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Standort: Werk > Kolumnist > Mö Mö Mö und nochmals Mö (Nr. 23, 31.08.2001)

Mö Mö Mö und nochmals Mö

Haben Sie je überlegt, dass es Mö geben könnte, eine Zahl über die man nicht spricht, und von der man nichts weiss, ausser, dass man nicht über sie spricht, weder wie gross noch wie klein sie ist, weder woher sie kommt noch weshalb es sie gibt? Wozu könnte eine Zahl gut sein, über die man nicht spricht? Könnte sie etwas mit dem Urknall zu tun haben, mit den Kräften, welche die Welt erschufen und die Schöpfung im Innersten zusammenhalten?
Könnte Mö mehr als eine simple Zahl sein, ein Zahlenverbund vielleicht, eine Formel - die Formel, nach der die Wissenschaft schon so lange sucht, der Schlüssel zur Vereinigung der physikalischen Urkräfte, der bisher Unerklärliches erklärbar macht, die dunkle Materie, die Quantentänze, das Higgs-Feld, die Schwarzen Löcher, Heino, den Papst, die Frauen?
Stellen Sie sich vor, sie würden diese Zahl entdecken, über die man nicht spricht. Was würden Sie damit anfangen? Sie könnten sich nie über sie unterhalten. Sie müssten in den Wald gehen und schreiend über sie nachdenken. Oder an eine Techno-Party, ins Türkische Bad, ins Café Spillmann. Und was, wenn plötzlich jemand das Tabu bräche und über Mö zu reden begänne, so wie ich jetzt? Was würden Sie dann tun? Sich beschweren? Bei wem? Sie dürfen ja nicht über Mö sprechen. Da sässen Sie ganz schön in der Patsche.
Langsam wird es Zeit, dass wir alle uns mit solchen Dingen zu beschäftigen beginnen; denn wenn wir es nicht tun, werden die grauen Eminenzen der Weltverschwörung unsere Achselhöhlen mit noch mehr Deos malträtieren und den Ansatz der Hundesteuer noch weiter in die Höhe schrauben. Jetzt hab ich noch das Wort Echtzeit-Gorgonzola im Köcher, aber davon ein andermal. Tschüssi.


Kolumne im Baslerstab vom 31.08.2001




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