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Alles Gute und viel Glück

  13 x 20 cm
240 Seiten
ISBN 3-85816-061-X
1985
Verlag Nachtmaschine
  Alles Gute und viel Glück

Hintergrund

Das erste Buch. Geschrieben 1973 in Basel, dem Piemont, in Cadaques und in der Provence und wieder in Basel. Über meine erste Glanzleistung, den Bankkbetrug. Der Sponsor wollte nicht Verleger sein. Keiner wagte es. Zuviel Gejodel und Gevögel. Zu wenig Dutschke, Kommunen und Arriviertenschelte. Zu viel wahre Welt und echtes Leiden. Vergriffen seit ungezählten Jahren.

Textauszug

«Nun beginnt ein Reigen von fast auf den Tag genau fünfmonatiger Dauer. Ein hektischer Taumel von infernalischer Brisanz reisst mich von Ort zu Ort, von Land zu Land. Die Bahn, das Flugzeug, der Bus, Traktor, Fahrrad und Füsse, das Schiff und das Auto führen mich in irrem, wildem Lauf kreuz und quer durch die Gegend. Es wird geliebt und gesoffen, gehascht und gespeedet, gehurt und geweint. Ein Nervenzusammenbruch und das Gefühl höchsten Glücks bildet die Skala dieser fünf Monate.
Und dieser ganze sinnlose Galopp durch sämliche Bereiche des Vergnügens, der Sinneslust, ist ein einziger selbstzerstörerischer Akt. Ich sinke immer tiefer in den Sumpf. Es wird geschnauft und gegrölt und gekotzt, und nur einmal - als ich in Israel mit einem Mädchen zusammenlebe, einem wunderbaren Geschöpf - scheint für kurze Zeit Ruhe einzukehren. Doch ich bin damals noch nicht bereit, noch nicht fähig für die Ruhe. Es zieht mich weiter, immer weiter, bis ich erschöpft und zerschmettert am Boden liege, ein Greis von fünfundzwanzig Jahren.»

Reaktionen

Hansjörg Schneider in der Berner Zeitung

«Wer hätte nie davon geträumt, einer Bank Geld auszureissen und damit irgendwo ein sorgenfreies Leben zu führen? Schweizer hat es getan, und er hat dafür bezahlt. Das allein macht natürlich noch kein gutes Buch. Schweizer erweist sich als hervorragender Erzähler, als Meister der Sprache. Er kann zwar schnoddrig sein und jeden guten Stil verachten. (...) Doch wenn er will, schlägt er mit einer sprachlichen Präzision und Kraft zu, die ihresgleichen sucht. Dann ist er plötzlich auch zärtlich und ungemein intelligent, und Poesie blüht aus den Sätzen. (...) Man lernt in diesem Buch einen Autor kennen mit all seiner Zerrissenheit, seiner Gier nach Leben und Liebe, die plötzlich ins Gegenteil umschlägt. Es ist ein Buch, das Mut macht. Man wird an die späten sechziger Jahre zurückerinnert und merkt, was seither verloren gegangen ist: dieser Mut zur Tat und zur Liebe, diese Entschlossenheit, sich selbst zu sein.» (ganzer Text lesen, PDF, 2.9 MB)




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