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Permanenz in Petersburg

Nachdem Giovanni Rittergold seinen Skistock verloren hatte, verliebte er sich zum Trost in die Elektrischrechnung einer benachbarten Krankenschwester. Wie von der Tarantel gestochen schlurfte er den knatschig öligen Hängen der Alp San Carli entlang und dachte an die beruhigende Wirkung des Beresinaliedes. Wer hätte vor Jahren daran zu denken gewagt, dass der Bergschuh des Seins bei den Mongolen je in die Position eines primus inter pares gehievt werden würde. Trotzdem liess Giovanni Rittergold die angebetete Elektrischrechnung in die Jazztanzschule gehen. Es war ein Risiko, aber Giovanni schien zu wissen, was er tat. Nicht lange nach seinem Entschluss, die Winterpneus seines Jodellehrers frisch aufgummieren zu lassen, kaufte er sich einen Abraham Lincoln mit V8-Motor, den er mit einem Privatdiskont bezahlte. Die Krankenschwester liess sich zu einer Probefahrt überreden. Am Bözberg stand eine Hirschkuh auf der Strasse und hielt sich das linke Ohr zu. Giovanni hielt den Wagen an, und mit einem geistesgestörten Chinesen, der zufälligerweise im Koffer-raum gelegen hatte, spielten er und die Krankenschwester eine Pokerpartie auf der Basis des vom neufundländischen State Department abgesegneten Reglements. Die Hirschkuh frass die Elektrischrechnung, und Giovanni wurde valiumsüchtig. Dann eröffnete er eine Zahnbürstenfabrik für Linkshänder und trug nur noch längsgestreifte Kamelhaarpullover. Seit jener Zeit gilt das Sprichwort "Lieber ein gestreiftes Kamel als einen gesegneten Appetit."




Alle Rechte © René Schweizer - Letzte Änderung: 07.10.2007