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Vierte schamanische Reise vom 07.08.2005

Mystische Geburt

Zuerst sitzen wir am Tisch. Cornelia erklärt mir den Unterschied zwischen normaler und mystischer Geburt. Beide haben zunächst einmal nichts gemeinsam. Die mystische Geburt ist die Geburt der Urseele aus dem Licht für ihren Inkarnationszyklus auf der Erde. Sie geschieht vor allen Inkarnationen, ist die Basis für jedes Erdenleben und bestimmt die Grundrolle der ins irdische Spiel eingebundenen Seele. Jedes Mal, wenn man als Mensch auf der Erde geboren wird, bringt man seine mystische Geburt mit, das heisst man wird mit der mystischen Geburt zu einer klar definierten Seele, zu einem individuellen Typus.
Cornelia gibt mir den Ablauf bekannt. Wenn ich auf meinem Delphintuch liege und sie mit ihrer zeremoniellen Handlung beginnt, soll ich mich an das Feuerritual erinnern, wie ich mit ausgestreckten Armen und hoch erhobenen Händen unter der Son-ne stand und sie in mich aufnahm. Diesmal soll ich mir einen Ruck geben, in den Himmel auffahren und durch die Sonne hindurch reisen, bis ins ewige Licht. Dort soll ich umkehren und sozusagen im Sturzflug wie durch einen Kanal, der wiederum durch die Sonne hindurch führt, auf die Erde rasen und mich soweit in sie hinein bohren wie es geht. Dort werde mich die Mutter Erde empfangen und mir meine mystische Geburt zeigen. Ich lege mich also hin. Cornelia beginnt ihr Zeremoniell mit Trommelschlägen und schamanischem Gemurmel. Ich steige auf bis ins ewige Licht, drehe mich und lasse mich kopfüber in die Tiefe sausen. Ich bohre mich in die Erde und komme erst im Zentrum zum Halten. Ich bin in einer stimmungsvollen Höhle mit gedämpfter Beleuchtung. Es ist gemütlich und "amächelig". Die Mutter Erde begrüsst mich herzlich; sie ist gleichzeitig alt und jung, aber ich nehme sie kaum wahr, denn meine Augen sind gefesselt von einer wunderschönen Fee von perfekter Gestalt und überwältigendem Liebreiz. Sie lächelt mir mit natürlicher Grazie zu. Im Augenblick habe ich nur Augen für sie.
Dann sehe ich links das Denken herab kommen. Es erscheint mir wie ein breites, braunes, dickes Lederband ohne erkennbare Persönlichkeit oder Wesenheit. Ich sehe und erkenne keine Handlung, weiss aber, dass das Denken die schöne Fee befruchtet. Plötzlich stehen rund um den Ort, wo die Mutter Erde und die Fee stehen, liebliche, neugierige Waldtiere, die von allen Seiten herbei gekommen sind und sich am Anblick der Fee erlaben. Plötzlich sehe ich mich. Ich bin geboren als Spross des Denkens und der schönen Fee. Ich sehe aus wie auf dem Bild als Zehnjähriger, bin aber viel kleiner, jedoch kein Baby. Ich strahle die Welt um mich herum an, und man sieht, dass ich mich rundum wohl fühle und Freude am Anblick jedes einzelnen Tieres habe. Ich drehe mich herum und sehe meine Mutter. Mein Strahlen wird noch intensiver. Sie lächelt mit der Unschuld und Schönheit der reinen Natur zurück.
Die Zeit beginnt einzusetzen, meine Mutter und alles andere altern nicht, nur ich. Ich werde zum Jüngling und zum jungen Mann. Plötzlich verlasse ich den Ort und gehe nach links ab, vorbei an dem rund gestutzten Heckengebüsch, das das Zentrum der Erde umgibt und vor neugierigen Blicken schützt. Ich ziehe in den Krieg. Im Zentrum steht die Zeit still. Alles wartet voller Ruhe auf meine Rückkehr. Als ich schliesslich nach kurzer Abwesenheit erscheine, wird klar, dass ich "draussen" einen Krieg gefochten und gesiegt habe. An mir sind keine Spuren von den Kämpfen sichtbar, weder äusserlich, noch im Verhalten oder in den Augen. Plötzlich sind die Fee und ich ein Paar. Sie ist aber nicht mehr meine Mutter, sondern die unwandelbare, ewig zeitlos schöne Fee, die inkarnierte Unendlichkeit. Ob sie meine Frau oder einfach meine Begleiterin ist, weiss ich nicht. Sie weicht mir nicht von der Seite.
Dann wechselt das Bild plötzlich wie im Film. Schnitt! Wir sind alle auf der Erdoberfläche. Ich sitze am Boden, neben mir meine Fee, und erzähle ununterbrochen Geschichten. Meine Zuhörer sind dieselben wie im Zentrum der Erde, hauptsächlich Tiere, Bäume und Pflanzen; nur sehr vereinzelt ein paar junge Menschen, aber die scheinen nicht richtig dazu zu gehören. Es erinnert ein bisschen an Disneyfilme. Ab und zu schleicht sich ein Mensch davon. Ich weiss, dass er sich auf die Suche nach einem Planeten macht, wo er eine der Geschichten nachspielen kann, und zwar zumeist Kriegsspiele. Uns kümmert das nicht. Wir geniessen die Geschichten. Während ich als Reisender die Szenerie beobachte, erkenne ich mich als Erzählerpoet, Komödiant, Spieler und König. König aber nicht im Sinne von Herrscher, sondern im Sinne eines Wesens, dass die Aufmerksamkeit aller in seinen Bann zu ziehen ver-mag und deshalb von diesen als Zentralfigur anerkannt wird.
Cornelia sieht während meiner Reise einen Steinbock, der mit einer Fee zusammenkommt, sie lange küsst und schliesslich befruchtet. Der Steinbock ist das Symbol für die Weisheit. Zudem sieht Cornelia viele Pferde, von denen mir alle etwas zeigen. Mit meinen Identitäten als Komödiant, Erzählerpoet, Spieler und König ist sie einver-standen.



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Alle Rechte © René Schweizer - Letzte Änderung: 04.10.2005