Waldenburgerbahn (WB): Linie 19
Der 1. Januar 1986 markiert die Wende von der alten Privatbahn zur modernen Vororts- und Überlandbahn. Damals trat die Waldenburgerbahn dem Tarifverbund Nordwestschweiz bei und erlebte damit einen ungeahnten Boom, gegenüber den Vorjahren konnten die Passagierzahlen fast verdoppelt werden. Neues, leistungsfähiges Rollmaterial wurde angeschafft und die Strecke modernisiert, dem Taktfahrplan angepasst und Kreuzungsstellen ausgebaut. Im Regio-Fahrplan Basel wird die Waldenburgerbahn unter der Liniennummer 19 geführt, die Züge selbst sind allerdings nie mit einer solchen Nummer gekennzeichnet worden.
Von der Betriebseröffnung bis anfangs der Fünfzigerjahre war die WB eine private Schmalspurbahn mit reinem Dampfbetrieb. Zwar wurden bereits 1902 erste Ideen zur Elektrifizierung vorgelegt. Ernsthafte Pläne, die Bahn zu elektrifizieren, gingen 1935 in einer endlosen Diskussion unter. Die einen befürworteten eine Umspurung auf Meterspur, andere bevorzugten eine Umstellung auf Busbetrieb. Die dringen notwendige Sanierung wurde aufgeschoben und das Bimmelbähnlein dampfte somit weiter, einer ungewissen Zukunft entgegen. Um 1950 wurden die Elektrifizierungspläne wieder aktuell, dabei stand aber die Umstellung auf Busbetrieb weit im Vordergrund. Dank beispielloser Solidarität der Bevölkerung im Tal und dem Einsatz namhafter Persönlichkeiten gewannen die Bahnbefürworter Auftrieb und die Elektrifizierung konnte tatsächlich realisert werden. Am 28. Juni 1951 wurde mit dem endgültigen Beschluss, die Bahn beizubehalten und zu elektrifizieren, die Wende in die Zukunft geschafft. Drei moderne und sehr robuste Triebwagen wurden angeschafft (um 1993 an eine Museumsbahn abgegeben, sind sie inzwischen alle im Ausland bei einer Nacht-und Nebelaktion abgebrochen worden!). Am 25. Oktober 1953 konnte der elektrische Betrieb mit 1500 Volt Gleichstrom eröffnet werden.
Am Horizont zeihnet sich die weitere Entwicklung der Bahn bereits heute ab: Das heutige Rollmaterial hat etwa die Hälfte der Lebenserwartung erreicht und wird in etwa 10 Jahren ersetzt werden müssen. Gemäss neu geltendem Bundesgesetz muss neues Rollmaterial zwingend in Niederflurtechnik gebaut werden, was bei der Spurbreite von 75 cm nicht möglich ist. Mittelfristig wird die Umspurung auf Meterspur erwogen, gleichzeitig soll die Bahn westwärts erweitert und mit dem Netz der BVB und BLT verknüpft werden. Diese Pläne sind umso realistischer, als der Bund in nächster Zukunft namhafte Beiträge in den schienengebundenen Agglomerationsverkehr inverstieren wird.
| Liestal - Waldenburg: |
13.7 km |
| Steilste Strecke: |
2.9% (ob Hölstein) |
| Fahrzeit Liestal - Waldenburg: |
ca. 23 Minuten |
Waldenburgerbahn: Aktuelle Fahrzeuge
Seit 1985 verkehren auf der WB moderne Pendelzüge, bestehend aus einem Triebwagen BDe 4/4 mit Gepäckabteil und einem Steuerwagen Bt. Die Fahrzeuge können beliebig gekoppelt und in Mehrfachtraktion geführt werden. Der moderne Rollmaterialbestand umfasst 7 Triebwagen (11 bis 17) und 10 Steuerwagen (111 bis 120). Trotz modernster Technologie haben diese Fahrzeuge mehr als nur einen Schönheitsfehler: Sie haben keine elektrische Schienenbremse!

Standardzug mit einem Trieb- und zwei Steuerwagen.
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| Von der WB existieren heute noch zwei Dampfloks: Die Nr. 6 steht im Verkehrshaus Luzern, mit der restaurierten Nr. 5 werden seit 1980 im Sommer beliebte Dampffahrten durchgeführt. Im Bild die Nr. 5 "G.Thommen" in Liestal beim Wasserfassen. |
Vom alten Rollmaterialbestand sind einige Wagen erhalten geblieben. Auf dem Bild die Wagen 48, 50 und 51 auf dem Damm bei der Frenkenbrücke. |
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