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Archiv: Aktuelles 2007

12. Januar 2007

'Du könntest der Chef sein', hat man zu mir gesagt.
Ich habe nachgedacht und erkannt: Auf diesem Planeten gibt es kaum etwas, wo es sich lohnte, Chef zu sein.

15. Januar 2007, Bilanz

Die Träume sind verschwunden. Das Ende scheint noch weit. Gefängnis, Drogen, Irrenhaus, Liebschaften liegen hinter mir, desgleichen Erfolgslust, Berühmtheit, Geld, Reisen.
Was kann ich jetzt noch tun, ausser Warten? Hoffen auf die grosse Liebe und das grosse Lachen?
Das wäre ein guter Abschluss.
Stattdessen wartet dieses Jahr eine Herzoperation auf mich.

24. Januar 2007

Die Fritzenkunst ist eine schwierige Sache. Jetzt arbeite ich schon seit Wochen an einem Text mit dem Titel Die Fritzenkunst-Pause. Es geht dabei darum, dass heutzutage das Gesetz der Pause nicht mehr akzeptiert wird. Man sollte pausenlos aktiv sein, heisst es überall. Aber die Pause ist wichtiger, als das, was zwischen den Pausen geschieht. Natürlich gehört alles zusammen; aber die grossen Weisen machen zum Teil nur noch Pause, das heisst sie ruhen und betrachten in Gleichmut den Lauf der Welt. Sie wissen, dass alles Streben vergeblich ist. Mir geht es nicht darum. Ich will aktiv sein, ich will eine Bande von Leuten zusammen bekommen, welche ihren Witz und ihre Kreativität und Originalität dazu einsetzen, um jene zu foppen, welche an die Pausenlosigkeit glauben und dabei nichts als Stress und Unsinn produzieren, welcher die Welt in den Abgrund führt.
Mehr hierüber, sobald ich den Text endlich im Griff und beendet habe. Schaut Euch solange die Fritzenkunstbilder mit den Kommentaren zur Technik an. DA WEISS MAN, WAS MAN HAT ...

25. Januar 2007 - Information

Am Donnerstag, 1. Februar 07, findet im Literaturhaus Basel, Barfüssergasse 3, die LESE'06 statt. Es lesen die 2006 vom Fachausschuss Literatur BS/BL geförderten Autorinnen und Autoren der Region aus ihren unveröffentlichten Arbeiten. Einer davon bin ich. Ich lese eine Episode aus meinem Aufenthalt im Gefängnis von San Vittore in Mailand von 1968.

26. Januar 2007

Waleed A. Salameh: Humor in der Integrativen Kurzzeittherapie

Waleed A. Salameh, Libanese von Geburt und lebhaft in San Diego, California, hat ein neues Buch herausgebracht. Ich bin sehr gespannt darauf, denn Waleed, Psychiater, ist ein ausgenommen origineller Kerl; dazu äusserst gebildet, von athletischer Intelligenz und ein international bekannter Humorfoscher (Humor in Psychotherapy).
An einer unserer Kongresse über 'Humor in der Therapie' in Basel hat er am Ende des vergangenen Jahrtausends in einem Vortrag einige Leute aus dem Auditorium nach vorne gebeten und zu ihnen gesagt, sie sollten in ihrem Geldbeutel nachschauen, ob sie eine Zehnernote dabei hätten. Die meisten hatten.
Nun bat Waleed sie, das Notenende mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand zu fassen und den Schein nach unten hängen zu lassen. 'Jetzt will ich sehen, wie weit Ihr Humor geht', sagte er zu den Leuten, entnahm seiner Jackentasche ein Feuerzeug und zündete die erste Note an. Das Gesicht des Mannes, der sie hielt versteinerte. Waleed ging mit hämischem Grinsen zum nächsten Opfer und schob die Flamme an das Papier. Ein gequältes Grinsen war die Folge. Das Publikum knurrte entweder oder zischte oder lachte; die Mitglieder der Geschäftsleitung des Kongresses raunten, der Präsident der Alfred Adler Gesellschaft Zürich distanzierte sich mit rotem Kopf von dem 'Unsinn', entschuldigte sich und gab den Geschädigten mit tröstlichen Worten das Geld aus seinem eigenen Sack zurück.
Waleed hatte gezeigt, dass der Humor der Menschen beim Geld aufhört.
Am 31. März erscheint sein neuestes Buch in deutscher Übersetzung beim Verlag Klett-Cotta (www.klett-cotta.de). Es heisst 'Humor in der Integrativen Kurzzeittherapie' und kostet EUR 24.50 / SFr.43.00 - ISBN: 978-3-608-93754-1

2. Februar 2007

Heute hat mir Pit den Keller aufgeräumt. Wir haben gemeinsam in einige Schachteln reingeschaut und einen Haufen Sachen entdeckt, die mir seit Jahren nicht mehr unter die Augen gekommen sind: altes vornehmes Briefpapier in Chamois-Farbe mit bordeau-rotem Eindruck 'René Schweizer, Kaiser von China' oder 'Institut für taktischen Wahnsinn' oder 'René of Switzerland - Philosophical Entertainer'. Dazu jede Menge Posters, die damals in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern an den Plakatwänden von Basel, Zürich und Chur Reklame für meine Schweizerbücher machten, Fotos von Hawaii bis zu den Bahamas, einen Text über die Idee, das Nichts zu verkaufen, ein Konzept für die 'Organisation zur Verblüffung des Erdballs und zur Vereinigung der Menschheit'.
Wir haben darüber phantasiert, im Frühling mal die erste Schachtel mit nach oben in meine Wohnung zu nehmen und bei ein paar Flaschen Bier durchzugehen. Das könnte einen Riesenspass machen ... besser als ein Kino- oder Kneipenbesuch.

10. Februar 2007

Morgen nehme ich am Badischen Bahnhof den Zug und lasse mich nach Müllheim tuckern. Dort besteige ich ein Taxi und fahre damit nach Badenweiler zur Kur. Ich bekomme eine Reduktionskost - heutiges Gewicht 142,3 kg - Thermalbad, Sauna, Wickel, Massage und Dinge, von denen ich noch nie gehört habe.
Wenn ich die Gelegenheit dazu habe, werde ich mich nach ein paar Tagen mal mit einer Schilderung melden.
Macht's gut, Ihr Schlanken und Ranken!

23. Februar 2007, 17:05

Seit dem 10. Februar bin ich nun in dem Sanatorium, der Klinik oder genau: dem Kellner's SPA in Badenweiler. Ich wälze mich täglich durch das Bassin mit Thermalwasser, setze mich anschliessend ins würzige Dampfbad, bekomme jeden Mittag einen Leberwickel mit heissen Traubenkernen, jeden zweiten Tag eine Lektion Nordic Walking und Atemtherapie.
Das Ganze tut mir so ungeheuer gut, dass ich mein Gesicht selbst beinahe nicht mehr kenne. Seit ich am 10. aufgewacht bin, gibt es keinen Schluck Alkohol. Ich esse Reduktionskost von der besten Sorte und trinke badenweiler Quellwasser.
Die Atemtherapeutin ist derart erfrischend - eine junge ÖSTERREICHERIN! - dass ich mich jedesmal mit ihr fast kaputt lache und dann enttäuscht davon zotte, weil die Sache schon vorbei ist.
Zwei Drittel habe ich hinter mir, in einer Stunde gibt es Abendessen, ich habe einige neue Texte begonnen und zwei Bücher 'Die Säuferin' verkauft. Morgen schreibe ich wieder was, da ich ja jetzt endlich weiss, wie's geht.

2. März 2007, 00:30 Uhr

Gestern bin ich zurück gekommen. Der Arzt war aussergewöhnlich zufrieden. Er sagte, ich verfüge über ein System von Organen, welches sich mit unglaublicher Leichtigkeit regeneriere. Trotz meines Alkoholmissbrauchs hätte ich die Leberwerte eines Jünglings. Nur mit der Harnsäure stimmt es nicht. Der Fettabbau hat einen Gichtanfall in meiner linken grossen Zehe provoziert. Das tut weh, wie wenn man mit Nadeln gestochen würde.Aber ich habe ein paar Tabletten dagegen bekommen. Jetzt ist es schon fast wieder weg.
Grossartig und eigentlich völlig verwirrend ist, dass ich in 15 Tagen zwölf Kilos abgenommen habe. Der Arzt und ich konnten es kaum glauben. Ich habe mir zwar sehr grosse Mühe gegeben und Disziplin geübt, aber trotzdem ...
Ich habe keinen Alkohol angerührt, keine Teigwaren, Kartoffeln und keinen Reis gegessen. Ich bin zu einem Fisch- und Gemüse- und Salatmeister geworden...eine FiGeSame.
Heute habe ich ausser dem Frühstück nichts als einen Apfel gegessen und zwei Cola lights getrunken - obwohl fünf bis sechs Dosen Bier herum stehen, einige davon im Kühlschrank!
Wenn ich dran denke, Alkohol zu trinken, kommt mir die Vergangeheit in den Sinn - nicht bloss die Befindlichkeit im Magen und im Kopf - sondern die Distanz, die ich zur Realität der Vögel, der Düfte, des Wetters habe ... Das widert mich an.
Wenn meine Atemtherapeutin mich weiter einmal pro Woche behandelt und ich durch ihren Einfluss keinen Alkohol mehr trinken und gesund essen werde, kommt mich das finanziell günstiger als umgekehrt.
Heute sass ich vor dem Fernseher und erkannte, dass da gar nichts von Belang ist, was die dort bringen und dass ich drauf verzichten kann. Es fragt sich bloss, ob eine Veränderung stattgefunden hat - oder ob ich bloss in einer Übergangszeit stecke und bald wieder den Weg zurück in die Kneipen finde. Eigentlich bin ich frohen Mutes, dass ein neuer Lebensabschnitt auf mich wartet ... Etwas völlig Neues, Ruhiges.

11. April 2007

Ich bin mich noch am Erholen von den grässlichen "Ferien", dann habe ich aber auch vermutlich wieder Energie. Ideen habe ich genügend, zum Beispiel über Storys, die sich in den Basler Gassen ereignet haben - ein Buch in Form von Kurzgeschichten. Einen Partner habe ich schon, der die gesamte Gasse plus die Grabsteine kennt, unter denen einige von Ihnen mittlerweile liegen.
Rinalda hat mich soeben angerufen. Claudia Federspiel soll verstorben sein. Ich habe im TeleBasel, in der BaZ und im Balerstab nachgeschaut, aber nichts gefunden. Das wäre dann Gelegenheit für einen weiteren AKTUELL-Beitrag, so quasi "im Gedenken an eine gute Freundin, die vielleicht nicht ganz 'bache' war."

12. April 2007

Anfangs September 1969 um zirka acht Uhr bin ich aus dem Schällemätteli entlassen worden. Ich hatte zusammen mit der Auslieferungshaft von zweieinhalb Monaten im Stadtgefängnis San Vittore in Mailand vierzehneinhalb Monate hinter Mauern verbracht und freute mich auf das Gipfeli-Frühstück, das Pascal, der damalige Gatte von Claudia, mir für den Tag meiner Entlassung versprochen hatte.
Aus der Telefonkabine Ecke Schanzen-und Spitalstrasse rief ich die Nummer an, die Pascal mir gegeben hatte. Es dauerte lange, und ich fragte mich schon, was ich stattdessen tun sollte, falls sich niemand meldete. Aber schliesslich vernahm ich eine verschlafene weibliche Stimme. Sie sagte: 'Beaume?'
'Hier ist René Schweizer', sagte ich, 'ich bin soeben aus der Kiste entlassen worden...'
Weiter kam ich nicht.
'Ach, ja...entschuldgen Sie, es wurde gestern etwas später. Kommen Sie sofort vorbei. Ich wecke Pascal und mache Kaffee.'
'Das ist fein, wunderbar. Ist es Ihnen nicht unangenehm... soll ich nicht ein bisschen später kommen?'
'Auf keinen Fall, wir freuen uns. Gehen Sie aufs Tram. Bis Sie hier sind ist der Tisch gedeckt und der Kaffee dampft.'
'Sie sind ein Schatz, vielen herzlichen Dank.'
Am Bahnhof holte ich einen Strauss Blumen, und etwa eine halbe Stunde nach dem Anruf klingelte ich an der Dachsfelderstrasse. Claudia kam frisch geduscht und mit hoch gestecktem Haar an die Tür, umarmte mich herzlich und sagte: 'Das Monster ist gerade unter der Dusche. Kommen Sie herein.'
Ich überreichte ihr den Blumenstrauss.
'Leider reichte es nicht für mehr,' sagte ich verlegen, 'die Einnahmen im Schällemätteli sind nicht überwältigend.'
Sie lachte ihr glockenhelles, charmantes Lächeln und gab mir nochmals einen Kuss.
'Wichtig ist doch die Geste.'
Ich wurde völlig verlegen, hatte ich doch seit längerer Zeit keine Berührung mehr mit einem weiblichen Körper gehabt und war erst knapp fünfundzwanzig. Das Frühstück war wie im Himmel, der Hund setzte sich auf meinen Fuss, das kleine Töchterchen berührte meinen Arm und lächelte mir zu, die Stoffpuppe im Arm; und als Claudia sah, dass ich mir die Butter nur zaghaft aufs Brot strich, lachte sie und sagte: 'Geben Sie mal her. Wir sind zwar auch ständig stier, aber für ein gutes Frühstück reicht es allemal. Und sie strich eine zwei Zentimeter breite Butterschicht auf mein Gipfeli und reichte mir den Honig rüber. Der Kaffee mundete natürlich wie nichts seit meiner Verhaftung damals am 5. Juli 1968 im Hotel Manzoni in der Via dello Santo Spirito in Mailand um zwei Uhr nachts.
Ich verlor nach und nach meine Hemmungen, die Stimmung löste sich, und wir lachten über Pascals Versuche, ein berühmter Kunstmaler zu werden.
Kurz und gut: Unter diesem guten Stern begann meine Freundschaft mit Claudia Federspiel. Im Verlaufe der Zeit häufte sich ein Schatz an Erlebnissen an, die es lohnen würden, in einem Buch festgehalten zu werden. Wer weiss, vielleicht packt es mich in den kommenden Wochen.

(Ein Kurzportrait von Claudia Federspiel aus unserem gemeinsamen Projekt Theater XXXL)

12. Mai 2007

Heute ist Samstag. Am Montag bin ich hier in Badenweiler in der Heilklinik angekommen. Ich habe in diesen Tagen sechs Kilos abgenommen,keinen Schluck Alkohol getrunken und gegessen wie ein Fürst - von der Qualität her, nicht von der Quantität her. Es geht mir ausgezeichnet.Ich habe einen Sporttrainer kennengelernt, der mir ein paar isometrische Übungen beigebracht hat, die es mir erlauben, endlich wieder problemlos Treppen zu steigen, hinauf und hinunter. Jetzt habe ich noch ein Rückentrainer-Fitnessgerät bestelltund hoffe, dass damit die Pfunde purzeln werden. Mal sehen. Man muss alles versuchen, wenn man Lust hat sich normal bewegen zu können. Zudem arbeite ich an einer Geschichte, die mich voll gepackt hat. Es geht um eine sehr junge, sehr schöne blonde Dänin und mich. Als Autor kann ich alles mit ihr erleben, was ich mir wünsche, und von dieser Gelegenheit mache ich grosszügig Gebrauch. Aber nicht, dass jetzt einige Trottel unter Euch denken, ich schriebe an einem Pornobuch. Diese Zeiten sind längst vorbei. Nein, es geht um die Welt, den Erdball und wie man das Geistespack ausbremst.
Mehr von dieser Sache nächste Woche. Vielleicht bekommt Ihr dann auch ein Text-Zückerli, wenn Ihr bis dahin artig seid und dies meinem Webmaster glaubwürdig beweist.
Euer Leonardo, Pacifico Schweizer der Wiedergeborene

Einladung zur Vernissage von 'Ein Zimmer - Sieben Geschichten' am 23. Juni 2007

Zimmer 21: Ein Zimmer - Sieben Geschichten

"Wer eine Reise macht, kann was erzählen. Aber wovon kann ein Hotelzimmer berichten? Hotelzimmer sind doch eher anonym, meint man. Die Gäste kommen und gehen, sie nehmen den Raum für kurze Zeit in Beschlag und reisen wieder ab. Man weiss kaum etwas über ihre Herkunft, ihre Ziele. Sie sind schnell vergessen und ihre letzten Spuren werden vom Hotelpersonal weggeputzt.
Ein Hotelzimmer kann aber vieles erleben: Davon erzählen die sieben Geschichten dieses Hörbuchs. Im Hotel Krafft, im Zimmer 21, hat ein Gast einiges liegen gelassen. Die Gegenstände irritieren, sie lösen Fragen aus und Vermutungen - sechs Autoren und eine Autorin wurden eingeladen, sich inspirieren zu lassen: Gabriel Vetter, Christoph Simon, René Schweizer, Verena Stössinger, Greis, Daniel Zahno und Guy Krenta. Entstanden sind sieben Geschichten, die alle einigartig sind und immer wieder überraschen.
Diese Geschichten kann man am Wochenende vom 23./24. Juni 2007 anhören - in jenem Zimmer im Hotel Kfrafft, in dem sie ihren Anfang genommen haben. Den Kopfhörer am Ohr, kann man sich im Zimmer umsehen und in den Spuren lesen. Plötzlich gehört das leere Zigarettenpäckchen dem dicken Geigenspieler, der deutsche Pass stammt vom Flohmarkt und die Notizen auf dem Tisch handeln von Albträumen und einem Maulwurf.
Zur Vernissage erscheint im Christoph Merian Verlag ein Hörbuch mit den Texten, gelesen von den Autoren und der Autorin.
Initiiert und durchgeführt wurde das Projekt von Anna Ackermann im Rahmen ihres Diplomprojekts am Institut HyperWerk HGK FHNW."

30. Mai 2007, 15:03 Uhr, im Lärm der fernen Baumaschinen

Jaja, ich weiss, ich sollte mehr Infos eintippen. Ich bin halt faul. Seit eh und je. Schon als Kind. Trotzdem ist im Verlaufe der Jahre doch einiges zusammen gekommen. Was hier auf dieser Webseite ist, ist erst ein bescheidener Teil dessen, was ich getrieben habe im beschissenen Alltag dieses Planetenlebens. Jetzt habe ich endlich wieder mal etwas zu tun, was mir Spass macht. Anna Ackermann eine Studentin der Hochschule für Gestaltung, hat mich zur Teilnahme an ihrem Projekt 'Zimmer 21' eingeladen. Es geht um einen Gästeraum im Hotel Krafft an der Rheingasse in Basel. Ich habe dazu eine Geschichte geschrieben, die Sie lesen können, wenn Sie irgend etwas anklicken, was Guido der Webmaster für geeignet hält (wie zum Beispiel das hier). Die Geschichte für das Projekt geht nur bis zu dem Punkt, wo ich mit Britta in die Federn steige. Bis dahin ist sie auch auf CD aufgenommen, zusammen mit den anderen sechs Geschichten der übrigen Autoren und Autorinnen zu Annas Projekt. Der Rest der Geschichte führt quasi zu einem neuen Projekt, das ich jetzt mal das Happy End Express-Projekt nenne. Zur Zeit arbeite ich an einem Konzept. Ich will die Wechselwirkung von Fiktion und Realität aufzeigen und versuchen, die Magie des Wortes zu aktivieren, seine Kraf(f)t ergründen; in diesem Fall des Wortes Happy-End-Express. Wenn dann das Konzept steht und ich es mit Anna besprochen habe, komme ich damit auf diese Site. Dann können Sie es lesen und entscheiden, ob Sie vielleicht mitmachen oder lieber bloss zuschauen wollen. Bis dann ... ein paar Tage wird's schon dauern, bis ich die Sache im Griff habe.
Übrigens, die Vernissage von Annas Projekt 'Zimmer 21' findet am 23. Juni statt. Im Hotel Krafft. Beginn: 18:00 Uhr. Dann können Sie sich die CD anhören und kaufen, wenn Sie Ihnen gefällt.

15. Juni 2007, High Noon

"Nachricht aus Sankt Fritzenknörk: Forscher der britischen Hochschule für Schlampen und ihre männlichen Begleiter Sankt Fritzenknörk glauben entdeckt zu haben, dass Jack the Ripper an einer Gorgonzola-Allergie gelitten hat. Diese, so der Leiter des Forschungsprogramms Prof. Armand de Mercibeaucoup-et-Aurevoir, sagt, dass der tägliche Genuss von Gorgonzola bei dem englischen Schlitzer den Blutrausch ausgelöst habe, der ihn zum Killer machte." (Helmuth Kohl hält nichts von dieser These, wie wir von gut unterrichteten Greisen erfahren haben)

4. Juli 2007, 02:32 Uhr

Es gibt so vieles zu erzählen; ich würde wohl besser sagen: es gäbe sovieles zu erzählen. In letzter Zeit treffe ich des öftern auf Leute, die ich schon lange kenne, ehemalige Kameraden aus der Primarschule, Kollegen aus meiner Zeit im Gefängnis oder als Haschisch-Schmuggler, aber auch aus meiner aktiven Schauspieler-, Entertainer- oder Kabarettisten-Zeit. Immer kommen Themen auf, die sich zur Niederschrift für ein Buch eignen würden, aber ich frage mich, ob ich das je in Angriff nehmen werde. Da ich keine Disziplin gegenüber meinen überflüssigen Pfunden habe, sollte ich Geld machen, um monatlich ein paar Tage zur Kur gehen zu können. Letztes Jahr habe ich zwar einen rechten Batzen vom Literaturkredit Basel-Stadt zugesprochen bekommen, aber seither war ich in Sizilien, an der Côte d'Azur, auf Gran Canaria, zweimal zur Kur in Badenweiler und einmal in Bad Ramsach zu einer Säfte-Fastenkur. Die Mittel schmelzen dahin.Und wenn ich etwas tue, dann meistens aus Freude an der Sache und ohne Wissen, ob es jemals Einnahmen bringen wird. Mit Louis Mermet, einem basler Stargrafiker,zusammen bin ich dabei, ein Buch und eine CD zu machen. Ich habe die Geschichte erfunden und geschrieben, er hat die Zeichnungen gemacht und kümmert sich auch sonst um alles Grafische, wie Umschlag, Layout etc. Der Titel lautet: 'König Fleischkäse - ein Märchen für viele und ein paar andere.' Der König hat drei Berater: zwei Spiegeleier und einen Schraubenzieher. Er will seine Tochter Paprika verheiraten, da er sich nach Enkelkindern sehnt, und kommt mit seinen Beratern zum Schluss, dass ein Wettberwerb für die interessierten Anwärter ausgerichtet werden soll. Gemeinsam denkt man sich eine schwierige Frage aus, welche beantwortet werden soll. Diese lautet: Was gibt sechs minus ein Viertel vor drei malal dente ma non troppo geteilt durch Alabama? Ein Bananerich findet die Antwort. Sie lautet null, und er beweist, wieso. Als man ihn schon bejubelt hat und die Hochzeit vorbereitet wird, meldet sich ein Sehr-voilà zu Wort und erklärt, die Antwort sei zu wenig präzise, weil es unterschiedliche Arten von Nullen gebe. Er erklärt, was er genau meint, verdrängt damit Erich den Bananerich und wird selbst zum Bräutigam. Naja, da sehen Sie: Man muss den Kopf beisammen haben, wenn man sich auf solche Abenteuer einlässt. Deshalb habe ich praktisch keine Zeit, um die Mittel für die notwendigen Kuren aufzutreiben. Aber vielleicht wird der König Fleischkäse ja ein Superseller. Dann nehme ich alles zurück. Amen.

16. Juli 2007, 07:12 Uhr, Kurhotel Bad Ramsach

Um acht gibt's Frühstück.
Ich esse heute Wurst und Käse
und Brot
nach dem kleinen Müsli.
Dies ist meine Gier für die unmittelbar vor mir liegende Zukunft.

Nichts von der Totalität des fliessenden Lebens eines Buddha,

Es riecht gut von den Bäumen und übrigen Pflanzen.
Wenn mein Geruchsinn bloss noch besser wäre,
könnte ich es mehr geniessen!

Manchmal frage ich mich,
was wohl der Weisheit letzter Schluss ist.

Vielleicht Verschwinden und Verlöschen.
Ich stelle es mir wunderbar vor,
paradiesisch,
die reine göttliche Herrlichkeit -
begleitet von den Trompeten von Jericho
und einem Song von Janis Joplin.

25. Juli 2007, vor der Nebenniere und hinter dem Hintern

Die Ratte
sass am Fuss der Matte,
wo sie ihr klein Zuhause hatte.

Der Schäfer ging so vor sich hin
mit tief gesenktem Schäferkinn.

Und in seiner Nase hatte
er flugs die Witterung der Mattenratte.

Zu faul, die Ratte zu erlegen,
liess er ein Wau zu Tale fegen.

Die Ratte eilte in den Bau,
erzählte alles ihrer Frau.

Die sagte nebenher beim Kuchenbacken:
'Auch Schäfer haben ihre Macken.'

Damit ist wieder mal erwiesen:
Auch Dichter haben ihre Krisen.

27.7.2007, 05:33

Heute bin ich vierundsechzig, etwas, das ich als Junger nie für möglich gehalten hätte.
Es ist obszön.
Wie kann man sich das nur bieten lassen von der Zeit?
Andrerseits gibt es die Sechsundsechzigjährigen, die Achtzig- und Neunzigjährigen.
Aber die Kraft, die man mit vierzig noch voll hatte, nimmt auf eine geradezu erschreckend gesetztmässige Weise ab.
Man kann nicht mehr nachtrainieren und Verpasstes wieder aufholen.
Es ist fatal - aber vermutlich so geplant, als integrierter Teil des dramaturgischen Verlaufs und Ablaufs der Handlung der Periode, die man sich an seinem Startort völlig freiwillig zusammen gestellt und einverstanden erklärt hat. Jetzt wundert man sich, dass man sich je auf SOWAS hat einlassen können. Aber hören Sie sich bei den Schauspielern um - die beklagen sich dauernd darüber, wie dumm sie doch sein konnten, 'gerade diese Rolle' angenommen zu haben.

Also, hier eine Mitteilung aus der Vergangenheit:

Stolz zu sein bedarf es wenig ...

7. August 2007, Neues vom Gnom


Rauche isch tödlich
und git e gueti Luune

und

Es ist nicht alles Schluck, was nass.

Mittwoch, den 15. August, 03:17 Uhr

Wir müssen uns ent-täuschen (dé-tromper, dis-disappoint), das heisst: die Täuschung wegnehmen.
Wenn wir ent-täuscht sind, sind wir endlich wieder normal, befreit, gesund, bei uns selbst, im ursprünglichen geistigen Zustand.
Wir müssen die Illusion erkennen, in der wir stecken, sie entlarven, ihr die Maske vom Gesicht reissen, uns ent-täuschen.
Kein anderer Weg führt in die Ruhe und ins Glück.
Die Ent-täuschung ist die höchste Erkenntnis, die Erleuchtung, das Königsziel der menschlichen Seele.

Freitag, 17. August 2007, 01.24 Uhr


Der Abfall fällt nicht weit vom Stamm.

22.8.2007, 21:44 Uhr

Seit ein paar Stunden bin ich wieder in Bad Ramsach und sitze vor dem Fernseher. Es läuft ein Film mit Angelina Jolie und Wynona Ryder. Ziemlich spannend. Gleichzeitig läuft auf DRS 2 der Match gegen Holland. Die Schweiz führt 1:0. Draussen bimmeln die Kühe. Ich habe Studentenfutter gegessen, zwei Äpfel und zwei Flaschen mit dem Wunderkraut, das mir Frau Selinger, die Atemtherapeutin vom Kellner's Spa in Badenweiler beschafft hat. Ich habe den Wecker auf 06:00 Uhr gstellt. Nach der Dusche, dem Zähneputzen und der Einnahme der diversen Medikamente gegen meine Herz-, Blut- und Lungenprobleme werfe ich den zwei Nummern zu kleinen Hotel-Bademantel um mich und gehe in den Fitnessraum. Dort steht eine Superwaage. Sobald ich mein Gewicht weiss, freue ich mich vermutlich, gehe zurück ins Zimmer, ziehe mich normal an, fahre mit dem Aufzug ins Untergeschoss und kaufe mir am Kiosk zwei Flaschen Bad Ramsacher Heilwasser zu Fr. 3.- pro Stück. Die trinke ich neben dem Kräuterwasser über den ganzen Tag verteilt. Jetzt ist Pause im TV-Film. Ich stelle um auf das Fussballspiel. Meine Vorahnung sagt mir, dass die Holländer inzwischen aufgeholt und mindestens ein Tor geschossen haben ... aber - es steht sogar 2:1 für die Schweiz! Ich schalte wieder zu den Mädels zurück, von denen mir eines besser gefällt als das andere. Der Alkohol fehlt mir überhaupt nicht.

27.9.2007, 05:32 Uhr

Die Welt verwahrlost zusehends. Die Menschen lassen sich gehen, so als seien sie dabei zu begreifen, dass sie sich mit der Wahl dieses Planeten getäuscht haben, dass ihre Träume Schäume sind und es eh keinen Sinn hat, sich anzustrengen, da eh alles verloren ist, weil sie einem Phantom aufgesessen sind - wie Touristen, die betrügerischen Prospekten aufgesessen sind. Kaum jemand scheint zu wissen, dass diese Welt völlig egal ist, weil sie nichts weiter als eine Illusion ist, irreal. Die Realität wird durch ein anderes, das echte menschliche Bewusstsein wahrgenommen. Und diese Realität ist die blanke Herrlichkeit - die ewig währende. Nicht so wie bei den Christen, sondern eher so wie bei den echten Realisten, den Wissenden, jenen vom Abfall oder der Täuschung Gesäuberten - den Ent-täuschten.
Aber predigen bringt nichts. Das ist klar. Vielleicht habe ich jedoch das Glück und stosse auf diesem Wege auf ein paar Seelenverwandte, die sich des Umstandes ebenso bewusst sind, dass unser freier Wille uns hierher gebracht hat - nicht der menschliche freie Wille (der ja nicht wirklich frei ist), sondern der vor-menschliche, der eigentliche wahre, der meinentwegen göttliche - oder wie immer man ihn benennen will ...

01.09.2007, 14:05 Uhr, Basel

"Und jetzt", sagte vor kurzem ein Bekannter zu mir, "jetzt bist du vierundsechzig. Das hattest du wohl nie gedacht. Was machst du jetzt?"
"Nie wäre es mir in den Sinn gekommen, eines Tages den Vierundsechzigsten zu feiern. Dazu war ich viel zu moralisch eingestellt. Als Junger kam es mir als unanständig vor, älter als Jesus, Mozart, Büchner und Borchert zu werden. Und heute: Zum ganz grossen Genie hats nicht gereicht - höchstens zum verkannten?"
"Na ja, du kannst ja immer noch Werke schaffen. Vielen öffnen sich die Augen erst im Alter."
"Siehst du, das ist der Trost, den ich mir einrede. Dies - und dass es noch viele guten Flaschen Weines gibt, die ihres verständigen Trinkers harren."
"Endlich ein Lebensziel?"
"Jawohl, endlich eine Aufgabe, für die es sich lohnt weiterzuleiden und die zeitgenössische Welt zu ertragen."
"Wünsche noch viel Spass."
"Hasta la vista, baby."

6. September 2007, 02:45 Uhr

Ab einem gewissen Alter ist alles egal. Das ist individuell verschieden und trifft nicht auf alle Menschen zu.
In der Regel lösen sich uralte Informationen aus der Genmasse und steigen ins Bewusstsein. Dann wird man sich gewahr, dass das Spiel des Lebens tatsächlich ein blosses Spiel und für die wahre Wirklichkeit ohne Bedeutung, ja eigentlich zutiefst lächerlich ist. Wenn man dann mit sogenannt wichtigen Nachrichten aus dem Alltag konfrontiert wird, wirkt das auf die Lachmuskeln ein, und man amüsiert sich; bei den 'schlimmsten Katastrophen' am meisten. Es ist so völlig egal, ob es diese Schöpfung gibt, wie es egal ist, ob es diesen Film, jenes Theaterstück oder eine bestimmte Shortstory gibt.
Diese Erfahrung führt zu einer gewissen Gelöstheit und - wenn man Glück hat - zu Gelassenheit und vielleicht sogar Gleichmut. Dann ist man jenseits von Angst und Betroffenheit, weil man weiss, dass das Sterben von Menschen nichts weiter ist als das Fallen von Kegeln - ein Ereignis in einem Spiel, das man spielt, um sich zu unterhalten und Kurzweil zu empfinden.

8. September 2007, 02:38 Uhr

Gestern habe ich den Papst getroffen.
'Ave. Morituri te salutant', sagte ich.
'Was gibt's, Ungläubiger?' antwortete er.
'Ich vermisse meine Zahnbürste, Eure Heiligkeit.'
'Die Zahnbürste, agricola? Die sollte man nicht vermissen. Sie reinigt den Schlund der Sünden.'
'Deswegen bin ich hier.'
'Ich bin keine Zahnbürste, agricola.'
'Ich dachte ... vielleicht habt Ihr sie gesehen. Ihr kommt doch soviel rum. Sie ist rot mit gelben Tupfen.'
'Wie dein Verstand, agricola, der ist ja von derselben Farbe.'
'Arbiter celestibus, habt Ihr sie vielleicht irgendwo gesehen?'
'Sehe ich so aus, agricola? Sehe ich aus wie einer, der eine rote Zahbürste mit gelben Tupfen gesehen hat?'
'Ich weiss es nicht, Eure Scheinheiligkeit. Irgendwie seltsam seht Ihr schon aus.'
'Wie?'
'Ich weiss es nicht, Apostel der Erlösung, es ist mehr so ein Gefühl.'
'Spielst du eigentlich Ping-Pong?'
'Leider nur Pong. Ping habe ich nie gelernt.'
'Nur ein Pferd kann so sprechen. Bist du ein Pferd, agricola?'
'Meint Ihr Esel?'
'Dein Kombinationsgeschick erinnert mich an Nick Knatterton.'
'Nick von der Quick?'
'Quick ist schick.'
'Ich bete Euch an, Euer Ehren.'
'Such lieber deine Zahnbürste, du Schlingel.'
'Ist sie vielleicht in Eurer Brieftasche?'
'Brieftasche?'
'Oder in Eurem Beutel.'
'Ich bin kein Beutelmann, ich bin der Papst, der Stellvetreter des Ungeahnten.'
'Wo ist das Klo?'
'Piss ins Lavabo.'
'Ich bin so froh fürs Lavabo.'
'Du gütiger Schiller! Ich habe Gäste. Arnold Schwarzenegger kommt zum Essen.'
'Ein Österreicher.'
'Und ein Bayer.'
'Bringt der wohl Strohrum mit?'
'Der Arni?'
'Oder eher eine Flasche Wein?'
'Er bringt eine tiroler Jägerhose mit.'
'Sagt das die CIA?'
'Die BVB!'
'Vielleicht weiss die etwas über den Verbleib meiner Zahnbürste.'
'Hier hast du einen BLICK. Du brauchst nichts zu bezahlen. Aber halte unser Gespräch geheim.'
'Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.'
'Urbi et orbi ante portas.'
'Vergessen Sie meine Zahnbürste nicht.'
'Ich bete für ihr Wiedererscheinen.'

Webmaster-Info vom 29.09.2007

Gestatten Sie, dass ich mich vorstelle: Mein Name ist Guido Studer, ich bin der Webmaster und - seit Juli 2007 - Betreiber dieser Seite, die in Zusammenarbeit mit René Schweizer entstanden ist und hoffentlich noch lange weitergeführt werden wird. Ich werde mich von nun an gelegentlich an dieser Stelle mit Neuigkeiten zu dieser Homepage zu Wort melden. Derzeit arbeiten wir noch an der Vervollständigung einiger Seiten, demnächst sind aber auch neue Inhalte geplant. Es würde uns freuen, Sie bald wieder hier begrüssen zu dürfen.

29. September 2007, 17:08 Uhr

Jetzt sitze ich im Schiefen Eck und habe ein volles Grosses vor mir stehen. Mehr fällt mir zum heutigen Tag nicht ein.
Viel lieber möchte ich etwas zum 8. Dezember 2013 sagen. Leider kann ich nicht in die Zukunft schauen.
Aber ich habe einen starken Glauben. Ich glaube zum Beispiel, dass dann die Clarakirche noch stehen wird und ich mehr als siebzig Jahre alt sein werden - falls mich nicht vorher die himmlische Müllabfuhr holt.
Meine Grossmutter wird noch immer gestorben sein und das Heidi-Buch noch immer ein Bestseller.
Die meisten Hunde werden noch bellen und viele Ameisen ihren Tod im Magen eines Ameisenbärs finden.
Was ich mir nicht vorstellen kann, ist, dass Sie dieser Blödsinn interessiert. Aber wieso lesen Sie dann?
Haben Sie nichts Gescheiteres zu tun? Gehen Sie doch in einen Fitnessclub oder in einen Kochkurs.
Ein gutes Glas Rotwein könnte auch nicht schaden.
Servus bis zum nächsten Schmarren.

30. September 2007, 14:48 Uhr

Für heute habe ich mir vorgenommen, etwas ganz Wichtiges zu sagen - vielleicht das Wichtigste überhaupt. Über das Sein und das Werden, das Nichts, die Wahrheit und den Tod. Aber es fällt mir nur Cordon bleu ein. Deshalb sage ich hier laut und deutlich: Cordon bleu! (Es könnten auch Kutteln sein - oder Scampi. Aber sicher nicht Langlauf oder Treppensteigen. Ich bin doch nicht blöd!)

Webmaster-Info vom 01.10.2007

Nachdem die Domain www.theater-xxxl.ch vor ein paar Wochen abgeschaltet worden ist, habe ich mir erlaubt, den ehemaligen Internet-Auftritt des Theaterprojekts von Claudia Federspiel und René Schweizer, Theater XXXL, als Archiv-Version hier wieder bereitzustellen. Ebenfalls möchte ich auf die neue Seite zum Kurzfilm Brouhaha von Carlo Aloe aufmerksam machen, bei dem René Schweizer 1965 sein Debut als Filmschauspieler gab.

4. Oktober 2007, 15: 30 Uhr

Heute ist eine gute Nachricht bei mir eingetroffen. Meine Krankenkasse hat mir mitgeteilt, dass sie die Kosten für eine dreiwöchige pulmonale Rehabilitation übernimt. Jetzt müssen der Hausarzt und ich noch die Klinik aussuchen. Dann muss ich damit beginnen mich innerlich darauf vorzubereiten, endlich aus dem Teufelskreis auszubrechen, in dem ich seit meiner Rückkehr aus Hawaii in die Schweiz stecke, weil ich zu meinem Vater und dessen Frau schauen musste, welche beide gleichzeitig krank geworden sind.
Vielleicht schaff ich es nochmal, etwas Erstaunliches zu realisieren. Habe da schon einiges im Kopf. Doch darüber mehr, wenn's spruchreif ist.

10. Oktober 2007, 18:12 Uhr

Heute hatte ich die Idee für ein Inserat: "64-jähriger Hilfsarbeiter sucht Stipendium für das Studium der Atomchirurgie. Bewerbungen mit Leumund und Werdegang an: Fritz Chrankch, Postfach, Gösgen."

14. Oktober 2007, 12:45 Uhr

Es gibt Dinge, über die man besser nicht redet, auch wenn man weiss, dass es sie gibt. Darunter fällt zum Beispiel ein Mord, den man begangen hat, von dem aber niemand weiss.
Auch die Unsterblichkeit ist ein solches Thema. Die Meisten, denen man begegnet, werden ungehalten: "Hör auf die dem Shit. Unsterblichkeit! Bist du ein Teenager?"
Sie halten sich für reif, weil sie nicht an die Unsterblichkeit glauben. Ich glaube an alles, und zwar aus dem einfachen Grund, weil ich nicht fähig bin, mir etwas Unvorstellbares vorzustellen.
Sobald ein Wort existiert, löst es eine Vorstellbarkeit aus. Selbst wenn ich ein Wort erfinde und einfach Buchstaben wahllos aneinanderreihe, entsteht eine Art Bild in mir. Zum Beispiel: Krchlomppffzlohyt. WAS ist das? Ganz einfach: ein Krchlomppffzlohyt. Und was soll das sein, ein Krchlomppffzlohyt? Damit muss man sich halt ein bisschen beschäftigen, dann bildet sich aus dem Unbekannten etwas heraus, das man als bekannt erkennt, sobald es in voller Pracht vor einem steht.
Dann gibt es welche, die sagen: "Ah, das ist ein Krchlomppffzlohyt? Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich den Möbelsparvertrag nicht unterschrieben." Und schon haben wir das echte Rätsel für eine Geschichte, die so unvorstellbar ist, dass sie einen ungeheuren Willen auslöst, sie kennen zu lernen. Und ich mache jede Wette, dass die Geschichte im Erbgut jedes einzelnen Menschen steckt. Man sollte nur den Kindern mal ein bisschen mehr Zeit geben und sie die unbekannten Bereiche ihrer Phantasie absuchen lassen ...

14. November 2007, 12:14 Uhr

Vor ein paar Tagen sass ich in der Kneipe. Plötzlich sagte einer: 'Jetzt geh ich auf den Friedhof, setze mich auf ein Bänkchen und warte, bis ich drankomme.' Mir ist fast das Hirn aus dem Schädel geflogen ...



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