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Betrieb:               


Hauptwerkstätte Klybeck

Ciba

In den ersten beiden Betriebsjahren stand nur das kleine Depot Hammerstrasse mit Platz für 12 Motorwagen zur Verfügung. Bereits bei der ersten Streckenerweiterung 1897 wäre kein Platz für die neuen Fahrzeuge mehr vorhanden gewesen, weshalb gleichzeitig auch ein "richtiges" Depot gebaut wurde. Die Eröffnung war am 14. April 1897.

Der Baubeschrieb von 1897 lautete: "Die Wagenremise wurde derart angelegt, dass die Einfahrt ausschliesslich mittelst Weichen geschehen kann. Sie hat acht Geleise zu je sechs Wagenständen und zwar derart, dass im rückwärtigen Teil auf einer Schiebebühne, welche alle Geleise verbindet, bequem Rangierdienst vorgenommen werden kann. Die Hälfte der Geleise ist unterkellert, um Wagenrevisionen leicht vornehmen zu können. Im rückwärtigen Teile der Depot-Anlage befinden sich die Reparatur-Werkstätten und zwar eine Schlosserwerkstätte, Schmiede, Schreinerwerkstätte und Lackierwerkstätte. Der Antrieb der Werkzeugmaschinen geschieht mittels eines Elektromotors von 13 P.S. bei 500 Volt Spannung, welcher durch den Linienstrom gespeist wird. (...) Zur Vornahme von Hauptrevisionen und grösseren Wagenreparaturen sind in der Werkstätte zwei Geleise mit je zwei Wagenständen auf einer grossen Revisionsgrube bestimmt. Ueber diesen Geleisen wurde der ganzen Länge der Werkstätte nach ein Laufkran von 5000 kg Tragkraft, geliefert von den Roll‘schen Eisenwerken in Clus, eingerichtet. Hiedurch wird das Demontieren und Montieren von Wageneinrichtungen äusserst rasch und bequem vorgenommen. Die Lackier-Werkstätte besitzt ebenfalls zwei Wagenstände und ist vollständig für kompletten Neuanstrich der Wagen eingerichtet. Ausser den genannten Räumlichkeiten sind noch Material-Lagerraum, Brausebäder für das Personal und ein Kesselhaus für Centralheizung, sowie Bureaulokalitäten für den Depotchef und Material-Verwalter vorhanden. (...) Die Totallänge der ganzen Depot-Anlage beträgt 81,00m, die Breite 30,00 m, die Länge der Remise allein 56,00m."

Mit der Inbetriebnahme wurde der Weiterbetrieb der bisherigen Hauptwerkstätte am Claragraben hinfällig. Nach der Eröffnung des Depots Wiesenplatz am 1. Oktober 1907 wurde das ehemalige Depot Klybeck zur Hauptwerkstätte für Reparaturen umfunktionniert. Am 20.11.1929 wurde vom Volk mit 8081 Ja zu 10 830 Nein eine Erweiterung der Hauptwerkstätte Klybeck abgelehnt, wobei sich die Ablehnung nicht gegen den Ausbau richtete, sondern gegen die Bestimmung, dass der Umbau durch das Baudepartement in Regie erfolgen sollte. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Anlage wiederholt aus- und umgebaut (z.B. 1937-1939). Der letzte Umbau der Hauptwerkstätte konnte im Laufe des Jahres 1984 nach sechsjähriger Bauzeit beendet werden.

In der Hauptwerkstätte werden von eigenem Personal Revisionen durchgeführt, kleine bis grösste Kollisionsschäden repariert, nicht mehr lieferbare Ersatzteile selbst hergestellt, selbst ganze Fahrzeuge sind von Grund auf schon gebaut worden (z.B. die Dreiachsanhänger B3 1333-1344, die heute in Belgrad ihre Runden drehen). Dazu stehen in der Revisionsabteilung geräumige Arbeitsgeleise mit Krananlagen zur Verfügung. Dabei sind 2 x 24 m mit Arbeitsgruben ausgestattet.

Weichenplan Hauptwerkstätte Klybeck

Bilder Hauptwerkstätte Klybeck

Bild vom 27.01.2002   Bild vom 05.10.2001
Von aussen wirkt die Hauptwerkstätte klein und völlig unscheinbar.   Auffallend im Innern: Helle Farben, viel Platz und perfekte Sauberkeit.
 
Bild vom 05.10.2001   Bild vom 05.10.2001
Ein Anhänger ist vollständig zerlegt worden und wird von Grund auf neu aufgebaut (B4 1449)   Das Fahrgestell des Anhängers (1449) wird revidiert.
 
Bild vom 05.10.2001   Bild vom 05.10.2001
In der Malerei wird ein Düwag (623) neu grundiert und danach frisch gespritzt.   Ein Be 4/6 hat Probleme mit den Laufachsen. Diese sind ausgebaut und liegen hinter dem Wagen, die Sänfte ist aufgebockt.

Weitere Informationen

 


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