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Standort: Werk > Kolumnist > Unumgänglich, aber wichtig (Nr. 18, 22.06.2001)

Unumgänglich, aber wichtig

Eigentlich ist «eigentlich» noch ein ganz nettes Wort. «Noch» hingegen hat mich noch nie überzeugt. Obwohl «noch» mit «eigentlich» wenig zu tun hat, ist «obwohl» eigentlich noch besser als «trotzdem». Trotzdem will ich «noch» eigentlich nicht runtermachen, aber «aber» ist halt trotzdem überzeugender, während «während» viel zu vage ist und «und» auch nicht viel besser. Doch seit es «seit» gibt, ist «ziemlich» als ziemlich unziemlich erkannt worden und als fast so vulgär wie «fast».
Überhaupt «vulgär» - kennen Sie ein vulgäreres Wort? Vielleicht «ordinär»? Eigentlich ist «ordinär» nicht vulgär, sondern eher gemein oder niedrig, während vulgär schon in Richtung pöbelhaft, verworfen, pornografisch oder gar entartet geht, also kaum etwas mit tugendhaft oder Einzelhaft oder gar Haftrichter zu tun hat. Ein Richter sollte ja nicht entartet sein. Entartete Richter gehören in Haft, in die Richterhaft, wobei es auch richterhafte Gemüsehändler gibt, die in Haft sind, aber nicht in Richterhaft, sondern eher in einer sogenannten Gemüsehändlerhaft. Aber wichtig ist ja letztendlich allein das Wort «wichtig», und «letztendlich» ist letztendlich auch nicht völlig belanglos, vielleicht sogar «notwendig» oder «unumgänglich».
Notwendig kann manchmal auch eine Bratwurst sein, zum Beispiel bei Hunger, seltener bei Durst oder Heimweh. Da sind andere Produkte aus dem Angebot der freien Marktwirtschaft angebracht, zum Beispiel Bier oder eine Jodel-CD. Apropos Bier: Es scheint mir unumgänglich, dass ich diese Exkursion auf das Schlachtfeld der Semasiologie zu Ende bringe und eine Stange trinken gehe. Zum Beispiel in den Alte Schluuch, den Schmale Wurf oder ins Schofegg.


Kolumne im Baslerstab vom 22.06.2001




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