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Haltestelle: Aeschenplatz

Bankverein Bahnhof SBB Hardstrasse Münchensteinerstrasse Linie E11: verkehrt nur werktags abends Richtung Denkmal - Reinach Süd Linie E11: verkehrt nur werktags morgens Richtung Theater - Markthalle - IWB - Heiliggeistkirche Bankverein Bahnhof SBB Hardstrasse Denkmal Linie E11: verkehrt nur werktags morgens Richtung Theater - Markthalle - IWB - Heiliggeistkirche Linie E11: verkehrt nur werktags abends Richtung Denkmal - Reinach Süd Linie 12: verkehrt nur werktags zu Hauptverkehrszeiten

Vor 1858 war vorgesehen, auf dem Aeschenplatz den Centralbahnhof zu bauen. Zu diesem Zweck riss man im gleichen Jahr das Zollhaus vor dem Stadttor und die Stadtmauer nieder. Das vom Grossen Rat verabschiedete Gesetz, alle mittelalterlichen Stadtbefestigungsanlagen um die Stadt zu entfernen, folgte erst am 27. Juni 1859, am 31. Mai 1861 verschwand das Aeschentor. Hundert Jahre nach dem Fall des Aeschentors riss man gleich die ganze Aeschenvorstadt nieder. Somit ist aus rein "verkehrstechnischen Gründen", wie man damals wie heute argumentierte, ein schöner historischer Stadtteil Basels verschwunden.

Der Aeschenplatz wurde 1895 durch das elektrische Tram erschlossen. 1897 folgte die Verzweigung nach Birsfelden, 1900 diejenige Richtung Denkmal- Gundeldingen. Seit 1902 endete auf dem Aeschenplatz die erste Vorortslinie aus dem Birseck, die heute als Linie 10 über den Bahnhof die Stadt erreicht. Ab 1907 teilte die Dornacherlinie die Endstation mit der Linie 11. Diese Linien erhielten 1908 eine Wendeschlaufe und sogar Abstellgeleise für Anhängewagen mitten auf dem Platz. Am 24. April 1947 ereignete sich am Aeschenplatz der bisher schwerste Tramunfall in der Geschichte der BVB: Vom Bahnhof her kommend raste ein Tram der Linie 4 ungebremst in die Kurve im Haltestellenbereich Richtung Aeschenvorstadt. Der Motorwagen kollidierte mit einem entgegenkommenden Tram der Linie 12 und kippte dessen Anhänger aus den Schienen. Der zweite Anhänger des Unfallzugs entgleiste, schleuderte quer über die Haltestelle, tötete dabei mehrere Personen und knallte gegen einen wartenden Zug der Linie 5. Der Unfall forderte 5 Menschenleben und 55 Verletzte. Als ab 1950 auf der Linie 3 neue Vierachsmotorwagen eingesetzt wurden, hatte die Aeschenplatzschlaufe der Linie 11 noch den engen Radius von 11.5 Metern. Wegen Berührungsgefahr mit dem alten Motorwagen 400 musste gegenüber den Kursen der Linie 3 ein Begegnungsverbot errichtet werden (Info W.L.). In den 50-er Jahren wurde darüber nachgedacht, den Verkehr über den Aeschenplatz in zwei Ebenen zu entflechten. Die Planer hätten dabei das Tram in den Untergrund verwiesen. Das kleine Tramhäuschen vor dem Hauptgebäude der Migrosbank gegenüber dem Aeschenposten wurde übrigens am 4. April 1991 eingeweiht und ist ein Geschenk von der Bank anlässlich ihres 20-Jahr-Jubiläums an die Fahrgäste.

Heute ist der Aeschenplatz einer der wichtigsten und auch problematischsten Verkehrsknotenpunkte in Basel. Von vier Seiten her münden hier sechs Tramlinien, von fünf Seiten her mehrspurige, vielbefahrene Hauptstrassen, und einige Autobuslinien aus dem Baselbiet haben hier ihre Endhaltestelle. Sowohl Trams als auch Autos durchqueren den Platz mitten durch, und die Umsteigewege der Tramkunden sind teilweise unerträglich lang. Dass die heutige Situation unbefriedigend ist und der einst wunderschöne Platz mit einem Springbrunnen vor dem ehemaligen Aeschentor im Verkehr zu ersticken droht, ist leider offensichtlich.

Als Endhaltestelle

von bis    
02.98.1900 14.10.1900 Richtung Denkmal - Güterstrasse
06.10.1902 24.10.1986 Richtung Dornach
07.12.1907 16.09.1994 Richtung Aesch

Weichenplan Aeschenplatz

Bilder Haltestelle Aeschenplatz

Be 4/4 434 am 24.06.2001   Be 4/8 248 am 23.06.2001
Die Haltestellen der verschiedenen Linien liegen auf dem Aeschenplatz weit auseinander und verlangen vom Fahrgast, dass er eine Haupt-
strasse überqueren muss.
  Bis zum 29.06.2001 war der Aeschenplatz von den Vorortslinien dominiert, die hier sogar fast 100 Jahre lang eine Wendeschlaufe benützten.
 
Bild vom 12.08.2001   Bild vom 18.05.2002
Das Jugendstilgebäude war lange Zeit Endbahnhof der Vorortslinien aus dem Birseck und aus Aesch.   Eine Besonderheit ist die Weiche 86 vom Bahnhof Richtung Denkmal: Sie hat nur eine Zunge (weitere einzungige Weichen gibt es beim Brausebad und im Depot Morgarten).
 
Bild vom 13.09.2003   Bild vom 20.05.2004
Blick auf den Aeschenplatz von der Aeschenvorstadt aus. Hinter dem Be 4/4 413 das markante Turmhaus.   Ein Tram der Linie 15 verlässt die Haltestelle Richtung Denkmal.
 


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