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Strecke: Blumenrain - Mühlhauserstrasse (1900)

Claraplatz - Horburgerstrasse Johanniterbrücke Marktplatz - Barfüsserplatz Kantonsspital St.Johann - St. Ludwig Linie 5 St.Johannstor Mülhauserstrasse St.Johann - St. Ludwig Linie 5 Johanniterbrücke Marktplatz - Barfüsserplatz Kantonsspital St.Johann - St. Ludwig Linie 5 St.Johannstor Mülhauserstrasse Linie 9 Linie 12 1900: Johanniterbrücke Johanniterbrücke Marktplatz - Barfüsserplatz Kantonsspital Linie 5 Mülhauserstrasse Linie 9 Linie 2 1900: Johanniterbrücke St.Johann - St. Ludwig St.Johannstor Linie 12 Linie 2 Linie 14 1924: Schützenhaus - Johanniterbrücke Johanniterbrücke Marktplatz - Barfüsserplatz Kantonsspital Linie 5 St.Johannstor Mülhauserstrasse St.Johann - St. Ludwig Linie 15

Anfangs 1900 war das Gebiet im Bereich der Schifflände eine Grossbaustelle: Die Marktgasse wurde erstellt, der Neubau der Mittleren Brücke stand bevor. Die sich in Bau befindliche Tramstrecke ins St.Johannquartier wurde deshalb über ein Dienstgeleise via Johanniterbrücke mit dem übrigen Tramstreckennetz verbunden, ohne dass aber die Johanniterbrücke im Linienverkehr befahren worden wäre. Der Tramverkehr ab Totentanz Richtung St. Ludwig nahm am 30.06.1900 den Betrieb auf, erst zwei Monate später, am 01.09.1900, konnte die Verbindungstrecke zum Marktplatz via Schifflände eröffnet werden. Am Marktplatz mündete die neue Tramlinie in die Stammstrecke, die damals noch via Eisengasse zur Mittleren Brücke führte. 1908 wurde die Strecke durch die St.Johannsvorstadt doppelspurig ausgebaut und bei der Verzweigung Johanniterbrücke ein Gleiswechsel angelegt. Anfangs Juni 1908 erhielt die Haltestelle beim St.Johannstor übrigens die eiserne Wartehalle der Birseckbahnstation am Aeschenplatz. Sie wurde Ende 1954 durch ein neues Gebäude ersetzt.

Am 17.12.1910 wurde die Hüningerlinie eröffnet. Diese endete zuerst bei St.Johannstor unter Verwendung des dortigen, um 1900 erstellten Abstellgeleises (Ende 1954 entfernt). Am 1.4.1916 nahm die Linie 12 vom der Feldbergstrasse via Johanniterbrücke bis zum Zeughaus den Betrieb auf. Dazu wurde die letzte Einspurstrecke in der St.Johannsvorstadt (nach dem Totentanz) doppelspurig ausgebaut. Nach Abbruch des Hauses "Urban Eck" konnte 1922 zwischen der Spiegelgasse und dem Totentanz eine Gleisverschlingung gelegt werden. Der Engpass am Blumenrain blieb noch bis 1935 bestehen. Am 15.07.1924 wurde die Strecke zwischen der Johanniterbrücke und dem Schützenhaus dem Betrieb übergeben. Nur 42 Jahre später, am 04.07.1966, wurde die gesamte Strecke über die Johanniterbrücke stillgelegt.

Haltestellen

Von etwa 1907 bis 1919 existierte zwischen Voltaplatz und Mülhauserstrasse eine Haltestelle "Wasserstrasse". Die Haltestelle "Totentanz" hiess ab den Fünfzigerjahren "Predigerkirche", später "Kantonsspital" und seit 12.12.2004 "Universitätsspital". Schon nach wenigen Jahren erhielt die ursprüngliche Haltestelle "St.Johannplatz" den noch heute gültigen Namen "St.Johanntor". Die nächste stadtauswärts folgende Haltestelle "Schlachthaus" verschwand 1929.

Streckenplan Blumenrain - Mülhauserstrasse











Um 1900 bot die Gegend der Schifflände ein ganz anderes Bild als heute: Der Motorwagen 63 steht in der Haltestelle der neu erstellten Marktgasse, die den Birsig überdeckt. In der Bildmitte trennt ein Geländer die tiefer gelegene, alte Schwanengasse rechts. An deren Stelle steht kurze Zeit später die noch heute bestehende Bebauung mit der Börse (Postkarte Sammlung H.Ziegler).


Dieses herrliche Bild von der Schifflände ist unmittelbar nach der Eröffnung der neuen Mittleren Brücke entstanden. Ein Motorwagen der Serie 50-76 kommt von der neuen Brücke her Richtung Marktgasse, er trägt noch keine Liniennummernschilder. In der Bildmitte ist der enge, einspurige Blumenrain erkennbar, auf der Einspurweiche ein einmotoriger Motorwagen, während ein anderer der Serie 50-76 von St.Ludwig her kommend ebenfalls in die Marktgasse einmündet. (Postkarte Sammlung H.Ziegler).


Auf dem Bild erkennen wir die Haltestelle "Totentanz" in der Zeit um 1903 mit der Ausweichstelle. Der hintere Motorwagen fährt gerade über die Weiche 121 Richtung Fischmarkt. Die Bezeichnung "Totentanz" kommt von einer berühmten Bildsequenz, welche die Friedhofsmauer des Klosters der benachbarten Predigerkirche zierte. Die Bilder entstanden zur Zeit der Pestepidemie und zeigten, wie der Tod Menschen jeglichen Alters oder Standes abholte (Postkarte Sammlung H.Ziegler).


Ausschnitt aus demselben Bild wie oben. Alle auf der linken Seite erkennbaren Häuser bestehen heute noch weitgehend unverändert. Die dunkle Häuserfront rechts wurde anfangs der Dreissigerjahre abgebrochen und die Strasse danach massiv verbreitert. Erst dann war es möglich, einen der letzten Einspurabschnitte in der Grossbasler Altstadt zu beseitigen.


           

Beide Bilder zeigen den St.Johannsplatz um die Jahrhundertwende, also kurz nach Eröffnung der Strecke zwischen dem Marktplatz und dem damals deutschen St. Ludwig im Elsass. Zwischen St.Johanntor und dem Lysbüchel (heute Hüningerstrasse) war die Strecke doppelspurig, auf dem St.Johannplatz befand sich neben einer Ausweichstelle auch ein Abstellgleis, das vorübergehend auch die Endhaltestelle der Tramlinie nach Hüningen bildete. Wie auch auf den beiden Bildern ersichtlich, verkehrten auf der Strecke ins Elsass vorwiegend zweimotorige Wagen der Serie 50-83 mit noch offenen Plattformen. Diese Serie wurde in den Jahren 1900-1901 abgeliefert (Postkarte Sammlung H.Ziegler).

Blick vom St.Johannstor auf das Abstellgleis auf dem St.Johannsplatz und in die St.Johannsvorstadt. Im Hintergrund links ein Stück der Johanniterbrücke. Im Vordergrund ein Ce 2/2 der Serie 101-136 der Linie 9. Diese verkehrte vom 1.10.1915 bis 21.5.1932 zwischen Hüningen und Morgartenring (Postkarte 10.8.1926 Sammlung H.Ziegler).
 


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