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Erfahrungsbericht Canon EOS 20D

Nach längerer Evaluation habe ich mich zum Kauf der digitalen Spiegelreflexkamera Canon EOS 20D entschlossen. Wie es dazu kam und welche Erfahrungen ich mit dieser Kamera gemacht habe, versuche ich hier zusammenzufassen.



Von Märkten, Modellen und anderen Glaubensfragen

Seit ich im April 2003 meine geliebte Olympus E-20 erworben und mich für die Digitalfotografie zu begeistern begann, hat sich nicht nur bei mir, sondern auch auf dem Markt der Digitalkameras einiges getan. Im Herbst 2004 konkretisierten sich meine Pläne und eine Neubeschaffung stand an.

Marktforschung

Nicht dass ich mit meiner Olympus je wirklich unzufrieden gewesen wäre, aber doch fehlte mir immer mal wieder die eine oder andere Funktion und ganz besonders die Möglichkeit, das Objektiv zu wechseln. Deshalb und natürlich auch aus allgemeinem Interesse verfolgte ich speziell den Digitalkameramarkt mehr oder weniger intensiv.

Als besonders interessant sind mir in diesen 1 1/2 Jahren die folgenden Kameravorstellungen aufgefallen, zu welchen ich jeweils ein paar Worte verlieren möchte. Ich beschränke mich dabei auf die DSLR-Modelle der Mittelklasse, welche für den ernsthaften Amateur und auch für den professionellen Anwender gleichsam von Interesse sein dürften. Als Preisrahmen für das Kameragehäuse allein habe ich dabei 1500.- bis etwa 2500.- Schweizer Franken angesetzt.

Olympus E-1

Die im Juni 2003 vom Hersteller meiner E-20 angekündigte Olympus E-1 mit dem als 4/3-System promoteten offenen Objektiv-Standard verhiess eine zukunftsweisende Entwicklung frei von Zwängen zur Kompatibilität zu Vorgängermodellen und Systemzubehör. Mit einem Sensor von 13.5 x 18mm und 5 Megapixel ist die E-1 gegenüber den damals bereits etablierten DSLRs der Mittelklasse, wie die Canon EOS 10D oder Nikon D100, etwas weniger gut ausgestattet. Die hervorragende Qualität, der durchgehende Spritzwasserschutz und Features wie die integrierte Sensorreinigung auf Ultraschallbasis zeichnen diese Kamera aus. Der Preis war anfänglich etwas hoch gegriffen, ist im Laufe der Zeit allerdings auf akzeptableres Niveau gesunken. Die E-1 ist seit November 2003 verfügbar.

Nikon D70

Angekündigt im Januar 2004 war die D70 die Antwort von Nikon auf Canons EOS 300D. Sie ist in verschiedenen Punkten wie Geschwindigkeit sogar der grossen Schwester Nikon D100 überlegen. Der Sensor im APS-Format (15.5 x 23.7mm) mit 6 Megapixeln entspricht ebenfalls dem der D100. Dieses sehr beliebte Modell besitzt unter anderem den Makel, dass sich kein Hochformatgriff anschliessen lässt. Preislich ist sie leicht oberhalb der Canon EOS 300D angesiedelt. Die D70 ist seit Sommer 2004 verfügbar.

Canon EOS 20D

Der Nachfolger der EOS 10D wurde im August 2004 von Canon angekündigt. Sie wurde sogar etwas günstiger angeboten als ihr Vorgänger, trotz einer deutlichen Verbesserungen bezüglich der Geschwindigkeit. Der Sensor im APS-Format (15.0 x 22.5mm) liefert vergleichsweise erstaunlich rauscharme 8 Megapixel und ist damit momentan Klassenbester. Interessant an dieser Canon-DSLR ist, dass sie auch mit den neuen EF-S-Objektiven bestückt werden kann, welche mit der 300D eingeführt wurden. Verfügbar ist die 20D seit Oktober 2004.

Informationsquellen

Natürlich lese ich dann und wann auch Testberichte in Zeitschriften, halte davon allerdings lieber etwas mehr Abstand und rufe mir stets auch in Erinnerung, welche wirtschaftlichen Interessen da mitunter mitschwingen können. Mein primäres "Ohr am Puls der Zeit" ist selbstverständlich das Internet. Fast täglich informiere ich mich über aktuelle internationale Entwicklungen, Produktankündigungen und fundierte Kamera-"Reviews" auf der englischsprachigen Seite www.dpreview.com von Phil Askey. Ebenso intensiv beobachte ich die deutschsprachigen Newsgroups de.alt.rec.digitalfotografie und de.rec.fotografie, wo ich gelegentlich auch selber ein paar Anmerkungen tätige. Ein weiterer Quell für allerlei Informationen und Gerüchte sind persönliche Gespräche und die Korrespondenz mit anderen Anwendern, Verkäufern und Fotografen.

Glaubensfragen

Trotz meinen guten Erfahrungen mit meiner Olympus E-20 konnte ich mich mit der E-1 letztlich nicht anfreunden. Ausschlaggebend ist das momentan eher knappe Sortiment an Objektiven und natürlich auch das fast völlige Fehlen von kompatiblen Produkten von Fremdanbietern.

Hersteller wie Kodak und Fujifilm fielen aus dem Raster, da die verfügbaren Kameras kaum in das Preissegment passen, welches ich für mich als sinnvoll erachte, oder unter Kompatibilitätsproblemen litten (zB. die ansonsten sehr interessante Fujifilm S2Pro). Zudem sind sie bezüglich der Objektive immer von einem der zwei "Grossen" - Canon oder Nikon - abhängig. Warum also nicht gleich ein Original?

Leider fiel auch Contax mangels aktuellen und bezahlbaren Angeboten aus dem Rennen, nicht nur weil ich mir die sicher sehr guten Objektive von Zeiss schlicht nicht hätte leisten können.

Zur Pentax *ist D, deren kleinen Schwester *ist Ds und zur gerade eben erschienenen Konica-Minolta Maxxum 7D kann ich wenig sagen, da ich keinerlei Bezug zu diesen Marken habe. Überzeugen konnten mich die Publikationen zu den aufgezählten Modellen auch nicht, weshalb ich mich damit nicht näher befasst habe.

Sigma als Kamerahersteller hat einen eher umstrittenen Ruf, freundlich ausgedrückt. Als Hauptproblem der Sigma SD9 und SD10 mache ich die Unmöglichkeit aus, JPEG-Bilder abzuspeichern. Über die Qualität der anderen Sigma-Produkte, konkret der unter anderen zu Canon und Nikon kompatiblen Objektive, sagt das natürlich nichts aus.

Nachdem ich nun letztlich vor der Wahl zwischen Nikon und Canon stand und über keine Altlasten bezüglich Objektiven oder Zubehör verfügte, war ich weitgehend frei in meiner Entscheidung. Ich tendierte besonders aus dem Grund eher zu Nikon, da das Angebot an gebrauchten Objektiven dieses Herstellers hier in verschiedenen Basler Fachgeschäften deutlich grösser ist. Andererseits ist der Innovationsvorsprung von Canon gerade im DSLR-Segment nicht von der Hand zu weisen, während die Objektivpaletten beider Hersteller etwa ähnlich gross, qualitativ vergleichbar und auch laufend erweitert worden sind.

Kaufentscheid

War ich Anfang Oktober noch unentschlossen, was die Wahl meiner zukünftigen digitalen Spiegelreflexkamera anging, fiel mein Entscheid während einem Gespräch mit einem netten und sachkundigen Fachverkäufer in einem der seriösen Basler Foto-Fachgeschäften. Letztlich überzeugte mich sein Urteil und ich entschied mich für das Canon-System.

Von der Bestellung zur Abholung

Entgegen meiner sonstigen Empfehlungen im Fachhandel zu kaufen, entschied ich mich ob des vergleichsweise grossen Kaufpreises, mehrere Angebote für ein komplettes Set aus Kamera und zwei Objektiven bei verschiedenen Anbietern einzuholen. Darunter fanden sich neben Fachgeschäften auch ein Elektronikmarkt sowie Online-Anbieter. Um es gleich vorweg zu nehmen: Mit fast 25% Rabatt auf die offiziellen Verkaufspreise für das Gesamtsystem war das Angebot eines Online-Anbieters unvergleichlich günstig und der Service erwies sich nicht nur vor dem Kauf als freundlich, sachkundig und kulant. Einen späteren Mehraufwand durch allfällige Garantieabwicklungen direkt mit den Herstellern nehme ich dabei natürlich in Kauf.

Einem Anwender mit weniger Geduld und Sachkenntnis - nicht dass ich behaupten möchte, dass ich Letztere tatsächlich hätte! - rate ich weiterhin dringend, seine Kameras im Fachhandel zu beschaffen. Man hat dort auch bei Problemfällen nach dem Kauf immer ein offenes Ohr und ist in der Regel gerne bereit, zusätzliche Dienstleistungen zu erbringen.

Da ich mich ab einer gewissen Grössenordnung und bei mir persönlich nicht bekannten Geschäftspartnern grundsätzlich nicht auf Vorauszahlungen einlasse, habe ich mit dem Verkäufer die Abholung mit Barzahlung vereinbahrt. Die Kosten für die Reise weit in den Osten der Schweiz für die Übergabe waren in meiner Rentabilitätsberechnung selbstverständlich berücksichtigt.

Zwischen der Bestellung an einem Sonntagnachmittag - die Anfrage stellte ich spät in der Nacht zuvor und erhielt die Offerte nur wenige Stunden später am Sonntagmorgen - und der Abholung der Ware in der Ostschweiz vergingen wie angekündigt 14 Tage.

Erfahrungsbericht

Nachdem ich meine neue Canon EOS 20D samt Zubehör in Empfang nehmen konnte, war zuerst ein erster Funktionstest angesagt. Dabei fiel mir spontan auf, dass alle Komponenten weitgehend intuitiv zu bedienen sind und kaum eine Frage bezüglich der Funktion offen geblieben ist.

Trotzdem habe ich umgehend das (erschreckend dünne) Handbuch studiert, um mich mit den Details vertraut zu machen. Das mag jetzt altmodisch klingen, aber ich habe mir das inzwischen so angewöhnt und bin damit bisher recht gut gefahren. So erfährt man bereits vorab, wo man ggf. nachlesen kann, wenn im praktischen Betrieb doch einmal eine konkrete Frage auftauchen sollte. Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Handbuch ist nicht schlecht aufgebaut und gibt tatsächlich zu den meisten Themen fundiert Auskunft, geht aber wenig auf die üblichen Fragen rund um die Fotografie ganz allgemein ein, was auch gut so ist. Trotzdem dünkt mich, dass nicht alle Feinheiten wirklich abschliessend erklärt werden und ich fürchte, dass selbst nach dem intensiven Studium der Bedienungsanleitung noch weiterer Forschungsbedarf besteht.

Meine ersten Eindrücke

Das Gehäuse selber ist erstaunlich leicht, macht aber einen griffigen und sehr wertigen Eindruck. Erst zusammen mit dem optionalen Hochformatgriff BG-E2 und zwei eingelegten Akkus erhält die Kamera das von mir gewohnte und als optimal empfundene Betriebsgewicht, auch verbessert sich dadurch die Griffigkeit für mein Empfinden noch weiter. Die verschiedentlich vernommene Kritik am Hochformatgriff kann ich nur teilweise teilen, ist der zweite Auslöser doch etwas unergonomisch gestaltet und erfordert häufig ein Nachgreifen.

Die Bedienung ist, wie weiter oben bereits angetönt, durchaus intuitiv. Links oben ist das Programmwahlrad angebracht, welches die verschiedenen Kreativ- und Motivprogramme einstellen lässt. Das Hauptwahlrad direkt oberhalb dem Auslöser, das auch am Hochformatauslöser vorhanden ist, dient zum Verändern verschiedener Einstellungen und während der Aufnahme zum Variieren der Blenden-/Belichtungszeitkombinationen, genannt Programmverschiebung. Daneben finden sich auf der Kamerarückseite das Daumenrad und ein zusätzlicher Multikonroller, welche je nach Modus für unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden. Verschiedene zumeist plausibel bezeichnete Tasten runden das Bedienungskonzept ab.

Wirklich negativ fällt an der Canon EOS 20D eigentlich nur auf, dass die aktuell eingestellte Empfindlichkeit weder im Sucher noch auf dem LCD-Display auf der Kameraoberseite angezeigt wird, ohne dass eine Taste gedrückt werden müsste. Mir ist es zwischenzeitlich nicht nur einmal passiert, dass ich beispielsweise eine zu hohe ISO-Einstellung erst nach mehreren Aufnahmen bemerkt habe. Hier ist unbedingter Nachholbedarf angezeigt. Aber ich fürchte, ein simpler Firmware-Update wird hier nicht helfen, sondern es steht eine Überarbeitung des ganzen Konzepts an.

Nicht besonders ideal angeordert ist auch der Ein-/Ausschalter an der Kamerarückwand. Es gäbe bestimmt schneller und besser zugängliche Orte, diesen wichtigen Schalter unterzubringen, auch wenn das möglicherweise nicht ins Design von Canon passt. Aus der Not eine Tugend machend schalte ich inzwischen die Kamera jeweils nur noch einmal am Tag ein und am Abend wieder aus.

Über die Laufzeit der zwei im Batteriegriff verwendeten BP-511A-Akkus kann ich wirklich auch nicht klagen. Sie reicht problemlos für mehrere Fotoausflüge und 800 bis 1000 Bilder oder mehr sind damit problemlos möglich. Ich habe mir allerdings angewöhnt, die Akkus jeweils nicht bis zum Letzten zu entlehren, sondern immer noch eine mindestens 25 prozentige Reserve vorzuhalten.

Die Bildqualität der Canon EOS 20D beurteile ich - entsprechende Objektive vorausgesetzt - als gut, was allerdings weniger mit den acht Megapixeln zu tun hat, sondern viel eher mit dem gut abgestimmten Sensor. In der Grundeinstellung (Parameter 2) sind die Bilder sehr neutral - das Handbuch spricht von "natürlich" - und eignen sich hervorragend für die Weiterverarbeitung. Die Nachschärfung und eine Optimierung bezüglich dem Kontrast ist in dieser Einstellung allerdings bei den meisten Aufnahmen notwendig. Ich verwende deshalb üblicherweise die leicht aggresivere Variante (Parameter 1), wie sie auch von den Motivprogrammen automatisch verwendet wird.

Äusserst positiv zu bewerten ist die Geschwindigkeit der Canon EOS 20D. An der Einschaltzeit und Auslöseverzögerung gibt es wirklich nichts zu bemängeln, liegen sie doch in einem kaum merkbaren Bereich. Auch die Geschwindigkeit von Serienaufnahmen mit fünf Bildern pro Sekunde reicht für die meisten Situationen absolut aus. Eine entsprechend schnelle Speicherkarte vorausgesetzt geht das Abspeichern der Bilder ebenfalls äusserst flott von statten.

Trotz meiner Herkunft aus anderen Systemwelten - Yashica/Contax in den letzten zwanzig Jahren und Olympus seit bald zwei Jahren - fiel mir die Umstellung vergleichsweise leicht und bereits am zweiten Tag kam die Kamera bei einer Reportage zum Einsatz. Von grösseren Problemen kann ich in diesem Zusammenhang nicht berichten.

Kein Vergleich, oder?

Natürlich bin durch meine Olympus E-20 bezüglich digitaler Spiegelreflexkameras durchaus nicht unvorbelastet, deshalb drängt sich nun doch auch der eine oder andere Vergleich zwischen dieser und meiner neuen Kamera auf. Ich erspare mir aber die lange Liste der Nachteile, sondern konzentriere mich auf die Vorteile der Olympus E-20 gegenüber der Canon EOS 20D:

  • Ein-/Ausschalter sinnvoller positioniert, rechts oben unter Programmwahlrad
  • beweglicher Display mit Live-Vorschau, kein beweglicher Spiegel
  • einfacher manueller Weissabgleich über eine einzelne Taste
  • integriertes Pixel-Mapping zur Eliminierung von Hotpixeln
  • Steuerung für Intervall-Aufnahmen
  • manueller Sucher-Verschluss gegen Lichteinfall durch den Sucher
  • Kapazitätsanzeige des Akkus in Prozent (nur in Verbindung mit dem Batteriegriff)

Natürlich lässt sich die Bildqualität und die Auflösung nicht direkt vergleichen, ist der Sensor der Olympus E-20 in der Fläche doch fast sechsmal kleiner als der der Canon EOS 20D. Demenstprechend sind die Bilder der E-20 nur mit der minimalen Empfindlichkeit von 80 ISO brauchbar, während das Rauschen bei der 20D erst ab 800 ISO störend sichtbar wird.

Ein ebenfalls nicht vergleichbares Feld sind die Objektive. Während die Olympus E-20 ein fest angebautes Zoomobjektiv mit einer auf Kleinbild umgerechneten Brennweite von 35-140mm und einer Lichtstärke von 2.0-2.4 besitzt, ermöglicht die Canon EOS 20D den Anschluss einer Vielzahl EF- und EF-S-Objektive von Canon und verschiedener anderer Hersteller. Mehr dazu im folgenden Abschnitt.

Weitere Informationen zur Olympus E-20 können Sie meinem ausführlichen Erfahrungsbericht zu dieser Kamera entnehmen. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass meine E-20 nicht auf dem Müll oder bei eBay gelandet ist, sondern mir immer noch gute Dienste besonders im Studiobereich leistet.

Objektive

Eine Kamera als "Filmhalter" zu bezeichnen, tönt zugegeben recht despektierlich. Zudem ist es im digitalen Zeitalter ja auch nicht mehr ganz richtig, enthält dieser "Filmhalter" inzwichen ja auch den nicht ganz unwichtigen Sensor und einige andere elektronische Komponenten, welche für die Entstehung des Bildes mindestens genauso wichtig sind, wie "früher" der Film und dessen Entwicklung. Aber grundsätzlich hat sich am "Filmhalter" nicht sonderlich viel geändert, denn was kann der beste Film oder auch der beste Sensor abbilden, ohne ein entsprechend taugliches Objektiv?

Das anfänglich angebotene Set - die Kamera war Anfang Oktober 2004 hier gar nicht anders lieferbar - aus Canon EOS 20D und Canon EF-S 18-55mm/3.5-5.6 Standardobjektiv darf ruhigen Gewissens als Lockangebot verstanden werden, wird diese Optik doch der Kamera schlicht nicht gerecht. Es macht meiner Meinung nach einfach wenig Sinn, an eine 2500-Franken-Kamera ein 150-Franken-Objektiv zu schrauben! Das ist etwa ähnlich schwachsinnig, wie eine Kompaktkamera mit stecknadelkopfgrossem Objektiv und zehn Megapixeln (obwohl mir natürlich klar ist, dass die Entwicklung genau in diese Richtung geht ...).

Das richtige Objektiv für den jeweiligen Benutzer zu finden, ist oft gar nicht so einfach. Ich habe mir so geholfen, dass ich mein elektronisches Foto-Archiv dahingehend ausgewertet habe, in welchen Brennweitenbereichen ich wieviele Bilder angesammelt habe. Dies bestätigte mein Gefühl, dass ich oft und gerne im weitwinkligen Bereich fotografiere. Deshalb war für mich auch klar, dass ich dafür ein gutes und lichtstarkes Objektiv benötigen würde. Zudem habe ich oft Bedarf an extremem Weitwinkel, vorab für Innenaufnahmen und Panoramen, also war dies ein zweiter Schwerpunkt meiner Beschaffung.

Eine zweite wichtige Frage ist, ob Festbrennweiten oder Zoomobjektive verwendet werden sollen. Puristen verwenden ausschliesslich Festbrennweiten, Pragmatiger wünschen sich 10- oder gar 12-fach-Zooms. Ersteres ist für mich leider kaum realisierbar, weil es zu viele Objektivwechsel erforderte, zu denen oft keine Zeit bleibt. Und diese Superzooms ... nein, es lohnt wirklich nicht, darüber gross nachzudenken, denn die damit erreichbare Qualität ist, freundlich ausgedrückt, nicht zufriedenstellend. Ich habe mich folglich für Zoomobjektive mit 2- bis maximal 3-facher Brennweitenverlängerung entschieden, gezielt ergänzt durch einige ausgewählte Festbrennweiten.

Anfänglich beschaffte ich zusammen mit der Canon EOS 20D folgende Objektive:

  • Sigma 12-24mm/4.5-5.6 EX DG HSM
  • Sigma 18-50mm/2.8 EX DG, später eingetauscht gegen das Canon EF 17-40mm/4.0 L USM
  • Canon EF 70-200mm/4.0 L USM

In der Zwischenzeit sind noch einige Objektive dazu gekommen und einige sind wieder zurück gegangen oder habe ich verkauft. Eine detailierte Aufstellung und einige andere vielleicht wissenswerte Dinge rund um dieses Thema habe ich in meinem Text Objektive für das Canon EF-Bajonett zusammengefasst.

Eine Auswahl meiner Objektive
Eine Auswahl meiner Objektive

Abschliessend möchte ich zu diesem Thema nocheinmal betonen, dass die Objektivwahl eine äusserst individuelle Sache ist. Es wäre aber absolut verkehrt, am falschen Ende zu sparen und aus finanziellen Gründen qualitativ mindere Optiken zu verwenden. Es macht durchaus Sinn, sich auf die zugegeben nicht gerade günstigen Canon "L"-Objektive im individuell bevorzugten Brennweitenbereich zu konzentrieren (es gibt derzeit je neun "L"-Zooms und "L"-Festbrennweiten im Canon-Sortiment) und sich ggf. anfänglich mit einer einzigen Optik zu begnügen.

Obschon die EOS 20D neben der EOS 300D die zweite Digitalkamera von Canon ist, die den Anschluss der mit kleinerem Bildkreis konstruierten, "digitaloptimierten" EF-S-Objektiven zulässt, empfehle ich engagierten Anwendern, auf diese Objektive aus Gründen der Kompatibilität zu verzichten. Eine Reservekamera für chemischen Film - in meinem Fall die Canon EOS 5 - ist gerade bei wichtigen Ereignissen immer eine gute Idee und inzwischen auch nicht mehr allzu teuer gebraucht erhältlich. Wenn dann keine kompatiblen Objektive in wichtigen Brennweitenbereichen vorhanden sind, bringt natürlich auch die beste Reservekamera mit Kleinbildfilm nicht viel.

Zubehör

Für jede neue Kamera benötigt man lästigerweise auch immer wieder neues Zubehör, da vieles in den verschiedenen Systemwelten nicht kompatibel ist. So zum Beispiel der Kabelfernauslöser, der trotz immer gleicher Funktion - zweistufiger Auslöser mit Feststellung für Langzeitaufnahmen - von Hersteller zu Hersteller und manchmal sogar von Kamera zu Kamera desselben Herstellers unterschiedliche Anschlüsse aufweist. Ich will jetzt nicht die Vorteile der Vergangenheit lobpreisen, aber immerhin darauf hinweisen, dass es gerade für Kabelfernauslöser durchaus einmal einen weit verbreiteten Standard gab. Wie auch immer.

Nicht aus Gründen der Kompatiblität, sondern wegen der etwas grösseren Bilddateien und der deutlich schnelleren Schreibgeschwindigkeit waren für die Canon EOS 20D die Beschaffung neuer Speicherkarten - SanDisk CompactFlash Ultra II - angesagt. Da die Preise dieser Karten in den letzten Jahren stets gesunken sind, ist dieser zusätzliche Aufwand allerdings vertretbar.

Der bereits weiter oben angesprochene Batteriegriff mit der Bezeichnung BG-E2 benötige ich vorab wegen der Handhabung und dem Hochformatauslöser. Dass darin gleich zwei BP-511(A)-Akkus Platz finden, ist ein angenehmer Nebeneffekt, erhöht allderings auch das Gewicht um knapp 100 Gramm. Erwähnt werden sollte an dieser Stelle aber auch, dass der Batteriegriff bzw. die daran angeschraubte Kamera auch tadellos mit nur einem Akku funktioniert.

Etwas länger aufgeschoben hatte ich den Entscheid für ein geeignetes Blitzgerät. Obschon ich aus langjährig guter Erfahrung zu einem Blitz von Metz tendierte, entschied ich mich für das Blitzgerät Canon Speedlite 420EX, welches nicht nur alle nötigen Funktionen problemlos abdeckt, sondern auch relativ kompakt ist und gut in meine Fototasche passt. Bezüglich dem Ausbau meiner Metz-Sammlung - es sind inzwischen schon ein paar Geräte verschiedener Grössen zusammengekommen, im Verlauf der Jahre - habe ich mich noch nicht abschliessend entschieden. Metz hat inzwischen den SCA-Adapter 3102 M3 herausgebracht, welcher die Canon EOS 20D kompatibel zu einigen neueren Metz-Blitzgeräten macht. Dank dem Computerblitz-Verfahren und dem Standardadapter SCA 300 ist allerdings hinsichtlich diesem Thema keine Eile geboten und ich kann auch die grossen Stabblitze (Metz 45 und 60) problemlos mit meiner Kamera verwenden.

Tipps und Tricks

Hier werde ich im Laufe der Zeit mehr oder weniger nützliche Hinweise zur Konfiguration und der Arbeit mit der Canon EOS 20D zusammenfassen.

Reinigung des Sensors

Ich war vorgewarnt und hatte bereits beim Kauf der Kamera ein Reinigungsset mitbeschafft. Bei einer entsprechenden Kontrolle der Kamera nach etwa 1000 Bildern - eine weisse Fläche mit möglichst geschlossener Blende unscharf aufnehmen und am Computerbildschirm stark vergrössert auf Verunreinigungen überprüfen - war ich doch recht erstaunt, gleich mehrere grössere Fussel auf dem Sensor zu entdecken.

Das oben erwähnte Reinigungsset, welches es in Europa von www.chili-pix.ch angeboten wird, enthält einen "SensorSwipe" - einen auf die Sensorgrösse abgestimmter "Schaber" aus weichem Plastik -, 100 "PecPad" Reinigungstücher, ein Fläschchen "Eclipse" Reinigungsflüssigkeit und eine reich bebilderte deutschsprachige Bedienungsanleitung. Die Kosten belaufen sich auf knapp CHF 80.- bzw. etwas über Euro 50.-.

Vor der Reinigung muss die Kamera über den entsprechenden Modus im Menü bereitgemacht werden, dh. der Spiegel wird aufgeklappt. Die Sensorreinigung selber ist äusserst vorsichtig mit dem mit einem leicht mit "Eclipse" betäufelten Reinigungstüchlein umschlungenen "SensorSwipe" zu vollziehen. Es hat sich bewährt, die Reinigung gleich zweimal hintereinander durchzuführen, um alle Staubpartikel vom Sensor zu entfernen. Nach Abschluss der Reinigung ist das Ergebnis durch ein Testbild zu kontrollieren. Oft muss dieser Vorgang auch mehrfach wiederholt werden, also bitte die Geduld nicht verlieren.

Ich habe mir angewöhnt, den Sensor meiner Canon EOS 20D nach etwa 1000 Bilder zu kontrollieren und ggf. zu reinigen. Besonders vor wichtigen Fototerminen gehört so eine Kontrolle zur Vorbereitung.

In diesem Zusammenhang möchte ich dringend von allen Versuchen abraten, den Sensor mit anderen Mitteln zu reinigen. Die oft kolpotierte Variante der Reinigung mit dem Blasebalg halte ich für völlig ineffizient, da dadurch der Staub bestenfalls aufgewirbelt und im Gehäuse neu verteilt wird. Von einer Reinigung kann deshalb kaum gesprochen werden. Ebenso rate ich dringend vom Einsatz von Luftsprays aus der Dose ab, da diese Feuchtigkeit in das Kamerainnere transportieren und unkontrolliert verteilen können.

Reinigung der Mattscheibe

Nach etwa 2000 Aufnahmen habe ich mich fürchterlich über Staub zu ärgern begonnen, der deutlich im Sucher zu sehen war. Natürlich ist im Sucher Staub auf dem Sensor nicht sichtbar, also lag der Verdacht nahe, dass es sich um Staubpartikel auf der Mattscheibe oder auf dem Spiegel handeln müsse.

Mit der Reinigung tat ich mich anfänglich etwas schwer. Der Versuch mit einem Pinsel und dem kleinen Blasebalg schlugen weitgehend fehl. Gut bewährt hat sich die Verwendung eines Wattestäbchens, welches kurz vor dem Watteansatz so gebogen ist, dass die Mattscheibe oberhalb des geschlossenen (!) Spiegels erreicht werden kann. Die Reinigung muss mit sehr wenig Druck und äusserster Vorsicht erfolgen.

Reinigung der Linsen von Objektiven

Das Reinigen von Linsen ist eine Wissenschaft für sich, zumal die heute üblichen Objektive über Linsen mit vergüteten Oberflächen verfügen. Deshalb verwende ich ausschliesslich ein sauberes Mikrofasertuch zur Reinigung meiner Objektive.

Nachtrag nach 10'000 Auslösungen

Im August 2005 erreichte der Bildzähler meiner Canon EOS 20D nach dem ersten Überlauf wieder Bild 1 (IMG_0001), was Anlass für eine kleine Zwischenbilanz nach etwa neun Monaten des intensiven Gebrauchs sein soll.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin mit meiner Kamera immer noch hochgradig zufrieden und sie begleitet mich täglich.

In den vergangenen neun Monaten bereitete mir die Canon EOS 20D kaum ernste Probleme. Abhängig vom verwendeten Objektiv kam es allerdings in wenigen Fällen zu Fehlern ("Err 99"), einmal ist mir die Kamerasoftware (Firmware 1.0.5) auch mal gänzlich abgestürzt, aber diese Vorfälle lassen sich insgesamt an einer Hand abzählen. Im Frühling 2005 ärgerte mich das Canon EF 24-70mm/2.8 L USM gelegentlich dadurch, dass es einfach nicht fokussieren wollte, in den letzten Monaten hatte ich damit aber keinerlei Probleme mehr.

Die neue Augenmuschel

Canon EOS 20D mit Augenmuschel von Contax/Yashica

Eine kleine Modifikation ergab sich bezüglich der Augenmuschel. Eines Tages glaubte ich diese verloren zu haben, weil sie plötzlich an der Kamera fehlte und in der Kameratasche nicht zu finden war. So adaptierte ich mit Schraubenzieher und Krokodilzange eine alte Augenmuschel aus meiner Contax/Yashica-Zeit, welche mir durch ihre Form irgendwie auch besser liegt, als das Originalteil. Letzteres fand sich ein paar Tage später doch noch in der anderen Fototasche wieder, es dann aber zu montieren, hielt ich bisher nicht mehr für nötig.

In der Praxis

Das Gehäuse der Canon EOS 20D ist robust und nahm mir bisher auch nicht übel, dass sie beispielsweise schon mal eine etwas unsanfte Begegnung mit der Tischkante machen musste. An die Bedienung habe ich mich bestens gewöhnt, die meisten Aktionen kann ich inzwischen fast blind und treffsicher vornehmen. Wie weiter oben schon erwähnt, bleibt die Kamera in der Tasche inzwischen immer eingeschaltet, mit aktivierter Selbstabschaltung nach einer Minute. Irgendwelche Einschränkungen bezüglich der Akkulaufzeit konnte ich deshalb noch nicht feststellen, was allerdings auch mit dem fast täglichen Gebrauch zu tun haben dürfte. Nach durchschnittlich 600 bis 1000 Auslösungen beginnt die Akku-Anzeige nicht mehr auf voll zu stehen und ich lade die beiden im Hochformatgriff eingelegten BP-511A neu auf. Die Erfahrung hat aber in einem konkreten Fall gezeigt, dass selbst mit fast leeren Akkus notfalls noch mehrere hundert Bilder gemacht werden können. Da ich eine Canon EOS 20D einer recht frühen Serie habe, war ich im Zusammenhang mit dem Hochformatgriff noch vom Problem der nicht ganz korrekten Akkustandanzeige betroffen. Erstaunlicherweise war dieser Effekt nach etwa fünf Ladezyklen kaum mehr festzustellen, weshalb ich auf den Umbau von Kamera und Griff bei Canon verzichtet habe. Auf der anderen Seite kann ich meine Kamera dafür auch nicht sinnvoll mit normalen Batterien oder gar AA-Akkus im Hochformatgriff betreiben. Abschliessend möchte ich zu diesem Thema noch erwähnen, dass ich die Bildanzeige nach der Aufnahme grundsätzlich ausgeschaltet habe, was bestimmt auch etwas Strom spart, genauso wie der Verzicht auf das AF-Messlicht und den internen Blitz.

Belichtungsmessung und Empfindlichkeit

Meine Erfahrung mit der Canon EOS 20D haben gezeigt, dass die Belichtungsmessung etwas zur Überbelichtung tendiert. Dies ist bei Nachtaufnahmen recht angenehm, bei guten Lichtverhältnissen allerdings oft störend. Besonders bei direktem Sonnenlicht ist das Abblenden um 2/3 Blendenstufen dringend angeraten. Auch für die Nachbearbeitung sind leicht unbelichtete Aufnahmen besser geeignet, weil es doch meist besser gelingt, aus dunkleren Bildpartien noch Informationen herauszuholen, als aus "ausgebrannten" überbelichteten Bildteilen. Die Belichtungsmessung funktioniert, ausser bezüglich der generellen Tendenz zur leichten Überbelichtung, aber recht zuverlässig.

Äusserst zufrieden bin ich mit dem Rauschen der Kamera bei hohen Empfindlichkeiten. Mit 3200 ISO/ASA und einem lichtstarken Objektiv gelingen selbst Nachtaufnahmen unter Strassenlampen oder Aufnahmen bei schummriger Beleuchtung in Lokalen recht problemfrei aus der Hand. Üblicherweise ist meine Canon EOS 20D auf 200 ISO/ASA eingestellt, bei schlechten Lichtverhältnissen gelegentlich auch bis 800 ISO/ASA. Dabei ist das Rauschen kein dominates Problem, besonders für die Präsentation der Bilder im Internet, kleiner Papierabzüge oder Publikationen in Tageszeitungen reicht die Qualität bestens aus.

Die Sache mit dem Staub

Nicht verschweigen will ich an dieser Stelle, dass auch ich gelegentlich von Staub auf dem Sensor geplagt werde. Etwa alle 1000 bis 2000 Bilder reinige ich den Sensor üblicherweise, da ich meine Objektive vergleichsweise oft und nicht nur unter den besten Bedingungen wechsle. Um allerdings diesbezüglichen Problemen vorsorglich auszuweichen, verwende ich gelegentlich die Ausweichstrategie, die normalen Staubbefall auf dem Sensor zumindest nicht allzu offensichtlich sichtbar werden lässt: Ich wähle beispielsweise Blende 8 (oder grösser) vor und fotografiere dann mit Zeitautomatik (Av-Modus), ausreichend Licht bei entsprechender Empfindlichkeit vorausgesetzt, selbstverständlich. Ich rate dieses Vorgehen natürlich nicht generell an, aber wenn man sich nicht sicher ist, ob nicht Staub das Bild negativ beeinflussen könnte, ist es im Zweifelsfall immerhin eine Möglichkeit, noch akzeptable Bilder heim zu bringen.

Firmware-Fragen

Einen Update die Firmware habe ich inzwischen von 1.0.5 auf 1.1.0 durchgeführt, etwa einen Monat nach deren Erscheinen. Eine gewisse Wartezeit zwischen Erscheinen und Update sei jedem Benutzer angeraten; mögen die anderen allfällige neue Fehler zuerst bemerken und Canon eine Chance haben, diese zu korrigieren (vgl. die Debakel mit den Versionen 1.0.4 und 2.0.0). Die aktuelle 2.0.1-Version verbessert keine von mir benutzte Funktion, weshalb ich das Einspielen nicht für nötig halte. Noch einen Hinweis zum Firmware-Update: Es wird dringend angeraten, das Objektiv beim Update zu entfernen. Ich habe diese Anweisung allerdings missachtet, trotzdem hat es problemlos funktioniert. Das mag aber letztlich Zufall sein, denn besonders bei Objektiven von Fremdherstellern soll es anscheinend zu Problemen kommen können. Besser ist es wohl, sich an die Anweisung zu halten und das Objektiv während dem Update wirklich zu entfernen. Dass die Akkus bei so einer Aktion voll sein sollten oder aber ein Netzteil verwendet wird, halte ich hingegend für selbstverständlich. Ein einmal abgebrochener Update-Vorgang dürfte wohl zuverlässig dazu führen, dass die Kamera nicht mehr ordentlich funktioniert. Um das Einsenden der Kamera an Canon zu vermeiden, halte ich hier ein Mindestmass an Vorsicht für durchaus angebracht.

Gut, besser ... Objektiv

Canon EOS 20D mit Canon EF 24-70mm/2.8 L USM

Während ich anfänglich hauptsächlich das Canon EF 17-40mm/4.0 L USM als Standardobjektiv verwendete, kommt dieses inzwischen nur noch in geplanten Reportagesituation und bei Nachtaufnahmen regelmässig zum Einsatz. Auf meinen Ausflügen begleiten mich in der Regel das Canon EF 24-70mm/2.8 L USM und das Sigma 12-24/4.5-5.6 DG HSM, manchmal zusätzlich noch das Peleng 8mm/3.5-Fischauge. Meine kleine Fototasche wiegt damit 3.5 bis 4kg, wenn die grosse mitkommt werden es gelegentlich schon mal deutlich über 5kg.

Mit der Qualität meiner Objektive bin ich durchwegs zufrieden, auch wenn sich inzwischen die eine oder andere Schwäche herausgestellt hat. Etwas lästig ist beispielsweise das Verhalten des Canon EF 24-70mm/2.8 L USM bei sehr hellen Punktlichtquellen im Bild, ausschliesslich bei Nachtaufnahmen. Es bildet sich dann gelegendlich ein unschöner Lichtstrahl. Besser verhält sich diesbezüglich das Canon EF 17-40mm/4.0 L USM. Bezüglich Reflektionen ist natürlich das Sigma 12-24mm/4.5-5.6 DG HSM eher unangenehm, dafür bin ich von dessen recht schwachen Verzeichnung begeistert. Andererseits werden die Bilder mit diesem Objektiv manchmal etwas flau, gerade bei ungünstigen Lichtverhältnissen. Die Schärfe ist jedoch durchaus ausreichend bis gut.

Schätzungsweise zwei Drittel meiner Bilder entstanden mit dem Canon EF 24-70mm/2.8 L USM, gut 15% mit dem Sigma 12-24mm/4.5-5.6 DG HSM, die restlichen Aufnahmen verteilen sich auf die anderen Objektive. Sehr selten fand besonders das Canon EF 70-200mm/4.0 L USM Verwendung, weil mir einerseits lange Brennweiten sowieso nicht sonderlich liegen, andererseits ist so ein Objektiv im städtischen Bereich, in dem ich fast ausschliesslich fotografiere, nicht wirklich universal einsetzbar. Nachdem am 22. August 2005 das neue Canon EF 24-105mm/4.0 L IS USM angekündigt wurde (vgl. meine Vorschau auf die Canon EOS 5D) frage ich mich ernstlich, ob 105mm (immerhin kleinbildäquivalente 168mm) für meinen Bedarf nicht auch ausreichen würden. Dass dieses Objektiv dazu noch 300g leichter als mein 24-70/2.8 wäre, würde mir die Entscheidung (und die Fototasche) sicher etwas leichter machen ...

Zu allen meinen Objektiven besitze ich entsprechende Gegenlichtblenden und verwende sie auch durchgehend. Bei den "L"-Objektiven werden diese Zubehörteile jeweils mitgeliefert, zu allen anderen Objektiven müssen die separat beschafft werden. Lediglich in einem Fall, dem Canon EF 17-40mm/4 L USM, habe ich mir eine speziell für den eingeschränkten Bildwinkel des Formatfaktors 1.6 geeignete Gegenlichtblende zugelegt. Die Bezeichnung dieser Blende lautet EW-83D II, und sie hat den entscheidenden Vorteil, dass dieses Objektiv mit Gegenlichtblende auch viel problemfreier in meine Fototasche passt. Eine Bemerkung zu Gegenlichtblenden allgemein sei mir an dieser Stelle auch noch gestattet: Nicht nur, dass sie die Bildqualität wegen der Minimierung von Streulichteinfall verbessert, auch zum Schutz der Frontlinse der Objektive ist sie deutlich besser geeignet, als jede Form von "Schutzfiltern". Letztere beeinträchtigen die Bildqualität in aller Regel sogar mehr oder weniger schwerwiegend.

Mehr Licht mit Blitz

Wie oben erwähnt, verzichte ich grundsätzlich auf den Einsatz des eingebauten Blitzes, der für viele Situationen wohl auch zu klein dimensioniert ist. Zudem habe ich auch bei den meisten meiner Objektive (je nach Brennweite) mehr oder weniger starke Abschattungen am unteren Bildrand, besonders weil ich ständig die geeigneten Gegenlichtblenden verwende. Mit dem externen Blitzgerät Canon Speedlite 420EX habe ich dafür nur gut Erfahrungen gemacht, was die Belichtung beim direkten und indirekten Blitzen betrifft. Auch die gelegentlich verwendeten Blitzgeräte von Metz leisten im Automatikmodus ("Computerblitz") oder manuell gute Dienste, auch wenn das manchmal den einen oder anderen "Probeschuss" bedingt.

Fazit

Ich bin jedenfalls froh, mich vor nicht einmal einem Jahr für ein System von Canon entschieden zu haben. Nicht nur, dass mir im professionellen Umfeld immer mehr Benutzer von Canon-Kameras begegnen, auch die Produktpalette von Canon bezüglich Kameras und vor allem Objektiven überzeugt mich immer wieder.

Nachtrag nach 15'000 Auslösungen

Inzwischen - im Januar 2006 - ist meine Canon EOS 20D schon über ein Jahr in fast täglicher Benutzung und immer noch kann ich wenig finden, was mich ausgesprochen daran stören würde, jedenfalls nichts, was ich nicht weiter oben schon bemängelt hätte.

Bezüglich meinem Objektivzoo hat sich auch etwas getan, nicht nur dass ich den entsprechenden Teil aus diesem Erfahrungsbericht entfernt habe. Neu ist die Foto-Dokumentation Objektive für das Canon EF-Bajonett als separater Text entstanden, welcher neben einer Auswahl der verfügbaren Canon-Objektive auch auf meine eigene Objektiv-Auswahl eingeht.

Ein Blick um die Ecke: Winkelsucher

Vergleichsweise günstig bin ich in der Zwischenzeit zu einem Canon Winkelsucher "C" gekommen, den ich inzwischen nicht mehr missen möchte. Gerade bei Aufnahmen ab dem Stativ hat er mir bereits vielfach beste Dienste geleistet, aber auch bei bodennahen Aufnahmesituationen konnte ich ihn schon gut gebrauchen.

Canon EOS 20D mit Canon Winkelsucher C

Das optische Verhalten erinnert anfänglich irgendwie stark an die alten Schnittbildsucher im Zusammenhang mit lichtschwachen (Tele-) Objektiven, wo ständig eine Hälfte schwarz war, wenn man nicht ganz genau zentriert hineinschaut. Das ist genauso Gewöhnungssache, wie die Tatsache, dass man während dem Fotografieren die Kopf nicht heben sollte und durch die Nase ausatmen, da sonst der Sucher beschlägt ...

Als mangelhaft würde ich die Leichtgängigkeit des Dioprinausgleichs bezeichnen, der sich ohne grösseres Zutun ständig verstellt. Ich habe das Problem inzwischen mit einem transparenten Klebestreifen gelöst, was sich sehr gut bewährt hat. Überhaupt sind die verschiedenen Gelenkte und Schiebestecker durchgehend zu leichtgängig, aber daran gewöhnt man sich mit der Zeit. Ein paar Fixierschräubchen hier und da wären - bei dem Preis! - kein Luxus und würde den Komfort erheblich verbessern.

Besonders neckisch ist nebenbei die Möglichkeit, die Vergrösserung von 1.25x auf 2.5x zu erhöhen, um beispielsweise die Schärfe besser kontrollieren zu können. Diese Einstellung sollte aber nur bei genügend Licht verwendet werden, da sie das Sucherbild etwas abdunkelt. Zudem wird bei 2.5x-Vergrösserung nur ein Teil des Suchers abgebildet.

Abschliessend sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass das Sucherbild seitenrichtig angezeigt wird, also nicht spiegelverkehrt, wie es bei Schachtsuchern beispielsweise üblich ist.

Es bleibt noch nachzutragen, dass sich die weiter oben beschriebene Lösung mit der Augenmuschel sich insofern erledigt hat, als dass ich diese Muschel inzwischen verloren habe und ich meine Canon EOS 20D nun ohne Augenmuschel verwende. Nicht zuletzt liegt der Grund dafür auch beim recht häufigen Einsatz des Winkelsuchers, für dessen Montage eine allfällige Augenmuschel sowieso entfernt werden müsste.

Adapter für Yashica/Contax-Objektive

Über eBay habe ich inzwischen einen vergleichsweise günstigen Adapter gefunden, mit dem ich meine alten manuellen Zeiss-Objektive aus der Yashica/Contax-Welt an die Canon EOS 20D anschliessen kann. Dieses Ding ist zwar etwas fummelig, wenn man es von einem Objektiv wieder entfernen will, da eine kleine Rückhaltefeder innerhalb des Bajonetts dabei recht hinderlich ist. Mit etwas Übung und einem kleinen Schraubendreher klappt das aber recht problemfrei.

Canon EOS 20D mit Carl Zeiss Distagon 28mm/2.8

Die schlechte Nachricht gleich vorab: Die Belichtungsautomatik der 20D funktioniert zwar - es wird Blende "00" angezeigt und die Belichtungszeit wird entsprechend reguliert -, aber die Messung scheint abhängig von der am Objektiv gewählten Blende völlig daneben zu liegen. Das Zeiss Planar 50mm/1.4 beispielsweise zeigt bei Offenblende eine Überbelichtung von über drei Blendenstufen, erst ca. bei Blende 8 stimmt die Messung wieder einigermassen.

Der Komfort so einer Lösung ist natürlich sehr beschränkt. Dass eine Blendenübertragung von und zu der Kamera nicht möglich ist, liegt am Prinzip der EOS-Kameras, welche alle Daten zwischen Objektiv und Kamera elektronisch übertragen. Damit fällt eine Offenblendenmessung aus, dh. es muss bei geschlossener Blende gemessen werden, welche naturgemäss auch den Sucher entsprechend abdunkelt. Auch die Scharfstellung ist mangels Schnittbildsucher nicht ganz so einfach, wie bei konventionellen Spiegelreflexkameras. Leider scheint auch die AF-Erkennung bei Fremdobjektiven bei der Canon EOS 20D nicht zu funktionieren, im Gegensatz zu EF-Objektiven, wo die Anzeige auch bei abgeschaltetem Autofokus die Scharfstellung signalisiert.

Adapter Yashica/Contax an Canon EOS


Ganz vergebens sollte die Anschaffung des Adapters jedoch nicht gewesen sein, besitze ich doch noch einen Balgen von Contax, den ich von meinem Vater geerbt habe. Der lässt sich mit dem Y/C-Adapter natürlich auch an die Canon EOS 20D anschliessen, so jedenfalls mein Plan. In der Praxis erwies sich dieses Vorhaben allerdings als nicht ganz so problemfrei, wie anfänglich vermutet, da das Gehäuse des Balgens mit dem Spiegelkasten der Kamera kollidiert und die Montage nur in einem bestimmten Winkel ermöglicht. Vielleicht werde ich mich trotzdem gelegentlich mal näher mit der Makrofotografie auseinandersetzen, denn prinzipiell funktioniert der Anschluss des Balgens ja, auch wenn die Montage etwas gewöhnungsbedürftig sein mag.

Nachtrag nach 25'000 Auslösungen

Im September 2006 drückte ich zum fünfundzwanzigtausendsten Mal den Auslöser meiner Canon EOS 20D, bemerkte das aber erst ein paar Tage später beim Bereinigen meines Foto-Archivs. Wenn man den offiziell für dieses Modell nicht veröffentlichten MTBF-Angaben für den Verschluss Glauben schenkt, dürfte der damit etwa 1/4 seiner Lebenszeit erreicht haben. Dieser rein statistische Wert meint die durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit, die konkret beim Verschluss für die Canon EOS 30D mit 100'000 Auslösungen angegeben wird. Da die 20D denselben Verschluss verwendet, darf man davon ausgehen, dass dieser Wert auch für das ältere Modell gilt.

Weiterhin viel Licht ...

Ich habe meiner Canon EOS 20D weiter oben schon hoch gelobt und verzichte an dieser Stelle darauf, dies nocheinmal zu wiederholen. Zusammenfassend kann ich nur feststellen, dass sie ein treues und robustes Arbeitspferd ist, die mich noch kaum im Stich gelassen hat.

... aber dann und wann auch mal eine schattige Wolke

Weniger schön waren eine Reihe von Hängern, welche die Kamera im Juni/Juli 2006 gelegentlich lahmlegten. Sie kamen nur sporadisch vor, am Ende alle paar hundert Einschaltungen etwa (besser: Aktivierungen, denn ich will nocheinmal erwähnen, dass ich meine Kamera nie ganz ausgeschalte, sondern sie jeweils durch einen leichten Druck auf den Auslöser aus dem Schlaf reisse; nur wenn die Akkus geladen werden, ist meine 20D zwangsweise ausgeschaltet). Die Kamera kann typischerweise bei so einem Problem nicht mehr bedient werden, einfaches Aus- und wieder Einschalten hilft nicht, es müssen die Akkus für mindestens zwei Sekunden entfernt werden, damit das System neu startet.

Da es bei den sich häufenden Abstürzen keine Gemeinsamkeiten bezüglich der Situationen, verwendeten Objektive oder dergleich gab, rätselte ich länger an diesem Problem und an einer Lösung. Dabei fiel mir ein Absturz ein, der schon länger her mal meine Kamera lahmgelegt hatte: Als Ursache stellte sich damals die Schraube heraus, die den Hochformatgriff mit der Kamera verbindet, und die sich im konkreten Fall etwas gelöst hatte. Einer Eingebung folgend reinigte ich die Kontaktstifte an dem Teil des Hochformatgriffs, welcher ins Batteriefach der Kamera eingeschoben wird. Seither hatte ich keinen einzigen solchen Absturz mehr.

Ein anderes gelegentlich auftretendes Problem, das hauptsächlich beim Wechseln von Objektiven auftritt, ist der "Err 99" (Fehler 99), der mit obigem aber nichts zu tun hat. Vielleicht sollte ich auch mal diese Kontakte (in der Kamera und an den Objektiven) reinigen.

Einmal ist keinmal?

Defektes Bild

Genau einmal ist es bisher vorgekommen, dass ein Bild nach dem Download auf den Rechner defekt war. Ob dies bereits auf der Speicherkarte (SanDisk Ultra II, 1 GB) der Fall war, konnte ich nicht mehr rekonstruieren, daher bin ich bezüglicher der Fehlerquelle auch etwas ratlos. Es macht aus derlei Gründen sicher Sinn, bei wichtigen Aufnahmen zweimal auszulösen, es kostet ja kaum etwas. Das betroffene Bild war übrigens weder wichtig noch gelungen, deshalb auch kein Verlust. Trotzdem ist sowas ärgerlich, klar.

Weitere Objektivfragen

Nach verschiedenen Experimenten mit Sigma-Objektiven (alle übrigens mit EX im Namen, dh. die Top-Linie dieses Herstellers) in den vergangenen zwei Jahren habe ich beschlossen, alle diese Objektive wieder zu veräussern und nur noch qualitativ beste Originalware von Canon zu verwenden, soweit möglich. Lediglich das Sigma 12-24mm würde ich mir vielleicht wiederbeschaffen, stiege ich auf Vollformat um, nicht unbedingt wegen der berauschenden Qualität, sondern wegen der extremen Brennweite.

Kleinigkeiten wie ein falschrum drehender Fokus- oder Zoomring, umständliche Entkoppelungen für den MF-Betrieb, laute AF-Motoren und dergleichen sind zwar lästig, aber nicht wirklich ein Grund, auf Objektive von Fremdhersteller zu verzichten. Aber die Abbildungsleistungen, rein subjektiv betrachtet selbstverständlich, haben mir doch gelegentlich einfach nicht genügt, ganz besonders unter kritischen Bedingungen.

Bezüglich einem extremen Weitwinkel - ich benutzte in diesem Bereich vorher das Sigma 12-24mm - musste ich allerdings einen Kompromiss eingehen, da Canon hier nur das 10-22mm mit EF-S-Bajonett anbietet. Das vollformattaugliche 17-40mm darf allerdings an einer Vollformatkamera ebenfalls als extremes Weitwinkel gelten, somit halte ich diesen Kompromiss durchaus für vertretbar.

Die Folgeversion Canon EOS 30D

Seit dem 21.02.2006 ist der Nachfolger der Canon EOS 20D bekannt, die Canon EOS 30D. Sie ist inzwischen (Anfang April 2006) in den Läden angekommen und in ausreichenden Stückzahlen verfügbar.

Canon tat gut daran, das bewährte Konzept der 20D nur massvoll zu verbessern, denn viele wichtige Komponenten der Canon EOS 30D wurden schon in der 20D verbaut: Der rauscharme 8.2 Megapixel-Sensor, der Prozessor DIGIT II und auch alle Bedienungselemente. Sogar der Batteriegriff BG-E2 kann an dieser Kamera weiter verwendet werden.

Die auffälligste Neuerung ist wohl der deutlich grössere Display (2.5" statt 1.8") an der Rückseite der Kamera. Lange erhofft beherrscht die 30D nun auch die Spot-Belichtungsmessung (3.5% im Zentrum) und schwenkte bezüglich der Bildeinstellungen auf das moderne, auch von der Canon EOS 5D und der 1D Mark 2 N her bekannte "Picture Style"-Modell um. Ebenfalls neu und wirklich brauchbar erscheint mir die Möglichkeit, die Serienbildgeschwindigkeit zwischen 5 und 3 Bildern/Sekunde zu variieren. Weniger sinnvoll erscheint mir hingegen, dass die 30D nun die Empfindlichkeit in 1/3-Stufen regeln kann; wenn ich daran denke, dass ich öfters schnell zwischen Innenräumen (800 bis 3200 ISO/ASA) und hellem Sonnenschein draussen (100 oder 200 ISO/ASA) wechseln muss, erscheint mir diese sowieso eher unsinnige Einteilung mehr als überflüssig, sogar eher hinderlich. Dass sich die Bildparameter nun auch feiner regulieren lassen (9 statt 5 Stufen pro Einstellung), bringt mir persönlich nicht wirklich viel. Nett hingegen ist die Möglichkeit, das Histogramm auch für die einzelnen Farbkanäle betrachten zu können und die neue Anzeige der Dateigrösse. Und nicht zuletzt wird nun auch die Empfindlichkeit im Sucher angezeigt, zumindest wenn diese Einstellung geändert wird.

Eine Neuerung hat die Canon EOS 30D von der 5D ebenfalls geerbt: Die Druckertaste gleich links unterhalb des Suchers. Ich habe mich diesbezüglich bereits bei der Canon EOS 5D gefragt, welchen Sinn diese Taste haben könnte, zumal andere Funktionen durchaus sinnvoller über eine eigene Taste bedient werden könnten; ich nenne hier gerne die Spiegelvorauslösung als Beispiel. Leider lässt sich diese Taste nicht umprogrammieren, wie das bei anderen Tasten möglich ist.

Ein Detail fällt beim Studium der Informationen von Canon auf: Der Verschluss der Canon EOS 30D ist nun auf 100'000 Auslösungen spezifiziert, beim Vorgänger 20D ist so eine Angabe nicht verfügbar. Es dürften allerdings auch bei der Canon EOS 20D nicht viel weniger Auslösungen sein, zumindest rede ich mir das gerne ein. Obschon dieses Modell nun ja schon über eineinhalb Jahre verfügbar ist, sind mir jedenfalls noch keine speziellen Probleme mit dem Verschluss zu Ohren gekommen.

Dass die Canon EOS 30D mutmasslich über einen etwas grösseren Speicher als ihr Vorgänger verfügt, ist daran zu sehen, dass jetzt 39 JPEGs (11 RAWs) im Gegensatz zu vorher 23 JPEGs (6 RAWs) gebuffert werden können.

Alles in allem sind die mit der Canon EOS 30D eingeführten Erweiterungen nicht wirklich sensationell, sondern dürfen getrost als Modellpflege bezeichnet werden. Die Bezeichnung hätte deshalb auch gut Canon EOS 20D Mark II oder so lauten können, einen Schritt wie zwischen 10D und 20D stellen die minimalen Neuerungen eher weniger dar.

Für mich persönlich wären die Neuerungen der Canon EOS 30D natürlich kein Grund, von der 20D auf die 30D umzusteigen. Sollten die Preise der Canon EOS 20D in der nächsten Zeit noch deutlich fallen, empfehle ich potentiellen Interessenten sogar, sich den Kauf des Vorgängermodells zu überlegen, denn technisch sind beide Modelle weitgehend ebenbürdig.

Nachfolgeregelung

Auch wenn mir im Prinzip klar war, dass meine Canon EOS 20D irgendwann durch ein geeignetes Nachfolgemodell ersetzt werden würde, habe ich doch etwas vorzeitig nach einem geeigneten Kanditaten Ausschau gehalten. Grund dafür war auch ein Sicherheitsaspekt, nämlich dass ich bei einem Ausfall meiner Canon EOS 20D nicht plötzlich ohne Kamera dastehe bzw. auf meine Studiokamera - die Olympus E-20 - zurückgreifen müsste. Deshalb erwog ich die Beschaffung der Canon EOS 30D.

Aber erstens kommt es anders, als man zweitens denkt. Durch einen glücklichen Umstand steht mir seit dem Spätherbst 2006 eine Canon EOS 5D zur Verfügung, das grosse Modell mit Vollformatsensor und knapp 13 Megapixeln. Einen detailierten Erfahrungsbericht inkl. verschiedenen Informationen zur Geschichte und Technik dieser Kamera finden Sie hier.

Meine treue Canon EOS 20D wird deshalb aber weder verkauft, noch wandert sie zum Alteisen. Im Gegenteil ist sie immer noch im Einsatz, hauptsächlich für Reportagen oder als Begleiterin, wenn "leichtes Gepäck" angesagt ist - immerhin ist sie mit dem Standardobjektiv Canon EF 17-40/4 L USM ein gutes halbes Kilo leichter als die Kombination aus Canon EOS 5D mit Canon EF 24-70/2.8 L USM.

Testberichte

Damit Sie sich etwas detailierter über die Canon EOS 20D informieren können, habe ich hier ein paar Links auf Testberichte zusammengetragen, die im Internet zu finden sind:

Phil Askey - DPreview.com

In seiner wie gewohnt ausführlichen und diesmal auch besonders langen Preview testete Phil im November 2004 die Canon EOS 20D und kommt zur Empfehlung "Highly Recommended", der Bestnote. Er bemängelt nur Kleinigkeiten, wie der eher durchschnittliche Weissabgleich und den nicht ganz zeitgemässen Schärfungsagorhythmus. Eher selbstverständlich finde ich den als Negativpunkt aufgeführten Umstand, dass das Öffnen der Klappe der Speicherkartenabdeckung zum Ausschalten der Kamera führt.

Homepage: www.dpreview.com

Dave Etchells - Imaging-Resource.com

Auch Dave bescheinigt in seiner Review vom September und November 2004 der Canon EOS 20D ein "*highly* recommended" (genau so geschrieben!). Er lobt ua. auch die gute Farbdarstellung und Auflösung, die Rauscharmut und die lange Batterielebensdauer.

Homepage: www.imaging-resource.com

Jeff Keller - DCresource.com

In seiner Review zählt Jeff nur wenige negative Punkte zur Canon EOS 20D auf, die da wären: Die Nachschärfung wäre ihm zu knapp eingestellt, als Hilfslicht für den Autofokus wird allenfalls das Blitzlicht verwendet und schliesslich wäre ein FireWire-Anschluss wünschenswert. Nunja, alles nicht gerade die Dinge, die ich für wirklich wichtig erachten würde ...

Homepage: www.dcresource.com

Steve Sanders - Steves-Digicams.com

Steve stimmt in seiner Preview ins Loblied auf die Canon EOS 20D ein. Er empfiehlt den Händlern am Schluss sogar, viele dieser Kameras ans Lager zu nehmen, Staub würden sie dort bestimmt nicht ansetzten.

Homepage: www.steves-digicams.com

Michael Reichmann - Luminous-Landscape.com

In seiner Review vergleicht Michael die Canon EOS 20D nicht nur mit ihrem Vorgänger Canon EOS 10D, sondern auch mit der dreimal so teuren Canon EOS 1D Mark II. Er weist ebenfalls eindrücklich auf einige kleine Bedienungsprobleme hin, ist aber in seinem abschliessenden Urteil überzeugt von den Qualitäten dieser Kamera.

Homepage: www.luminous-landscape.com

Bob Atkins - Photo.net

Die nicht sonderlich lange Review von Bob geht detailiert auf einige wichtige Aspekte wie das Rauschen und die Auflösung ein. Ein interessantes Detail, das mir hier aufgefallen ist, war die Aussage, dass die Canon EOS 20D Blitze mit bis zu 250V Schaltströmen bewältigt, während die Modelle 10D und 300D maximal 6V erlauben. Damit ist auch der Anschluss älterer Blitzgeräte unkritisch. Das Fazit von Bob ist klar positiv.

Homepage: www.photo.net

Rob Galbraith - RobGalbraith.com

Auch Rob ist in seinem Bericht begeistert von der Canon EOS 20D. Er zählt die vielen Features auf und kommt zum Schluss, dass diese Kamera die von ihm gewünschte "Ausgewogenheit" bieten würde, im Gegensatz zur 10D beispielsweise, über die er offenbar nicht ganz so gut denkt.

Homepage: www.robgalbraith.com

Jan-Markus Rupprecht - Digitalkamera.de

Zum Schluss sein noch diese deutschsprachige Seite erwähnt, welche die Canon EOS 20D ebenfalls getestet hat. Unter dem Titel "Eine Frage des Anspruchs" geht der Kameratest ausführlich auf die Eigenschaften ein, kommt aber zu einem etwas nüchternen Urteil, als viele der oben aufgeführten Seiten.

Homepage: www.digitalkamera.de

Es sind im Netz noch eine Vielzahl weiterer Tests zur Canon EOS 20D zu finden. Die nicht repräsentative Auswahl gibt hoffentlich einen guten Einstieg in die Materie und hilft vielleicht auch bei der Beantwortung der Frage, ob diese Kamera für Ihren Bedarf geeignet ist oder eher nicht.

Weitere Informationen

Hier noch ein paar Links auf weitere verwandte Themen aus meinem Angebot:

Ich plane, mit der Zeit mein Angebot noch zu erweitern. Es würde mich freuen, wenn Sie gelegentlich wieder vorbei schauen um zu erfahren, wie weit ich damit gekommen sein werde.

Bilder

Die folgenden Bilder zeigen meine Canon EOS 20D mit dem Batteriegriff Canon BG-E2 und dem Objektiv Canon EF 50mm/1.4 USM:

Frontansicht   Aufsicht
Rückansicht   Seitenansicht
Seitenansicht mit geschlossenem Blitz   Seitenansicht mit ausgeklapptem Blitz

 

Dieser Erfahrungsbericht werde ich bei Gelegenheit erweitern, wenn ich Neues zu berichten weiss. Für Fragen oder Anmerkungen stehe ich selbstverständlich gerne zur Verfügung.


14.02.2005, Update: 12.01.2007



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Alle Rechte © Guido Studer, Basel - Letzte Änderung: 10.03.2008