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Archiv: Aktuelles 2010

7. Januar 2010, 00:40 Uhr aus der Höhle des alten Löwen

Seit einiger Zeit frage ich mich, weshalb ich nichts mehr arbeite. Das ist ein spannendes Thema, wenn man ihm auf den Grund zu gehen versucht. In erster Linie liegt es wohl daran, dass ich die Welt und mein Leben als erledigt betrachte. Es gibt keine Aussichten auf wirklich Neues mehr. Alles, wozu meine natürliche Neugier mich getrieben hat, habe ich ansatzweise erlebt. Zwar existieren noch Vorstellungen davon, wie mein Leben besser, einfacher und erfüllender sein könnte. Dazu aber bräuchte ich die notwendigen Mittel - nicht bloss materiell, sondern auch von den Möglichkeiten meiner Körperlichkeit her. Zum Beispiel würde ich gerne mal eine gewisse Zeit auf einer Insel in der Wärme verbringen, aber schon allein um dort hinzugelangen und mich dort einzurichten, müsste ich gewisse Voraussetzungen haben.
Als ich anfangs des vergangenen Jahres auf Koh Samui, einer thailändischen Insel, war, hatte ich ein Zimmer im ersten Stock eines Strandhotels. Wenn ich mich nach einer Nacht mal dazu durchgerungen hatte, zur Treppe zu wackeln und mich da mit unendlicher Vorsicht Stufe um Stufe ins Erdgeschoss, das Reich der normalen Daseinsmöglichkeiten wie Strand oder Kneipen zu kommen, hatte ich derart genug von den körperlichen Anstrengungen, dass ich erst nach vielen Stunden mit genügend Alokohol beladen, zurückkehrte, um mich dem Trunke und damit der Ignoranz meinem Zustand gegenüber hinzugeben. Das war verglichen mit den Abenteuern meiner Jugendzeit, die ich im Vollbesitz meiner physischen Kräfte geniessen konnte, kein Vergnügen, sondern eher eine Belastung. Die Vorteile der landschaftlichen Umgebung und der lieblichen Mädchen und günstigen Lebenskosten hatten nicht dieselbe Bedeutung und Kraft: der Genuss vermochte die Belastung nicht auszugleichen. Schon allein das über die Strasse Gehen, war durch seine Gefählichkeit eine Belastung. Wenn ich in einem Strassencafé sass und junge Menschen dabei beobachtete, wie sie sich unbeschwert und ungehindert durch den Verkehr bewegten, wurde ich ab und zu schwermütig und melancholisch, weil mir bewusst war, dass die Jugendzeit wie ein Schemen enteilt und verschwunden war. Die Vergänglichkeit ist ein unerträgliches Phänomen; sie schneidet Tag um Tag Stück für Stück von der Lebenskraft ab, wie das Messer des Metzgers von einem Laib Fleischkäse.
Ich hätte noch Vieles zu diesem Thema zu sagen, aber der Antrieb ist mittlerweile geschrumpft, das Interesse verdampft und die Kutsche mit der Gleichgültigkeit der Existenz gegenüber biegt schon um die letzte Ecke, um meine Brust zu erfüllen und mich von der Tastatur zu verabschieden. Da ich keinen Grund dafür habe, am Notebook sitzen zu bleiben, werde ich mich jetzt erheben und zum Sofa watschen, wo die Fernbedienung meiner harrt. Vielleicht verhilft diese mir zu etwas Zerstreuung von dem Bewusstsein des Nichtwissens um die Dauer, die ich noch bewältigen muss, bis die Tore zu meiner ursprünglichen Welt sich öffnen, wo mich - hoffentlich - eine neuen Jugend und neue Begeisterung erwartet.

7. Februar 2010, 17:18 Uhr

Gömmru zöck ammer peredema kaluta schipp.

Wenn dies zutrifft, sollte Gömmru etwas mit Zürich zu tun haben - sonst ergäbe kaluta schipp keinen Sinn.

Amidu sörkensen af milde Sorte à la bama.

Darf ich Sie zum nächsten Fick einladen, Madame? Ah, Sie sind bereits vergeben. Oder vielleicht Fisch? Oder Fick mit Fisch, Fisch mit Fick?

Oh herrje, wer schützt mich davor, dem vulgären Wahnsinn zu verfallen?

31. Januar 2010, 13:51 Uhr

Funkstille. Das Wetter hat mir die Sprache verschlagen und meine Lebensgeister in ein künstliches Koma versetzt. Falls sich vor meinem Aufbruch in die Ewigen Jagdgründe etwas ändert, lasse ich von mir hören.

Euer Raimund der Zarte

8. Februar 2010

Rainer Luginbühl, mein langjähriger Kommentator, war besorgt wegen meiner teils etwas arg ernsten AKTUELL-Texte. So wurde er aktiv und machte mir diese Bilder zum Geschenk.
Vill Vagnüega!

10. Februar anno Tobak 2010 - leise rieselt der Schnee - und ebenso leise schnieselt das Reh

Ich bin noch nie einem Seehund begegnet, der fliessend Französisch parlieren konnte. Meine Tage sind mit Warten darauf ausgefüllt. Ich hocke vor dem Fernseher und harre (harr harr), dass die Hautür klingelt. Seehunde haben eine spezielle Art, eine Hausklingel zu betätigen. Da sie keinen Zeigefinger haben, benützen sie gerne ihre Schnauze zum Drücken des Klingelknopfes. Und da diese so derart nass ist, dass man damit den Madison Square Garden aufwischen könnte, dringt diese Feuchtigkeit durch das Kabel die Hausmauer hoch bis zur Klingel in meiner Wohnung, wo sie ein leichtes Sprühen auslöst. Dann weiss ich: 'Jetzt ist der Seehund da und will mir seine Französischfortschritte unter die Eier reiben.' Ich bin gespannt wie eine etruskische Zitrone. Nach einer kurzen Begrüssung von Nase zu Nase, sagt er nur kurz: "Voulez vous Schittli biege derrière le Gartehag?" und starrt mir unverwandt auf den Bauch. Leider bin ich paff.
Weiss vielleicht jemand von Euch, was der Seehund sagen will? Hat es etwas mit 'Sesam öffne dich!' zu tun? Oder ist er eher ein Sau- statt ein Seehund?

10.02.2010, spät am Abend

Manchmal denke ich, dass mich alle für verrückt, gestört oder manisch irregeleitet halten, wenn sie gewisse Texte von mir lesen. Dann bekomme ich aus der Leserschaft plötzlich eine Stellungnahme wie die folgende und fühle mich wie ausgeknockt, da ich mich überfordert fühle bei dem Gedanken, dass irgend ein Wesen - und sei es selbst von einem anderen Stern - das Einfühlungsvermögen hat, um sich meinem Wahnsinn nahe zu fühlen. Das ist für mich beinahe unheimlich; vielleicht ist es das Mysterium, das sich zwar nicht ergründen, aber erfühlen lässt. Hinter der Fassade scheint sich die echte Wirklichkeit versteckt zun halten; und die geht niemanden etwas an, ausser eben jene Wenigen mit der entsprechenden Veranlagung. Früher hätte ich jetzt die Kraft gehabt, eine geistige Revolution anzuzetteln. Aber da hatte ich auch noch die Kraft und den Grossen Manitou der Zuversicht auf meiner Seite. Hier der Text:

"Den Eintrag vom 7. Februar, wo Du dem vulgären Wahnsinn verfallen bist, müsste man umgekehrt sehen - nämlich dass alle anderen dem vulgärlosen faden matten mutlosen Unsinn verfallen sind, und zwar dem System an sich, und dass man sich da als Systemaussenstehender schnell mal vulgär vorkommt. Wobei natürlich zu sehen ist, dass genau der vulgäre Wahnsinn letztenendes in der Schmiede des angeblich vulgärlosen Systems gehämmert wird. Es ist halt eben so verzwickt und verfickt alles, dass man schon garnicht mehr versteht, wie es sich verhält mit dem Wahnsinn. Ergo: Besser wahnsinnig als unsinnig!"

7.3.2010, 15:55 Uhr

Naja, so ist das halt ...

9.3.2010, 12:40 Uhr, im Jahre der Blutorange und der Operationssäle von Taipeh und Olten

Wenn Sie mehr wissen wollen - fragen Sie den Schah oder einen Azteken. (Azteken sind cool, man)

16.3.2010, 07.16 Uhr

Vorgestern sass ich mal wieder im Alte Schluuch, eine halbvolle Flasche Feldschlösschen vor mir auf dem Tisch, und unterhielt mich mit zwei am Nebentisch über die AHV, die ich meiner Haushalthilfe von Rechts wegen zahlen sollte. Mir war alles zuwider, was mein Leben zusätzlich verkomplizierte, denn ich war offiziell im Ruhestand und nahm diese soziale Vorrangstellung als seriöser Bürger, der ich immer gewesen bin, sehr ernst. Also, nichts, was die Ruhe stört!
Plötzlich kam ein Typ von Mitte vierzig zur Tür herein und grinste mich wie ein soeben vom Himmel gefallener Idiot an. Reflexartig wandte ich den Kopf ab, denn ich kannte diese Kategorie von geistig Benachteiligten von meinen mehreren Aufenthalten im Irrenhaus Friedmatt her. Aber der Typ stellte sich vor meinen Tisch und sagte unverschämt grinsend: "Sali." Nun plötzlich erkannte ich ihn. Es war Heinrich von Löwenspur, der Mann, der haarscharf am Dalí-Museum vorbei gegangen und anschliessend für fünfzehn Jahre in einem Ashram in Indien verschwunden war.
Ich freute mich ehrlich, ihn zu sehen und bot ihm an, am Tisch Platz zu nehmen. Die Serviertochter kam, und er bestellte einen Pfefferminztee. Früher hatten wir uns mit Bier, Whisky, Wodka, Rum und Gin voll laufen lassen. Aber die fünfzehn Jahre Indien hatten offenbar ihre Wirkung gehabt. Wir begannen uns zu unterhalten, während die zwei vom Nebentisch sich diskret zurück zogen und sich über Spaghetti carbonara zu unterhalten begannen.
Heinrich trug sein Haar jetzt länger als damals, etwa so wie ich zu Beginn der siebziger Jahre. Deshalb hatte ich ihn zunächst nicht erkannt und war erst durch sein gnadenloses Grinsen dazu angeregt worden, ihn einem prüfenden Blick zu unterziehen.
Wieso erzähle ich das alles? - Weil es der Rede wert ist. Wir hatten uns 1991 anlässlich einer Kunstaktion von Kaspar Thomas Linder am Claraplatz kennen gelernt, zu der wir beide als Performer eingeladen waren. Im Schiefe Eck, unserer Stammkneipe während der Dauer des Anlasses, kamen wir ins Gespräch und stellten fest, dass sein Wahnsinn und der meine kongruent, das heisst deckungsgleich war.
Und so begann eine Periode in meinem Leben, die mit zu den fruchtbarsten zählt, die mein bald siebenundsechzig Jahre alter Arsch erlebt hat.

18.3.2010, 18:05 Uhr

Gestern habe ich einen Mann getroffen, den ich gut mag. Er hat einen Hund, zwei Kinder, eine Frau und eine Schwiegermutter. Und es scheint ihm gar nicht schlecht zu gehen ...

25. März 2010, 00:15 Uhr (das Jahr des Schulterlöwen)

Soeben hat mir Herr Hürzeler aus Zürich mitgeteilt, dass unser Mann vom 18. März auch noch Knieschoner hat. Das hatte ich leider völlig vergessen, und ich entschuldige mich mit einem höfischen vom Thunfisch inspirierten Salto einwärts. Nicht böse sein, hattschiiii!

31.März 2010 - aus dem Herzen der Weltschweinerei

Die alles entscheidende Frage: Gibt es mehr Zahnärzte, Känguruhs, Gefängniszellen, Gummibärchen oder gebrauchte Radiergummis auf der Welt (unserem Planeten)?
Und dann noch was wirklich Aktuelles: Was kostet heute der Kopfsalat?

4. April 2010, Ostern, 19:52 Uhr

Vor kurzem ist Heinrich von Löwenspur, der sich seit Jahren Dalai Drama nennt und Erfinder sowie Vorsitzer des Vereins anonymer Erleuchteter ist, aus einem fünfzehnjährigen Aufenthalt in einem südindischen Asram in die Schweiz zurück gekehrt. Er sagte zu mir, jetzt sei die Zeit reif für die fundametale Umgestaltung der Welt, also die Realiserung unserer Pläne für eine Revision der Erde aus den frühen neunziger Jahren. Das gab mir zu denken, und da ich nicht viele konkrete Erinnerungen, wohl aber Materialien aus jener Zeit hatte, begann ich meine diversen Schachteln durchzumisten. Dabei stiess ich auf die Kassette mit den beiden Songs Sie kam von einem anderen Stern und Es sagte mal ein grosser Mann der Werbung (Knörk-Song).
Die Songs liess ich von einem befreundeten jungen Musiker, für den ich einige Texte verfasst hatte, auf CD brennen und übergab sie meinem Webmaster Guido, um sie online zu stellen. Desgleichen fand ich noch eine MD mit einem Song, den ich zusammen mit dem Dalai Drama um 1992 herum im Studio Merian in Binningen oder Bottmingen aufgenommen hatte. Leider habe ich erst vor ein paar Tagen jemanden gefunden, der noch das entsprechende Gerät hat. Ich übergab ihm die MD, und er wird sie mir auch auf CD übertragen, so dass Vater Guido sie nach Ostern auch auf meiner Webseite unterbringen kann ... Es passiert zur Zeit so vieles Unerklärliche, dass ich nicht mit dem Aufarbeiten nicht nachkomme. Für den Augenblick nur dies: Vor ein paar Tagen habe ich eine Mail bekommen, worin stand: 'Ich bin jung, blond und dumm', worauf ich antwortete: Ich liebe nichts so sehr wie junge, blonde und dumme Frauen'. Seither spielt sich ein Intensivkontakt ab, den ich Ihnen nicht vorenthalten will. Aber zuerst muss ich mich erholen und dann die Dame um Erlaubnis bitten. Hoffen wir das Beste.
Allotria van Kotzebue

Mittwoch, 7. April 2010, 05:45, im Jahre des Startschusses

Am 24. März kurz vor Mitternacht habe ich eine leicht ins Skurrile neigende Nachricht auf meinem Outlook-Programm gefunden. Die Ansprache lautete: "Lieber Kaiser von China". So hatte man mich schon lange nicht mehr genannt. Das war ein Titel, den ich mir für das Buch EIN SCHWEIZERKÄSE, welches 1978 als Nachfolgeband meines ersten Buches mit dem Titel EIN SCHWEIZERBUCH erschienen war, ausgedacht hatte. Jetzt nach 32 Jahren war ich also von einer jungen Frau wieder KAISER VON CHINA genannt worden. Das freute mich, und ich fühlte mich der Frau verbunden, obwohl ich sie keineswegs kannte, ja noch nicht einmal ihren Namen auf der Mail gelesen hatte. Aber sie war mir sympathisch - rein vom Gefühl her. Und als ich dann weiter las, dass sie sich selbst als jung, blond und dumm bezeichnete, schnellte meine Begeisterung wie eine zurück gebundene Rute empor, und ich wusste, dass fürderhin mein Leben nicht mehr dasselbe sein würde, wie vor dieser Mail. Keine Angst, ich will Sie, meine Leserinnen und Leser, nicht ins Leiden führen. Aber ich habe immer gerne Spannung erzeugt, und ich verspreche Ihnen allen hiermit hoch und heilig, dass Sie Teilnehmer und Zeugen der Geschichte dieses Aufeinandertreffens sein und bleiben werden. Und dies, selbst wenn die Hunnen nochmals kommen oder der Himmel auf die Erde fallen sollte. Was am 24. März dieses Jahres kurz vor Mitternacht geschehen ist, wird die Welt nicht so schnell vergessen, sobald sie es einmal wahrgenommen haben wird. Es wird die Energien befreien und das Halleluja entfesseln.
Ich habe die imperiale Ehre eines echten Plejadiers. En avant, mes camarades interstellaires!!!

14. April 2010, 13:31 Uhr, im stiefen Seckel

Das Leben ist dazu da, um drauflos zu plappern. Für nichts sonst ist es geeigneter. So wie der Tod sich vielleicht für das Schweigen eignet, so eignet sich das Leben für das Geplapper. Es ist das Masswerkzeug und die Nährlösung für Geplapper. So wie sich die Spaghettigabel zum Schöpfen von Spaghettis eignet oder der Barsch zum Verdeutlichen des Barschheitsgrades eines Gewässers, so ist das Leben das Element des Geplappers. Mehr ist da nicht zu finden. Auch bei den Philosophen nicht oder den Religionsheinos, nicht mal bei den Asketen, Azteken oder Ali Babas. Ja, noch nicht einmal bei den Clowns und Narren. Sogar die Nashörner plappern, die Kolibris und antiken Registrierkassen. Das Allereinzigste, was davon ausgenommen ist, sind Gummiunterhosen und Bananenwärmer.

Für den Verein entmystifizierter Schöpfungsfragen.
Der Aktuar: Ueli Tschudi-Im Oberland

15. April 2010, 04:10 Uhr, am Tag der Jungen, Blonden und Dummen

Manchmal frage ich mich, was eigentlich los ist. Aber ich habe keine Ahnung, weshalb ich mich das frage. Eigentlich frage ich mich, weshalb ich mich frage, dass ich mich manchmal frage, was eigentlich los ist. Schön wäre es, wenn man auf Kosten der Krakenkasse im Irrenhaus leben und solche Dinge mit seiner anheimelnden Psychotherapeutin besprechen könnte. Auf einsamen Spaziergängen im Anstaltspark könnte man tief in diese Problematik eindringen und eine Möglichkeit entwickeln, die Psychiaterin in den Wahnsinn zu treiben. Vorher müsste sie noch einen Riesenscheck ausstellen und ein Zeugnis für die Krakenkasse, dass man geheilt sei. Dann würde ich vielleicht nach Managua reisen und mir eine neue Garderobe schneidern und einige Paar Schuhe schustern lassen. Ein Tequila wäre das Nächste.
Wenn Sie sich jetzt fragen, wieso eigentlich Managua, dann müsste ich sagen: Keine Ahnung! Ich weiss noch nicht mal genau, wo das ist. Jedenfalls ziemlich weit weg von Dschibuti und Semipalatinsk - wenn Sie verstehen, was ich meine.
Vielleicht sollte ich mir einen Job suchen.
Auf einer Ölplattform oder einem Asyl für junge, blonde und dumme Kraken.

15. April 2010, 12:56 Uhr, Neues aus dem Land der Jungen, Blonden und Dummen

Heute liege ich wieder mal im Koma. Das ist ziemlich in der Nähe vom Strichpunkt. Der Erlöser wohnt auch in der Gegend und Marcel der Garagist. An einem Morgengrauen - das Grauen morgte genüsslich und würdelos vor sich hin - läutete plötzlich die Glocke zum Jüngsten Gewicht. Als alle sich vor den Goldenen Schafotten versammelt hatten und auf den Ersten Waagemutigen warteten, sagte plötzlich einer mit einer Hasenscharte: "Wieso steht Ihr eigentlich alle so blöd da?" "Das Jüngste Gewicht, du Ignorant", raunte die Meute der Dicken, "die Glocke hat geläutet."
"Seid Ihr plemplem?" fragte der mit der Hasenscharte, "das war doch nicht die Glocke des Jüngsten Gewichts. Das war die Glocke des neusten Gerüchts." "Des neusten Gerüchts?" fragten alle, "was ist das neuste Gerücht?" "In Italien sollen vor fünf Minuten die Spaghetti erfunden worden sein!" "Gelobet sei der Herr und sein eingeborener Koch!" schrie die Meute in innerer Verklärung. "Gelobet sei der Herr und sein eingeborener Koch:" "Welcher Herr?" fragte ein kleiner Kesselflicker. Aber den hörte keiner mehr. Die Menge war längst über die Klippen hinab ins Meer gestürzt und ersoffen. Damit gab's wieder Luft im Morgengrauen, und die Jungen, Blonden und Dummen strömten aus den Katakomben und jaulten ihre neuesten Jamben.

22. April 2010, 06:03, ein weiterer Abschluss in der unendlichen Reihe der Zeit

Das mit der Jungen, Blonden und Dummen (Notiz vom 7.4.) hat leider nicht geklappt. Sie hat sich unverhofft auf ihren Besen gesetzt und ist davon geritten - auf dem Wind hinein in die Welt der ungeträumten Träume. Es ist bedauerlich, denn mit ihr hätte sich eine Wirklichkeit erschaffen lassen, wie es sie schöner vielleicht noch nie gegeben hat. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wer weiss, was mich erwartet, wenn der Kosmos der Mystik mir in seiner grenzenlosen Gnade vielleicht sein nächstes Geheimnis auf den Bildschirm legt. Was ich gelernt habe: Sei vorsichtig, der Ozean der Illusionen kann tödlich sein wie das Gift einer Kobra.

Soviel zu diesem Thema.

22. April 2010, 17:18, 20 Jahre Grinsatorium-Präsentation

Seit einundzwanzig Jahren kenne ich nun Dr. Michael Titze, den deutschsprachigen Meister der therapeutischen Lachforschung oder Gelotologie. 2011 jährt sich zum zwanzigsten Mal die öffentliche Präsentation des ersten Projektes, das aus dieser fruchtbaren Begegnung entstanden ist.

Ich war damals von einem Unternehmer der Ingenieur-Branche, den ich anlässlich einer heiteren Fastenkur auf Schloss Steinegg im Thurgau kennengelernt hatte, angefragt worden, ihm bei der Entwicklung eines geeigneten Konzeptes für einen Messestand, den er an der neu gegründeten Fachmesse Infrastructa präsentieren wollte, zu helfen. Das Spezialgebiet seines Unternehmens waren unter anderem der Bau von Kläranlagen und die A bis Z-Installation für 'intelligente' Gebäude, wo alle Funktionen von Klimaanlage bis Gefahrenmanagement an einem Pult zentriert sind.

Sein Anruf erreichte mich in Arosa. Ich sass auf meinem uralten Balkon, umgeben von Tannen, welche ihr Aroma in die Bergwelt ausströmen liessen und das berühmte Arosa-Aroma (das AroAro) mit erzeugten. Also nicht gerade der Ort, wo man von einer Sehnsucht nach Arbeit, Hektik, Abgasen und Produktionsstress erfüllt ist. Mit anderen Worten: Ich war zutiefst zufrieden, ausgeglichen, heiter und - wohlig faul. Der Unternehmer konnte mir mit seinen Plänen gestohlen bleiben.

Aber wie es so geht: Wenn der Virus erst einmal gesetzt ist, hat ein superneugieriges Hirn wie das meine keine Chance. Das konkrete Problem des Unternehmers bestand darin, dass er an dieser Messe gegen die Grössten der Branche antreten musste, gegen Brocken wie Siemens, Asea Brown Boveri, Thyssen Krupp, Oerlikon Bührle und so weiter. Die klassische David-Goliath-Situation. Als Mensch mit einem ausgeprägten Robin Hood-Komplex hatte ich keine Chance mich dieser Herausforderung zu entziehen.

Ich tat also, was ich immer bei solchen Gelegenheiten tue: Ich schnürte die Bergschuhe und machte mich auf den Weg in die Inspirationswelt der Berge, jenem vor-magischen Bereich, wo Mensch und Kosmos sich näher kommen.

Der sucht eine Lösung mit Humor, dachte ich, sonst hätte er sich nicht an mich gewandt, einen Laien par exellence auf seinem Fachgebiet. Wo lauerte das versteckte Lustige bei einem solchen Projekt, überlegte ich weiter und setzte Schritt vor Schritt vor Schritt und Gedanke auf Gedanke auf Gedanke? Plötzlich hatte ich eine Idee: ein Grinsatorium! Ein Gebäudekomplex, dessen Sinn darin bestand, ein globales Zentrum für sämtliche Aspekte des Humors zu sein. Die Firma sollte dies auf der Basis meiner Ideen konzipieren und entwickeln und das fertige Rohkonzept an der Messe vorstellen.

"Präsentieren Sie doch das Projekt eines Grinsatoriums, eines Zentrums für Humor und Lachtherapien", sagte ich, als er am anderen Mittag erneut anrief. Er lachte. "Das muss ich mir überlegen", sagte er und versprach, sich am Abend wieder zu melden. Er war mit seiner Frau in seiner Wohnung in Montreux über dem Genfersee und genoss vermutlich gerade den Café Cognac nach einem luxuriösen Mittagessen.

Als das Telefon schon bald wieder klingelte, war es der Unternehmer. "Ich bin einverstanden", sagte er nach der Begrüssung.
"Schön", antwortete ich trocken.
"Meine Frau hat mich überzeugt. Jetzt sollten wir uns so bald wie möglich für ein erstes Gespräch treffen. Wann kommen Sie das nächste Mal nach Basel?"
"Ich habe keine diesbezüglichen Pläne."
"Ginge es am kommenden Mittwoch gegen elf Uhr in unserem Büro? Ich würde Sie meinen führenden Leuten vorstellen, und anschliessend könnten wir beide im Schützenhaus zu Mittag essen."
"Das lässt sich machen."
"Bis Mittwoch also?"
"Bis Mittwoch."

Jetzt hatte ich ein Problem. Was war ein Grinsatorium, und wie funktionierte therapeutischer Humor? Ich nahm einen Block zur Hand und setzte mich damit auf den Balkon. Es war noch hell. Nach und nach bildeten sich Ideen in meinem Kopf. Leider war die Google-Zeit noch in weiter Ferne. Aber ich hatte irgendwo eine Zeitschrift liegen, in welcher ein gewisser Michael Titze, Psychotherapeut, über sein Fachgebiet interviewt wurde. Zudem war ein Buch von ihm angeben, welches der Herder-Verlag zu dem Thema heraus gebracht hatte. Ich schickte über den Verlag einen Brief an Dr. Titze und bestellte sein Buch. Als mir klar wurde, dass ich das Problem in den Griff bekommen würde, köpfte ich einen churer Mönchstropfen und leerte ihn als angenehme Begleitung zu einem bündner Hirschsalsiz mit Zwiebeln, Tomaten und einem harten einheimischen Bergschwarzbrot.
Während ich kaute, wurde mir klar, dass ich mit mir und meiner Umwelt völlig im Reinen war ...

Das Essen im Schützenhaus brachte uns beide in eine Ausnahmelaune. Wir waren vom Erfolg unseres Planes überzeugt, und der Unternehmer schlug vor, dass ich mich mit Dr. Titze in Verbindung setzen und ihn anfragen sollte, ob wir uns treffen könnten, um das Projekt zu besprechen. Etwa zwei Wochen später setzten sich der Unternehmer, seine Frau, ein leitender Mitarbeiter und ich in seinen luxuriösen schwarzen Jeep und nahmen den Weg durch den Schwarzwald nach Tuttlingen unter die Räder. Wir benötigten etwa zwei Stunden. Am Bahnhof begrüsste uns Dr. Titze und fuhr voraus zu seiner Psychotherapeutenpraxis im Villenquartier von Tuttlingen. Dort öffnete uns seine Frau Brigitte, eine hübsche Psychologin, die Haustür und führte uns in die Praxis.

Zunächst tasteten uns die Profi-Psychologen ein bisschen ab. Sie hegten den leisen Verdacht, es mit Verrückten oder zumindest schrägen Vögeln zu tun zu haben. Doch nach und nach merkten sie, dass ich der einzig wirklich schräge Vogel in dem Besucherquartett war. Sie wurden sachlich, und plötzlich warf Frau Titze die Frage in den Raum: "Weshalb nicht Humoratorium? Grinsatorium klingt ein wenig unseriös, und es wäre gut, das zu vermeiden." Der Unternehmer, seine Frau, der leitende Angestellte und ich schauten einander nach und nach an. Schliesslich liess sich der Unternehmer vernehmen: "Das ist wohl eine gute Idee", meinte er und blickte mich an. "Für diesen besonderen Zweck vielleicht schon" gestand ich zu.

Als wir dann durch die Nacht zurück nach Basel fuhren, waren alle zufrieden mit dem Ergebnis. Auch ich, denn ich dachte an meine saftige Gage, die ich schon ausgehandelt hatte, und freute mich auf die Zusammenarbeit mit der Unternehmenscrew. Es war wieder mal an der Zeit, in der Gruppe zu arbeiten und Ideen sich aneinander reiben zu lassen.

Wir entwickelten das Projekt, eine Messestandbaufirma wurde kontaktiert und schliesslich inmitten der klobigen und protzigen Präsentationsungetüme der Konzerne ein einladendes Bijou aufgestellt, welches die Vorbeigehenden zum Stutzen und Stirnerunzeln brachte. Ausgezeichnet vorbereitete Mitarbeiter unserer Firma sprachen die potentiellen Kunden an und erklärten ihnen nüchtern und sachlich unsere Spezialisiertheit. Kurz und gut: Die "Grinsatorium"-Idee wurde als Humoratorium-Projekt zu einem guten Abschluss gebracht, und alle waren zufrieden mit dem Ergebnis.

Michael Titze und ich schrieben uns von nun an regelmässig und trafen uns wechselweise einmal in Basel, einmal in Zürich und einmal in Tuttlingen bei ihm zu Hause, wo er und seine Frau Grillparties organisierten und sich so nach und nach die Idee für einen Kongress zum Thema Humor in der Therapie entwickelte. Ich nahme Kontakt zur Messe Basel auf. Diese interessierte sich für das Projekt, und im Oktober 1996 fand der weltweit erste Kongress über die Heilkraft des Humors statt. Mit Hilfe meiner guten Beziehungen in Basel stellten wir ein Patronat von aussergewöhnlichen Persönlichkeiten zusammen und landeten, wie übrigens schon beim Messeprojekt fünf Jahre früher, einen sagenhaften Erfolg bei Publikum und Medien.

Dieses Jahr kann die Grinsatorium-Idee und nächstes Jahr die Präsentation des Humoratorium-Projektes das zwanzigste Jubiläum feiern. Ach, es gäbe noch soviel zu erzählen. Vielleicht werden mein Freund Michael und ich, unterstützt von seiner Frau Brigitte, uns in absehbarer Zeit an die schriftliche Schilderung dieser Gesamtentwicklung machen, um der Nachwelt beispielsweise die Anekdote zu hinterlassen, wie ich in Los Angeles von einem Freund auf einen Zeitungsartikel über die Lachclubs in Indien aufmerksam gemacht worden bin, und wie ich Kontakt zu Dr. Kataria, dem Erfinder und Begründer dieser Clubs, aufgenommen und diese am Kongress zusammen mit Heinrich von Löwenspur, der Dr. Kataria in Bombay traf, präsentiert hatte, was eine Sturmflut der Begeisterung im gesamten deutschsprachigen Raume auslöste und zu unzähligen Lachclubgründungen führte. Oder dann das verrückte Ereignis wie Michaels amerikanischer Freund W.S., ein Psychiater und Lachpionier, vor versammeltem Pubklikum eine Zehnernote anzündete, um zu beweisen, dass nur das Lachen bestand hat und über allem anderen steht ...

24. April 2010, 18:07 Uhr, aus dem Tal der Wunder- und Wandersocken

Stellt Euch mal vor, Ihr erhaltet an einem schönen Märztag aus heiterem Himmel eine Mail, die sich mit folgenden Worten an Euch wendet: 'Sehr geehrter Kaiser von China, Ich cyberstolperte bei meiner täglichen Internetrecherche über Ihre Seite. Seit gestern bin ich Stammkunde und lese ... und lese ... dass es mir wie Fische von der Schuppen fällt ... ich mich ehrerbietig verneige und respektvoll um Hilfe brülle.' Und einen Abschnitt weiter: '... ich bin jung, blond und dumm und muss noch lernen, mich präzise und zeitsparend auszudrücken.' Und: 'Ich schreibe meine Bachelorthesis, die sich mit der gesundheitsfördernden Wirkung des Humors und Lachens befasst, teils mit dem Thema 'Humor im Alter'.
Und unterschrieben ist die Kontaktaufnahme mit: 'Tief verbeugt und halb verhungert'.
Was macht man da? Man überlegt kurz und beginnt die Tasten zu malträtieren: 'Mensch, was für eine Nachricht! Ich liebe junge, blonde und dumme Frauen und werde deshalb kaum darum herum kommen, Ihre Fragen zu beantworten.' Und etwas weiter unten: 'Das Schöne am Älterwerden ist die Distanz.: Man sieht, wieviel Blödsinn die Jugend produziert, an wieviel Schrott sie glaubt und wie lächerlich das aus der Distanz von mehr als einem halben Jahrhundert sich darbietet ... Man sitzt im Alter wie in einem bequemen Lehnstuhl auf einer lieblichen Wolke und schaut dem Treiben zu und lacht sich den Buckel krumm ... Zwischendurch lässt man sich à la Bukowski vollaufen ... Wenn Sie wollen, können wir auch Du zueinander sagen, dazu passen unsere Gedankenwelten schon gut genug zueinander ... Sie kommen mir ein bisschen vor wie die Tochter, die ich leider nie gehabt habe: jung, blond und dumm. Herzliche Grüsse, Ihr Grinsomobil.'
Belassen wirs für heute mal bei dieser gemütlichen Einführung ins nackte Chaos. Das hilft diesem, sich in seiner vollen pfauigen Würde darzubieten.

26. April 2010, 17:34 Uhr

Was ich noch vergessen habe: Meiner ersten Mail an die Junge, Blonde und Blöde, legte ich noch einen kurzen Text, den ich über ein kleines Abenteuer mit meinem Vater, verfasst hatte, bei:

Mein Vater Emil genannt Mille logierte zu jener Zeit mit seiner zweiten Frau in der Leimenklinik und langweilte sich durch die Tage. Ich hatte drei Zimmer mit Bad und riesigem Balkon in der schmucken uralt-Villa Frisia in Innerarosa. Aber ich hielt mich sehr oft in Basel auf, um Mille vor der endgültigen Verödung zu bewahren. Er hatte zwei Hirnschläge überlebt, brachte mich aber bei jedem Besuch noch zum Lachen. Einmal fragte er mich mit einem vagen Schulterzucken und einer sparsamen Armbewegung zum Park vor dem Fenster: "Was ist das? Wo bin ich hier? Wie geht's weiter?"
"Hast du irgend eine Ahnung?" fragte ich zurück, "weisst du irgend etwas über diesen Ort?"
Er legte die Stirn in Falten und verzog seinen markanten Mund zu einem wie von Auguste Rodin gemeisselten Ausdruck völliger Ahnungslosigkeit. Nach einer spannungsgeladenen Pause hauchte er mit einem entschuldigenden leichten Schulterzucken: "Europa?" Mir plumpste das Hirn in den Arsch, und ich lachte wie ein vom Wahnsinn Befallener. Da das Lachen in unserer Familie immer am Platz war, konnte es nicht stören und war mir keineswegs peinlich. Je länger ich lachte, um so mehr sah ich, wie ich zu ihm durch mehrere Schichten der Ahnungslosigkeit vordrang - bis er plötzlich kicherte und mich mit einem klaren und souveränen Ausdruck in den Augen ansah. Ich war völlig irritiert. Was tat der Kerl? Liess er uns allesamt am Seil herunter? Jedenfalls wusste ich jetzt, dass hinter dem Nebel seiner Krankheit ein gesunder Mensch überlebt hatte.

26. April 2010, 18:11, im Jahre der blühenden Gorgonzolas

Dann herrschte erste einmal Funkstille - nichts mehr aus dem Lande der Jungen, Blonden und Dummen. Ich war völlig irritiert und fragte mich, ob ich wohl etwas Falsches gesagt hatte. Doch dann endlich mit Datum vom 31. März, also sechs Tage später, kam wieder was aus heiterem Himmel. Am Schluss der Nachricht stand ein PS-Vermerk: 'Einen Tag nach Erhalt Deiner Email passsierte mir ein Unfall, und ich durfte das hiesige Krankenhaus mit all seinen Vorzügen und weichen Betten kennenlernen.' Kein Wort, was da tatsächlich geschehen war. Nun ich kannte das Mädchen auch noch kaum und sah mir mal ihre Nachricht durch. Da stand zum Beispiel: 'Ich habe mich wie irre ... bekloppt über die Antwort, Hilfe und das Du gefreut. Und weil ich nicht nur jung, blond und dumm, sondern zudem auch anhänglich wie ein Bandwurm bin, nehme ich es, schnalzend vor Danksagungen, an!' Und weiter: '... ich regiere voller Gnade im Chaos ...' - ein Satz der mich umgehauen hat: Gnade im Chaos - welch wunderschönes Bild. Alles blüht und duftet wie auf einer fetten Alpwiese, und über allem waltet die Gnade der Schöpfung, einmalig. Dann wurde es ernst: 'Wie sieht es aus und was passiert, wenn man den eingeschlagenen (Lebens-)Weg als (scheinbar) falsch entlarvt, sich um sein Leben betrogen fühlt und Sühne sucht für die vielen Gelegenheiten, die man verpasst hat, die vielen Wegegabelungen, an denen man sich in eine Richtung hat drängen lassen ... Kann es auch vorkommen, dass man dem Lichblitz nachtrauert, der einen vor vielen Jahren durchzuckte, um auf höchst dramatische Art darauf hinzuweisen, dass der eingeschlagene Weg nicht der richtige ist, man jedoch aus Trägheit und/oder Mutlosigkeit nicht den Willen aufbrachte, die Richtung zu ändern, als der Spargel noch grün war? Wie oft bereut man, nicht öfter unvernünftig gehandelt zu haben? Und wie steht es mit dem Humor? Verwandelt er sich in einen zynischen alten Köter? Und was für ein Text mit dem Papili! Ich habe ihn ... ach, könnte ich zählen ... so und so oft gelesen ... beim 1. Mal habe ich gegrunzt (auf damenhafte Weise versteht sich), beim 2. Mal offenbarte sich die 'Tragik' und beim 3. Mal war ich von der Moral tief beeindruckt und geschüttelt.'

Was für ein Mädel, dachte ich mir: klug, aufsässig, vor Wissensdurst vibrierend und energiegeladen wie eine Supernova vor dem Platzen. Mir kam meine eigene Sturm und Drang-Zeit in den Sinn, und ich verfiel für kurze Zeit einer tiefen Melancholie.

27. April 2010, 03:03 Uhr, die Furien und Megären scheinen ausgebremst

Jetzt habe ich einen Leckerbissen. Heute, das heisst nach Mitternacht, schrillt mein Handy. Ich bin so überrascht, dass ich es fast nicht finde, obwohl es in meiner Hosentasche steckt. Ich schaffe es, das Ding hervorzuklauben und die Verbindung herzustellen: 'Ja?' sage ich verhalten. 'Hallooo', tönt es frisch aus der Leitung, 'ich dachte, ich ruf mal bei Dir an.' 'Das ist wunderbar', entfuhr es mir, als ich den Namen sah, 'wie geht es dir?' 'Gut', antwortet eine der klangreinsten, wohlklingendsten, frischsten, kurz: schönsten Mädchenstimmen, die je ihren Weg an mein Ohr gefunden haben. Wie ein sanfter, quirliger Bergquell räuschelt dieses Wunder in meinen Kopf hinein und bringt meine sämtlichen Sinne zum verzauberten Stillestehen und Lauschen. Ich weiss nicht, wie mir geschieht. Unser Gespräch plättschert friedvoll dahin, und alle Wogen und Wellen in meiner Brust glätten sich. Welch ein Genuss - diese Stimme! Ich mache ihr ein Kompliment, sie sagt neckisch: 'Du kleiner Schleimer.' Ich bin gespielt entsetzt und aufgewühlt. 'Nein!' protestiere ich. 'Es ist so, deine Stimme hat etwas von einem Engel.' Sie lacht ihr glockenhelles Lachen. 'Auch deine überrascht mich sehr', sagt sie, 'sie klingt so jung.' 'Was?' 'Sooooooooo jung.' Ich schlucke leer vor Begeisterung.
Bis um zwei Uhr reden wir, bis ich zu ihr sage: 'Ich bin nicht fähig, dieses Gespräch zu beenden. Das musst du tun.' 'Soso?' sagt sie mit leichter Ironie. 'Ich weiss, dass du morgen arbeitest und schlafen musst. Aber ich kann nicht aufhängen.' Nach einem weiteren Geplänkel ohne weltbewegenden Inhalt von vielleicht zehn Minuten rafft sie sich auf: 'Ich sollte ins Bett. Zudem rufe ich vom Handy aus an, und das ist verdammt teuer.' 'Ich weiss', sage ich, 'von jetzt an rufe ich dich an.' 'Das wäre lieb. Gute Nacht.' 'Schlaf gut und träume süss.' 'Rufst du an?' flüstert sie. Kopfschüttelnd wegen des leisen Zweifels in ihrer Stimme sage ich: 'Selbstverständlich.'
Am liebsten hätte ich noch 'meine Teure' oder 'mein Engel' hinzugefügt. Ich war in klassischer Stimmung, traute mich aber nicht... Wie's weitergeht, weiss ich nicht. Aber wenigstens kennt ihr dieses Erlebnis schon, wenn Ihr dann ins tiefe Grauen eingetaucht werdet.

3. Mai 2010, 01:49 Uhr, im Jahre der Hiobsbirne

Ein Indianer hat mal gesagt: 'Der Grosse Manitou kann uns jederzeit unverhofft einen Besuch abstatten. Sei bereit, wenn er von dir wissen will, ob dir etwas unklar ist, ob du eine Frage an ihn hast.'
Ich habe mir das gründlich überlegt und meine wesentlichen Lebensfragen notiert. Jetzt bin ich bereit für ein Treffen mit dem Grossen Manitou (GM). Hier ein Auszug meiner Fragen:

Gibt es Würgemale mit Hochschulabschluss?
Gibt es heisere Ovomaltine?
Mögen Flöten Durchzug?
Ist Wahnsinn lernbar?
Gibt es arbeitslose Schneemänner?
Gibt es Herzschrittmacher für Ameisen?
Hatte Hitler Humor?
Können sich Teufelsrochen verlieben?
Und wie steht es mit Satansbraten?
Magst du Spiegeleier mit Motorsägenmus?
Wieso oder wieso nicht?
Gibt es Ferienlager für dunkle Gedanken?
Was wäre mit Faust passiert, wenn er der Offenen Hand begegnet wäre?
Sind Gorgonzolafahrer die besseren Kindergärtner?
Ist Heimweh steuerpflichtig?
Wann gibt es jugendfreies Atmen?
Hast du eine Macke?

5. Mai 2010, 13:25 Uhr, an einem trüben Tage, wie niemand ihn mag - weder in Bangkok noch in Hawaii, Los Angeles, Paris, Dagmarsellen oder Ascona; und hier in Basel sowieso nicht.

Das mit der Jungen, Blonden, Dummen ist vorbei. Leider endgültig. Wir haben keinen Kontakt mehr, und ich empfinde es als Befreiung, denn für den Weg, den ich momentan zu gehen versuche, ist zu grosse menschliche Nähe Gift. Der Meister wandelt allein, heisst es in den Büchern und Aufzeichnungen der Weisen, welche ihr Ziel erreicht haben. Ich versuche mehr und mehr ins Klare mit mir und der Welt zu kommen, das heisst den Ruhestand dafür zu nutzen, um wirklich endgültig zur Stille zu kommen, den Zustand des Gleichmutes zu erreichen.

Liebe Junge/Blonde/Dumme, ich wünsche Dir das Beste der Welt, Du hast grosse Veranlagungen und Talente. Nutze sie und werde glücklich. Freue Dich zwischendurch ein bisschen an dem 'Zufall', der uns wie zwei Sterne, deren Bahnen sich kreuzen, und die dann wieder voneinander wegdriften, zusammengeführt hat. Es war nicht sinnlos, aber dennoch nicht für die Ewigkeit gedacht. Darin habe ich mich grausam getäuscht: Ich dachte, ich wünschte mir nichts mehr wie eine grosse Nähe zu einem seelenverwandten Menschen. Aber das Gegenteil ist der Fall: Ich will und muss allein sein, um meinen Weg gehen zu können. Vielleicht ende ich noch in einem Wald oder an einer langen einsamen Beach. So long, young Lady.

7. Mai 2010, 23:17 Uhr

Sie hat sich gemeldet. Per Mail um 21:56. Ich zitiere: 'danke für die lieben Worte! Ich bereue nicht eine Sekunde, die ich Dir gewidmet habe! Viel Glück auf Deiner Reise, und wenn Du an einem Beach angekommen bist, schreib meinen Namen in den Sand und erinnere Dich meiner! Alles Gute für Dich. (Unterschrift)!!!'
Was soll ich machen? Ich kann den Kontakt nicht wieder aufnehmen. Es würde sich alles wiederholen - von Himmel-hoch-jauchzend bis zu-Tode-betrübt! Oder noch schlimmer: Bis in die unmittelbare Nähe des Wahnsinns, das unaufhörliche Verrücktsein. Ich muss an Buddha denken und alle die anderen, welche die Suche in der Einsamkeit abgeschlossen und das unendliche Lachen gefunden haben. Mir bleibt nur der Trost grossartiger Worte, wie beispielsweise diesen von Osho: 'Seine innerste Natur, sein Wesen kann man nicht verbessern; man muss es akzeptieren. Nur so kann man sein, und nicht anders. Buddha nennt es Tathata - grosses Akzeptieren. Da gibt es nichts zu verändern. Wie wolltest du es verändern - und wer bist du, es zu verändern? Es ist deine Natur - und an der willst du etwas ändern? Nichts braucht verändert zu werden - weil alles bereits wunderschön ist - das heisst Erleuchtung. Alles ist so, wie es sein sollte, alles ist vollkommen. Dies ist die vollkommenste aller Welten, in diesem Augenblick fehlt es an gar nichts - diese Erfahrung heisst Erleuchtung.'
PUNKT! Oder wie der Engländer sagt: 'Full stop!'
Liebe Junge, Blonde, Dumme, was soll ich da noch sagen? Wüsste ich es, wenn ich erleuchtet wäre? Ich zweifle daran. Dir auch alles Gute. Und bleibe bei Dir.

11. Juli 2010, 01:28 Uhr, hitzemässig fast wie im Tal des Todes

Ich muss bald mal zu einem Notar gehen und dort meinen Grabspruch amtlich festhalten lassen. Auf meinem Grabstein sollen die Worte stehen:

"So, das hätten wir.
Der nächste Gang, bitte.

Nedgan Z. Bache
(René Schweizer)"

Wobei "Nedgan Z. Bache" eigentlich "ned ganz bache" heissen soll; auf deutsch "nicht ganz gebacken" oder einfach "durchgeknallt".

Juli der fünfzehnte, 00:34 Uhr, mit einem leisen Lüftchen und ein bisschen weniger Schwitzschwatz

Ich muss mal etwas durch denken.
Das Element, in welchem sich unser Bewusstsein suhlt, ist die Zeit. Das Charakteristikum der Zeit ist, dass sie vergeht. Alles in der Zeit vergeht - und sie selbst desgleichen. Das bedeutet, dass es eines Tages keine Zeit mehr geben wird, dass sie abgelaufen und aufgebraucht sein wird. Dann sind wir 'zurück in der Zukunft', unserem Heimatelement: der Leere.
Das Schicksal von allem, was sich im Strome der Zeit befindet, ist also die Vergänglichkeit, der unablässige Wandel. Alles fliesst, nichts bleibt, alles verändert sich laufend. Wenn wir uns demnach bemühen, unsere Erde zu retten, statt sie einfach vor die Hunde gehen zu lassen, zögern wir den automatischen Prozess des Vergehens bloss ein bisschen hinaus. A la longue haben wir keine Chance. So ist das Gesetz alles Erschaffenen, sei das ein Universum, ein Brot oder ein Erfolg. Es schwindet alles und ver-schwindet schliesslich. Ein Universum benötigt für den gesamten Prozess vom Erschaffenwerden bis zum Vergehen einige Milliarden Jahre, eine Seifenblase den Bruchteil einer Sekunde. Letztendlich ist nichts von Dauer. NICHTS! Das Nichts. Nur das Nichts ist von Dauer, die Leere. Diese Einsicht hat bei Buddha den grossen Lachanfall ausgelöst. Und bei Jesus den fürchterlichen Satz: 'Mein Gott, wieso hast du mich verlassen?'
Wenn ich mir diese Gedanken durch den Kopf gehen lasse, steigt ein wohliges Gefühl in mir auf. Ich erkenne, dass ich mich nie gross von der Illusion habe beeindrucken lassen, die mir in der Kindheit und Jugendzeit und über mein gesamtes Leben verteilt zu vermitteln versucht worden ist. Ich erkenne: Ihr - die ANDERN - seid die Idioten. Ich habe weder ein grosses materielles Vermögen noch Kinder oder eine grosse dauerhafte Liebe. Mir war und ist alles ziemlich schnuppe, denn ich weiss, dass das alles keinerlei Bedeutung hat. Es ist ein Spiel - wie auf der Bühne. Ich habe einige Rollen auf der Bühne und für Filme gespielt, und diese waren nach der Vorstellung jeweils vorbei, und ich konnte mich der Verkleidung entledigen und in die Theaterkantine gehen oder in die nächste Beiz und ein grosses Bier bestellen.
Soviel zu diesem Thema, Ihr Wackeren und ewig Verschreckten.

16. Juli 2010, im Schosse der Nachthitze, dieser Giftkröte des Ruhestandes

Kurznews:
'Sonne im Nordosten der Michstrasse wegen Herumhängens gesprengt.'
'Siebtes Morgenkauen in Bümpliz.'

26. Juli 2010 (Mick Jaggers Geburtstag!), 03:11 Uhr

Beginn einer grossen Geschichte: 'Am Grab des Unbekannten Bäckers sassen ein arbeitsloser Mörder und ein alleinerziehender Indianerhäuptling, der seinen Kaugummi suchte ...' (Bitte weiterentwickeln)

28. Juli 2010, 15:18 Uhr, alles ziemlich normal (ausser dem Kontostand. Aber was Buddha nicht störte, stört mich nimmermehr)

Ein Leser meiner Webseite hat das Garn der Geschichte vom Grab des Unbekannten Bäckers weitergesponnen. Er schreibt: Die Weiterentwicklung Deiner Geschichte an Mick Jaggers Geburtstag bin ich spontan diesen Montag Morgen angegangen: Es war dem Friedhofsklischee nach punkt Mitternacht, denn das Friedhofglöckchen schlug 12 Mal, und obwohl niemand der Anwesenden die Fähigkeit hatten mangels Schulbildung 12 Mal zu zählen, wussten sie alle intuitiv, dass es Mitternacht war. Der Mörder hatte in seinen glorreichen Jahren mehr als 12 Menschen und Hunde unter die Erde gebracht und das wurde ihm zum Verhängnis, nämlich, dass er nicht zählen konnte und somit der Justiz auf den Leim kroch. Denn unter 10 Morden würde die Justiz ein Auge zudrücken, so hatte ihm einst sein Grossvater erzählt - zudem konnte er Hunde von Menschen nicht unterscheiden, so dachte er, es wären immer nur Hunde gewesen, die er erschlug, und Hunde zu erschlagen sei doch erst recht kein Grund ins Gefängnis zu kommen. 12 Jahre hatten sie ihm aufgebrummt, aber wieviel Zeit bedeutet das, wenn man nicht die Mengen wusste. Vermutlich kam es auf das Verhältnis an, also wieviel Teile Langeweile zu wieviel Teilen Ablenkung. Je mehr Ablenkung, je kürzer die Dauer, oder? Ablenkung lässt Deine Gedanken aussen vor, lässt nur Irrsinn rein. Die Langeweile hingegen hat Anteile des Nachdenkens, eine Zeit der Selbstfindung in sich. Natürlich, das kann hart und schmerzhaft sein, aber es kann auch unglaublich heilend sein. Zum Beispiel kann die Erkenntnis, dass das Leben ein einziger Dornenweg ist, ein erfrischendes Lachen hervorbringen oder man kann erleichtert losheulen, wenn man realisiert, dass man in der Schule nur für ein Wirtschaftssystem gelernt hat, das einen erniedrigt und ausbeutet und von dem man niemals etwas zurückbekommen hat - das ist zwar keine spassige Erkenntnis, aber das Leben ist leichter zu leben, wenn man erkennt, dass viel Engagement auch einfach Ablenkung sein kann, es sei denn, man hat genug Zeit im Leben gehabt, sich dann und wann der Langeweile zu widmen. Ergo Langeweile, so resümierte der arbeitslose Mörder, sei die sinnvollste Tätigkeit im Leben ... (Bitte weiterentwickeln)

Ich habe da den Faden wieder aufgenommen: 'Mittlerweile hatte der alleinerziehende Indianerhäuptling seinen Kaugummi gefunden. Er schob ihn sich in den Mund und legte den rechten Arm um die Schulter des arbeitslosen Mörders: 'Sei nicht traurig, Gefiederter Affe, heutzutage sind sogar Vampire und Bergführer arbeitslos und langweilen sich. Bei uns im Stamm hat selbst der Buchhalter kaum etwas zu tun. Er kaut den ganzen Tag Jerky Beef und denkt über Heisenbergs Unschärferelation und Schroedingers Katze nach.'
'Schroedingers Katze?' zuckte der arbeitslose Mörder zusammen. 'War das nicht ein Hund?'
'Hund oder Katze - was soll's? Du hast ein gutes Herz und spielst leidlich Billard. Das ist alles, was zählt', beruhigte der alleinerziehende Indianerhäuptling.
'Ich habe mal einem Hund die Kehle durchgeschnitten, der aussah wie eine Katze. Und auch so fauchte, ehe sein Lebensodem erlosch. Wenn es so wäre, hätte ich bloss elf Opfer auf dem Gewissen, da Katzen nicht zählen.'
'Hier, nimm diesen Lebkuchen', sagte der Indianer, 'der wird dir gut tun.'
'Danke, vielen herzlichen Dank.' Und nach einer Pause: 'Bist du eigentlich verheiratet?'
'Hör mal, mein Junge' antwortete der alleinerziehende Indianer und lächelte, 'man nennt mich den Listigen Backstein. Hast du schon mal einen verheirateten Backstein gesehen?'
Der arbeitslose Mörder rollte die Augen, atmete hektisch ein und aus und wieder ein, sackte zusammen und fiel mit einem trockenen Tock nach hinten an der Grabstein des Unbekannten Bäckers. Andächtig begann der alleinerziehende Indianerhäuptling das Beresinalied zu summen, während sich sein Gehirn mit seinem Lieblingsgedanken beschäftigte: Eine stupidere Idee als die Welt ist nicht vorstellbar. Kein Mensch wäre zu solch einem Unsinn fähig. Deshalb muss etwas anderes dahinter stecken, zum Beispiel Gott. Dieses Andere, zum Beispiel Gott, muss also blöder sein als irgend ein menschliches Wesen. Und das war wohl der Trost des Unbekannten Bäckers. Deshalb hatte er so peinlich darauf geachtet, dass niemand seinen Namen erfuhr. So ist es in Ordnung. Und wird es auch bleiben - selbst wenn die Italiener täglich noch mehr Pasta in sich hineinstopfen und Mafiosi verwursten. (Bitte weiterentwickeln)

12. August 2010, 03:49 Uhr

Von mir:
Alles ist Arschloch. Alles ist Blödsinn, Stumpfsinn, Unsinn und Bullshit. Was wäre, wenn es so wäre? Wenn alles Schöne, Hehre, Gute, Liebliche, Anmutige, Zarte und Anziehende einfach eine Illusion wäre? Die schönste Frau - ein einfaches Stück Fleisch mit Arschbacken und Möpsen und Muschi? Wo bliebe da die Rettung?
In Schottland, mein Freund, in Schottland - in ein paar Fässern Single Malt; beispielsweise von den Shetland Inseln und zirka zwanzig Jahre alt.
Noch Fragen?

Von Goethe:
Doch was heisst in solchen Stunden
Sich im Fernen umzuschaun?
Wer ein heimisch Glück gefunden,
Warum sucht er dort im Blaun?
Glücklich, wer bei uns geblieben,
In der Treue sich gefällt!
Wo wir trinken, wo wir lieben,
Da ist reiche, freie Welt.

Merke: Das Trinken ist immer dabei!

18. August 2010, 03:53 Uhr

Gibt es ein Leben nach dem Bahnübergang?

20. August 2010, 16:43 Uhr

Haben Wolken ein Ich-Bewusstsein?

Samstag, 21. August 2010, 05:08

1. Ploblem eines Chinesen
Wenn ich wüsste, was es zu wissen gibt, wüsste ich, ob ich übelhaupt etwas wissen will.
Blad Pitt

2. Um sieben Uhr, d.h. in etwas weniger als zwei Stunden, beginnt das Eidgenössische Schwingfest in Frauenfeld mit Abderhalden Jörg gegen Stucky Christian im ersten Gang.
Zur Vorbereitung genehmige ich mir als MEINEN ersten Gang jetzt noch einen Teller Pasta, Reibkäse und Rotwein.

Mittwoch, 25. August 2010, 01.32 Uhr

WHO?
Ich bin ein Einfallspinsel -
ich pinsle Einfälle auf die Leinwand der Wirklichkeit.

20. September 2010, 16:21 Uhr

Haben die Eidgenossen
ihren Eid genossen?

Webmaster-Info vom 08.11.2010

Eben hat mich René aus Lampedusa angerufen, wo er den Winter verbringen wollte. Es ginge ihm gut, hat er mich wissen lassen, nur sei ihm fürchterlich langweilig. Dafür wäre aber die Luft gut. Immerhin. Es ist nicht ganz auszuschliessen, dass René etwas früher als geplant zurück nach Basel kehren wird. Wir werden sehen. Er grüsst jedenfalls alle, die ihn kennen, aus der Ferne.

1. Dezember 2010, 16:16 Uhr, alles weiss, nur ich nicht.

Diesen Text habe ich in Malta geschrieben. Aber ich konnte ihn nicht durch die Leitung würgen. Jetzt geht's hoffentlich einfacher.

Gruss aus Saint Julians

Wenn die Zeit
nicht verrinnt,
wenn sich sich
träge wie Lava vor dem Erstarren
kaum noch bewegt,
dann ist die Lage gut
für das grosse Heulen,
das Herausbrüllen
der Panik
vor dem Stillstand,
dem Stammgrauen
alles Lebendigen, Atmenden.
So muss denn die Kraft aus der Tiefe
herauf gezwungen,
ins Licht gezerrt,
ins Leben zurück geprügelt werden.

Das vermag nur der Geist,
der unverdorbene,
unbefleckte Förderer dessen,
was tätig sein,
was existieren will.

Micki Maus

3. Dezember 2010, 01:04 Uhr

Stellen Sie sich mal vor!
Das müssen Sie sich erst einmal vorstellen.
Kaum vorstellbar, so etwas.
Na ja, mit etwas Phantasie!
Haha ...
Ja, genau.
Haha!

Es gibt einfach Dinge, die man sich nur nur als unvorstellbar vorstellen kann.
Aber es braucht zumindest ein Bild.
Wieso? Können Sie sich 'Kusack im Obergarambel' vorstellen?
Was ist das?
Irgendwas.   I r g e n d   etwas - Buchstaben - Scheinwörter.

Dada.

Ja, haben Sie sich je etwas Dadaistisches vorgestellt?
Nein, aber davon geträumt.
Gehen Sie lieber zum Coiffeur.
Bin ich selbst.
Das ist ja das Problem. Was sind Sie denn von Beruf?
Möwenbändiger.
Und? Wie funktioniert's?
Gar nicht!
Heute noch keine ... Möwen gebändigt?
Keine einzige.
Weshalb ändern Sie nicht den Beruf?
Ändern?
Oder einen neuen von vorne frisch erlernen.
Ich bin dreiundachtzig.
Wovon habe Sie denn bisher gelebt?
Ich war Fallschirmspringlehrer.
Ich dachte Möwenbändiger.
Zuerst Löwenbändiger.
Löwenbändiger?
Ich wurde versetzt - vom L zum M. Das ist diese neue alphabetische Sache.
Wer A sagt ... muss auch B sagen.
Verstehe Und das geht weiter?
B, C, D, E, F, G etc.
L, M, N. Ja ja. Löwe - Möwe. Was machen Sie, wenn N dran kommt?
Nöwenbändiger? Was tun sie dann? Was ist ein N?
Ach, ich gehe zum Dadaismus zurück und zum Fallschirmspringen.
Mit 83?
Noch einen Sprung, der letzte.

Die beiden zünden sich eine Havana an, bestellen einen alten Porto und zwinkern sich zu?

23. Dezember 2010, 16:50 Uhr

Für heute habe ich mir vorgenommen, zu Ehren der morgigen stillen Nacht etwas ganz Wichtiges zu sagen - vielleicht das Wichtigste überhaupt. Über das Sein und das Werden, das Nichts, die Wahrheit und den Tod. Aber es fällt mir nur "Cordon bleu" ein. Deshalb sage ich hier mal laut und deutlich:   C o r d o n   B l e u !!! Versuchen Sie's auch. Vielleicht gelingt es Ihnen durch die Betonung, den wahren Sinn des Lebens hör- und spürbar zu machen.
Das wäre doch schon ziemlich christlich!



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