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Standort: Werk > Kolumnist > Urknall im Kleinbasel (Nr. 11, 02.03.2001)

Urknall im Kleinbasel

Im Augenblick fällt mir nichts ein. Überhaupt nichts. Ich liege auf meinem Bett, ein Schulheft mit gehäuselten Seiten in der Linken und den Kugelschreiber in der Rechten. Ich weiss nur, dass ich schreiben muss, bis ich insgesamt etwa 1700 Buchstaben, Satzzeichen und Leerschläge beisammen habe. Soviel braucht es für eine Kolumne.
Themen hätte ich genug. Über Hollywood zum Beispiel, wo ich mal gelebt habe, oder über Hawaii, wo ich auch oft gewesen bin. Aber das ist Vergangenheit, und «die Vergangenheit liegt hinter mir», wie die Fürstin Ljubow Andrejewna in Tschechows Kirschgarten sagt. Ich bin zur Zeit weder in einen Mord verwickelt, noch habe ich eine Freundin, die mich nervt, oder einen Hund, der meine Fantasie beflügelt. Das Einzige, was mich im Augenblick interessiert, ist die Entwicklung unserer WebSite www.happy-end-express.ch. Doch jetzt schon gross darüber zu reden, hat keinen Sinn; es ist noch zu wenig Fleisch am Knochen. Auf der Platzhalterseite sind erst der Schriftzug «Happy-End-Express», der Hinweis «Bald gehts los» und die Bemerkung «Der Urknall ist mit dem schlechten Beispiel voran gegangen» zu lesen. Hinter den Kulissen versuchen wir den Beweis dafür zu formulieren, dass der Urknall im Kleinbasel stattgefunden hat, denn zu Beginn war ja alles überall.
Es geht um die Erforschung der Entwicklungsgeschichte von Quarks und Antiquarks, wie Sie wissen, um Bosonen, Leptonen, Gravitonen und um Antimaterie. Wir sind uns im Klaren, dass der Urknall sich im Nichts auf seinen Auftritt vorbereitet hat, und dass die Quarks von damals sich in den Käse von heute verwandelt haben. Genau genommen ist das All ein blubberndes Käse-Fondue. Eine anregende Vision, finden Sie nicht?


Kolumne im Baslerstab vom 02.03.2001




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