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Standort: Werk > Kolumnist > Knopfdruck, päng und adieu! (Nr. 27, 26.10.2001)

Knopfdruck, päng und adieu!

Vor zwei Wochen stand hier der Text «Showdown: Blöd gegen Doof». Ein Platzregen von Gratulationen prasselte auf mich ein. Doch was nun? Ich weiss wie man den Humor taktisch einsetzt. Beispiel: Als die Franzosen beim Mururoa-Atoll Atombombenversuche vorbereiteten, hätten Sängerinnen und Sänger auf zehn Schiffen die Marine mit dem Auftakt zu Beethovens Fünfter empfangen müssen: Hahahahaaa Hahahahaaa Hahahahahahahahahahahahaa Hahahahahahahahahahahahaaa Hahahahaaa Hahahahaaa Hahahaha ha haaa... Und Direktübertragung in die Fernsehstuben der Welt.
Ernster Protest hat keine Wirkung mehr, der Ernst ist ein Anachronismus mit der Sprengkraft eines Kinderfurzes, ein zahnloser Tiger, ausgelaugt, kraftlos, schlapp. Die Vernunft ist als lllusion enttarnt, als Fata Morgana. Nun wird über die Stumpfheit und Indifferenz des heutigen Menschen gejammert. Niemand will begreifen, dass die Sache gelaufen ist, es ist vorbei. Die Erde braucht eine Pause. Spitzenlogistiker werden das gesamte Explosionspotenzial der Welt vernetzen und nach einem letzten «Wetten dass» den Knopf drücken, der sämtliche Bomben zündet. Die Erde erholt sich vom Zeitalter des Menschen und entwickelt neue Lebensformen.
Und wir, für die der Tod ein Schleier ist, wir Unsterblichen, feiern in der Theaterkantine bei Nektar und Ambrosia das Ende von Blöd und Doof und entwerfen neue Spielideen, bei denen es um die Freude, das Lachen und die wahre Liebe geht. Wer macht mit? (Nur wer nicht an den Tod glaubt!) Der Erde wäre gedient.


Kolumne im Baslerstab vom 26.10.2001




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