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Brouhaha

Kurzfilm Brouhaha von Carlo Aloe, ca. 53 Minuten, gedreht 1965 auf 16 mm Schwarzweissfilm.


Zwei Mörder streiten um die Beute. Darsteller: Matthyas Jenny (der spätere Nachtmaschine-Verleger und Initiator der Buch Basel und des Internationalen Literaturfestivals) und Eva aus der Seibi-Bar

Nachdem ich im April 1962 als noch nicht Neunzehnjähriger die Handelsschule mit der Matura abgeschlossen hatte, liess ich mich bei der American Express Co. Inc. in die Welt des Bankentums einweihen. Nach sechs Monaten hatte ich genug und machte mich aus dem Staub; mit dem Bassblockflötisten, Vibraphonisten und Dadasophen Jörg "Jörg" Müller fuhr ich mit dem Nachtzug nach Paris und liess mir die Hälfte meiner Reisebörse in der ersten Nacht von den Spatzen der Nacht an der Place Pigale abluchsen.

René Schweizer auf dem Homerun von der Place Pigalle

Als wir nach vielen mühsamen Abenteuern - unter anderem einem Ausflug nach London - abgebrannt und leicht verschuldet wieder in Basel landeten, motzten wir unseren Trip in der Art des Barons von Münchhausen ein bisschen auf. Zuhörer bei diesen Erzählhappenings im Atlantis und der Rio Bar war auch Carlo Aloe, ein damals noch völlig unbekannter Maler aus Neuchâtel, der hier in Basel seinen Stil suchte und nur jede Nacht seinen Stiel mit einem neuen Jung-Groupie feierte, während er ihr von seinen Filmideen vorschwärmte. Zu mir sagte er: "Jo, du musch Film mache. Nei schpinnsch. Das isch so verrückt. Mir müsse das mache."

Eva greift Matthyas strategisch an die Eier. Er lässt es sich gefallen, um nicht für rückständig zu gelten

Erst mehr als zwei Jahre später hatte er das 16 mm-Equipment endlich aufgetrieben. Er filmte mich und andere wie verrückt drauflos, schickte das Material zum Entwickeln nach Genf und bekam es ohne Ton zurück. Er war zwar sauer und überzeugt, dass Sabotage dahinter steckte (wohl von der Pariser Nouvelle Vague-Mafia), aber er sagte nur: "Jo, isch doch gliech. Alles isch gliech..." Und als wir nach dem Verbleib der Story, das heisst der Filmhandlung fragten, schüttelte er den Kopf, lächelte süffisant und sagte: "Handlung isch verbii, isch nümme wichtig. Muesch eifach umerenne und Grimasse mache. Die Zuschauer sin sowieso zu blöd, um etwas zu begriffe."

Schwablörsch, René Schweizers späterer Bankbetrugspartner und Entdecker des mittlerweile berühmten Ausspruchs 'Ich verstehe nur Bahnhof' auf der Suche nach der Wahrheit

Ich verstand ebenfalls nichts, war aber stolz, dass ich mit 22 meinen ersten Film gemacht hatte und bewarb mich prompt um ein Stipendium für die Schaupielschule Zollikon bei Linde Strube - und bekam es ebenso prompt. Von da an gings bergab. "Rasant" möchte ich noch beifügen.

René Schweizer beim Versuch nachzudenken (1)   René Schweizer beim Versuch nachzudenken (2)   René Schweizer beim Versuch nachzudenken (3)

René Schweizer stellt fest, dass er von Eva von der Seibi beobachtet wird ...   ... und er fragt sich ...   ... ob sie nicht vielleicht doch zuviel weiss

Alle Bildrechte © bei Carlo Aloe.




Blick ins Jenseits Unfassbar Lieber den Fünfzehner im Gleis ... ... als die Taube in der Pfütze Eva sieht die Wahrheit neben der Sonne Tanz der Psychopathen Vor dem Tram: Tarzan und Kleopatra inkognito unterwegs René Schweizer nimmt Schwablörsch an der Nase, weil dieser die ganze Wahrheit selbst gefressen hat Wir sind jung, die Welt steht offen Heil dir Helvetia, noch ist die Eva da Tanzendes Arschloch von hinten Blick vom Jenseits auf drei der Täter René Schweizer hält Ausschau nach der reinen Liebe Gruppendynamisches Nichtstun Schwablörsch packt René Schweizer am Hals und brüllt: 'Hab ich dich endlich, du Pferdedieb'



Alle Rechte © René Schweizer - Letzte Änderung: 07.09.2011