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Strecke: Hardstrasse - Zeughaus - St. Jakob (1916)

Karl Barth-Platz Hardstrasse Linie 5 Sevogelplatz 1897: Aeschenplatz - Breite - Birsfelden Grellingerstrasse Zeughaus 1897: Breite - Birsfelden Linie 3 Linie 12 Linie 12 1921: Muttenz St.Jakob 1897: Breite - Birsfelden Karl Barth-Platz Hardstrasse Linie 5 Sevogelplatz 1897: Aeschenplatz - Breite - Birsfelden Grellingerstrasse Zeughaus Linie 3 Linie 12 Linie 14 1921: Muttenz St.Jakob 1897: Breite - Birsfelden Linie 22 Karl Barth-Platz Hardstrasse Linie 5 Sevogelplatz 1897: Aeschenplatz - Breite - Birsfelden Grellingerstrasse Zeughaus Linie 3 Linie 12 Linie 14 1921: Muttenz St.Jakob 1897: Breite - Birsfelden Linie 22

Nachdem das Zeughaus vom Petersgraben in die Stadtperipherie verlegt worden war, blieb es einige Jahre ohne Tramanschluss. Der Bau der Tramlinie durch das vornehme Gellertquartier stiess auf lokalen Widerstand, was das Bewilligungsverfahren verzögerte. Zudem lagen verschiedene Streckenvarianten zur Diskussion, sei es via Denkmal - St.Jakobsstrasse oder via Hardstrasse. Am 22. April 1915 stimmte der Grosse Rat dem Vorschlag zu, eine Tramlinie Hardstrasse - Adlerstrasse - Zeughausstrasse bis nach St.Jakob zu erstellen. Obwohl die Strecke bereits Ende 1915 bis zum Zeughaus fertig gestellt war, konnte sie doch erst am 1. April 1916 eröffnet werden. Der Grund war die verspätete Lieferung des benötigten Kupferdrahts für die Fahrleitung - immerhin tobte rings um die Schweiz der Erste Weltkrieg. Zudem erhob die Denkmalpflege eine Einsprache, weil sie eine Abwertung der geschichtsträchtigen St.Jakobs-Kapelle befürchtete. Die Eröffnung der Strecke zwischen Zeughaus und St.Jakob erfolgte deshalb erst am 19. August 1916. Bereits zu diesem Zeitpunkt war vorgesehen, die Strecke nach Muttenz und Pratteln weiter zu bauen, das Ziel war sogar eine Tramlinie bis Liestal. Früher gab es auch Pläne, die Tramlinie bis Sissach zu führen.

Die gesamte Strecke war seit Beginn doppelspurig mit Gleiswechseln beim Zeughaus (bis Ende der Dreissigerjahre) und am Streckenende (bis ca. 1925). Die doppelspurige Linie passierte den Engpass zwischen St.Jakobskirchlein und dem Wirtshaus mit einer S-Kurve. Die Strecke endete ursprünglich etwa dort, wo sich heute die Abstellanlage vor dem Gartenbad befindet, an dieser Stelle befand sich auch seit Beginn eine Wendeschlaufe.

Um 1932 entstand ein weiterer Gleiswechsel mitten in der Haltestelle "St.Albanring" (um 1966 entfernt).

Haltestellen

Die erste Haltestelle nach der Verzweigung Hardstrasse hiess 1916 "Schweizerplatz", einige Jahre später aber bereits "Sevogelplatz". Die ursprünglichen Haltestellen "Hirzbodenweg" und "Singerweg" wurden 1919 aufgehoben. Am Streckenende befand sich eine Haltestelle "St.Jakob (Brüglingerweg)", sie lag kurz vor der Kapelle am Ende der Siechenhäuser. Die Endhaltestelle "St.Jakob" befand sich bei der Wendeschlaufe, etwa dort, wo heute die "Grosse Allee" endet.

Ab 1938

1938 wurde die untere St.Jakobsstrasse neu gebaut, stark verbreitert und vom Kirchlein weg verlegt. Dazu musste das alte St.Jakobs-Wirtshaus abgebrochen und an der heutigen Stelle neben dem Kirchlein neu aufgebaut werden. Das Tram erhielt nach der Eisenbahnbrücke ein eigenes Trasse auf der Südseite der St.Jakobsstrasse. Im Hinblick auf einen projektierten Stadionneubau wurde eine grosszügige Abstellanlage erstellt und zuvor die Wendeschlaufe abgebrochen. Seither gibt es in St.Jakob keine Wendeschlaufe mehr, diejenige am Schänzli, also jenseits der Birs, wurde 1951 eröffnet. 1950 wurde die alte, einspurige Birsbrücke abgebrochen und das Tram erhielt eine eigene Trambrücke. Gleichzeitig wurde die Einfahrt zur Abstellanlage ausgebaut, so dass sie fortan von beiden Seiten her in beiden Richtungen befahren werden konnte. Anfangs der Fünfzigerjahre wurden die beiden Haltestellen "Brüglingerweg" und "St.Jakob" zu einer einzigen Haltestelle zusammengelegt.

Ab 1969

Im Zusammenhang mit dem Bau der Autobahn A2/3 wurde die St.Jakobsstrasse ab 1969 zwischen dem Zeughaus und den Bahnüberführungen abgesenkt und in einen Tunnel verlegt, in dem das Tram auf der Südseite ein Eigentrasse erhielt. Während der Bauphase wurde ein Tramstreckenprovisorium auf dem Gelände des Güterbahnhofs erstellt. Ab Ende der Sechzigerjahre wurden die Zufahrten zur Abstellanlage schrittweise reduziert. Heute existiert nur noch die Einfahrtsweiche 381 und die Ausfahrtsweiche 376. Der Gleiswechsel 161/162 und die Zu/Wegfahrtsmöglichkeit aus der Südspur sind längst entfernt.

Streckenplan Hardstrasse - Zeughaus - St.Jakob









Auf der Luftaufnahme von ca. 1932 erkennen wir rechts die Zeughausstrasse und das Zeughaus. Vor den Gebäuden des Güterbahnhofs Wolf erkennt man ganz schwach einen Dreiwagenzug der BStB in der St.Jakobstrasse (SBB-Zeitschrift 1933 Coll. E.Amort).


Das Bild von 1932 zeigt die zwei neuen Bahnbrücken über die St.Jakobstrasse. Die tiefer gelegene Brücke steht vor dem Abbruch und ist der Rest der alten Bahnstrecke. Ganz im Hintergrund erkennen wir die Umrisse der Siechenhäuser und des alten Wirtshauses. Das Tramgeleise blieb in diesem Bereich bis zum Bau des heutigen Strassentunnels in der Strassenmitte und war von den Velofahrern gefürchtet (SBB-Zeitschrift 1937 Sammlung E.Amort).
historische Postkarte

Die schmale St.Jakobsstrasse mit dem doppelspurigen Geleise der Tramlinie nach St.Jakob führte bis 1938 unmittelbar am Kirchlein von St.Jakob und den Siechenhäusern vorbei. Wäre das eine herrliche Fotokulisse, trotzdem existieren kaum Aufnahmen von diesem Abschnitt. Um 1938 wurde die St.Jakobsstrasse korrigiert, massiv verbreitert und weit weg vom Kirchlein verlegt. Das Tram erhielt dabei im untersten Teil der St.Jakobsstrasse ein eigenes Trasse (Postkarte Sammlung H.Ziegler).
historische Postkarte

Der vergrösserte Ausschnitt aus dem Bild oben zeigt schön erkennbar den Gleisverlauf zwischen dem St.Jakobskirchlein und dem Gasthaus St.Jakob vor der Korrektion von 1938. Das Gasthaus musste 1938 der Strassenverlegung weichen und wurde danach an der heutigen Stelle neben dem Kirchlein neu aufgebaut (Postkarte Sammlung H.Ziegler).


Die Flugaufnahme von 1931 stammt aus dem SBB-Nachrichtenblatt 1933-1 und zeigt die Gegend von St.Jakob. In der rechten unteren Bildecke ist die St.Jakobsschlaufe gut erkennbar. Das doppelspurige Tramtrasse liegt neben der Kantonsstrasse, oberhalb des Brüglingerwegs aber in der Strassenmitte. In der linken oberen Bildecke die Siechenhäuser und die St.Jakobskapelle. Die neue Bahnlinie am oberen Bildrand ist die Güterzuglinie zwischen dem Rangierbahnhof Muttenz und dem Güterbahnhof Wolf. Auf dem grossen freien Feld rechts steht heute das Stadion, links davon breiten sich Sporthalle und Gartenbad aus (SBB-Zeitschrift Sammlung E.Amort).
 


Alle Rechte © www.tram-basel.ch und Heiner Ziegler (Stand: 05.02.2005) - Letzte Änderung: 17.07.2012