Niederholz Burgstrasse Badischer Bahnhof Eglisee 1908: Schwarzwaldallee - Isteinerstrasse 1913: Badischer Bahnhof 1919: Riehen Grenze Bettingerstrasse Linie 6 Eglisee Riehen Dorf Habermatten Pfaffenloh Linie 6 Hirzbrunnen Niederholz Burgstrasse Eglisee 1913: Badischer Bahnhof 1919: Riehen Grenze

Am 9. Februar 1899 empfing Riehen mit grossem Jubel seine Vertreter im Grossen Rat. Feuerwerk und Musik geben der riesigen Freude Ausdruck über den Beschluss des Grossen Rats, eine Trambahn von Basel nach Riehen zu erstellen. Die Riehener hatten sich aber einige Jahre zu früh gefreut: Am 7. August 1908 endlich konnte die Linie nach Riehen eröffnet werden. Die Strecke führte von der Isteinerstrasse durch die Riehenstrasse zur Schwarzwaldallee, unterquerte die in Bau befindliche neue Strecke der Badischen Bahn und folgte der Kantonsstrasse nach Riehen. Von der Schwarzwaldallee bis Riehen war die Strecke seit der Betriebseröffnung doppelspurig.

Streckenplan Schwarzwaldallee - Riehen Dorf

           

Die erste nach Riehen führende Tramlinie trug die Nummer 7, erst später, nach Fertigstellung des neuen Badischen Bahnhofs (Einweihung am 11. September 1913) wurde die Riehenerlinie via Rosentalstrasse in die Stadt geführt und mit der Allschwilerlinie verbunden (ab 14. September 1913). Ein Jahr später wurde sie bis Riehen Grenze verlängert und am 1. Dezember 1914 ein durchgehender Trambetrieb Riehen - Allschwil eingerichtet.

Die Endstation bei der Riehener Dorfkirche bestand seit 1908 aus drei Parallelgeleisen, ein kleiner Trambahnhof sozusagen. Es diente auch dazu, Anhänger abzustellen, während der Motorwagen ab 1914 die weitere Strecke zur Grenze oder nach Lörrach allein unternahm. 1959 wurde das dritte Gleis in Riehen Dorf entfernt. Bei der Habermatten entstand schon beim Bau der Strecke ein Gleiswechsel. Dieser wurde im April 2002 entfernt, nachdem er schon viele Jahre zuvor stillgelegt worden war. 1931 entstand bei der Haltestelle "Eglisee" ein Gleiswechsel (385/386). 1948 wurde er entfernt, statt dessen entstand nordöstlich der Haltestelle "Eglisee" eine zunächst einfache Wendeschlaufe. 1958 wurde sie durch eine grosszügige Abstellanlage mit sechs Geleisen ergänzt und die Wendeschlaufe erhielt ein zweites Gleis. Die Unterführung unter den Geleisen des neuen Badischen Bahnhofs wurde am 13. März 1911 in Betrieb genommen. Im November 1974 wurden die Geleise im Bereich dieser Unterführung von der Strassenmitte weg auf ein seitliches Eigentrasse verlegt und dabei abgesenkt.

Haltestellen

Die Haltestelle "Gatternweg" hiess ab 1912 "Rebenstrasse", 1919 wurde sie aufgehoben. Seit den Vierzigerjahren heisst die ursprüngliche Haltestelle "Niederholzstrasse" nur noch "Niederholz". Bis am 21. Dezember 1972 stand dort ein schönes, hölzernes Tramhäuschen mit elegant geschwungenem Metalldach. Es beendete sein Dasein wegen eines Lastwagens, der mit einem Tram kollidiert war. Zwischen Habermatten und dem Badischen Bahnhof gab es im Laufe der Zeit viele Haltestellenänderungen: Die Haltestelle "Bäumlihof" verschwand um 1925. Die heutige Haltestelle "Eglisee" hiess bis am 14. Mai 1930 "Lange Erlen". Während kurzer Zeit, von 1918 bis 1920, existierte zusätzlich zur Haltestelle "Lange Erlen" noch eine weitere namens "Egliseeholz". Diese lag etwa bei der heutigen Haltestelle "Eglisee", während die Haltestelle "Lange Erlen" etwa im Bereich der heutigen Wendeschlaufe lag. Bevor die Tramlinie die Bahnunterführung erreichte, lag dort bis 1919 die Haltestelle "Schorenweg". Zwischen 1919 und 1925 gab es in diesem Bereich keine Haltestelle mehr, um 1925 wurde die heutige Haltestelle "Hirzbrunnen" eröffnet.





Diese Postkarte wurde am 10. März 1909 gestempelt, das Bild stammt somit vom Sommer 1908, dem ersten Betriebsjahr der neuen Tramlinie nach Riehen. Das neue Tramtrasse verläuft seitlich entlang der Landstrasse, ist von dieser aber nicht abgetrennt. Neben den beiden Betriebsgeleisen liegt ein zusätzliches, fertig montiertes Geleise. Der Ce 2/2 der Serie 101-136 schleppt einen Sommerwagen mit einer einzigen Dame als Fahrgast (Postkarte Sammlung H.Ziegler).


Dieses Bild der alten Riehener Strecke stammt vom Sommer 1914 und zeigt den fabrikneuen Ce 2/2 158 bei der Burgstrasse. Beachte die herrlichen alten Fahrleitungsmasten. Vermutlich handelt es sich um eine Werkaufnahme der SWS, der Herstellerin dieser Wagenserie (Bild aus JEANMAIRE 1969: 194).


Foto der Station Bettingerstrasse kurz nach dem ersten Weltkrieg an ihrem alten Standort (siehe Stationstafel links im Bild) mitten in der Einmündung der Bettingerstrasse. Es ist noch erwähnenswert, dass der Allgemeine Consumverein ab März 1941 einen Gütertramkurs für die Filialen in Riehen mietete. Dazu wurde der Sommerwagen 265 umgebaut und die Strecke Kohlenstrasse-Riehen von einem Ce 2/2 der Serie 101-136 befahren (Bild aus "Riehen, Geschichte eines Dorfes" von 1972).


Zwischen 1908 und 1914 endete die Tramlinie bei der Riehener Dorfkirche, wo ein dreispuriger Trambahnhof angelegt war. Auf dem äussersten Gleis stehen zwei Anhänger, die ab 1904 aus Motorwagen der ersten Serie erstellt worden sind. Da beide bereits eine verglaste Plattform tragen, dürften es nur die C2 213, 218 oder 219 sein und die Aufnahme könnte frühestens von 1908 stammen (Bild aus JEANMAIRE 1969: 194).


Das Bild stammt aus dem Jahr 1911 und zeigt den damaligen, dreispurigen "Endbahnhof" im Dorfkern von Riehen. Die Strecke wurde 1914 Richtung Grenze weiter gebaut, und nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte die Verlängerung bis Lörrach. Die dreispurige Abstellanlage wurde 1959 abgebrochen (Bild aus Privatsammlung Riehen/Weggis).
 


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