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Standort: Werk > Kolumnist > Meine Schuhe, deine Schuhe, papi papo (Nr. 45, 22.10.2002)

Meine Schuhe, deine Schuhe, papi papo

Zur Abwechslung erzähle ich Ihnen mal etwas über meine Schuhe.
Ich habe natürlich etliche Paare, so zwölf bis fünfzehn, vielleicht auch mehr, denn einige davon sind im Burgund, im Haus meiner Ex-Freundin und andere in Los Angeles, genauer in Venice Beach bei Markus Schaub, dem Ex-Sänger der Red Devils. Sogar in Hawaii habe ich noch ein Paar Bergschuhe, aber die werde ich vermutlich nicht mehr benutzen.
Aber die liebsten Schuhe sind mir die alten, die ausgelatschten. Die ziehe ich selten an, eigentlich nur, wenn ich geschwollene Füsse habe. Das Blöde ist, dass bei diesen ausgelatschten nicht nur die Absätze schräg, sondern auch die Sohlen abgelaufen sind. Ich behalte sie trotzdem in meinem Schrank - Nostalgie! - und wenn ich sie mal anziehe, putze ich sie vorher. Baron Füdi, von dem ich Ihnen auch schon erzählt habe, putzt seine Schuhe nie, weder die Damen- noch die Herrenschuhe. Ich glaube, er weiss überhaupt nicht, dass es diese Möglichkeit gibt. Wenn er sich ein Paar neue Schuhe im Laden holt, hat er sie täglich an den Füssen, und zwar so lange, bis sie ihm in Fetzen herunterhängen. Das ist zwar leicht übertrieben, gibt aber seine Grundhaltung gut wieder.
Übrigens, was Sie auch noch wissen sollten: Falls Sie den Baron je anrufen, werden Sie mit «Sali Liebs» begrüsst. Wann immer er den Hörer abnimmt, sagt er «Sali Liebs.» Und wissen Sie, wieso er das tut? Er will, dass seine Freundin glaubt, er hätte den sechsten Sinn. Aber sie hat ihn längst durchschaut, den Schlingel.
Zum Schluss muss ich Sie noch bitten, das Zähneputzen nicht zu vergessen. Sonst stinkt wieder die ganze Stadt.


Kolumne im Baslerstab vom 22.10.2002




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