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Bedienungsanleitung zur Zorki 10

Bei dieser Bedienungsanleitung handelt es sich um die Beschreibung, die einer Zorki 10 von 1974 beilag, und die weitestgehend im Original belassen wurde. Die Originalschreibfehler habe ich übernommen und mit meinen eigenen Abschreibfehlern garniert. Allzu sinnentstellende Formulierungen habe ich in eckigen Klammern richtig gestellt.




Zorki-10

Inhalt

 


Die Kamera Zorik-10 stellt gegenüber ihren Vorgängern einen Vollautomaten zur Belichtungseinstellung dar. Vor Aufnahmen lesen Sie die Gebrauchsanleitung durch, um mit der Handhabung der Kamera vertraut zu sein.

Der Hebel für die Automatik ist immer auf Index "A" einzustellen ausser bei Aufnahmen mit Belichtungszeit "B".

Um Verriegelung des Verschlussmechanismus zu vermeiden, ist es nötig, den Selbstauslöser erst nach dem Aufziehen des Verschlusses zu spannen:

die Auslösetaste immer bis zum Anschlag drücken;
die Auslösetaste nach dem Drücken sofort freizulassen;
den Verschluss und den Selbstauslöser erst nach dem Auslösen wieder zu spannen.

Beim Schliessen der Kamerarückwand achten Sie darauf, dass die Kassette in Ihrer Kamera richtig liegt, dh. die Kassette dicht an die untere Stirnfläche der Kamera anliegt.

Geringfügige Abweichungen zwischen vorliegender Gebrauchsanleitung und Ihrer Kamera sind infolge der technischen Weiterentwicklung der Kamera möglich.

Kamera und ihre Arbeitsweise

Die Zorki-10 ist für verschiedenartige Amateuraufnahmen vorgesehen, zB. zum Fotografieren von architektonischen Ensembles, Landschaften, Porträts usw.

Die Kamera besitzt eine vollautomatische Belichtungseinstellung und ist für die Verwendung normalen, perforierten Films mit Aufnahmeformat 24x36mm vorgesehen.

Die Aufnahmekamera ist mit einen hochwertigen Standardobjektiv INDUSTAR-63 ausgestattet, das in den Zwischenlinsen-Zentralverschluss eingebaut wurde. Die Objektivbrennweite beträgt 45mm, relative Öffnung 1:2.8 und Bildwinkel 50°.

Die Scharfeinstellung erfolgt durch Verschieben des ganzen Objektivs mittels Drehen des Scharfeinstellringes von 1.5m bis Unendlich. Die Kamera besitzt einen Entfernungsmesser mit der Basis 38mm und einer Vergrösserung 0.65x. Der optische Sucher ist zusammen mit dem Entfernungsmesser in ein gemeinsames Fenster eingebaut. Der Sucher ist ein Kollimatorsystem mit Leuchträhmchen, die das Blickfeld begrenzen. Zur Vermeidung einer Parallaxe bei Aufnahmen im Nahbereich (1.5m) ist ein zusätzlicher nach rechts unten verschobener Innenrahmen vorhanden.

Unzureichende Beleuchtung des Aufnahmeobjekts wird dadurch signalisiert, dass der Zeiger des Belichtungsmessers im Sucherbild auf einen roten Streifen fällt.

Die Kamera enthält einen Zentralverschluss mit einem Belichtungszeitspielraum von 1/250 bis 1/30 s bei automatischer Belichtungseinstellung, 1/30 und "B" bei ausgeschalteter Automatik.

Der Verschluss weist ferner einen Selbstauslöser mit einer Laufzweit von 11 +/-4 s auf sowie einen Anschluss für Blitzgeräte.

Die Verschlussauslösung erfolgt durch eine Tasche [Taste], bei deren Betätigung sich eine entsprechende Belichtungszeit und Blende ja nach Filmempfindlichkeit selbsttätig einstellt.

Die Kamera ist mit einer Vorrichtung zur Abschaltung der Automatik ausgestattet, die ein manuelles Abblenden von 1:2.8 bis 1:22 ermöglicht.

Der Verschlussaufzug, Filmtransport sowie das Umschalten des Bildzählwerkes erfolgen gleichzeitig mit der Drehbewegung des Hebels bis zum Anschlag.

Der Bildzähler zeigt die Zahl der verbleibenen Bilder an und nimmt nach dem Öffnen der Rückwand wieder seine Ausgangsstellung ein.

Die Kamera wird mit einer normalen Kassette für einen Filmvorrat von 36 Aufnahmen und einer Filmlänge von 1.65m versehen.

Am Objektiv ist ein Gewinde M52x0.75 für die Aufnahme von Filtern angebracht.

Das durch das Filter einfallende Licht gelangt nicht nur ins Objektiv, sondern fällt auch auf die um das Objektiv angeordnete Ringphotozelle. Deswegen erübrigt sich die Berücksichtigung von Verlängerungsfaktoren für die Belichtungszeit.

Am Kameragehäuse ist ein 1/4"-Stativgewinde für Befestigung der Kamera am Stativ.

Die Kamera ist mit Steckschuh für Befestigung der Blitzlampe versehen.

Die Kamera ist in eine Ledertasche eingelegt. Die letztere ermöglicht Aufnahmen direkt aus der Hand, ohne die Kamera aus der Tasche zu nehmen.

Abmessungen der Kamera (ohne Tasche) einschliesslich Objektiv: 129 x 74 x 76mm.

Gewicht der Kamera ohne Tasche: 750g.

Einlegen des Films

Das Einlegen des Films in die Kamera soll nicht unter direkt einfallendem Sonnenlicht erfolgen, sondern im Schatten bei nicht zu heller Beleuchtung. Um jegliche Beschädigung der Kamera beim Einlegen zu vermeiden, soll sie dabei auf irgendeinem weichen Gegenstand gelegt und in folgender Reihenfolge vorgegangen werden:

1. Schliessvorrichtung nach oben ziehen und Rückwand öffnen (Abb. 4).
2. Rückspulknopf dem Uhrzeigersinn entgegen drehen, ihn bis zum Anschlag herausziehen und die Kassette aus der Kamera (Abb. 5) herausnehmen.
3. Die geladene Kassette in die Kamera einlegen und den Rückspulknopf in seine Ausgangsstellung bringen.
4. Aufzugshebel drehen, bis der Aufwickelspulenschlitz seine obere Stellung einnimmt und das Filmende dann in den Schlitz der Aufwickelspule einlegen (Abb. 6). Dabei achten Sie darauf, dass die Zähne des Transportrades in die Perforationslöcher des Films eingreifen (Abb. 7).
5. Rückwand schliessen und auf den Verschluss drücken.
6. Verschluss durch Drehen des Aufzugshebels spannen, bis ein merklicher Anschlag erfolgt, und dann die Auslösetaste eindrücken. Um den unbelichteten Film vor das Bildfenster zu bringen, muss der Verschluss dreimal aufgezogen und jedesmal durch Druck auf die Taste ausgelöst werden. Beim Spannen des Verschlusses beobachten Sie, ob der Rückspulknopf sich mitdreht. Wenn das nicht der Fall ist, so ist es zu prüfen, ob der Film weisungsgemäss eingelegt wurde.
7. Den Verschluss aufziehen, dann auslösen. Diese Handgriffe so lange wiederholen, bis die Zahl 36 am Bildzähler der Marke gegenübersteht (Abb. 8).

Einstellung der Filmempfindlichkeit

Filmempfindlichkeit durch Drehen des Filmempfindlichkeitseinstellringes bis zum Erscheinen im Einblickfenster des entsprechenden Empfindlichkeitswertes der eingelegten Filme einstellen.

Hebel der Automatik (Abb. 2) in die Stellung "A" (Abb. 9) umschalten.

Aufnahme

Die automatische Kamera ZORKI-10 ermöglicht das Fotografieren nach dem Prinzip "Sehen-Fotografieren", dh. ohne vorherige Einstellung der Blende und Belichtungszeit. Die Kamera wird so auf das Aufnahmeobjekt gerichtet, dass das Aufnahmeobjekt in der gewünschten Weise zwischen den Leuchtlinien des Suchers erscheint.

Bei Aufnahmen aus der Entfernung 1.5m gelten die inneren (kleinen) Leuchtlinien (Abb. 13.); bei allen anderen Entfernungen die äusseren (grossen).

Bei unzureichender Beleuchtung befindet sich der Zeiger des Belichtungsmessers im Bereich des roten Streifens (Abb. 11). Zur Aufnahme bei dieser Beleuchtung muss ein Film mit höherer Empfindlichkeit verwendet werden bzw. muss man sich einer Blitzlampe bedienen oder die Belichtungszeit "B" anwenden.

Für das automatische Funktionieren der Kamera muss der Hebel der Automatik auf die Pos. "A" eingestellt werden (Abb. 9).

Der Mechanismus für die automatische Einstellung der Belichtung ist so gestaltet, dass bei einer Helligkeitsveränderung des Aufnahmeobjekts gleichzeitig sowohl die Belichtungszeit als auch die Blende entsprechend der vorgegebenen Filmempfindlichkeit verändert werden.

Bei starker Beleuchtung wird nach dem Tastendruck eine kurze Belichtungszeit sowie eine kleine Blendenöffnung selbsttätig eingestellt; bei schwacher Beleuchtung stellt sich umgekehrt eine längere Belichtungszeit sowie ein grössere Blendenöffnung ein.

Zur Orientierung ist im Blickfeld des Suchers der Zeiger des Belichtungsmessers sichtbar, welcher bei einer stärkeren Beleuchtung von links nach rechts verschoben wird; oben ist ausserdem ein Dreieck zu sehen. Die Position des Zeigers bezüglich des Dreiecks ermöglicht eine annähernde Bestimmung der eingestellten Belichtungszeit.

Das Intervall der Lage des Zeigers zwischen dem rechten Ende des roten Streifens einerseits und dem Dreieck andererseits entspricht einem Intervall der Belichtungszeiten von 1/30 bis 1/200 s (Abb. 14).

Befindet sich der Zeiger rechts vom Dreieck, so stellt der Verschluss Belichtungszeiten von 1/200 s und kleiner selbsttätig ein (Abb. 12).

Die Konstruktion der Kamera ZORKI-10 gestattet die Blende von 1:2.8 bis 1:22 für das Fotografieren ohne Automatik einzustellen.

Das erfordert die Umschaltung des Automatikhebels von der Pos. "A" auf den entsprechenden Blendenwert. Die Belichtungszeit bleibt dabei gleich 1/30 s. Um wesentlich längere (manuelle) Belichtungszeiten einzustellen, wird der Hebel für die Handbelichtungszeiten auf "B" gestellt (Abb. 1).

Die Umstellung der handbetätigten Belichtungszeiten auf automatischen Betrieb erfordert die Einstellung des Helbels für Automatik auf die Pos. "A".

Anmerkungen zum Abschnitt "Aufnahme"

Bei starken Helligkeitsunterschieden zwischen dem Aufnahmeobjekt und dem Hintergrund wird die richtige Tonwiedergabe auf dem Bild mit Hilfe des Einstellringes für Filmempfindlichkeit erreicht (Abb. 2).

1. Das Hauptobjekt der Aufnahme wird weniger beleuchtet als der Hintergrund. Das treffen wir gewöhnlich bei Gegenlichtaufnahmen und bei Aufnahmen, wo sich im Hintergrund Schnee, Himmel, Wasser usw. befinden, die von der Sonne beleuchtet werden. Wenn die Aufnahme ohne Korrektion vorgenommen wird, wird das Hauptobjekt der Aufnahme (zB. das Gesicht eines Menschen) ungenügend belichtet und der helle Hintergrund richtig.

Um eine richtige Belichtung des dunklen Hauptgegenstandes zu bekommen, soll man die Filmempfindlichkeit etwas kleiner als die Empfindlichkeit des [ein-] gelegten Films einstellen. Gute Ergebnisse bekommt man im Fall, wenn man die Filmempfindlichkeit um eine Stufe weniger einstellt. ZB. bei Aufnahmen auf Film von 65 ASA wird an Skala oder 40 ASA eingestellt, in Abhängigkeit vom Unterschied zwischen Beleuchtung des Hauptmotivs und des Hintergrunds. Wenn die Filmempfindlichkeit in DIN-Einheiten eingedrückt [wohl besser: ausgedrückt] wird, so zB. anstatt des Films 20 DIN stellt man an Skala 17 DIN ein.

2. Das Hauptobjekt der Aufnahme ist stärker beleuchtet als der Hintergrund, zB. bei der Aufnahme des beleuchteten Gesichts eines Menschen vor dunklem Hintergrund. Ohne Ausgleich wird das Gesicht zu stark belichtet. In diesem Fall ist die Filmempfindlichkeit grösser als die Empfindlichkeit des [ein-] gelegten Films einzustellen. In der Praxis kommen noch grössere Helligkeitsunerschiede vor und in jedem konkreten Fall wird der Unterschied durch entsprechende Filmempfindlichkeitsänderungen ausgeglichen.

Scharfeinstellung

Die Scharfeinsstellung erfolgt durch Drehen des Scharfeinstellringes (Abb. 2). Die beiden dabei im Entfernungsmesser sichtbaren Abbildungen des Aufnahmeobjekts werden gegen einander verschoben.

Die richtige Scharfeinstellung ist bei genauer Deckung der erwähnten zwei Abbildungen erreicht.

Aufnahme mit Selbstauslöser

Der Selbstauslösermechanismus ist erst nach dem Spannen des Verschlusses einzuschalten. Zur Aufnahme mit Selbstauslöser wird Hebel (Abb. 1) auf den Buchstaben "V" (Abb. 16) eingestellt und auf die Auslösetaste gedrückt. Der Verschluss spricht etwa nach 11 +/- 4 s an.

Zur Aufnahme mehrer Bilder hintereinander mit Hilfe des Selbstauslösers muss der Hebel des Selbstauslösers jedes Mal auf den Buchstaben "V" eingestellt werden. Der Einsatz des Selbstauslösers mit der Belichtungszeit "B" ist nicht möglich.

Anmerkung. Es ist zu beachten, dass sich die automatisch eingestellte Belichtungszeit vom Eindrücken der Auslösetaste bis zum Ansprechen des Verschlusses schon nicht ändert. Deshalb bemühen Sie sich während des Eindrückens der Auslösetaste irgendwie (zB. mit dem Schatten von Ihrer Hand oder von Ihrem Körper) die Photozelle oder das Aufnahmemotiv nicht zu verdunkeln, sonst wird das Bild nicht richtig belichtet.

Dasselbe geschieht, wenn sich die Helligkeit des Motivs in der Zeit vom Eindrücken der Auslösetaste bis zum Verschlussansprechen (11 +/- 4 s) zufällig ändert.

Aufnahme mit Blitzgeräten

Mit einem Blitzgerät können Aufnahmen bei unzureichender Beleuchtung erfolgen, wenn der im Blickfeld des Suchers befindliche Zeiger im Bereich des roten Streifens steht. Das Blitzgerät wird an der Kamera in einer dort vorhandenen Klemme [Zubehörschuh] befestigt (Abb. 1), und der Anschlussdraht in den Steckeranschluss eingeführt.

Die Verwendung der Blitzgeräte erfordert das Abschalten der Automatik sowie das Einstellen des erforderlichen Blendenwertes.

Der Buchstabe "X" bezeichnet die Verwendungsmöglichkeit der Kamera für Elektronenblitzer.

Herausnehmen des Films

Die Entnahme des Films aus der Kamera soll im Schatten, bei nicht zu hellem Licht erfolgen.

Nachdem die Bildzählscheibe die Zahl "0" angezeigt hat, ist der belichtete Film in die Kassette zurückzuspulen. Dazu ist folgendes vorzunehmen:

1. Auf den Rückspulknopf drücken und ihn dem Uhrzeigersinn entgegen drehen.
2. Mechanismus des Transportsrades abschalten, wobei ist der Sperrknopf zu drücken und nicht loszulassen. Nach dem Rückspulen wird der Rückspulknopf leicht ohne Kraftanwendung gedreht.
3. Rückspul-Sperrknopf loslassen und Kamerarückwand öffnen.
4. Rückspulknopf nach oben bis zum Anschlag ziehen und Kassette herausnehmen.

Wartung der Kamera

Die Kamera verlangt Sauberkeit und behutsamen Umgang sowie Schutz vor Stössen, Schlagen, Feuchtigkeit und schroffen Temperaturschwankungen. Das Objektiv ist einer der Hauptteile der Kamera, was eine sorgfältige Wartung erfordert. Die Linsenfläche ist nur von aussen mit einem sauberen weichen Kattuntuch oder mit einem Wattebausch, die leicht mit reinem Alkohol, Äther (Petrol- oder Schwefeläther) oder im äussersten Fall mit Kölnischwasser getränkt sind, zu reinigen.

Wird die Kamera aus kalter Umgebung in einen warmen Raum gebracht, so soll die Tasche im Verlaufe von 1-1.5 Stunden nicht geöffnet und der Objektivdeckel nicht entfernt werden, um ein Beschlagen zu vermeiden. Zur Aufnahme bei der Temperatur niedriger als -15°C soll die Kamera aus der Tasche nur bei der Aufnahme herausgenommen werden.

Die Kamera soll bei geschlossener Tasche mit ausgelöstem Verschluss aufbewahrt werden. Eigenhändiges Demontieren der Kamera ist nicht zu empfehlen: beim Auftreten von Defekten wenden Sie sich an die nächstliegende Reparaturwerkstatt.



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28.03.2006



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