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Strecke: Marktplatz - Barfüsserplatz (1895)

1897: Kohlenberg - Spalentor Marktplatz Barfüsserplatz 1895: Barfüsserplatz - Aeschenplatz Linie 1 Linie 3 1895: Marktplatz - Schifflände 1895: Marktplatz - Schifflände 1897: Kohlenberg - Spalentor Marktplatz Barfüsserplatz 1895: Barfüsserplatz - Aeschenplatz Linie 1 Linie 3 1895: Marktplatz - Sschifflände 1895: Marktplatz - Sschifflände Linie 4 Linie 5 Linie 5

1895 wurde die erste elektrische Tramlinie in Basel eröffnet und verband die beiden Bahnhöfe durch die Innenstadt. Der Abschnitt zwischen dem Marktplatz und dem Barfüsserplatz war schon bald darauf grundlegenden Veränderungen unterworfen:

Der zuvor offen fliessende Birsig wurde zwischen Post und Barfüsserplatz überdeckt und auf dem gewonnenen Boden die Falknerstrasse gebaut. 1899 konnte die Tramlinie aus der engen Gerbergasse in die neue, breitere Falknerstrasse verlegt werden. Im westlichen Teil der Gerbergasse wurden die Geleise entfernt, im östlichen blieben sie als Abstellanlage und Endstation der neuen Linie zum Morgartenplatz erhalten (Abbruch dieser Gleisanlagen 1947). Dank der neuen Linienführung durch die Falknerstrasse konnten die Gleisanlagen am Barfüsserplatz neu gestaltet und grosszügiger angelegt werden.

Der letzte Engpass in diesem Streckenabschnitt, die untere Gerbergasse, wurde nach 1907 doppelspurig.

Um 1917 verschwand der rechtsläufige Gleiswechsel auf dem Barfüsserplatz, der linksläufige blieb bis 1967 erhalten. Im September 1934 wurde der Platz abgesenkt und das Gleis in der Streitgasse abgebrochen. Gegen die Barfüsserkirche hin wurde eine hohe Stützmauer errichtet, im Volksmund "Klagemauer" genannt und von der damaligen Jugend als begehrter Treffpunkt genutzt. 1947 wurde das alte Stationsgebäude, das "Reeseanum" abgebrochen und durch einen Neubau mit Flachdach ersetzt. Dabei verschwanden auch die übrig gebliebenen Abstellgeleise Richtung Gerbergasse. Um 1971 wurde die Haltestelle "Post" aufgehoben. 2001 wurde das 1947 erbaute Stationsgebäude wiederum durch einen Neubau ersetzt.

Streckenplan Mittlere Brücke - Barfüsserplatz (Zustand 1895 - 1899)

Streckenplan Mittlere Brücke - Barfüsserplatz (Zustand ab 1899)

Haltestellen-Abstände

Schifflände
209m
Marktplatz
203m
Post
222m
Barfüsserplatz
324m
Handelsbank

Die Tabelle zeigt die Abstände zwischen den Haltestellen im Jahr 1931.





Als Konsequenz einer Choleraepidemie im Jahre 1880 wurde der offen durch die Stadt fliessende Birsig, oft mehr Abwasserkloake als Fliessgewässer, saniert. Die Falknerstrasse wurde 1899 über dem ehemaligen Flussbett gebaut. Sie bot die Möglichkeit, die Tramstrecke aus der engen Gerbergasse heraus zu verlegen und doppelspurig zu führen. Damit konnte auch die Gleisanlage am Barfüsserplatz neu gebaut und grosszügiger angelegt werden (Postkarte Sammlung H.Ziegler).


Der Barfüsserplatz um 1906: Das helle, grosse Gebäude im Hintergrund links steht heute noch und war damals ein Hotel (Hotel Metropole). Die beiden mittelalterlichen Häuser in der Bildmitte (mit dem Restaurant "Landschäftler") sind längst verschwunden, ebenso das monumentale Tramhäuschen links und die beschauliche Ruhe. Der Platz, auf dem sich früher die Schweine tummelten ("Seibi" = Schweinemarkt), ist heute weitherum hörbares Zentrum der vereinigten Sauf-, Gröl- und Spassgesellschaft (Postkarte Sammlung H.Ziegler).


Der Barfüsserplatz aus entgegengesetzter Richtung betrachtet um 1904: Die schöne Häuserkulisse im Hintergrund sowie die mittelalterliche Burg (Lohnhof) sind heute weitgehend unverändert, das Jugendstil-Tramhäuschen ("Reeseanum", abgebrochen um 1948) und das alte Stadtcasino links im Bild sind verschwunden. Bis Ende der 60-er Jahre wurde der ehemalige Marktplatz als Autoparking missbraucht (Postkarte Sammlung H.Ziegler).


Der Barfüsserplatz lag ursprünglich auf dem Niveau der Kirche, mit Stützmauern gegen die Streitgasse hin. Das markante Haus in der Bildmitte links war das Restaurant "Der Landschäftler", davor das Abstellgleis Streitgasse. Im September 1934 wurde der Landschäftler abgebrochen, das Abstellgleis entfernt und der Platz abgesenkt, damit er als Autoparkplatz Verwendung finden konnte (Postkarte Sammlung H.Ziegler).
 


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