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Strecke: Voltaplatz - Landesgrenze (1900)

1900: Schifflände - St. Ludwig Voltaplatz St-Louis Grenze Linie 5 Hüningerstrasse St-Louis 1910: Hüningen Linie 5 1900: Schifflände - St. Ludwig Voltaplatz St-Louis Grenze Linie 5 Hüningerstrasse St-Louis 1910: Hüningen Linie 5 Linie 6 Linie 6 Linie 2 1913: Lysbüchel - Kannenfeldplatz Linie 25 Linie 15 1900: Schifflände - St. Ludwig Voltaplatz St-Louis Grenze Linie 5 Hüningerstrasse St-Louis 1910: Hüningen Linie 1 Linie 1 Linie 5 Linie 18 1913: Lysbüchel - Kannenfeldplatz Linie 25 Linie 15 Linie 18 1934: Voltaplatz - Dreirosenbrücke - Mustermesse Linie 26 Linie 26 1900: Schifflände - St. Ludwig Voltaplatz St-Louis Grenze Linie 5 Hüningerstrasse St-Louis 1910: Hüningen Linie 1 Linie 1 Linie 7 Linie 5 1913: Lysbüchel - Kannenfeldplatz St-Louis Grenze Linie 18 1934: Voltaplatz - Dreirosenbrücke - Mustermesse Linie 15 Linie 15 1900: Schifflände - St. Ludwig Voltaplatz Linie 5 Hüningerstrasse Linie 1 Linie 5 1913: Lysbüchel - Kannenfeldplatz St-Louis Grenze 1934: Voltaplatz - Dreirosenbrücke - Mustermesse

Am 30.6.1900 erreichten die Geleise vom Totentanz her die Landesgrenze und bildeten hier für kurze Zeit die Endstation der Linie 5. Schon drei Wochen später, am 22.7.1900, wurde die Verlängerung über die damals deutsche Landesgrenze eröffnet. Die Strecke zwischen dem St.Johanntor und dem Lysbüchel war bereits bei der Betriebseröffnung doppelspurig. Der weitere Ausbau der teils einspurigen Strecke auf Doppelspur begann 1908 in der St.Johanns Vorstadt, 1910 folgte die äussere Elsässerstrasse. Das äusserste St.-Johannquartier war damals noch wenig überbaut, der heutige Voltaplatz existierte noch nicht (es gab bis 1934 einen anderen Voltaplatz, dieser befand sich am Rhein am Ende der Mülhauserstrasse). Im grenznahen Raum begann sich bahnabhängige fleischverarbeitende Industrie anzusiedeln.

Ab 1910 entwickelte sich der Lysbüchel (heute "Hüningerstrasse") zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt, an dem sich die Linien aus St. Ludwig, Hüningen und ab 1913 vom Kannenfeld her trafen. Um 1915 entstand an der Grenze auf Schweizer Seite ein zusätzlicher Gleiswechsel (Weichen 271-272), während der Gleiswechsel am Lysbüchel um 1917 aufgehoben wurde. 1919 wurde die Haltestelle "Kohlenstrasse" aufgehoben. Um 1925 entstand bei der Haltestelle "Schweizerhalle" ein Abstellgleis mit der Bezeichnung "Abstellgeleise Lysbüchel" mit der Zusatzbezeichnung "Kiesgrube/Sandgrube".Dieses Geleise wurde vermutlich als Anschluss an eine dortige Kiesgrube erstellt. In den Jahren 1932 bis 1939 diente dieses zum Abstellen von Anhängewagen der Linien 15/25. Vormittags und nachmittags verkehrte diese Linie nur bis zum Barfüsserplatz, während dieser verkehrsschwachen Zeit wurden zwei Kurswagen auf dem Kiesgrubengeleise abgestellt. Die Dienstvorschrift dazu lautete: "Nach der Ausführung von Kurs 204/15 (und 504/25) Einstellen des Rollmaterials im Abstellgeleise Lysbüchel (Kiesgrube) hinter Weiche 103. Nach erfolgter Einstellung ist das Einfahrtstor mit dem Wagenschlüssel abzuschliessen" (Infos W. Liechti). Das Abstellgeleise wurde nach 1939 entfernt.

Ende 1934 wurde die Dreirosenbrücke eröffnet. Zu diesem Anlass wurde die Tramstrecke vom St.Johannbahnhof her neu durch die Voltastrasse geführt und der Streckenabschnitt in der Hünigerstrasse zwischen dem St.Johannbahnhof und dem Lysbüchel stillgelegt. Die Verzweigung am Lysbüchel blieb noch einige Jahre als Abstell- und Manövrieranlage bestehen. Die Geleise in der Hüningerstrasse sind übrigens anlässlich des Autobahnbaus im Jahre 2002 wieder zu Tage gefördert (und entfernt) worden. Um 1936 wurden die Abstellanlagen in der Hüningerstrasse und bei der Schweizerhalle stillgelegt, nachdem um 1934 oder 1935 ein Gleisdreieck in die Kohlenstrasse erstellt worden war. Dieses diente dem Wenden von Anhängerzügen, auch wurden dort Anhänger in verkehrsschwachen Zeiten abgestellt. Zudem wurde dort über die Mittagszeit ein E-Kurs abgestellt. Da das Abstellgleis ein leichtes Gefälle aufwies, war es am Ende mit einem Prellbock mit Kupplungseinrichtung gesichert. Das Gleisdreieck blieb bis 1967 erhalten. Besonders interessant war dabei, dass die darin wendenden Tramzüge bis in die Zollanlage hineinfahren mussten und dabei einen letzten Teil des 1957 stillgelegten französischen Streckenabschnitts benutzten. 1961 wurde auch die französische Tramstrecke nach Huningue stillgelegt. Der ehemalige Verkehrsknotenpunkt Lysbüchel hatte sich damit zu einer einfachen Haltestelle in einem Aussenquartier gewandelt.

Beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, am 1.9.1939, wurden alle ausländischen Tramstrecken und der Streckenabschnitt vom Voltaplatz bis zur Landesgrenze vorübergehend stillgelegt. Die Strecke nach St-Louis wurde erst am 1.8.1947 wieder in Betrieb genommen, ein grenzüberschreitender Tramverkehr wie vor dem Krieg kam allerdings nie mehr zustande. 1948 wurde auf der Schweizer Seite eine Wendeschlaufe gebaut, seit 1957 ist sie Linienendpunkt aller St.Johannslinien. 1966 wurde das Streckennetz durch den Wegfall der Johanniterbrücke einer wichtigen Umfahrungsmöglichkeit beraubt. Deshalb wurde die Voltaplatzkreuzung ausgebaut und damit neue Umfahrungsmöglichkeiten über die Dreirosenbrücke geschaffen. Seit 1994 wird das äussere St.Johannsquartier durch die Linie 11 der BLT bedient. Dazu wurde die Endschlaufe 1993 mit einem zusätzlichen Überholgeleise ausgebaut. Die Schlaufengeleise befinden sich übrigens im Konfliktbereich mit einem normalspurigen Bahngeleise, weshalb die Schlaufenanlage über spezielle Sicherungssignale verfügt.

Haltestellen

Die Haltestellen haben im Gebiet des äusseren St.Johann mehrfach geändert: Die Haltestelle nach dem Voltaplatz hiess etwa 50 Jahre lang "Schweizerhalle", danach "Bell". Mitte der Siebzigerjahre wurde sie aufgehoben. Etwa bei der heutigen Endschlaufe befand sich bis 1919 eine Haltestelle "Kohlenstrasse".

Streckenplan Voltaplatz - Landesgrenze











historische Postkarte

Die Elsässerstrasse im Bereich der Zollanlage im Jahr 1968: Wir blicken von Basel Richtung Frankreich. Im Vordergrund liegen die Reste der Weiche 98 des Gleisdreiecks Kohlenstrasse, im Hintergrund der Gleiswechsel 271/272. Die Pioniertat von 1900, eine grenzüberschreitende Tramlinie zu bauen, ging in den Wirren zweier Weltkriege unter. Als Tribut an den automobilen Fortschritt wurde diese einst bedeutende Tramstrecke 1957 als erste stillgelegt (Foto aus Jeanmaire, 1969).
historische Postkarte

Das Bild der Haltestelle Hüningerstrasse im Herbst 1959 zeigt einen charakteristischen Tramzug, wie er während Jahrzehnten für die Linien 5, 15, 16 und 26 typisch war. Erst 1967 wurden diese Zweiachser von modernem Rollmaterial abgelöst. Das Bild hat Symbolcharakter: Hinter dem Tram steht der französische Autobus, der das Elsässer Tram besiegt hatte (Foto 5.9.1959 J. Bazin, Archiv BVB).
 


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