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Standort: Werk > Kolumnist > Uben und onten, lechts und rinks (Nr. 28, 09.11.2001)

Uben und onten, lechts und rinks

Habe ich Ihnen schon erzählt, dass vor vielen tausend Jahren von kosmischen Hackern die Null umgekehrt worden ist, sowohl vertikal als auch horizontal, und dass seither plus minus, links rechts und oben unten ist? Die natürliche Ordnung der Dinge steht Kopf. Es ist, als würden im Schachspiel die Bauern meinen, sie seien der König, und der Läufer, er sei die Dame. In diesem Schlamassel stecken wir.
Zum Glück gibt es die Fritzosophen, eine Gruppe von Robin Hoods, welche sich die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands auf ihr Banner geschrieben haben: Sie gehen davon aus, dass die Lösung des Problems im Namen Fritz liegt. Sie sagen, Fritz komme von Friedrich, und Friedrich bedeute reich an Frieden. Das ist zwar nett, aber falsch. Seit die Null umgekehrt worden ist, heisst Friedrich nicht mehr reich an Frieden, sondern arm an Zahnpasta. Immerhin tun sie was, die Fritzosophen. Mit den Schorschosophen verhält es sich ähniich. Schorsch bedeutet im Griechischen der Landmann. Was soll ein Landmann mit der umgekehrten Null? Er kann das Heu wenden und den Mist kehren, aber vom Zurückdrehen der Null hat er so viel Ahnung wie Tarzan von der Bedienung einer Waschmaschine.
Auch der Gurkosoph und der Schleckosoph verstehen wenig von der Null. Der Einzige, der vielleicht Erfolg haben wird, ist der Knörkosoph. Dieser beschäftigt sich fast ausschliesslich mit dem Nichts. Das Nichts ist für ihn alles, und ailes ist nichts. Wenn er durchhält, merkt er eines Tages, dass er sich in der Null dreht, und diese auf dem Kopf steht. Dann geht ihm vielleicht ein Licht auf, und er rumst sie in die Ursprungsposition zurück, wo rinks wieder lechts und uben wieder onten ist. Alles klar?


Kolumne im Baslerstab vom 09.11.2001




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