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Standort: Werk > Kolumnist > Jetzt wissen wir, wo das Lachen hockt (Nr. 5, 08.12.2000)

Jetzt wissen wir, wo das Lachen hockt

Vor ein paar Tagen hat mich Dr. Titze angerufen. Er ist der Experte für therapeutischen Humor in Europa und hat einige Bücher zu diesem Thema herausgebracht. Kennen gelernt haben wir uns 1991. Ich hatte den Auftrag, an einem Messestand die Projektstudie für ein Humoratorium, ein Zentrum, das gänzlich dem Humor gewidmet ist, zu präsentieren.
Dr. Titze half uns mit seinem fachlichen Rat. Angeregt durch diese fruchtbare Zusammenarbeit haben er und ich in der Folge ein Konzept für den Kongress «Humor in der Therapie» erarbeitet, welcher 1996 im Kongresszentrum der Messe Basel zum ersten Mal und Ende September dieses Jahres zum fünften Mal stattgefunden hat. Nun rief mich Dr. Titze also an und erzählte mir etwas Unglaubliches: Er war von einem Forscher der Universität Tübingen zur Teilnahme an einem Projekt eingeladen worden, bei dem es darum geht, per Computertomograph herauszufinden, wo genau im Hirn das Lachzentrum steckt. Die Leute legten sich also jeder für sich in die Röhre und wurden von den anderen Teilnehmern zum Lachen animiert. Was dabei herausgekommen ist, ist umwerfend. Auf dem Bildschirm, der von einem Physiker gelesen wurde, war klar zu erkennen, wo das Gehirn während des Lachens aktiv war.
Jetzt überlegt man, wie es von aussen durch Spezialmagnete stimuliert werden könnte. Da im Blut Eisen ist, könnte man dessen magnetische Eigenschaften dazu benutzen, dem Lachzentrum Blut zuzuführen und es dadurch anzuregen. Vielleicht sind wir in absehbarer Zeit soweit, dass wir bei schlechter Laune zu unserem Partner sagen: Liebling, reich mir mal den Gelogneten (Gelos: griech. Gelächter) rüber, ich will ein bisschen Spass haben.


Kolumne im Baslerstab vom 08.12.2000




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