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Bedienungsanleitung zur Zorki 4

Bei dieser Bedienungsanleitung handelt es sich um die Beschreibung, die einer Zorki 4 von 1965 beilag, und wurde weitestgehend im Original belassen. Die schlechte Bildqualität bitte ich zu entschuldigen, die war im Original schon nicht wirklich berühmt. Ich hoffe, dass Sie trotzdem erkennen, um was es geht. Ganz herzlich danke ich Ulrich Witte, der die Seiten gescannt und mir zur Verfügung gestellt hat.




Fotografische Kamera
Zorki-4

W/O "Maschpribopintorg"
UdSSR - Moskau

Wneschtorgisdat. Auftrag Nr. 3683M/.065
Verantw.: Bassowa G. A., Wedkalowa L. G.,
Achalkazi T. M., Artamoschkina P. M.

Inhalt

 


Die vorliegende Bedienungsanleitung enthält eine kurze Beschreibung der "Zorki-4" sowie die notwendigsten Hinweise für ihre Benutzung. Sie ist kein Handbuch der Fotografie.

Vor dem Fotografieren mit der Kamera erst die vorliegende Anleitung gründlich durchlesen!

Eventuelle geringfügige Abweichungen bei Ihrer Kamera gegenüber der vorliegenden Beschreibung können infolge der technischen Weiterentwicklung der Kamera auftreten.

Bestimmungszweck

Die "Zorki-4" eignet sich für die verschiedensten Aufnahmegebiete und ist den höchsten Ansprüchen des routinierten Fotoamateurs, des Berufsfotografen oder Wissenschaftlers gewachsen.

Hauptdaten

Die "Zorki-4" ist eine handliche Kleinbildkamera mit synchronisierten Blitzlichtanschlüssen und Selbstauslöser.

Die "Zorki-4" arbeitet mit perforiertem 35-mm-Kine-Film. Die Kassette fasst 1.65m-Film für 36 Aufnahmen im Format 24x36mm.

Die Kamera wird mit oberflächenvergüteten lichtstarken Objektiven "Jupiter-8" oder "Jupiter-17" ausgestattet. Die Brennweite der Objektive beträgt 50mm, ihre relative Öffnung 1:2.

Die Schnittweite (Entfernung zwischen Objektivsockel und Brennpunkt) beträgt 28.8mm.

Die Kamera hat einen Messsucher, der mit dem Schneckengang des Objektivs mechanisch gekoppelt ist. Das einzige Okular mit einheitlichem Blickfeld für Sucher und Entfernungsmesser und die mechanische Kopplung E-Messer-Objektiv gewährleisten höchste Präzision des Einstellvorgangs bei der Aufnahme. Die Präzision des E-Messers wird auch dadurch erhöht, dass er mit optischer Vergrösserung arbeitet und sein Okular sich optisch dem Auge des Benutzers anpassen lässt (Dioptrieneinstellung).

Die Scharfeinstellung erfolgt unmittelbar durch Drehen des Objektivs in seiner Fassung, dabei wird die E-Messeinrichtung unabhängig von der Brennweite des jeweiligen Objektivs mechanisch betätigt.

Der Rolloverschluss der "Zorki-4" ermöglicht Momentaufnahmen mit einer Belichtungszeit von 1/1000 bis 1 Sekunde sowie längere Expositionen.

Handhabung der Kamera


Abbildung 1 - Kamera "Zorki-4"
1 - Spannhebel des Selbstauslösers, 2 - Auslöseknopf des Selbstauslösers, 3 - Öse für Trageriemen, 4 - konzentrische Anschlussbuchse, 5 - Deckplatte, 6 - Synchronisierungsskala, 7 - Einstellring, 8 - Belichtungsskala, 9 - Fenster des Entfernungsmessers, 10 - Aufsteckschuh für Zubehör, 11 - Fenster des Messsuchers, 12 - Einstellhebel des Messsuchers, 13 - Entfernungsskala, 14 - Tiefenschärfenskala, 15 - Sperrbügel, 16 - Blendenzahlenskala


Abbildung 2 - Ansicht von hinten
1 - abnehmbare Kamerarückwand, 2 - Rückspulknopf, 3 - Beobachtunsfenster des Messsuchers, 4 - Ring zum Ausschalten des Aufzugwerkes, 5 - Auslöseknopf, 6 - Markierungspunkt der Bildzählscheibe, 7 - Bildzählscheibe, 8 - Aufzugsknopf


Abbildung 3 - Lage der Kassette und der Aufwickelspule
1 - Kassette, 2 - Filmtransporttrommel, 3 - Aufwickelspule

Öffnen und Schliessen

Die Bereitschaftstasche wird aufgeknöpft und aufgeklappt. Die Stativmutter am unteren Deckel wird ausgeschraubt (gegen Uhrzeigersinn drehen) und die Kamera aus der Bereitschaftstasche herausgenommen.

Man hält die Kamera mit der Bodenplatte nach oben, hebt mit dem Fingernagel die beiden Sperrbügel 15 (Abb. 1) auf der Bodenplatte an und dreht sie um 180° bis zum Anschlag. Die Rückwand 1 (Abb. 2) wird in ihren seitlichen Führungsnuten ein wenig nach unten geschoben und von der Kamera abgenommen.

Die Kassette 1 (Abb. 3) und die Aufwickelspule 3 sind in der Kamera nicht befestigt und lassen sich leicht herausnehmen. Beim Öffnen achte man darauf, dass die Kassette und die Spule aus der Kamera nicht herausfallen.

Man schliesst die Kamera, wobei dieselben Griffe in umgekehrter Folge wiederholt werden. Die Kamera muss in der Bereitschaftstasche mit der Stativmutter festgeschraubt werden, da sie sonst beim Fotografieren herausfallen kann und der aufklappbare Taschendeckel nur schwer schliesst. Vor dem Schliessen der Bereitschaftstasche wird das Objektiv auf "oo" ("Unendlich") gestellt.

Laden der Kassette

Die Kassette 1 besteht aus dem Gehäuse, der Hülse und der Spule.

Um die Kassette zu zerlegen, drückt man den vernickelten Sperrknopf und dreht die Hülse im Uhrzeigersinn um 180°, bis die Seitenöffnungen des Gehäuses und der Hülse sich decken. In dieser Stellung lassen sich Hülse und Spule leicht herausnehmen.

Alle weiteren Arbeiten werden bei rotem Licht oder in völliger Dunkelheit (je nach der Spektralempfindlichkeit des Films) vorgenommen.


Abbildung 4 - Zuschnitt des Filmendes beim Einlegen in die Kamera

Das Filmende wird gemäss (Abb. 4) zugeschnitten und in einen der Schlitze des Spulenkerns von der breiten Seite eingelegt. Wenn man dabei die Spule mit dem Spulenknopf sich zugekehrt hält, muss der Film mit der Schicht nach unten liegen.

Das durch den Spulenkern hindurchgezogene Filmende wird in die schmalen Öffnung des zweiten Schlitzes auf der anderen Seite wieder hindurchgesteckt und dann dreimal umgeschlagen. Jetzt wird der Film gespannt und das umgeschlagene Ende ist im Schlitz des Spulenkerns festgeklemmt (Abb. 5).



Abbildung 5 - Einlegen des Films in den Spulenkern

Beim Aufwickeln hält man die Spule mit dem Spulenknopf sich zugekehrt und wickelt den Film mit der Schicht nach innen auf, indem man die Spule gegen den Uhrzeigersinn dreht.

Der aufgewickelte Film darf nicht an seinem Ende festgezogen werden, da durch die Reibung auf der lichtempfindlichen Schicht Schrammen entstehen.

Den Film fasst man vorsichtig an den Perforationsrändern an, die Schicht darf mit den Fingern nicht berührt werden.

Man legt die Spule mit dem aufgewickelten Film in die Hülse ein, wobei der Spulenkopf aus dem Ausschnitt im Hülsenboden hinausragen muss. Die Hülse wird in das Gehäuse eingelegt, das Ende des Films muss ausserhalb der Kassette bleiben. In dem Gehäuse dreht man die Hülse gegen den Uhrzeigersinn (wenn der Spulenkopf dem Betrachter zugewandt ist), bis der Sperrknopf einrastet. Das Filmende darf dabei nicht im Inneren der Kassette verschwinden!

Jetzt können die weiteren Arbeiten bei Tageslicht vorgenommen werden.

Einlegen des Films in die Kamera

Der Film kann in die Kamera bei Tageslicht eingelegt werden, man wählt dazu einen schwachbeleuchteten Raum oder einen Platz im Schatten.


Abbildung 6 - Festklemmen des Films an der Aufwickelspule

Man öffnet die Kamera und nimmt die Aufwickelspule heraus. Aus der Kassette zieht man ein etwa 10cm langes Filmende hervor (siehe Abb. 6) und klemmt es unter der Feder der Aufwickelspule fest. Es ist darauf zu achten, dass der Perforationsrand dicht am Spulenflansch anliegt. Auf Abb. 4 ist der Zuschnitt des Filmendes gezeigt, der bei dem konfektionierten Film üblich ist. Beim Einlegen der Kassette in die Kamera muss der Sperrstift der Kamera in den Ausschnitt in dem Vorsprung des Kassettengehäuses eingreifen. Gleichzeitig wird die Aufwickelkassette auf den Mitnehmer des Aufzugsknopfes aufgesetzt. Der Film wird so eingelegt, dass die Zähne der Filmtransporttrommel in die Perforationslöcher eingreifen (Abb. 3).

Die Rückwand wird in die seitlichen Führungsnuten eingesetzt und kräftig bis zum Anschlag am oberen Rand des Kameragehäuses zugeschoben. Mit dem linken Daumen bewahrt man den Film vor dem Abrutschen von der Zahntrommel. Ist die Rückwand geschlossen, so wird sie durch die beiden Sperrbügel 15 (Abb. 1) verriegelt. Dazu dreht man die Bügel um 180° und klappt sie zu.

Beim Verriegeln der Rückwand wird die Kassette selbsttätig geöffnet. Der Film lässt sich jetzt leicht und ohne Kratzer durch die Kassettenöffnungen abwickeln.

Nachdem der Film eingelegt und die Kamera geschlossen ist, macht man drei Blindaufnahmen (dreimal den Verschluss aufziehen und durch Druck auf den Auslöseknopf 5 Abb. 2 betätigen). Man prüft dabei, ob der Mechanismus den Film richtig befördert und ob sich der Rückspulknopf 2 dabei dreht. Ist das nicht der Fall, muss nachgesehen werden, ob der Film richtig eingelegt ist. Doch darf man nicht ausser acht lassen, dass der in der Kassette eingelegte Film viel kürzer sein kann, als es die Norm verlangt. In diesem Fall beginnt sich der Rückspulknopf erst nach mehreren Aufnahmen zu drehen, wenn der Film straff genug auf der Abwickelspule gespannt ist.

Man fasst die Bildzählscheibe am geriffelten Rand und bringt sie durch Drehen in beliebiger Richtung in Null-Stellung (Null-Strich gegenüber Markierungspunkt 6 auf der oberen Deckplatte 5, Abb. 1). Damit ist der Ladevorgang beendet.

Scharfeinstellung

Bei der Betrachtung des Motivs durch das Beobachtungsfenster des Messsuchers 3 (Abb. 2) stellt man den Messsucher mit Hilfe des Hebels 12 (Abb. 1), der unter dem Rückspulknopf angeordnet ist, scharf ein.

In der Mitte des Blickfeldes ist ein Rechteck sichtbar, das sich in seiner Farbe vom übrigen Hintergrund abhebt. In diesem Rechteck ist das Objekt doppelt zu sehen. Man dreht den Ring der Entfernungsskala 13 bis sich beide Abbildungen völlig decken. Ist das erreicht, so ist das Objektiv eingestellt, und der gewählte Aufnahmegegenstand wird scharf abgebildet.

Die Scharfeinstellung muss in der Mitte des gelben Feldes und nicht an seinem rechten oder linken Rand vorgenommen werden. Es ist auch vorteilhaft, Gegenstände mit deutlich umrissenen Konturen für die Scharfeinstellung zu wählen.

Die Scharfeinstellung kann auch direkt nach der Entfernungsskala 13 vorgenommen werden, auf der die Entfernungen in Metern angegeben sind. Die Entfernung bis zum Aufnahmeobjekt muss in diesem Falle eigens gemessen werden oder im voraus bekannt sein.

Der mit dem E-Messer in einem Okular mit gemeinsamem Blickfeld vereinigte Bildsucher gibt die genaue Begrenzung der künftigen Aufnahme. Um die Ausschnittwahl möglichst präzise durchzuführen, muss man das Beobachtungsfenster 3 (Abb. 2) so dicht wie möglich ans Auge halten und unbedingt durch die Mitte des Beobachtungsfensters blicken, d.h. dass das gelbliche Rechteck genau in der Mitte des Bildfeldes zu sehen ist. Ist diese Bedingung nicht erfüllt, können bei der Ausschnittwahl und somit auch beim Aufnahmevorgang Fehler auftreten.

Der Bildsucher der Kamera ist dem Bildfeld des Normalobjektivs mit der Brennweite 50mm angepasst. Für alle anderen Objektive werden Spezialsucher mit entsprechenden Bildfeldern oder ein Universalsucher für fünf verschiedene Brennweiten benutzt. Die Sucher werden am Aufsteckschuh 10 (Abb. 1) auf der oberen Deckplatte der Kamera aufgesteckt.

Einstellung der Belichtunszeiten

Die Belichtungszeiten werden nach der Belichtungszeitenskala 8 eingestellt. Die Ziffern "1", "2", "4", "8", "15", "30", "60", "125" usw. entsprechen einer Belichtungszeit von 1, 1/2, 1/4, 1/8, 1/15, 1/30, 1/60, 1/125 Sekunden usw. Bei Einstellung auf "B" sind lange Expositionen von der Hand möglich.

Die Belichtungszeiten dürfen nur bei vollständig aufgezogenem Verschluss eingestellt werden. Dazu wird der Markierungsstrich des Einstellringes 7 auf die gewählte Ziffer der Belichtungsskala eingestellt.

Der Einstellring darf nur in der Richtung 1 - 2 - 4 - 8 - 15 - 30 - 60 - 125 - 250 - 500 - 1000 - B - 30 und umgekehrt gedreht werden. Ein Überspringen des Zwischenraums zwischen den Ziffern "30" und "1" ist unzulässig.

Um die gewählte Belichtungszeit einzustellen, wird der Einstellring 7 hochgezogen und solange gedreht, bis der Markierungsstrich gegenüber der entsprechenden Ziffer der Belichtungsskala zu stehen kommt. In dieser Stellung lässt man den Einstellring einrasten.

Für lange Belichtungszeiten (über 1 Sekunde) stellt man den Einstellring auf "B". Bei dieser Einstellung bleibt der Verschluss offen, solange der Auslöseknopf 5 (Abb. 2) heruntergedrückt ist. Ist eine sehr lange Belichtungszeit notwendig, kann man den Auslöseknopf sperren. Dazu dreht man ihn bis zum Anschlag mit dem Markierungspunkt in Richtung des Zeichens "A" [das kyrillische Zeichen sieht jedenfalls so aus, mit etwas gutem Willen]. Nach Beendigung der Belichtung wird der Knopf wieder zurückgedreht, bis die beiden Markierungspunkte auf dem Knopf und der Deckplatte 5 (Abb. 1) einander gegenüberstehen. In dieser Stellung ist der Auslöseknopf wieder frei.

Die obigen Regeln sind strikt zu befolgen, da sonst Störungen am Verschluss auftreten können. Bei der Einstellung auf 1, 1/2, 1/4, 1/8, 1/15, 1/60 Sekunde ragt der Einstellring 7 nach dem Einrasten etwas höher heraus, als bei den übrigen Belichtungszeiten. Ausserdem fühlt man bei den genannten Einstellungen beim Aufziehen des Verschlusses einen stärkeren Widerstand, weil dabei die Feder des Verzögerungswerkes mitaufgezogen wird. Beim Umstellen des Einstellringes von einer längeren Belichtungszeit auf eine kürzere hört man ein leichtes Geräusch des ablaufenden Verzögerungswerkes.

Verschlussaufzug und Filmtransport

Der Verschluss wird durch den Aufzugsknopf 8 (Abb. 2) aufgezogen. Dazu dreht man den Knopf in Uhrzeigersinn bis zum Anschlag.

Mit demselben Griff wird der Film um ein Bild weiterbefördert und die Bildzählscheibe 7 betätigt. Der Verschluss wird durch Druck auf den Auslöseknopf 5 ausgelöst.

Anmerkung: Der Auslöseknopf hat ein konisches Muttergewinde zum Einschrauben des Drahtauslösers.

Objektiv

Als Normalobjektiv dienen bei der "Zorki-4" Objektive mit 50mm Brennweite. Das Abblenden erfolgt durch Drehen des Ringes der Blendenzahlenskala 16 (Abb. 1) an der Objektivfassung. Das Abblenden wird vor der Scharfeinstellung vorgenommen.

Auswechseln des Objektivs

Alle Objektive für die "Zorki"-Kameras lassen sich in die Schraubfassung der "Zorki-4" einschrauben.

Das Objektiv soll nie ohne besonderen Grund ausgeschraubt werden.

Wenn das Objektiv, z. B. zum Auswechseln durch ein Objektiv mit anderer Brennweite oder anderer Lichtstärke ausgeschraubt werden muss, wird es nach der Entfernungsskala auf die kürzesten Entfernung eingestellt (z. B. 1m bei 50mm Brennweite) und durch Drehen gegen den Uhrzeigersinn ausgeschraubt. Das Ausschrauben des Objektivs muss vorsichtig vorgenommen werden, um die Schraubfassung vor Beschädigung zu schützen. Wenn das Objektiv ausgeschraubt ist, muss die Kamera vor Staub und anderen Verunreinigungen geschützt werden.

Beim Einschrauben des Objektivs muss ebenfalls die kürzeste Entfernung eingestellt werden.

Jedes Auswechseln des Normalobjektivs gegen ein anderes macht allerdings ein Nachjustieren des Objektivs in der Kamera notwendig.

Der synchronisierte Blitzlichtanschluss

Bei der Verwendung von Blitzlichtgeräten muss das Aufleuchten des Blitzes mit der Betätigung des Verschlusses synchronisiert werden. Dazu dient das Synchronisierungswerk der Kamera "Zorki-4". Das Anschlusskabel der Blitzleuchte wird an die Buchse 4 (Abb. 1) angeschlossen.

Blitzlampen (Kolbenblitze) verschiedener Typen unterscheiden sich voneinander u. a. durch die Zündverzögerung, d. h. vom Moment der Kontaktgabe vergeht einige Zeit, bis die Lampe eine genügende Lichtmenge, etwa die Hälfte ihrer Maximalenergie ausstrahlt. Diese Zeit, die Scheitelzeit, wird in der Karte der Lampe in Millisekunden angegeben.

Diese Grösse ist auf der Synchronisierungsskala 6 einzustellen, die aus der Karte der Lampe entnommene Scheitelzeit muss gegenüber dem Markierungspunkt "22" stehen. Auf Abb. 7 ist die Synchronisierungsskala auf eine Scheitelzeit von 25ms eingestellt.


Abbildung 7 - Einstellung des Blitzlicht-Synchronisierwerkes
1 - Markierungspunkt der Synchronisierungsskala, 2 - Synchronisierungsskala

Beim Fotografieren mit Blitzröhren (Elektronenblitzen) ist zu berücksichtigen, dass sie praktisch ohne Verzögerung arbeiten. Deshalb wird in diesem Falle die Synchronisierungsskala 2 auf "0" eingestellt.

Dank der Sperrvorrichtung der "Zorki-4" kann die Lampe bzw. Röhre in die Leuchte sowohl vor als auch nach dem Aufziehen des Verschlusses eingesetzt werden.

Die Synchronisierungsskala wird auch unabhängig vom Aufziehen des Verschlusses eingestellt.

Beim Fotografieren mit Blitzlichtgeräten muss die Verschlusszeit mindestens auf 1/30 Sekunde oder "B" eingestellt werden, weil nur in diesem Fall der Verschluss das ganze Bildfenster freigibt. Längere Verschlusszeiten sind aber bei der Benutztung von Blitzgeräten unerwünscht, weil während der langen Belichtung auch noch nach dem Abbrennen des Blitzes zufälliges Licht ins Objektiv einfallen kann und das Objekt verwischt oder doppelt abgebildet wird. Deshalb wird bei Benutzung von Blitzlichtgeräten der Verschluss am zweckmässigsten auf "30" eingestellt.

Selbstauslöser

Den Selbstauslöser benutzt man, wenn die Aufnahme mit einer gewissen Verzögerung oder ohne Beteiligung des Fotografen gemacht werden soll. Will der Fotograf sich selbst in einer Gruppe aufnehmen, so stellt er die Kamera auf, stellt das Objektiv ein, zieht den Verschluss auf, spannt den Selbstauslöser und nimmt seinen Platz in der Gruppe ein, nachdem er den Selbstauslöser betätigt hat.

Vor dem Spannen des Selbstauslösers zieht man zuerst den Verschluss am Aufzugsknopf 8 (Abb. 2) auf und schwenkt dann den Spannhebel des Selbstauslösers 1 (Abb. 1) bis zum Anschlag gegen den Uhrzeigersinn.

Vor der Aufnahme wird der Selbstauslöser durch Druck auf den Knopf 2 betätigt. Nach 9 bis 15 Sekunden löst das Vorlaufwerk den Verschluss aus, und der Hebel des Selbstauslösers kehrt in seine Ausgangsstellung zurück.

Das Spannen des Selbstauslösers ist vom Verschlussaufzug völlig unabhängig. Es empfiehlt sich jedoch, zuerst den Verschluss aufzuziehen und die Belichtungszeit einzustellen, und erst dann den Selbstauslöser zu spannen. Um die Feder des Vorlaufwerkes zu schonen, spannt man den Selbstauslöser nur vor der Aufnahme und lässt ihn nicht ohne Not aufgezogen.

Bei "B"-Einstellung öffnet der Selbstauslöser den Verschluss nicht weniger als für eine Sekunde. Da diese Zeit jedoch von Kamera zu Kamera schwankt, ist sie besser mit Hilfe einer Stoppuhr genau zu ermitteln.

Die "Zorki-4" ermöglicht die gleichzeitige Benutzung von Selbstauslöser und Blitzlichtgerät.

Aufnahmetechnik

Die Reihenfolge der Griffe beim Fotografieren ist folgende:

1. Film in die Kamera einlegen. Ist der Film schon in der Kamera, überzeugt man sich durch einen Blick auf die Bildzählscheibe, ob noch unbelichteter Film für weitere Aufnahmen vorhanden ist. Man sieht ferner nach, ob der Kameramechanismus eingeschaltet ist.

2. Deckel vom Objektiv abnehmen, Objektiv mit ausziehbarem Tubus in Arbeitsstellung bringen.

3. Objektiv entsprechend der gewünschten Tiefenschärfe abblenden. Wenn nötig, Lichtfilter oder Gegenlichtblende aufsetzen.

4. Bei Benutzung eines Blitzlichtgerätes Leuchte an der Kamera befestigen, Kabel an Anschlussbuchse anschliessen und Innigkeit des Kontakts nachprüfen. Synchronisierungsskala nach vorstehenden Regeln einstellen.

Beim Fotografieren ohne Blitzlichtgerät steht die Synchronisierungsskala auf "0".

5. Verschluss durch Drehen des Aufzugsknopfes aufziehen.

6. Notwendige Belichtungszeit ermitteln und einstellen. Der Einstellring wird hochgehoben und auf die gewählte Ziffer eingestellt. Bei der Einstellung rastet der Ring ein. Die Einstellung der Belichtungszeit darf nur nach Aufziehen des Verschlusses vorgenommen werden.

7. Mit Hilfe des Messsuchers wird die Kamera auf das Aufnahmeobjekt gerichtet. Man geht so weit vom Gegenstand zurück, wie nötig ist, um ihn ganz im Sucherfenster einzufangen.

8. Objektiv mittels E-Messers scharf einstellen.

9. Durch leichten Druck auf den Auslöseknopf Verschluss betätigen. Bei der Aufnahme darf die Kamera nicht erschüttert werden.

Alle hier aufgezählten Handgriffe kommen bei Freihandaufnahmen ohne Stativ und Drahtauslöser zur Anwendung.

Wird die Kamera beim Fotografieren nicht aus der Bereitschaftstasche herausgenommen, so muss man besonders darauf achten, dass die Klappe der Tasche nicht das Objektiv verdeckt. Diese Gefahr besteht namentlich beim Fotografieren im Hochformat.

Entscheidend für das Gelingen der Aufnahme sind folgende Bedingungen:

  • absolut feste Kamerahaltung
  • richtig gewählte Blende und Belichtungszeit
  • genau ermittelte Tiefenschärfe des Fotos

Das Objektiv bildet die Gegenstände je nach ihrer Entfernung verschieden scharf ab.

Die Entfernung bis zum Aufnahmegegenstand wird in der Richtung der optischen Achse des Objektivs gemessen, und zwar von der Filmebene (praktisch - von der Kamerarückwand) bis zur Ebene, in der der Aufnahmegegenstand liegt (senkrecht zur Achse). Die auf der Entfernungsskala 13 (Abb. 1) abgelesene Entfernung entspricht der am schärfsten abgebildeten Ebene. Gegenstände, die vor oder hinter dieser Ebene liegen, werden mit zunehmendem Abstand von ihr immer weniger scharf abgebildet.

Jedoch wirkt sich dieser Schärfenverlust bis zu gewissen Grenzen noch nicht nachteilig auf die Bildqualität aus. Um diese Grenzen für verschieden entfernte Gegenstände zu ermitteln, benutzt man die Tiefenschärfenskala 14. Sie besteht aus zwei symmetrisch angeordneten Blendenreihen, in denen jedes mit der gleichen Ziffer bezeichnete Strichpaar einer bestimmten Blendenöffnung entspricht. Die Meterzahlen, die den beiden Bezeichnungen der jeweils gewählten Blendenöffnung auf der Entfernungsskala 13 gegenüberstehen, geben die Grenzen des scharf abgebildeten Bereichs an, d. h. die vordere und die hintere Grenze des Schärfenfeldes.

Ist z. B. das Objektiv auf 2m eingestellt und auf "11" abgeblendet, so stehen den Ziffern "11" der Tiefenschärfenskala 14 ungefähr die Entfernungen 3 und 1.5m auf der Skala 13 gegenüber. Bei dieser Einstellung des Objektivs werden somit alle Gegenstände scharf abgebildet, die innerhalb der angegebenen Grenzen liegen.

Alle näher als 1.5 oder weiter als 3m liegenden Gegenstände kommen im Bild unscharf. Die hintere Grenze des Schärfenfeldes kann auf "oo" ("Unendlich") liegen, oder auch ganz über die Entfernungsskala hinausgehen.

In diesem Fall werden alle Gegenstände von der vorderen Grenze des Schärfenfeldes bis zur Unendlichkeit scharf abgebildet. Mit der Vergrösserung der Blendenöffnung (kleinere Blendenzahl!) nimmt die Tiefenschärfe rapide ab.

Je grösser die Blendenöffnung ist und je näher die scharf eingestellte Ebene, desto geringer ist die Tiefenschärfe.

Herausnehmen des Films aus der Kamera

Nach etwa 36 Aufnahmen leistet der Verschlussaufzugsknopf 8 (Abb. 2) beim Aufziehen merklichen Widerstand und lässt den Verschluss nicht mehr spannen. Das bedeutet, dass der eingelegte Film voll ausgenutzt ist und von der Aufwickelspule in die Kassette zurückgedreht werden muss.

Das Objektiv wird mit dem Deckel verschlossen und der Auslöseknopf 5 heruntergedrückt und losgelassen, wobei die Markierungspunkte auf dem Knopf und auf der Deckplatte 5 (Abb. 1) einander gegenüberstehen müssen.

Der Aufzugsmechanismus wird ausgeschaltet. Dazu dreht man den Ring 4 (Abb. 2) mit dem Markierungspunkt in Richtung des Zeichens "A" [das kyrillische Zeichen sieht so ähnlich aus] bis zum Anschlag. Dann zieht man den Rückspulknopf hoch und dreht ihn in der durch den Zeiger angegebenen Richtung, bis sich das Ende des Films aus der Klemmfeder der Aufwickelspule gelöst hat (man spürt das am erhöhten Widerstand vor dem Ausreissen des festgeklammten Filmendes). Dann wird die Kamerarückwand abgenommen.

Anmerkung: Beim Öffnen der Sperrbügel der Rückwand wird die Kassette selbsttätig geschlossen.

Man nimmt die Kassette heraus und bewahrt in ihr den Film bis zur Entwicklung auf.

Dann wird der Mechanismus durch Drehen des Ringes 4 in umgekehrter Richtung wieder eingeschaltet, die Markierungspunkte auf dem Ring und der Deckplatte 5 (Abb. 1) müssen wieder einander gegenüberstehen. Durch Aufziehen und Auslösen des Verschlusses vergewissert man sich, ob der Mechanismus wieder funktionsbereit ist. Danach schliesst man die Kamerarückwand oder man legt in die Kamera einen neuen Film ein.

Wartung und Pflege der Kamera

Die Kamera und insbesondere das Objektiv sind vor Stössen, Schlägen, Staub, Feuchtigkeit und plötzlichem Temperaturwechsel zu schützen. Die Glasflächen des Objektivs dürfen mit den Fingern nicht berührt werden.

Bei unsachgemässer Reinigung kann die Oberflächenvergütung des Objektivs beschädigt werden. Man schütze deshalb die Glasflächen vor Schmutz, um allzu häufige Reinigungen zu vermeiden.

Die Kamera wird in der Bereitschaftstasche aufbewahrt. Wenn die Kamera längere Zeit nicht benutzt wird, dürfen Verschluss und Selbstauslöser nicht in aufgezogenem Zustand bleiben.

Man bewahrt die Kamera möglichst mit eingeschraubtem Objektiv auf, damit kein Schmutz ins Innere eindringen kann. Das Objektiv wird durch den aufgesetzten Deckel geschützt.

Feuchtigkeit greift die mechanischen Teile und besonders die Oberflächenvergütung der Linsen an, deshalb ist die Kamera bei der Benutztung möglichst vor Regen und Schnee zu schützen. Kommt man mit der Kamera aus der Kälte in einen geheizten Raum, so darf man die Tasche nicht öffnen und den Deckel vom Objektiv nicht abnehmen, um das Beschlagen zu vermeiden. Man lässt die Kamera und das Objektiv allmählich in der verschlossenen Tasche warm werden.

Die Kamera und namentlich ihr Objektiv sind ein kompliziertes und empfindliches optisches Gerät, daran soll man ständig denken!

Reparaturen und Justierungen dürfen nur von einem erstklassigen Fachmann vorgenommen werden. Nachdem die Kamera wieder zusammengebaut und neu reguliert ist, muss sie in der Werkstatt sorgfältig geprüft werden.

Reinigung der vergüteten Glasflächen

Staub wird mit einem sauberen weichen fettfreien Haarpinsel entfernt. Ist kein Pinsel vorhanden, so kann dazu auch ein Wattebausch an einem Streichholz u. ä. oder ein sauberes, mehrfach gewaschenes Flanell-, Kattun- oder Batisttuch benutzt werden.

Verunreinigungen der Glasflächen (Fingerabdrücke, Beschläge u. ä.) werden mittels eines mit Alkohol, Äther (Petroleum-, Schwefeläther) oder mit einem Gemisch dieser Stoffe angefeuchteten Wattebausches entfernt. Der Wattebausch ist an einem Streichholz oder Stäbchen aufzusetzen. Die Reinigung erfolgt durch kreisförmige Bewegungen von der Mitte der Linse aus in immer breiter werdenden Kreisen zu den Rändern hin. Der Wattebausch kann auch durch ein sauberes mehrfach gewaschenes Flanell-, Kattun- oder Batisttuch ersetzt werden, das in den gleichen Flüssigkeiten getränkt ist.

Watte, Stoff oder Wildleder können immer harte Staubteilchen enthalten, die den Oberflächenbelag und mitunter die Glasfläche selbst beschädigen können. Wenn man also vor der Reinigung das gefaltete Reinigungstuch oder Leder entfaltet, so wird die Optik nur mit der inneren Seite dieses Tuches berührt!

Wenn infolge unsachgemässer Behandlung oder aus anderen Gründen der Belag der vergüteten Aussenflächen beschädigt wird, so wird ein solches Objektiv dennoch eine grössere Lichtdurchlässigkeit und höhere Brillianz besitzen, als ein nichtvergütetes Objektiv gleicher Konstruktion.

Garnitur

 
  • Kamera mit Objektiv und abnehmbarer Rückwand
  • Objektivdeckel
  • Aufwickelspule
  • Zerlegbare Metallkassette mit Spule
  • Lederbereitschaftstasche mit Schulterriemen
  • Drahtauslöser
  • Beschreibung



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28.03.2006



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