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Standort: Werk > Kolumnist > Im Moment bin ich in der Bredouille (Nr. 34, 05.03.2002)

Im Moment bin ich in der Bredouille

Wissen Sie, was das ist? Jedenfalls keine französische Fischsuppe. Das wäre Bouillabaisse. Nein, ich muss so rasch wie möglich diese Kolumne schreiben, um sie rechtzeitig an die Redaktion mailen zu können.
Wegen der Fasnacht und anderer Dinge, die sich in meinem sonst geruhsamen Leben ereignet haben, ist mir erst vor ein paar Minuten eingefallen, einen Blick auf die Terminliste zu werfen. Jetzt kritzle ich wie vom Winde verweht in mein kariertes Schreibheft und hoffe, die sechzehnhundert Anschläge rechtzeitig beisammen zu haben. Ich habe nicht die Musse, um passende sprachliche Bilder auszuwählen. Dazu bin ich viel zu gehetzt. Es ist mir klar, dass man nicht «wie vom Winde verweht» kritzelt. Aber in der Hitze des Gefechts ist mir nichts Besseres eingefallen. Richtiger wäre wohl «Wie von der Tarantel fixiert». Aber können Sie sich vorstellen, wie egal mir das im Augenblick ist?
Ich habe keine Ahnung, wo ich stehe. Habe ich die Hälfte oder erst ein Drittel? Wer hat denn schon ein sicheres Gespür für sechzehnhundert Anschläge? Zudem habe ich kein Thema. Ich weiss nicht, worüber ich schreiben soll. Über Pyjamas vielleicht? Am liebsten rede ich über schöne Frauen. Über ihre Hälse. Oder die diversen Rundungen. Aber dazu bleibt jetzt leider kein Platz mehr, denn es fehlen bloss noch 286 Anschläge, und die brauche ich, um mich zu verabschieden:
Ruhen Sie in Frieden, gönnen Sie sich ab und zu ein kühles Fussbad, vielleicht eine Vision vom nächsten Urlaub, und bellen Sie einmal völlig grundlos in den Kühlschrank. Das hilft gegen innere Spannungen. Okay?


Kolumne im Baslerstab vom 05.03.2002




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