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Erfahrungsbericht Canon EOS 5D

Am 22. August 2005 stelle Canon offiziell eine neue Generation von digitalen Spiegelreflexkameras in Form der Canon EOS 5D vor. Erfahren Sie hier etwas über diese Kamera und meine Erfahrungen (plus Update nach einem Jahr bzw. nach zwei Jahren) damit, ganz besonders im Vergleich zu meiner treuen Canon EOS 20D. Zudem gibt es weitere Informationen zu Objektiven und Zubehör und Verweise auf weitere Angebote.



Zuerst war alles nur ein Gerücht

Erste Gerüchte über ein Nachfolgemodell keimen ja oft schon kurz nach dem Erscheinen einer neuen Kamera auf. Gerade bei Firmen wie Canon, die je nach Modelllinie die Nachfolger bereits nach weniger als zwei Jahren auf den Markt bringen, schiessen die Spekulationen regelmässig kurz vor erwarteten Ankündigungen förmlich ins Kraut. Das war vor einem Jahr bei der Vorstellung der Canon EOS 20D auch nicht anders. Konkret wurde im Sommer 2005 über eine EOS 2D fabuliert, später über eine EOS 1D Mark III, es erschienen manipulierte Bilder einer EOS 25D, ein Bild einer EOS 3000D und dergleichen.

Anfang August 2005 machte ein spanischsprachiger Canon-Prospekt als PDF die Runde, welcher über eine neue Canon EOS 5D berichtete. Die Meinungen, ob es sich beim diesem Prospekt um eine Fälschung handelte oder nicht, gingen weit auseinander und in Online-Foren wurde heftig darüber diskutiert. Am 15.08.2005 tauchten auf der Seite von Canom Professional Service Europe (www.cps.canon-europe.com) Bilder der Canon EOS 5D und der EOS 1D Mark II N auf, kurz darauf war die ganze Subdomain für über eine Woche nicht mehr erreichbar (Offline-Text). Am 19.08.2005 konnte bei Canon Australien das ebenfalls neue Canon EF 24-105/4 L IS USM bewundert werden, allerdings auch nur für wenige Stunden, bis sie vorübergehend wieder gelöscht wurde.

Die Gerüchteseite www.canon-5d.com, ab dem 10.08.2005 online, verzeichnete bis zum 22.08.2005 fast 33'000 Besucher aus aller Welt (zugriffsstärkster Tag: 16.08.2005 mit über 7000 Besuchern).

Hier noch einmal zusammengefasst die Chronologie der Ereignisse:

  • 09.08.2005
    Erste Gerüchte tauchen in einem spanischsprachigen Forum auf
  • 10.08.2005
    Die Gerüchte verbreiten sich in Windeseile quer durch einschlägige Newsticker, in Online-Foren und Newsgroups
  • 12.08.2006
    Diese Seite erscheint erstmals mit einer Zusammenfassung aller zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Informationen in deutsch
  • 15.08.2005
    Informationsleck bei Canon Europa bezüglich der Canon EOS 5D und dem Canon EF 24-105/4 L IS USM
  • 19.08.2005
    Informationsleck bei Canon Australien bezüglich dem Canon EF 24-105/4 L IS USM
  • 22.08.2005
    Canon kündigt die Canon EOS 5D offiziell an, erste Preview auf www.dpreview.com
  • 01.09.2005
    Canon Schweiz gibt die offiziellen Preise für die Canon EOS 5D bekannt: CHF 5100.-
  • 01.10.2005
    Dem Vernehmen nach sind erste Exemplare der Canon EOS 5D in einzelnen Läden in Deutschland und der Schweiz aufgetaucht
  • 10.10.2005
    Mein erste persönliche Begegnung mit der Canon EOS 5D im Fotohaus in Basel
  • 12.11.2005
    Ausführlicher Testbericht auf www.dpreview.com

Das neue Familienmitglied

Offensichtlich schloss Canon mit der EOS 5D eine Lücke in ihrem Programm, welche zwischen den professionellen Modellen (1D und 1Ds, aktuell mit dem Zusatz "Mark II" bzw. der neuen EOS 1D Mark II N) und der Mittelklasse (20D, aktuell 30D) entstanden ist. Am unteren Ende der Modellpalette findet sich seit Herbst 2006 die EOS 400D (Nachfolger der EOS 350D).

Canon EOS 5D mit Canon EF 50mm/1.4 USM, Foto: Canon

Das herausragendste Merkmal der Canon EOS 5D ist natürlich der vollformatige Sensor, dessen Fläche beinahe dem Kleinbildformat entspricht, bis auf ein paar wenige Millimeter. Erstaunlich ist diese Entwicklung allerdings nicht, bedenkt man, dass Kodak wenige Monate vor dem Erscheinen der EOS 5D die Produktion ihrer Vollformat-DSLR-Linie eingestellt hatte. Das dadurch frei gewordene Marktsegment wurde damit von Canon übernommen, zudem durfte man bei Canon auch auf Umsteiger aus der eigenen Mittelklasse und von Benutzern von Kameras anderer Hersteller zählen.

Zu den inneren Werten

Als sehr positiv bewerte ich die vergleichsweise geringe Pixeldichte, die trotz der hohen Auflösung von über zwölf Megapixeln und dank der grossen Sensorfläche beste Voraussetzungen für rauscharme Bildern selbst bei hohen Empfindlichkeiten garantiert. Die Pixeldichte entspricht übrigens der, welche auch bei der Canon EOS 1D Mark II (N) mit dem Formatfaktor 1.3 zu finden ist.

Nicht vergessen werden sollte bei aller Freude über den grossen Sensor und die vielen Pixel, dass diese auch besondere Ansprüche an die verwendeten Objektive stellen. Selbstverständlich können die für die kleineren Sensoren mit Formatfaktor 1.6 konzipierten EF-S-Objektive nicht an der Canon EOS 5D verwendet werden. Um die volle Auflösung der Kamera auch wirklich nutzen zu können, wird man wohl nicht um die guten "L"-Objektive herumkommen.

Als weiterer Nachteil der 12.8 Megapixel könnten natürlich auch die grösseren Datenmengen gesehen werden: Ein RAW-Bild (CR2-Format, 3x12 Bit Farbauflösung) benötigt im Durchschnitt knapp 13 Megabytes Speicherplatz, ein JPEG-Bild in voller Grösse in bester Auflösung fast 5 Megabytes. Grosse Speicherkarten sind also bei der Anschaffung der Canon EOS 5D einzuplanen, wobei die Kosten dafür wohl eher nicht ins Gewicht fallen dürften.

Canon EOS 5D, Rückseite, Foto: Canon

Die Canon EOS 5D verfügt über einen grossen LCD-Display mit 2.5" Diagonale (ca. 6.3 cm), wie er bei allen neuen Modellen (Canon EOS 1D Mark II N, 30D und 400D) eingesetzt wird. Viel interessanter dürfte allerdings sein, dass die 5D im Gegensatz zur 20D nun auch die Spot-Belichtungsmessung beherrscht und neu ebenfalls ein Histogramm über die drei Farbkanäle bietet. Ebenso schön die Aussicht, die sich beim Blick durch den Sucher bietet, ist dieser doch etwas grösser geworden und die Mattscheiben sind nun ebenfalls auswechselbar. Weniger schön wiederum ist, dass die Empfindlichkeit (ISO/ASA) immer noch nicht im Sucher angezeigt wird, ein Mangel, der mich persönlich an der 20D schon arg gestört hat.

Im Gegensatz zu den kleineren Modellen verfügt die Canon EOS 5D wie auch die professionellen 1D-Kameras über keinen eingebauten Aufklappblitz. Ein externes Blitzgerät der EX-Speedlite-Serie (E-TTL2-Betrieb) oder (fast) jedes beliebige Computer-Blitzgerät kann über den Zubehörschuh angeschlossen und ausgelöst werden, zudem verfügt die Kamera selbstverständlich über einen zusätzlichen Standardanschluss ("PC Terminal"). Die Synchronisationszeit ist allerdings auf 1/200 Sekunde beschränkt, also etwas weniger als bei der Canon EOS 20D (1/250 Sekunde).

Von den Bedienungselementen her unterscheidet sich die Canon EOS 5D kaum von der 20D. Lediglich eine neue Taste mit einem blauen Drucker-Symbol ist rechts oberhalb der "Menü"-Taste an der Kamerarückseite zu finden. Es handelt sich dabei um eine Direktdruckfunktion zum Ausdruck des gerade angezeigten Bildes, wobei ich an der Sinnhaftigkeit solcher Dinge immer etwas zweifle. Lieber sähe ich an dieser Stelle eine frei programmierbare Taste, über die verschiedene Kamera-Funktionen wahlweise angesteuert werden könnten; die aktuellen Einstellungen in den Custom-Modus übertragen beispielsweise, oder die Spiegelvorauslösung ein- bzw. ausschalten.

Eine weitere Neuerung in der Bedienung ist beim Programmwahlrad links oben am Gehäuse zu verzeichnen. Zuerst einmal sind die diversen Motivprogramme weggefallen, was einer Kamera dieser Klasse sicher gut ansteht. Ebenfalls weggefallen ist der "A-DEP"-Automatikmodus, welcher für eine möglichst grosse Schärfentiefe sorgt. Neu hinzugekommen ist der "B"-Modus, wobei das "B" für "Bulb" steht und die Langzeitbelichtung meint, dh. der Verschluss bleibt so lange offen, wie der Auslöser gedrückt bleibt. Bisher war der "Bulb"-Modus hinter der längsten Belichtungskeit - 30 Sekunden - im "Tv"- (Zeitautomatik) oder "M"-Modus (Manuell) versteckt. Ebenfalls neu ist der "C"-Modus ("Custom"), der eine komplette benutzerdefinierte Konfiguration schnell anzuwählen erlaubt (die Speicherung der im "C"-Modus zu verwendenden Einstellungen erfolgt über einen entsprechenden Punkt im Menü). Achja, der Vollautomatikmodus (grünes Viereck) existiert ebenfalls, wobei hierbei immerhin kein interner Blitz mehr automatisch ausklappt, wie bei den kleineren Canon EOS-Modellen. Ob das ein Trost ist, überlasse ich den Benutzern dieses Modus, zu denen ich sowieso nicht zähle.

Weitere kleine Änderungen im Menü hat die Canon EOS 5D von den professionellen 1D-Modellen geerbt, so kann zB. der Ordner auf der CF-Karte frei gewählt werden. Neu ist auch das Prinzip der sog. "Picture Styles" (Bildstile), wo die Bildcharakteristiken passend zu Standardsituationen gewählt werden können und die vorher üblichen "Parameter"-Einstellungen ablösen. Folgende "Picture Styles" sind verfügbar: Standard (entspricht "Parameter 1" bei der Canon EOS 20D), Portrait, Landschaft, Neutral und "Farbtreu" (eine bessere Übersetzung von "Faithful" ist mir in diesem Zusammenhang nicht eingefallen, es heisst dazu bei Canon übrigens, dass in diesem Modus die Farben möglichst originalgetreu bei einer Farbtemperatur von 5200 Kelvin abgebildet werden). Dazu kommen wie gehabt noch ein Monochrom- und drei Benutzerparameter.

Neu angeboten wird zur Canon EOS 5D der Hochformat- und Batteriegriff BG-E4, der ähnlich wie bei der 20D, zwei Akkus vom Typ BP-511 oder neuer (BP-511A, BP-512, BP-514) bzw. ein Satz aus vier AA-Akkus oder Batterien aufnehmen kann.

Technische Daten im Vergleich

Die folgende Aufstellung vergleicht die wichtigsten technischen Daten der Canon EOS 20D mit denen der Canon EOS 5D:

    Canon EOS 20D
  Canon EOS 5D
  Sensor: 22.5 x 15.0 mm (337 mm2)
3504 x 2336 Pixel
8.2 Megapixel
  35.8 x 23.9 mm (855 mm2)
4368 x 2912 Pixel
12.8 Megapixel
  Formatfaktor: 1.6 (APS-C)   1.0 (Vollformat)
  Emfindlichkeit: 100 - 3200 ISO/ASA
1.0 Blendenschritte
  50 - 3200 ISO/ASA
0.3 Blendenschritte
  Geschwindigkeit: 5 Bilder/Sekunde   3 Bilder/Sekunde
  Bildspeicher: 23 x JPEG, 6 x RAW   60 x JPEG, 17 x RAW
  Aufnahmemodi: Vollautomatik
Programmautomatik (P)
Zeitautomatik (Tv)
Blendenautomatik (Av)
Manuell (M)
Tiefenschärfenautomatik (A-DEP)
Motivprogramme: Portrait, Landschaft, Makro, Sport, Nachtportrait
  Vollautomatik
Programmautomatik (P)
Zeitautomatik (Tv)
Blendenautomatik (Av)
Manuell (M)
Langzeit (B)
Benutzer (C)
  Belichtungs-
messung:
Evaluativ (35 Punkte)
Partiell (9%)
Mittenbetont
  Evaluativ (35 Punkte)
Partiell (8%)
Spot (3.5%)
Mittenbetont
  Autofokus: 9 Fokuspunkte   9 Fokuspunkte
plus 6 versteckte Fokuspunkte bei Spot-Belichtungsmessung
  AF-Assistenz: Ja, mit internem Blitzgerät   Nein, nur mit externem Blitzgerät
  Blitz: Ja, ausklappbar   Nein, nur extern
  Synchronisation: 1/250 Sekunde   1/200 Sekunde
  Bildeinstellungen
Konfiguration:
Schärfe, Kontrast, Sättigung, Farbton (je 5 Stufen)   Schärfe (8 Stufen), Kontrast, Sättigung, Farbton (je 9 Stufen)
  Bildeinstellungen
Stile:
Parameter 1 und 2, Benutzer 1 bis 3, Schwarzweiss   Standard, Portrait, Landschaft, Neutral, Farbecht, Benutzer 1 bis 3, Schwarzweis
  LCD-Monitor: 1.8" mit 118000 Pixel   2.5" mit 230000 Pixel
  Grösse (BxHxT): 144 x 106 x 72 mm   152 x 113 x 75 mm
  Gewicht (netto): 685 g   810 g
  Listenpreis
(Herbst 2006):
CHF 2150.-
(Nachfolger Canon EOS 30D)
  CHF 5100.-
  Strassenpreis
(Herbst 2006):
CHF 1450.-
(Nachfolger Canon EOS 30D)
  CHF 3300.-
  Hochformatgriff
(Herbst 2006, Listenpreis):
BG-E2
CHF 260.-
  BG-E4
CHF 350.-

Da es keine neuen Canon EOS 20D in nennenswerten Stückzahlen mehr gibt, habe ich beim Preisvergleich ganz am Schluss der Aufstellung die Preise des Nachfolgers Canon EOS 30D zitiert. Die Canon EOS 30D entspricht in vielen Eckdaten der 20D, besitzt den selben Sensor und praktisch dasselbe Gehäuse. Neu hinzugekommen sind Features wie die Spot-Belichtungsmessung, die Bildeinstellungen wie sie auch bei der Canon EOS 5D Verwendung finden, und beispielsweise das Histogramm über die drei Grundfarben.

Canon EOS 20D und Canon EOS 5D, jeweils mit Canon EF 50mm/1.4 USM
Canon EOS 20D und Canon EOS 5D, jeweils mit Canon EF 50mm/1.4 USM, im direkten Vergleich

Es gibt einige Veränderungen zwischen der Canon EOS 20D und der Canon EOS 5D, die ich persönlich nicht wirklich als Verbesserungen erachte, obschon sie in obiger Aufstellung grün markiert sind. Ein Beispiel dafür ist die Empfindlichkeit, welche neu in 1/3-Blendenstufen verändert werden kann, statt wie bei der Canon EOS 20D noch in ganzen Blendenstufen. Ich benötige diesbezüglich keine derartige Feineinstellung, im Gegenteil ist damit das schnelle Wechseln zwischen hoher und normaler Empfindlichkeit oder umgekehrt mit etwas mehr Aufwand verbunden.

Meine Erfahrungen

Zwischen der Ankündigung und der letztendlichen Beschaffung im Herbst 2006 lagen fast 15 Monate. Während dieser Zeit war mir meine Canon EOS 20D im zweiten Jahr eine treue Begleiterin. Dass ich mich eines Tages doch gegen den Nachfolger - wie zum Beispiel die Canon EOS 30D - und für die Canon EOS 5D entscheiden würde, war mir bis kurz vor dem definitiven Entscheid keineswegs klar, ganz im Gegenteil. Im Folgenden versuche ich, die Geschichte meiner Beziehung zur Canon EOS 5D von allem Anfang an zu erzählen:

Erstkontakt

Nachdem ich im Oktober 2005 die Gelegenheit hatte, die Canon EOS 5D erstmalig persönlich zu begutachten, kann ich hier von meinen ersten Eindrücken berichten:

Canon EOS 5D mit Canon EF 17-40/4.0 L USM im Schaufenster vom Fotohaus
Canon EOS 5D mit Canon EF 17-40/4.0 L USM im Fotohaus in Basel

Die Verwandschaft der 5D mit der 20D ist auf den ersten Blick tatsächlich offensichtlich. Angenehm fällt auf, dass das Programmwahlrad deutlich aufgeräumter daher kommt, da wie weiter oben bereits erwähnt die weitgehend unsinnigen Motivprogramme weggefallen sind. Der fehlende interne Blitz fällt demgegenüber kaum auf und ich würde ihn wohl auch nicht vermissen.

Der direkte Vergleich der beiden Gehäuse zeigte kaum nennenswerte Unterschiede, auch vom Gewicht her sind beide Kameras ähnlich. An meiner mitgebrachten Canon EOS 20D war wie immer der Hochformatgriff befestigt, worunter der haptische Vergleich natürlich etwas litt. Dafür waren an beiden Canons ein EF 17-40/4.0 L USM-Objektiv angeschraubt, was zumindest einen optimalen optischen Vergleich ermöglichte.

Ein erster Blick durch den Sucher der Canon EOS 5D wurde dann zum Highlight des Kurztests: Ich mochte es anfänglich gar nicht glauben, wie viel grösser und übersichtlicher dieser gegenüber dem der Canon EOS 20D ist. Echt kein Vergleich, ganz besonders zu den kleineren Modellen (Canon EOS 300D, 350D und 400D), deren Sucher ich im Gegensatz zur 20D schon als unverhältnismässig klein empfand. Da tun sich Welten auf!

Wunderschön war natürlich auch das Erlebnis, mit dem EF 17-40/4.0 einmal "echte" 17mm sehen zu können, im direkten Vergleich zu den kleinbildäquivalenten 27mm mit demselben Objektiv an der Canon EOS 20D. Wenn ich da erst an mein vollformatfähiges Sigma 12-24 denke ... (das ich inzwischen leider verkauft und durch das Canon EF-S 10-22/3.5-4.5 USM ersetzt hatte).

Ein weiterer Blickfang, der rückseitige Bildschirm, ist durchaus imposant und die Menüs dadurch deutlich besser lesbar. Allerdings machte mir die Anzeige der 5D einen etwas dunkleren Eindruck, obschon beide verglichenen Geräte die Standardhelligkeit eingestellt hatten. Das lässt sich aber im Menü noch anpassen.

In der Kürze der Zeit war es mir nicht möglich, einen sinnvollen Vergleich der Bilder aus der Canon EOS 5D und der EOS 20D zu machen. Dies war auch gar nicht meine Absicht, denn dazu wäre wohl eine ganze Reihe Aufnahmen mit verschiedenen Objektiven unter mehreren Umgebungsbedingungen nötig gewesen. Ich verweise diesbezüglich auf die diversen Testberichte, welche im Internet verfügbar sind.

Ich möchte an dieser Stelle ganz herzlich dem überaus kompetenten und freundlichen Personal vom Fotohaus an der Freien Strasse in Basel danken. Obschon ich vorab klargestellt habe, dass ich keine Kamera kaufen werde, wurde ich zuvorkommend bedient.

Wie die Jungfrau zum Kind

Ein Jahr später, im Herbst 2006, interessierte ich mich für die Canon EOS 30D, dem Nachfolger meiner 20D, welche zu dieser Zeit schon bald 30'000 Auslösungen innert zweier Jahre intensivem Gebrauch ohne nennenswerte Probleme bewältigt hatte. Ich verweise an dieser Stelle gerne auf meinen ausführlichen Erfahrungsbericht zur Canon EOS 20D. Dank einer glücklichen Fügung lief mir dann aber eine Canon EOS 5D über den Weg, völlig unerwartet.

Da ich ja ziemlich genau wusste, was ich wollte und keine Antworten auf spezielle Fragen zu erhalten hoffte, bestellte ich die Kamera bei dem nicht unbekannten schweizerischen Online-Händler architronic.ch. Bei der Abwicklung von Garantieangelegenheiten habe ich mit dem schweizerischen Reparatur-Partner von Canon - IT Services + Logistik AG, Urdorf - schon beste Erfahrungen gemacht, weshalb ich mich auch diesbezüglich nicht vom jeweiligen Händler abhängig fühle.

Gerade mal vier Tage nach der Bestellung - die Zahlungen via Post und Bank dauern auch in unserer informatikorientierten Zeit doch immer noch erstaunlich lange! - konnte ich das Paket mit der neuen Kamera und dem Hochformatgriff in Empfang nehmen. Bei einem ersten Kurztest waren keine Probleme zu erkennen, die Bedienung war problemlos und selbst die vorbereitete Liste der CF-Einstellungen war schnell programmiert und damit die gewohnten Vorgaben für den Betrieb gemacht. Dass das Anfassgefühl grossartig ist und mir die Kamera bestens in der Hand liegt, brauche ich wohl nicht weiter zu erwähnen.

Anwendungsgebiete

Für Reportagen (vgl. beispielsweise meine Seite www.trambilder-basel.ch) werde ich meine Canon EOS 20D weiterhin gerne einsetzen, auch unter widrigen Bedingungen wie Staub, Regen oder Schnee. Für die Stadt-Fotografie, wie ich sie hier in Basel seit einigen Jahren intensiv betreibe (vgl. meine Foto-Galerien), und Auftragsarbeiten ist das Mehr an Auflösung der Canon EOS 5D eine wahre Bereicherung, die ich gerne nutze.

Budgetfragen

In einer früheren Fassung dieser Seite vom November 2005 hatte ich geschrieben: "Selbstredend bin ich an dieser neuen Kamera sehr interessiert. (...) Auf der anderen Seite muss man sich so eine Kamera auch erst mal leisten können und wollen." Daran halte ich weiterhin fest, denn eine Canon EOS 5D ist für die meisten Anwender schlicht überdimensioniert. Auch ich benötige die zur Verfügung stehende Leistung nicht in jedem Fall und ohne entsprechend leistungsstarke Objektive kann diese Kamera ihre Stärken sowieso nicht ausspielen. Sollte das Budget also eher begrenzt sein, ist eine Canon EOS 20D bzw. 30D immer noch die bessere Wahl, wenn besonderen Wert auf geringeres Gewicht gelegt wird, auch die Canon EOS 350D bzw. 400D.

Der Preis der Canon EOS 5D ist innerhalb dem vergangenen Jahr deutlich gefallen, von anfänglich CHF 5100.- (Listenpreis) auf inzwischen - im Herbst 2006 - unter CHF 3300.- (Strassenpreis bei Online-Händlern). Eine inzwischen ausgelaufene Cash Back-Promotion von Canon über CHF 450.- senkte den Kamerapreis im Sommer 2006 bereits auf deutlich unter CHF 4000.-. Eine Preissenkung unter CHF 3000.- bis zur Ankündigung des Nachfolgers wäre durchaus im Bereich des Möglichen.

Die Systemkosten - und nur die sind eine relevante Grösse; der Preis der Kamera ist uU. nur ein kleiner Teil davon - für ein einfaches DSLR-System mit einer "kleinen" Einsteigerkamera (Canon EOS 350D bzw. 400D) liegen im Bereich von CHF 2000.-, bei der Mittelklasse (Canon EOS 20D bzw. 30D) verdoppeln sie sich in etwa. Für eine Ausrüstung mit Canon EOS 5D und entsprechende Objektive darf wiederum gut das Doppelte angesetzt werden, also um die CHF 8000.-, jeweils abhängig vom Brennweitenbedarf.

Erste Erfahrungswerte

Nach nun einigen Wochen persönlicher Erfahrung bei nicht immer nur gutem Wetter und bald 3000 Auslösungen erlaube ich mir ein erstes Fazit über die Alltagstauglichkeit der Canon EOS 5D:

Als allererstes fiel mir das "edlere", nicht gar so metallische Auslösegeräusch der Canon EOS 5D auf, das ich gegenüber der Canon EOS 20D als nicht ganz so laut empfand, etwas gedämpfter, trotz dem deutlich grösseren Spiegel. Weniger gefällig ist der fehlende prägnante Druckpunkt, welcher den Auslöser der Canon EOS 20D auszeichnet.

Die Übersicht im grossen Sucher ist tatsächlich genial, keine Frage. Als störend empfinde ich allerdings, dass manchmal je nach Einblickrichtung im unteren Teil ein Teilspiegelbild sichtbar wird. Ebenfalls unbefriedigend sind bei sehr hellen Lichtverhältnissen die kaum mehr sichtbaren Einblendungen der technischen Daten unterhalb des Sucherbildes. Diese Anzeige halte ich zudem für generell deutlich zu klein, besonders wenn man den Sucher der Canon EOS 20D gewohnt ist, wo das Verhältnis zum Sucherbild viel optimaler zu sein scheint.

Der im Gegensatz zu den älteren Modellen deutlich grössere Bildschirm der Canon EOS 5D an der Kamerarückseite ist durchaus imposant, zeigt in der Praxis allerdings auch seine Schwächen. Bei hellen Verhältnissen gleicht er eher einem Schminkspiegel, wie mal einer gewitzelt hat, und ist dann mindestens genausowenig zur Bildkontrolle geeignet, wie der der Canon EOS 20D. Eine Entspiegelung wäre wirklich wünschenswert. Nach meinem Eindruck ist die Bilddarstellung auch nicht wirklich farbecht, ich würde einen mittleren Grünstich diagnostizieren, ohne das jetzt konkret gemessen zu haben. Er ist in der Standardeinstellung etwas dunkler als der meiner Vorgängerin, der Canon EOS 20D, die groben Einstellstufen lassen aber eine etwa gleiche Leuchtkraft leider nicht einstellen. Bei Innenaufnahmen ist das alles kein Problem, und besonders schätze ich, dass die Menü-Einträge und Dateiinformationen nun deutlich besser lesbar sind. Nett in diesem Zusammenhang übrigens auch, dass die Canon EOS 5D jetzt auch die Dateigrösse als Zusatzinformation zu den angezeigten Bildern bietet.

Bei der praktischen Arbeit hat mich die Canon EOS 5D bisher nicht im Stich gelassen. Sie kam bei mehreren Reportageeinsätzen und bei verschiedenen Ausflügen durch Basel, auch nachts, zum Einsatz. Als Standardobjektiv benutzte ich dabei in der Regel das Canon EF 24-70/2.8 L USM, welches wirklich sehr gut zu dieser Kamera passt. Betriebsbereit ist diese Kombination allerdings mit deutlich mehr als zwei Kilogramm alles andere als ein Leichtgewicht, was sich nach ein paar Stunden durchaus bemerkbar macht.

Mit der erzielten Bildqualität bin ich ausserordentlich zufrieden. Auf einem Gruppenbild mit deutlich über 50 Personen beispielsweise sind die Gesichtszüge aller Abgebildeten sehr detailreich zu erkennen, was mich doch einwenig verwundert hat. Selbst Strassenschilder, die ich mit blossem Auge kaum noch erkennen kann, sind bei Brennweiten um 50mm auf den Bildern bestens lesbar. Wirklich erstaunlich.

Bildqualitäten

Es ist zu erwarten, dass ein Sensor mit fast 13 Millionen Pixeln (Megapixel, MP) eine bessere Auflösung besitzt, als einer mit "nur" 8 MP. In der Praxis erweist sich allerdings, dass diese Rechnung zumindest bei gleicher Sensorgrösse nicht aufgeht. Die Pixeldichte, also der Abstand zwischen den einzelnen Sensorelementen, hat einen beachtlichen Einfluss auf das Rauschverhalten, das heisst, auf die Signalqualität. Je stärker das Sensorsignal verstärkt wird, desto stärker treten die Fehler in Erscheinung.

Erstaunlich in diesem Bezug mag auf den ersten Blick sein, dass der Sensor der Canon EOS 5D auf der Fläche des Sensors der Canon EOS 20D lediglich 5.2 Megapixel abbildet, was auf den zweiten Blick gut die kleinere Pixeldichte der Canon EOS 5D belegt. Das zeigt eigentlich, dass die Canon EOS 5D der Canon EOS 20D bezüglich Rauschen überlegen sein dürfte. Gemäss den Messungen aus glaubhafter Quelle (www.dpreview.com) ist dem allerdings nicht ganz so, dh. das Rauschen der Canon EOS 5D ist mit dem der Canon EOS 20D durchaus vergleichbar. Dies gilt allerdings nur, wenn wirklich 100%-Ausschnitte mit gleicher Kantenlänge verglichen werden. In der Praxis wirken Bilder aus der Canon EOS 5D jedoch rauschärmer, Vergleichsbilder in derselben Ausgabegrösse vorausgesetzt, weil die Bilder schlicht mehr Bildinformationen enthalten, welche in der Ausgabe ein konsistenteres Bild ergeben.

Das wirklich beschränkende Element bezüglich der Auflösung ist aber allzu oft nicht der Senor bzw. dessen Grösse, sondern die lichtbündelnden Linsen davor, auch als Objektiv bezeichnet. Das gilt insbesondere für Kameras mit hoher Auflösung, wie die Canon EOS 5D. Dazu ein paar Worte in einem Abschnitt zu den Objektiven weiter unten.

Nach einem Jahr

Nun ist es schon ein Jahr her, seit ich die Canon EOS 5D in Einsatz nahm. In dieser Zeit sind über 12000 Auslösungen zusammen gekommen und viele technisch hervorragende Bilder entstanden. Nach wie vor ist die 5D die einzige bezahlbar digitale Vollformatspiegelreflexkamera, auch wenn inzwischen von Nikon mit der D3 eine durchaus interessante Konkurrenz auf den Markt gekommen ist. Aber auch Canon wird bestimmt in nächster Zeit nachziehen, keine Frage.

Weniger schlimm als erwartet war für mich die Umstellung bezüglich der vielstufigen ISO/ASA-Einstellung, wo sich meine Befürchtungen bezüglich der Möglichkeit des schnellen Wechsels nicht bestätigt haben. Allerdings brauche ich in der Praxis ausschliesslich die Einstellungen, die bereits bei der Canon EOS 20D möglich waren (also 100, 200, 400, 800, 1600 und 3200 ISO/ASA). Die anfänglich von mir noch hochgelobe Custom-Funktion ("C" auf dem Moduswahlrad) habe ich nach ein paar Experimenten ganz am Anfang nie mehr gebraucht, die ich aus Gewohnheit alle Einstellungen den Gegebenheiten jeweils manuell anpasse.

Was ich noch bemerken möchte ist, dass ich eigentlich nie in die Verlegenheit kam, die 12.7 Megapixel dieser Kamera wirklich zu benötigen, in meiner Arbeit. Aber natürlich ist es gut, diese Reserve zu haben, nur für den Fall der Fälle.

Wie bereits im ersten Erfahrungsbericht erwähnt, ist das Canon EF 24-70/2.8 L USM mein bevorzugtes Standardobjektiv mit der Canon EOS 5D, trotz dem grossen Gesamtgewicht von über 2kg für diese Kombination. Sie hat sich in dunklen Strassen und Beizen genauso gut bewährt, wie in hellem Sonnenschein. -1/3 bis -2/3 Blenden Belichtungskorrektur sind je nach Helligkeit aber immer angeraten, wie die Erfahrung zeigt.

Nach zwei Jahren

Beinahe pünktlich zum zweiten Geburtstag meiner Canon EOS 5D hat diese das 24000. Bild aufgenommen, während einer Reportage über den "Tango", dem neusten Tramwagen hier in der Region Basel (vgl. hier).

Ich kann auch weiterhin von keinerlei Problemen berichten, die 5D tut einfach genau das, was sie soll und überrascht mich allenfalls immer wieder durch ihre Zuverlässigkeit und die einwandfreien Ergebnisse, die sie in fast allen Situationen liefert. Natürlich hat Letzteres auch viel mit der Erfahrung zu tun, die ich inzwischen mit dieser Kamera gewonnen habe. Ich kann das Verhalten recht gut einschätzen und dadurch auch bestmögliche Ergebnisse erzielen.

Eine Kleinigkeit möchte ich an dieser Stelle noch anführen: Ich habe seit dem letzten Update den Sensor nur einmal nass gereinigt. Dies war auch nötig, da sich einige Schmutzpartikel eingeschlichen hatten. Im Gegensatz zum Sensor der Canon EOS 20D und 40D schliesst der Sensor der Canon EOS 5D direkt mit dem Gehäuse ab, dh. es besteht kein Zwischenraum zwischen Sensor und den Wänden rundherum. Das hat zur Folge, dass die Reinigung deutlich schwieriger wird, weil sich der Schmutz an den Rändern des Sensors sammelt und vergleichsweise schwer entfernt werden kann. Mit etwas Geduld geht aber auch das.

Als am 17. September 2008 der Nachfolger der 5D, die Canon EOS 5D Mark II angekündigt wurde, stand für mich fest, dass ich meine Canon EOS 40D verkaufen und damit die Kameras mit dem kleineren APS-C-Sensor aufgeben werde, um konsequent nur noch auf Vollformat zu setzen. Die Vorteile bezüglich der Objektivauswahl überwiegen letztlich für mich.

Die Canon EOS 5D wird trotz dem Neukauf natürlich noch nicht aufs Altenteil geschickt, sondern wird mir auch weiterhin gerade für Reportagen ein treuer Begleiter bleiben.

Geeignete Objektive und Zubehör

Wie weiter oben erwähnt erfordert die Canon EOS 5D sehr gute Objektive, um die hohe Auflösung des Sensors auch auszunützen. Die folgende Liste mag unvollständig sein und berücksichtigt auch nur eine kleine Auswahl aktueller EF-Objektive von Canon, welche aber auch nicht alle über jeden erdenklichen Zweifel erhaben sein müssen (Angaben und Preise Stand Herbst 2006):

  • Canon EF 16-35mm/2.8 L USM, CHF 2850.-
  • Canon EF 17-40mm/4.0 L USM, CHF 1390.-
  • Canon EF 24-70mm/2.8 L USM, CHF 2330.-
  • Canon EF 24-105mm/4.0 L IS USM, CHF 1900.-
  • Canon EF 70-200mm/2.8 L IS USM, CHF 3490.-
  • Canon EF 70-200mm/4.0 L IS USM, CHF 2100.-
  • Canon EF 100-400mm/4.5-5.6 L IS USM, CHF 2890.-

Ich habe mich auf gängige Zoomobjektive beschränkt, möchte aber darauf hinweisen, dass es durchaus noch ein paar sehr gute Festbrennweiten dieses Herstellers gibt. Beschränkt man sich auf drei Objektive aus obigem Sortiment, jeweils ein Weitwinkel-, ein Normal- und eine Telezoom (16 bzw. 17mm bis 200mm), ergibt sich bei den "schnellen" Objektiven (Lichtstärke 2.8) eine Summe von CHF 8670.-, bei der etwas lichtschwächeren Varianten (Lichtstärke 4.0) eine Summe von ca. CHF 4880.-, jeweils ohne Kamera selbstverständlich. Mit diesen Rechenbeispielen möchte ich Ihre Freude an der Canon EOS 5D nicht unnötig strapazieren, sondern lediglich auf die nicht unbeträchtlichen Folgekosten hinweisen, die ein Entscheid für eine solche Kamera nach sich ziehen kann. Und dabei ist das sonstige Zubehör (vom Stativ, dem Blitzgerät, die Speicherkarten bis hin zur Fototasche) nicht eingerechnet, genauso wenig der Computer und die zur sinnvollen Nachbearbeitung der Bilder notwendige Software.

Erfahrungsberichte von Benutzern von Anfang Oktober 2005, welche im Internet kursieren, sprechen von Problemen bezüglich Vignettierung bei Offenblende und maximaler Weitwinkelstellung besonders im Zusammenhang mit dem neuen Canon EF 24-105mm/4.0 L IS USM, aber auch das Canon EF 17-40mm/4.0 L USM scheint davon betroffen zu sein. Das mag nun für mancheinen ein ernstes Problem darstellen, ist aber bei Vollformatsensoren und lichtstarken, vorab weitwinkligen Objektiven eine bekannte und vielgelittene Erscheinung, welche übrigens keineswegs neu ist. Gerade bei Aufnahmen auf Diafilm ist dieser Effekt schon seit jeher zu beobachten. Durch Abblenden kann dieser Makel aber selbstverständlich deutlich gemindert werden, aber auch entsprechende Software auf dem Rechner kann während der Bildbearbeitung Abhilfe schaffen.

Eine interessante Meinung zur Objektivwahl habe ich im Online-Forum www.digicamfotos.de gefunden, wo der Benutzer Diabolus seine Erfahrungen mit seiner neuen Canon EOS 5D beschreibt. Sinngemäss schreibt er, dass keineswegs nur "L"-Objektive von Canon hervorragende Leistungen an der Canon EOS 5D zeigen würden, sondern auch andere, im DSLR-Sektor eher verpöhnte, zum Teil auch alte Standardlinsen (es werden zB. das Sigma 28-70/2.8 oder das Tamron 28-75/2.8 genannt) recht gute Leistungen bringen würden. Die Argumentation, dass der Pixelabstand auf dem Sensor der Canon EOS 5D viel grösser wäre, als bei den kleineren Modellen, damit das Auflösungsvermögen des Objektivs nicht ganz so entscheidend wäre, ist natürlich durchaus bedenkenswert.

Ein anderer Punkt, auf das das Augenmerk in diesem Zusammenhang zu richten wäre ist, wie gut ein Objektiv in den Randbereichen auflöst. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Abbildungsleistung im Zentrum immer deutlich besser ist, als an den Rändern. Dieser Umstand ist hauptsächlich bei Vollformatsensoren relevant, die deutlich kleineren Sensoren der günstigeren Canon-Modelle verwenden diesbezüglich nur den optimalsten Bereich der Objektive. Nebenbei hilft auch hier das Abblenden, allfällige Abbildungsprobleme etwas zu korrigieren.

Weitere Informationen zu den Objektiven für das Canon EF-Bajonett finden Sie in meiner Foto-Dokumentation zu diesem Thema. Bezüglich dem für die Canon EOS 5D geeigneten und sinnvollen Zubehör verweise ich noch einmal gerne auf meinen Erfahrungsbericht zur Canon EOS 20D, wo ich diverses kompatibles Zubehör bereits im Detail beschrieben habe.

Links

Weiterführende Informationen zur Canon EOS 5D sind auf folgenden, hauptsächlich englischsprachigen Seiten zu finden:

Zum Schluss

Die Canon EOS 5D ist eine wunderbare digitale Spiegelreflex-Kamera, die das (viele) Geld durchaus wert ist, meiner Meinung nach. Für einen Anwender einer kleineren Canon-Kamera mit Ambitionen oder Umsteigern von anderen Marken ist die Canon EOS 5D eine durchaus erstrebenswerte Aufstiegsmöglichkeit zum Vollformatsensor. Sollten finanzielle oder gewichtsmässige Aspekte beispielsweise gegen diese Kamera sprechen, ist deren Anschaffung allerdings eher zweifelhaft, zumal die Systemkosten deutlich über dem Anschaffungspreis der Kamera alleine liegen.

Im Moment bin ich mit meiner Canon EOS 20D immer noch sehr zufrieden, verwende die neue Canon EOS 5D aber gerne als sinnvolle Ergänzung meines Canon-Systems für Aufnahmen, die eine höhere Auflösung erfordern. Ich schätze die Canon EOS 5D inzwischen sehr und freue mich darüber, mit ihr los zu ziehen, um richtig "schöne" Fotos heim zu bringen.


Für Fragen zur Kamera oder Anregungen zu dieser Seite stehe ich gerne zur Verfügung, nehmen Sie bitte ungeniert Kontakt mit mir auf.


12.08.2005, letzter Update: 24.11.2008



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