Homepage http://www.guido-studer.ch/
 
           
 
Foto:            
 
 

Erfahrungsbericht Olympus E-20

Meine erste "richtige" Digitalkamera war ein Gelegenheitsgebrauchtskauf, eine Spiegelreflexkamera der etwas besonderen Art mit fest eingebautem Objektiv und vielen hilfreichen Knöpfchen. Sie war, nachträglich gesehen, mein Wiedereinstieg in die Fotografie und die Konfrontation mit einer völlig neuen Arbeitsweise und Technologie, die mir sehr entgegen kam.



Updates

November 2003: Nach dem ersten halben Jahr der Benutzung und über 10000 Bildern dachte ich mir, das wäre doch ein guter Zeitpunkt für einen Erfahrungsbericht über meine digitale Spiegelreflex-Kamera Olympus E-20.

Februar 2004: Knapp 15000 Bilder und noch immer viel Freude an meiner "Oly"! Neu hinzu gekommen sind als Ergänzungen weitere Informationen und Links zu Testberichten über die E-20. Ich werde diese Seite auch zukünftig weiter ergänzen, wenn mir neue Erkenntnisse zum Thema vorliegen.

März 2004: Nach wiederholten Problemen beim Wechseln von CompactFlash-Karten habe ich eine Beschreibung zur Problemlösung bezüglich der Wiederherstellung der Bilder auf nicht mehr korrekt lesbaren Medien in dieses Dokument zusammen mit anderen bekannten Problemen aufgenommen.



Wie alles begann

Als ich im April 2003 den Fotoladen betrat war ich nicht explizit auf der Suche nach einer neuen Kamera, obschon mich natürlich die digitale Entwicklung durchaus sehr interessierte und mir meine kleine Canon Digital Ixus v2 zwar ganz gut gefiel, ich aber an ihren Grenzen bereits mehrfach heftig angestossen war.

Ich kaufe seit Jahren - eigentlich schon von Anfang meiner "Karriere" an - hauptsächlich Occassionkameras und habe damit auch ausschliesslich gute Erfahrungen gemacht, genauso wie mit dem Service der Händler. Die meisten Probleme und Produktfehler treten nach meiner Erfahrung in den ersten Wochen nach dem Kauf zu Tage, so dass ich gerne Geräte verwende, welche diese Zeit bereits hinter sich haben. So fragte ich an diesem Tag auch gleich nach Occassionen, im Bewusstsein allerdings, dass der Markt an gebrauchten und gleichzeitig brauchbaren Digitalkameras bestimmt nicht allzu gross sein dürfte. Aber man kann ja mal fragen ...

Der Verkäufer schüttelte zwar präventiv den Kopf, nachdem ich ihm in knappen Worten mein Ansinnen geschildert hatte, führte mich dann aber doch zu den gut mit Occassionkameras bestückten Vitrinen. Tatsächlich fand er eine Digitalkamera, die er mir anbieten konnte, eine F707 von Sony, die ich allerdings wegen dem mir nicht genehmen Hersteller und trotz dem sicher hervorragenden Zeiss-Objektiv - ich liebe Zeiss-Objektive! - dankend ablehnte. Daneben stand eine weitere Kamera, etwas grösser, professioneller aussehend, und sicher auch deutlich teurer. Die liess ich mir dann auch gleich vorführen.

Kurz entschlossen zugeschlagen

Was ich dann sah und vor allem, was ich in der Hand halten durfte, gefiel mir gut und sogar je länger desto besser. Die Funktion der vielen Tasten und Schalter erschlossen sich mir fast auf Anhieb und nach dem Hinterlegen meiner Ixus plus Ausweis "entführte" ich die Kamera auf die Strasse, wo gleich die ersten Dutzend Bilder entstanden.

Eine halbe Stunde nach dem "Erstkontakt" war mir klar: Das wird meine neue Kamera! Es handelte sich um ein Ausstellungsstück mit Originalverpackung und voller Garantie, das alles zu einem durchaus gut ermässigten Preis. Da ausser zwei CR-V3-Batterien keine Energieversorgung beilag, erstand ich gleich auch noch einen Lader für AA- und AAA-Akkus von Ansmann zusammen mit zwei Sätzen NiMH-Akkus à 4 Stück im populären AA-Format. Dazu noch eine CF-Speicherkarte - die zweite liess sich als "Rabatt" aushandeln - und einen Skylight-Filter zum Objektivschutz. Glücklich und zufrieden verliess ich das Geschäft mit meiner neu erstandenen Olympus E-20.

Erste Erfahrungen

Während die Akkus zum ersten Mal geladen wurden, nahm ich mir die Zeit zum Studium der Bedienungsanleitung. Der Überblick war schnell gewonnen - ganz unbedarft bin ich einerseits nicht, andererseits sind alle Bedienungselemente der E-20 sehr übersichtlich und zweckmässig angeordnet - und so war ich bald bereit für weitere Testaufnahmen. Die ersten Bilder waren unter anderem Portraits unter zum Teil sehr schlechten Lichtbedingungen, über deren Qualität ich nur staunen konnte; mehr hätte mir ich im Traum nicht erhofft!

Wo viel Licht ist, darf man sich bekanntlich auch über Schatten nicht wundern. Dies erkannte ich am nächsten Tag bei meinen ersten Tests mit dem internen ausklappbaren Blitz. Das mit dem Schatten darf man diesbezüglich durchaus wörtlich nehmen, schattet doch die mitgelieferte Sonnenblende weitwinklige Blitzaufnahmen am unteren Bildrand stark ab. Auch erwies sich der Olympus-typische Messblitz, dem mit kurzer Verzögerung die eigentliche Blitzauslösung folgt, als zuverlässiges Mittel, halb geschlossene Augen beim abzulichtenden Gegenüber zu provozieren.

Weitere Versuche bestätigten meine ersten Eindrücke dann aber voll: Die Kamera tat, was ich von ihr erwartete, und noch einiges mehr. Als besonders günstig erwies sich das gut abgestimmt Zoom-Objektiv, welches mit einer Lichtstärke von 2.0 bis 2.4 glänzt und manuell über einen griffigen Drehring in der Brennweite zwischen 35 und 140mm (Kleinbild-Äquivalent) variiert werden kann.

Grosseinsatz

Während einer Veranstaltung des Tramclub Basel, wo die historische Tramflotte während einem Aktionstag auf Hochglanz gebracht wurde, konnte die E-20 ihre Fähigkeiten erstmals im Dauereinsatz unter Beweis stellen. Es entstanden über 200 Aufnahmen und trotz meiner noch geringen Erfahrung mit dieser Kamera waren die Ergebnisse durch die Bank ausreichend bis gut.

Angenehm aufgefallen ist mir bei dieser Gelegenheit der ausreichend schnelle Auto-Fokus und die vergleichsweise geringe Auslöseverzögerung. Ein paar Versuche mit einem alten externen Metz-Blitz (MB 28 M-1) konnten mich allerdings überhaupt nicht überzeugen, was dank der guten Lichtstärke der Optik und trotz mehrheitlichen Innenaufnahmen kaum störte. Ausserdem war mir noch nicht so recht bewusst, dass man beim Blitzeinsatz den Weissabgleich hätte korrigieren müssen, aber alles zu seiner Zeit.

Als etwas lästig erwies sich allerdings der nicht kleine Stromverbrauch, der mich zwang, die Akkus dreimal zu wechseln. Allerdings sei dazu erwähnt, dass die Akkus damals noch recht neu waren und deshalb nur einen Teil ihrer optimalen Leistung bringen konnten, andererseits benutzte ich das Display noch extensiv und zum Teil im Dauerbetrieb, was ich mir inzwischen abgewöhnt habe.

Reproduktionseinsatz

In zwei grösseren Repro-Einsätzen bewies die E-20 inzwischen auch ihre diesbezüglichen Fähigkeiten. Ab Stativ und zusammen mit dem Metz MB 45 CL-4-Blitzgerät habe ich einmal 500 Farb- und ein anderes Mal an die 1000 Schwarzweissbilder reproduziert. Dabei verwendete ich das JPEG-Format in maximaler Auflösung und geringster Komprimierung, was dem Anspruch an Qualität durchaus genügte. Für den täglichen Einsatz verwende ich ebenfalls JPEG mit maximaler Auflösung, allerdings nur in der zweitbesten Komprimierungsstufe. In beiden Fällen sind Ausbelichtungen bis zu (getestetem) A4-Format (20x30cm bei 2:3 bzw. 20x27cm bei 3:4) überhaupt kein Problem.

An dieser Stelle möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass die Olympus E-20 neben dem JPEG-Format in mehreren Komprimierungsqualitäten und Auflösungen auch RAW- und TIFF-Dateien erzeugen kann, auch wenn die Speicherzeiten für diese Dateien in der Praxis einfach über jedem erträglichen Mass liegen.

Besondere Aufnahmesituationen

Gern und oft verwende ich meine E-20 für Nachtaufnahmen. Belichtungszeiten bis zu 60 Sekunden sind kein Problem, im Bulb-Modus habe ich aber auch schon Bilder im Bereich von zwei Minuten und länger belichtet. Die zuschaltbare Rauschunterdrückung arbeitet optimal und lässt die bei derart langen Belichtungszeiten üblichen Probleme nicht auftreten. Nicht verhelen will ich allerdings, dass der Vorgang der Rauschunterdrückung a) die doppelte Belichtungszeit (einmal das Bild selber, das zweite Mal ein sogenanntes Darkframe, das heisst ein Bild bei geschloessenem Verschluss) und b) eine aufwändige Verrechnung der beiden Bilder zu einem einzigen bedeutet; für eine Aufnahme mit 10 Sekunden Belichtungszeit darf mit gut einer Minute Aufnahmedauer bis und mit dem Abspeichern des Bildes gerechnet werden.

Eine andere Funktion, welche ich bei der E-20 schon öfters genutzt habe, ist die Intervall-Aufnahme. So habe ich verschiedentlich Sonnenaufgänge von der Pfalz oder anderen Standorten aus aufgenommen, immer in der Hoffnung, eines Tages doch noch ein Programm zu finden, das daraus einen Film (im AVI-Format) generieren kann. [Nachtrag: Inzwischen habe ich es gefunden, als Freeware sogar: Slide Show Movie Maker von Joern Thiemann]. Ich verwende bei Intervall-Aufnahmen jeweils die Programmautomatik und die minimale Intervallzeit von einer Minute. So wird etwa alle 75 Sekunden ein Bild erstellt, da die Intervallzeit jeweils vom Aus- bis zum Wiedereinschalten der Kamera zählt und nicht etwa, wie zu vermuten wäre, von einer Aufnahme zur nächsten. Die so entstandenen Sequenzen umfassen zwischen 50 und über 90 Bilder.

Weniger geeignet sei die E-20 für Sportaufnahmen, wie es immer wieder heisst. Das stimmt nur bedingt, denn ist der Auslöser einmal halb gedrückt und damit bereits richtig vorfokussiert, hält sich die Auslösungsverzögerung in durchaus vertretbaren Grenzen. Problematisch ist aber die - nett gesagt - nicht gerade besonders schnelle Speicherung der Bilddaten auf die CF-Speicherkarte. Dabei bringen auch die modernen schnellen CF-Karten keinerlei Vorteil. Die Bilder werden bei der Aufnahme zwar in einen internen Bufferspeicher geschrieben, welcher aber auf vier Bilder bei maximaler Auflösung beschränkt ist.

Ganz schön praktisch ist das nach unten und oben schwenkbare Display an der Kamerarückwand. Wie ich erst lange nach dem Kauf bemerkt habe, besitze ich eine der ganz wenigen digitalen Spiegelreflex-Kameras, die dank einem Prisma statt dem üblichen Spiegel zur Übertragung des Bildes durch das Objektiv, eine Live-Preview des Bildes über das Display ermöglicht. Fast alle anderen DSLR-Kameras verwenden das Display lediglich zur Bildanzeige nach der Aufnahme. Gerade bei Nacht- oder Makroaufnahmen möchte ich dieses Feature keinesfalls mehr missen.

Mehr Power

Die E-20 ist mit etwas mehr als einem Kilogramm ja nicht gerade ein Leichtgewicht, aber das kommt mir durchaus entgegen, garantiert die grosse Masse doch eine verwacklungsfreiere Auslösung auch bei längeren Belichtungszeiten. Bis zu 1/5 Sekunde kriege ich bei entsprechender Atemtechnik gelegentlich recht scharfe Bilder hin, nach mehreren Versuchen allerdings erst.

Es mag hinsichtlich des Gewichts nun ja verrückt klingen, aber ich war durchaus bereit, noch etwas mehr zu (er)tragen, wenn ich mir dafür einige Vorteile erkaufen könnte. Ich liebäugelte mit dem Power-Griff B-32LPSE mit dem Lithium Ploymer-Akku, dessen Preis allerdings mein Budget arg belasten sollte und anderen Leuten gleich für mehrere Digitalkameras gereicht hätte.

Vorteil des Griffs ist nicht nur der imense Leistungszuwachs punkto Energieversorgung - 500 Bilder und mehr sind mit einer Akku-Ladung durchaus möglich -, sondern auch die deutlich verbesserte Griffigkeit der Kamera spricht für mich für den Gewichtszuwachs von weiteren 500 Gramm. Praktisch in einigen Situationen ist natürlich auch der zweistufige Hochformatauslöser, der ebenfalls am Griff angebracht ist und sich über einen Schiebeschalter am Kameraboden ein- und ausschalten lässt.

An dieser Stelle möchte ich noch ein paar Worte zur normalen Stromversorgung der E-20 verlieren: Wenn kein Power-Griff montiert ist, verwendet die Kamera vier übliche AA-Batterien bzw. -Akkus, welche wie weiter oben angedeutet, für 100 bis 150 Aufnahmen reichen. Da ich anfänglich nur mit NiMH-Akkus im AA-Format fotografiert habe, machte ich mir zur Regel, immer mindestens ein voller Satz Ersatz-Akkus dabei zu haben. Inzwischen ist das - dank dem Power-Griff - fast nicht mehr nötig, trotzdem trage ich immer noch ein Notfallsatz Ersatz-Akkus in der Fototasche mit.

Um Standard-Akkus zu laden, ist natürlich ein entsprechendes Ladegerät erforderlich. Zusammen mit der Kamera kaufte ich mir ein Set aus vier NiMH-Akkus und den PhotoCam 4-Lader von Ansmann. Glücklich wurde ich damit nicht, besitzt dieses Gerät doch keine Ladekontrolle mit Einzelschachtüberwachung. Die Ladung wird lediglich über einen Timer kontrolliert und dauert fast acht Stunden. Auch am Folgemodell Ansmann Powerline 4, welches zwar alle nötigen Features inkl. Entladefunktion besitzt, habe ich etwas auszusetzen: Es läd die Akkus sehr schnell (weniger als drei Stunden), dabei werden die Zellen allerdings sehr heiss. Als zufriedenstellender Kompromiss mit der zusätzlichen Möglichkeit, sechs AA-Akkus gleichzeitig zu laden, fand ich meinen idealen Stromlieferanten im Ansmann Powerline 6, der für eine komplette Ladung knapp sechs Stunden benötigt und dabei, nach meiner Ansicht, schonender mit den Zellen umgeht.

Optisches Zubehör

Auch wenn der vierfache Brennweitenbereich des fest verbauten Zoom-Objektivs nicht gerade klein ist, hatte ich doch dann und wann Bedarf nach mehr Weitwinkel, besonders im Zusammenhang mit Panorama- und Architekturaufnahmen. So konnte ich mich dem guten Angebot meines Fotohändlers nicht erwehren und erwarb zu einem grosszügig ermässigten Preis das Set aus Weitwinkel- und Tele-Konverter WCON-08B bzw. TCON-14B.

Ein wahrer Glücksgriff für mich war der Weitwinkel-Konverter WCON-08B, der die Brennweite um den Faktor 0.8 auf minimal 28mm verkürzt. Die optische Qualität ist hervorragend und die Verzerrungen halten sich in vertretbar engen Grenzen. Problematisch ist allenfalls die chromatische Aberration, die in typischen Situationen sichtbar wird, und die Anfälligkeit auf Reflektionen, welche vor allem bei Nachtaufnahmen negativ auffallen. Ebenfalls nicht ganz ohne ist das Gewicht des Konverters von 340 Gramm.

Noch etwas schwerer ist mit 475 Gramm der Tele-Konverter TCON-14B, der die Brennweite um den Faktor 1.45 auf knapp über 200mm vergrössert. Wie bei jedem (mir bekannten) Tele-Konverter in der Bauform einer Vorsatzlinse besitzt auch der TCON-14B die leidige Eigenschaft, nur im Bereich des maximalen Auszugs des Zooms ohne Vignettierung zu funktionieren. Ausserdem ist die manuelle Fokussierung bei geöffneter Blende, wie ich sie für Nachtaufnahmen nicht selten benötige, alles andere als trivial; ich habe noch wenige wirklich scharfe Aufnahmen damit in der Nacht produzieren können, ausser mit Blende 8 und Belichtungszeiten jenseits von 30 Sekunden. Ausgiebige Tests haben aber ergeben, dass es sich nicht um ein grundsätzliches Problem der Linse handelt, da mit Auto-Fokus durchaus ansprechende Resultate erzielt werden können.

Der manuelle Fokus wird an der E-20 übrigens über einen Drehring am Objektiv eingestellt, allerdings über Elektromotoren übertragen, was ich persönlich als suboptimal empfinde. Ich bin aber auch vorwiegend rein mechanische Objektive ohne Auto-Fokus gewöhnt ...

Inzwischen konnte ich auch noch günstig eine gebrauchte Makrolinse MCON-35 ergattern, welche ausgesprochen gute Abbildungsleistungen im Bereich ab 12cm liefert und dabei eine mininale Fläche von 49 x 37mm abbilden kann. Derzeit habe ich erst wenige Testbilder mit dieser Linse gemacht um mich von der Qualität zu überzeugen. Es gibt also auch in der Zukunft noch weitere Möglichkeiten zu entdecken!

Vom gleichen Privatmenschen - er verkaufte seine E-20 übrigens um auf die Canon 10D umzusteigen -, von dem ich bereits den MCON-35 bezogen hatte, kaufte ich später noch ein Set mit diversen Filtern.

Weiteres Zubehör

Als ausgesprochen wichtig und in der Folge auch ebenso nützlich erachtete ich die Beschaffung des Kabelfernauslösers RM-CB1. Die Abwicklung der Bestellung bei meinem Fotohändler dauerte ungewöhnlicherweise mehr als einen Monat und endete vorübergehend mit der Fehllieferung der der Kamera sowieso schon beigelegten Infrarot-Fernbedienung RM-1. Wenige Tagen später wurde dann aber der richtige Auslöser nachgeliefert. Vorteil des RM-CB1 ist der selbe zweistufige Auslöseknopf, wie er auch an der Kamera und am Batterie-Griff zu finden ist, zudem ist eine mechanische Arretierung für Bulb-Aufnahmen vorhanden.

Rein präventiv habe ich mir das Stecknetzteil C-6AC geleistet, welches den Betrieb der Kamera direkt am Hausnetz ermöglicht. Eine weniger gute Erfahrung habe ich mit diesem Netzteil allerdings anlässlich eines grösseren Reproduktionslaufs gemacht, als ich das C-6AC zusammen mit dem Batterie-Griffs eingesetzt hatte; am Ende des Jobs waren die Kamera-Akkus derart entleert, dass der Bildzähler nach einem Wechsel der Speicherkarten um 600 Bilder zurückgesetzt wurde.

Als für längere Foto-Sessions zu knapp bemessen haben sich meine zwei ursprünglich mit der Kamera zusammen beschafften 128 MB CompactFlash-Speicherkarten von SanDisk erwiesen. Inzwischen sind zwei weitere SanDisk-Karten mit jeweils 256 MB dazu gekommen, was für einen Tagesausflug mit bis zu 400 Bilder durchaus ausreicht, zusammen mit den kleineren Karten wären sogar 600 Bilder möglich.

Während ich anfänglich die Übertragung der Bilddaten noch via USB-Kabel direkt aus der Kamera realisiert hatte, besann ich mich zwischenzeitlich eines besseren und legte mir einen günstigen externen Kartenleser zu. Vorteilhaft an der E-20 ist nebenbei erwähnt, dass sie genauso wie der externe Kartenleser vom Betriebssystem als zusätzliches Laufwerk erkannt wird.

Das optimale Blitzgerät

Neben dem eingangs bereits erwähntem ausklappbaren Blitz verfügt die E-20 über zwei weitere Möglichkeiten, ein externes Blitzgerät anzusteuern. Einerseits findet sich oben auf dem Gehäuse ein sogenannter "Hot Shoe", ein Zubehörschuh mit Mittelkontakt für Standardblitzgeräte sowie drei Steuerkontakten für das Olympus-eigene Blitzsystem. Weiter besitzt die E-20 an der linken Geräteseite einen weiteren Blitzanschluss, über den mittels Standardkabel ein (weiteres) Blitzgerät angesteuert werden kann.

Nach den oben bereits erwähnten schlechten Erfahrungen mit dem alten Metz MB 28 M-1 Blitzgerät kann ich an dieser Stelle von den deutlich besseren Erlebnissen mit dem Stabblitz Metz MB 45 CL-4 berichten. Dank dem zusätzlich beschafften SCA-3202-Adapter und dem für den MB 45 CL-4 nötigen Kabel SCA-3000C wurde eine einwandfreie Belichtung mit TTL-Automatik möglich.

Leider ist der Metz MB 45 CL-4 für den Ausseneinsatz eher zu gross und zusammen mit der voll ausgerüsteten E-20 auch mir etwas zu schwer, so dass ich dieses Blitzgerät inzwischen hauptsächlich ab einem separaten Stativ als "Studio-Blitz" verwende, übrigens auch nur noch selten im Automatik-Modus, sondern auf gedrosselter manueller Einstellung, oft zusammen mit weiteren kleinen, mit Blitz-Tiggern fernausgelösten Metz MB 20 BC-6-Blitzgeräten.

Für den mobilen Einsatz benötigte ich nun also ein anderes Blitzgerät, welches möglichst mit der E-20 harmonieren und auch kompatibel zu meinen alten SLR-Kameras von Contax sein sollte. Ein Olympus-Blitz lag weder vom Preis noch von der Möglichkeit der Zusammenarbeit mit den Contaxen drin, so dass ich mich wiederum bei Metz nach einem SCA-kompatiblen Gerät umsah. Da inzwischen der vielerorts empfohlene Metz MB 32 MZ-3 nicht mehr lieferbar war, lag die Wahl eines MB 54ers nahe, aber auch dessen Preis erschien mir für den eher seltenen Einsatz als deutlich zu hoch.

Das Glück war mir aber erneut hold und ich fand bei meinem Fotohändler tatsächlich noch einen neuen Metz MB 32 MZ-3 mit SCA-Standardfuss und der Möglichkeit, den SCA-3202-Adapter zu verwenden. Mit den bisherigen Ergebnissen bin ich äusserst zufrieden, obwohl ich auch bei diesem Gerät auf die TTL-Steuerung durch die Kamera verzichte, sondern lieber die Blitz-eigene Automatik verwende. Dabei funktioniert der Motorzoom des Blitzgerätes sowie die Blitzerkennung durch die E-20 tadellos und die durch den Blitz gesteuerte Ausleuchtung dünkt mich eine Spur besser, als wenn ich das der Kamera überliesse. Der lästige Messvorblitz ist damit natürlich ebenfalls hinfällig, was nebenbei zu deutlich natürlicheren Blicken bei den "Blitzopfern" führt.

Fazit nach einem halben Jahr

Ich habe noch selten eine Anschaffung so wenig bereut, wie die der Olympus E-20, auch wenn die Investition deutlich über dem von mir gesetzten Rahmen und irgendwie auch bar jeder Vernunft war. Es ist generell wohl ein Irrtum zu glauben, die Kosten der Kamera seien das Mass der Dinge, denn gerade das - für den sinnvollen Gebrauch unbedingt notwendige! - Zubehör kann die Kosten der Kamera selber deutlich übersteigen.

Die Bedienung der E-20 ist für einen Benutzer mit SLR-Erfahrung kaum mit eine nennenswerte Umstellung, auch wenn natürlich eine digitale Spezialitäten wie der Weissabgleich hinzu gekommen sind. Dank den vielen, recht optimal angeordneten Knöpfe und Schalter kann während dem Fotografieren vollständig auf den Gebrauch des Menüs verzichtet werden. In der Praxis schalte ich über das Menü lediglich die Rauschunterdrückung ein bzw. aus oder lösche gelegentlich den Karteninhalt.

Wünschenswerte Funktionen fehlen mir (fast) keine. Besonders vermisse ich nicht die Möglichkeit, irgendwelche Filmchen zu drehen, denn ich wollte mir eine Fotokamera zulegen, und keine Filmkamera. Was ich allerdings dann und wann schon vermisst habe, ist die Tiefenschärfenkontrolle. Prinzipbedingt - die E-20 verfügt nicht über einen Spiegel im Strahlengang, sondern verwendet ein Prisma, welches das Licht anteilmässig zwischen Sensor und Sucher aufteilt - würde so eine Einrichtung bei kleinen Blendeneinstellungen möglicherweise derart dunkle Sucherbilder liefern, dass eine Beurteilung der Schärfe sowieso kaum mehr möglich sein dürfte.

Über die Bildqualität kann ich kaum Negatives berichten. Die Gründe dafür sehe ich aber nicht bei den fünf Megapixeln dieser Kamera, für viel entscheidender halte ich das gute Objektiv und die gelungene Abstimmung der Elektronik.

Noch ein Wort zum Hersteller Olympus: Bisher sah ich noch keine Notwendigkeit, den technischen Support von Olympus zu benötigen, kann deshalb über Preise oder Kompetenz wenig aussagen. Sehr positiv überrascht hat mich allerdings, dass mir von Olympus (Schweiz) auf meine E-Mail-Anfrage hin die vorloren gegangene Blitzschuhabdeckung gratis zugestellt wurde. Ebenso kostenfrei erhielt ich von Olympus eine Sucherabdeckung aus Gummi, aus der ich zusammen mit einer alten Augenmuschel aus meinem SLR-Bestand eine verbesserte Suchermuschel basteln wollte. Dieses Projekt harrt allerdings noch der Realisation, da ich immer noch keinen Klebstoff gefunden habe, welcher zwei Gummiteile zuverlässig verbinden kann ... [Nachtrag Februar 2004: Mit einem Zweikomponentenkleber habe ich die beiden Teile inzwischen erfolgreich verbunden; leider lässt sich die Kamera mit der aufgesteckten modifizierten Augenmuschel nicht mehr so problemlos in meine Fototasche versenken, weshalb ich das Teil nicht regelmässig verwende]

Abschliessend kann ich nur nocheinmal bemerken, dass ich die E-20 für absolut praxistauglich halte und gerade für SLR-Umsteiger eine interessante Alternative zu gängigen DSLR-Kameras von Canon, Nikon oder Fuji ist. Zugegeben, etwas schneller beim Abspeichern bei der Bilder dürfte sie sein, das ist aber wirklich der einzige Negativpunkt, der mich in einigen Situationen etwas stört.


04.11.2003, Update: 04.04.2004



Nachträge

Die ideale Kameraeinstellung

Nach nun um die 15000 Aufnahmen - natürlich floss nur ein Bruchteil davon in mein Archiv ein! -, verschiedenen eigenen Tests und Beobachtungen von Dritten möchte ich an dieser Stelle ein paar Worte zu den von mir bevorzugten Kameraeinstellungen verlieren. Vorausschicken will ich allerdings, dass das hier Geschriebene für mich als Amateur mit meinen ureigenen Bedürfnissen gilt und nicht in allen Punkten generalisiert werden darf.

Grundsätzlich stellt sich immer wieder die Frage nach dem geeignetsten Speicherformat für die Bilder aus Digitalkameras. Die Olympus E-20 bietet eine Vielzahl möglicher Speicherformate zum Teil in Kombination mit Bildauflösungen und Komprimierungsvarianten:

  • Bilddaten (16 Bit), 9830400 Bytes (=100%)
  • RAW-Datei (16 Bit), 9908224 Bytes (=101%), unkomprimiert
  • TIFF-Datei (8 Bit), 15990784 Bytes (=163%), unkomprimiert
  • JPEG-Datei (8 Bit), 3481600 Bytes (=35%), verlustbehaftet komprimiert (1:2.7)
  • JPEG-Datei (8 Bit), 2457600 Bytes (=25%), verlustbehaftet komprimiert (1:4)
  • JPEG-Datei (8 Bit), 1228800 Bytes (=13%), verlustbehaftet komprimiert (1:8)

Hier wurden jeweils ausschliesslich die maximale Bildauflösung (2560x1920 = 4915200 Bildpunkte) zum Vergleich herangezogen. Alle Prozentwerte beziehen sich auf die rechnerisch maximalen Bilddaten und sind mit einer einheitlichen, typischen Beispieldatei in den verschiedenen Formaten verglichen.

Dass die Bildauflösung grundsätzlich auf den maximal möglichen Wert eingestellt werden sollte, setzte ich als Konsens voraus. Allfällige Interpolerationen nehme ich von dieser Aussage selbstverständlich aus, wobei das mit der hier behandelten Olympus E-20 nichts zu tun hat.

Ich verwende für meine Bilder hauptsächlich das JPEG-Format in maximaler Komprimierung (1:8), was Bilddateien mit in der Regel etwas über einem Megabyte ergibt. Die Unterschiede zu kleineren Komprimierungsstufen sind selbst auf Pixel-Ebene kaum erkennbar und rechtfertigen doppelt so grosse Bilddateien für die nächst höhere Komprimierungsstufe (1:4) eher weniger. Bei besonders heiklen Motiven, wie das Blattwerk von Bäumen oder besonders feinen Strukturen, verwende ich aber gelegentlich eine weniger verlustbehaftete Komprimierung.

Der (nicht von mir unternommene) Versuch, die Resultate durch vom Standard abweichende Einstellungen von Schärfung und Kontrast in der Kamera zu optimieren, ergab offenbar keine Verbesserung, sondern erhöhte nur den Nachbearbeitungsaufwand am Computer. Ich verzichte möglichst auf jede diesbezügliche Manipulation, nicht zu letzt auch, um den Aufwand generell in Grenzen zu halten. Eine Optimierung kann jedoch je nach Ausgabemedium oder Verwendungszweck durchaus sinnvoll sein.

Bewährt hat sich übrigens - auch wenn dies nun mit den obigen Einstellungsfragen wenig zu tun hat - die Reduktion der Belichtungskorrektur für Blitzaufnahmen auf "-1". Die Lichtmenge reicht durchaus noch aus und überbelichtete Vordergründe werden dadurch recht effizient vermieden.


28.01.2004



Firmware-Version der Olympus E-10/E-20 anzeigen

Wie Dave Weikel auf seiner Homepage bereits Anfang November 2001 berichtet, gibt es für die Olympus E-20 genauso wie für deren Vorgängerin E-10 einen Trick, um die aktuelle Firmware-Version anzuzeigen. Während bei frühen E-10-Modellen durchaus ein Bedarf an Unterscheidung bestand, ist dies bei der E-20 eher eine Zusatzinformation ohne allzu grosser praktischen Relevanz.

Um die Firmware-Version angezeigt zu bekommen, gehen Sie wie folgt vor (die Nummern in Klammer entsprechen den Angaben in der der Kamera beigelegten gedruckten "Einfache[n] Anleitung" zur Olympus E-20, Seite 60):

  • Schalten Sie die Kamera aus und öffnen Sie die "Kartenschachtabdeckung" (19)
  • Drehen Sie das "Modus-Einstellrad" (26) in die "Wiedergabe"-Position (Playback)
  • Schalten Sie die Kamera nun ein und ignorieren Sie die Fehlermeldung auf dem Display
  • Drücken Sie die Taste "Belichtungskorrektur" (8) und halten Sie sie gedrückt
  • Drücken Sie nun gleichzeitig die Taste "Aufzeichnungsmodus" (30) und lassen beide gedrückten Tasten los
  • Auf dem Display wird nun die aktuelle Firmware-Version angezeigt; bei meiner E-20 heisst es beispielsweise "OLYMPUS E-20, E-20N, E-20P VERSION 1.104 PAL"

Die Anzeige bleibt so lange erhalten, bis Sie die Kamera ausschalten, die Stellung des "Modus-Einstellrad" verändern oder die "Kartenschachtabdeckung" schliessen.


10.02.2004



Testberichte

Die folgende Sammlung von Testberichten und Previews zur Olympus E-20 erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wurde von mir lediglich zum Zweck der Dokumentation zusammengestellt. Leider fand ich bei dieser Gelegenheit einen bestimmten Test nicht mehr, der sich äusserst negativ über die E-20 ausliess. Im Schnitt sind die Bewertungen recht positiv bis euphorisch, was hoffentlich nicht auf meine Auswahl zurück zu führen ist:

Phil Askey - DPreview.com

In seiner ausführlichen Preview testete Phil im Herbst 2001 die E-20, inkl. Update im Frühjahr 2002. Sein Urteil fällt mit "Empfehlenswert" ("Recommended") recht gut aus, er verweist aber auch auf den recht hohen Anschaffungspreis von etwa 2000 US$ (per Ende 2003: ab 1200 US$). Phil bescheinigt der E-20 eine gute Bildqualität, bemängelt allerdings (zurecht) die lahme Bildspeicherung. Die E-20 wird mit damals aktuellen Prosumer-Kameras der 5-Megapixel-Kameras wie der Nikon Coolpix 5000, der Minolta DiMAGE 7 und der Sony F707 verglichen.

Homepage: www.dpreview.com

Ciao.de

Das "Verbraucherportal" Ciao erlaubt die Bewertung von Produkten durch die Benutzer. Für die E-20 liegen insgesamt 10 Bewertungen vor, neun davon zum Teil sehr positive und eine negative Bewertung von einem Pressefotograf mit dem Pseudonym "Fotoralf", welcher die kurze Akkulaufzeit bemängelt. Vielleicht war ja auch ein defektes Ladegerät die Ursache für dieses Problem?

Homepage: www.ciao.de

Dave Etchells - Imaging-Resource.com

Am Ende seiner Review bescheinigt Dave der E-20 viele Vorteile gegenüber ihrer Konkurrenten und geht besonders auf die wärmeabführende Bauweise aus Metall ein, welche einen positiven Effekt bezüglich dem Rauschen hätte. Sein Urteil: "Highly recommended".

Homepage: www.imaging-resource.com

James Gifford

Auf seiner Seite testet James die Bildqualitäten der E-20 bei verschiedenen Einstellungen. Er verwendet die E-20 selber seit Sommer 2002 und liebt die Kamera trotz der auch von ihm deutlich bemängelten Schreibgeschwindigkeit beim Abspeichern der Bilder.

Homepage: www.dgath.com/users/jdg

Jeff Keller - DCresource.com

In seiner Review berichtet Jeff - bekennender E-10-Benutzer - über seine Erkenntnisse bezüglich der E-20, welche sich weitgehend mit den Tests der anderen Autoren decken. Er hält aber die E-20 teilweise eher für einen Rückschritt verglichen mit der E-10, besonders wohl wegen der fast doppelt so langen Speichergeschwindigkeit, welche nur über 20% weniger Pixel verfügt.

Homepage: www.dcresource.com

MegaPixel.net

Gute Noten (8.8 bzw. 9.2 von 10) erhält die E-20 bei der Review von MegaPixel.net. Als einziges negatives Merkmal wird erstaunlicherweise die minimale Belichtungszeit von 1/640 Sekunden (im IS-Modus) aufgeführt.

Homepage: www.megapixel.net

Steve Sanders - Steves-Digicams.com

Steve beschrieb die E-20 im Herbst 2001 in seiner Preview. Er lässt offen, ob die E-20 - gerade für Umsteiger des Vorgängers E-10 - empfehlenswert wäre, verweist aber auch auf andere, damals aktuelle 5-Megapixel-Modelle.

Homepage: www.steves-digicams.com

Dave Weikel

Dave verwendete seine E-20 zwischen 2001 und 2003, ist Mitte 2003 aber auf die Canon 10D umgestiegen und nach seinen Angaben zufrieden damit. Neben Vergleichsbildern zwischen der E-10 und der E-20 findet sich auf seiner E-20-Seite auch der ausführliche, bebilderte Tipp zum Auslesen der Firmware-Version, welchen ich weiter oben übersetzt habe. Dave verspricht, seine E-10/E-20-Seiten weiterhin zur Verfügung zu halten, droht aber an, diese beim nächsten Umbau seiner Homepage ins Archiv zu verbannen.

Homepage: www.davidweikel.com


17.02.2004, Update: 06.11.2004



Bekannte Probleme und deren Lösung

Leseprobleme bei CF-Karten

Es ist mir nun bereits zum dritten Mal passiert, dass eine CompactFlash-Karte nach dem Wechsel während einer Foto-Session nicht mehr ordentlich lesbar war. Hatte ich es bei den ersten beiden Malen noch für einen dummen Zufall gehalten, konnte ich beim dritten Vorfall alles nach "Lehrbuch" machen und es kam trotzdem zu einem Fehler beim Lesen der Bilddaten. Folgende Sympthome sind dabei aufgetreten:

  • Beim Übertragen der Bilder (ich verwende einen Kartenleser) kommt es zu einem Fehler ("Datei nicht gefunden" beim Kopieren/"Falsches Datenformat" bei der Anzeige)
  • Die Bildnummern der zuletzt beschriebenen Karte wiederholen sich teilweise auf der zweiten Karte
  • Einige Bilder sind üblicherweise noch im Zugriff mit den richtigen Bildnummern

Dieses Verhalten trat bei mir bisher ausschliesslich beim Medienwechsel während einer Foto-Session "im Feld" auf und niemals bei anderen Manipulationen mit CF-Karten (auch Kartenwechseln) unter sogenannt "kontrollierten Bedingungen" im Studio- oder Testbetrieb.

Offensichtlich wird das Verzeichnis nach dem Kartenwechsel nicht korrekt nachgeführt. Dies geschieht, trotz dem Abwarten des letzten Schreibvorgangs und dem ordentlichen Abschalten der Kamera vor dem Kartenwechsel. Beim letzten diesbezüglichen Vorfall habe ich sogar extra noch den "Play"-Modus aktiviert, in der Hoffnung, dass dadurch die Verzeichnisdaten vollständig zurückgeschrieben würden. Leider hat auch das nicht geholfen.

Aber keine Angst, die Bilder sind trotz der deftigen Fehlermeldung nicht verloren und lassen sich "ganz einfach" wieder herstellen. Bei allen von mir erlebten Vorfällen konnte ich mit der im Folgenden geschilderten Methode alle Bilder retten und - dank einem eigenen Programm - auch die Originaldateinamen mitsamt Bilddatum und -zeit wieder herstellen. Sie benötigen:

  • Einen Kartenlesen (USB-Kartenleser für CompactFlash-Karten, ich verwende ein Modell von SanDisk), es sollte aber auch direkt über die Kamera funktionieren, da die als Wechseldatenträger von Windows erkannt wird (ich habe es allerdings noch nicht ausprobiert)
  • Genügend freier Festplattenspeicher (dreimal die Grösse des Karteninhalts)
  • Das Freeware-Programm JPEGDUMP von Kurt Stege, welches in einem Verzeichnis im direkten Zugriff gespeichert werden soll (zB. das Windows-Verzeichnis)
  • Viel Zeit! Das Auslesen einer CF-Karte mit 256 MB dauert etwa fünf Minuten (was etwa der Kopierzeit bei maximaler Belegung entspricht), das Wiederherstellen der JPEG-Dateien auf einem schnellen Rechner gut zwei Stunden bei bis zu 200 Bildern (je nach deren Auflösung)

Das Vorgehen ist nicht trivial, aber mit vertretbarem Aufwand durchaus machbar. Folgende Annahmen seien dabei vorausgesetzt:

  • "D:\" ist das Datenlaufwerk
  • "D:\X\" ist das Verzeichnis für die Wiederherstellung
  • "D:\Y\" ist das optionale Verzeichnis für die Zieldateien
  • "I:\" ist das Laufwerk des CompactFlash-Lesegerätes

Von diesen Vorgaben abweichende Einstellungen müssen Sie selbstverständlich in den unten aufgeführten Befehlssequenzen entsprechend Ihrer Umgebung anpassen.

Gehen Sie nun wie folgt vor:

  • Erstellen Sie ggf. die oben bezeichneten Verzeichnisse
  • Erstellen Sie eine Kopie der CompactFlash-Karte auf der Festplatte:
      jpegdump -copy \\.\i: d:\x\dump.dat
    Dieser Vorgang dauert etwa fünf Minuten bei einer CF-Karte mit 256 MB mit einem Kartenleser nach USB 1.1-Standard, was ungefähr der Zeit der Übertragung der Bilddaten entspricht
  • Wechseln Sie ins Wiederherstellungsverzeichnis "D:\Y\", da die Ausgaben des nächsten Aufrufs von JPEGDUMP ins aktuelle Verzeichnis erfolgen
  • Starten Sie die Wiederherstellung der JPEG-Dateien:
      jpegdump -recover d:\x\dump.dat
    Dieser Vorgang dauert etwa zwei Stunden bei einer vollen CF-Karte mit 256 MB auf einem durchschnittlich schnellen Rechner (2 MHz im konkreten Fall) und einigermassen schneller Festplatten
  • Korrigieren Sie ggf. die Dateinamen und, falls möglich/nötig, Dateidatum und -zeit

Es werden bei der Wiederherstellung in der Regel deutlich mehr Dateien gefunden, als tatsächlich auf der Karte vorhanden sind. Einerseits können in den Bilddateien verkleinerte Vorschaubilder mitgespeichert sein (bei der Olympus E-20 sind es jeweils zwei Bilder, einmal mit durchschnittlich 7 KB und einmal mit etwas über 150 KB), andererseits findet JPEGDUMP auch Bilder, welche sich hinter den zuletzt aufgenommenen noch auf der Karte befunden haben aber wahrscheinlich nicht mehr sonderlich aktuell sind. Ihre gesuchten Bilddateien werden jeweils mehrere hundert Kilobytes oder mehr Speicherplatz belegen, je nach eingestellter JPEG-Komprimierung.

Hinweis: Ich kann nicht garantieren, dass mit der oben beschriebenen Methode alle Bilder wieder hergestellt werden können! Der Autor von JPEGDUMP selbstverständlich auch nicht, nehme ich an. Dass mir das bisher ohne Datenverlust gelungen ist, führe ich deshalb auf die glücklichen Umstände zurück.

Hinweis: Es werden mit JPEGDUMP lediglich JPEG-Dateien gefunden, TIFF- oder gar RAW-Dateien können mit dieser Methode nicht wiederhergestellt werden.

Hinweis: Überschreiben Sie die CF-Karte nicht, bevor Sie den Vorgang nicht vollständig abgeschlossen und alle Ergebnisse eingehend geprüft haben.

Hinweis: Vor der nächsten Benutzung der CF-Karte sollte diese vorsorglich neu formatiert werden, selbstverständlich in der Kamera und keinesfalls im Kartenleser!


05.03.2004



Die Kamera "hängt sich auf"

Erst einmal ist es mir passiert, dass sich meine Olympus E-20 aufgehängt hat. Was die Gründe dafür waren, kann ich nicht abschliessend beantworten, denn die Aufnahmesituation war "gewöhnlich" und die Akkus zumindest noch zu 40% voll (ich hatte schon deutlich tiefere Akku-Stände; ich verwende fast ausschliesslich den Batterie-Griff B-32LPSE mit Lithium Ploymer-Akku).

Sollte Ihnen dasselbe passieren, gehen Sie wie folgt vor:

  • Warten Sie einen Moment, bis allfällige Speichervorgänge beendet wurden (was bei der Olympus E-20 durchaus eine gewisse Zeit dauern kann!)
  • Schalten Sie die Kamera ab (auch wenn das keine direkte Reaktion zeitigt, das heisst die Anzeige im Display bleibt stehen)
  • Entfernen Sie die Akkus für einen Moment (drei Sekunden haben bei meinem Versuch genügt)
  • Schalten Sie die Kamera wieder ein

Nach dieser Aktion sollte sich die Kamera wieder problemlos bedienen lassen. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie die Akkus neu laden und ggf. ersetzen, falls das Problem andauert. Bringt auch das nichts, ist der Hersteller betreffend der Fehlerbehebung/Reparatur zu kontaktieren.


05.03.2004



 :
 
 
 
Alle Rechte © Guido Studer, Basel - Letzte Änderung: 01.03.2008