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Technik-Tipps, ein Foto-Glossar

Nicht dass ich glauben würde, dass ich es besser wüsste, aber doch hat mich die Erfahrung über die Jahre einiges gelehrt, das ich an dieser Stelle gerne weitergeben möchte. Die folgende Aufzählung ersetzt keinesfalls einen fundierten Fotokurs oder ein entsprechendes Fachbuch. Es ist keine vollständige Liste, erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Ausgewogenheit, hier möchte ich lediglich zu einigen Themen rund um die Fotografie - die Digitalfotografie im Speziellen - ein paar Worte zu verlieren.



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Abblendtaste

Die Abblendtaste ermöglicht die optische Kontrolle der Schärfentiefe im Sucher einer Spiegelreflexkamera. Beim Betätigen der Abblendtaste wird die Blende auf den eingestellten Wert abgeblendet, um die Schärfeverteilung sichtbar zu machen.

Advanced Photo System (APS)

Dieses Filmformat ist noch vergleichsweise jung, ob es allerdings längerfristig überleben wird, halte ich nicht für sehr wahrscheinlich. Als "tolles" Feature von APS wird die Möglichkeit verkauft, gleich drei verschiedene Bildformate aufnehmen zu können. Ich bin dieser Werbung auch auf den Leim gegangen (siehe meine Canon Ixus Elph), bis mir bewusst wurde, dass beim "C"-Format (steht für "Classic") 20% und beim "P"-Format (meint "Panorama") über 40% der Filmfläche einfach ungenutzt bleibt! Und das bei einer, mit dem Kleinbildfilm verglichen, nur knapp 60% kleinen Bildfläche. Vergleichen Sie auch die Tabelle: Filmformate.

Amateur

Um meinen Status bezüglich der Fotografie zu beschreiben, möchte ich hier zitieren, was Andreas Feininger anno 1965 zu diesem Thema geschrieben hat und wohl am besten ausdrückt, wieso ich mich selber gerne als Amateur bezeichne: "Wenn die Fotografie eine Liebhaberei für Sie ist, sind Sie ein Amateur. Einen Amateur nennt man einen Menschen, der etwas nur deswegen tut, weil er Spass daran hat. Er tut es um der Freude an der Sache willen. (...) Als Amateur haben Sie anderen Fotografen gegenüber einen unschätzbaren Vorteil: Sie können tun, was Sie wollen."

ASA

Siehe: Empfindlichkeit

Auslöseverzögerung

Ein typisches Problem von digitalen Kompaktkameras ist die Auslöseverzögerung, welche oft zwischen einer halben und deutlich mehr als einer Sekunde liegt. Die weitaus meiste Zeit benötigt die Kamera zur Fokussierung (in der Regel abschaltbar durch Verwendung des manuellen Fokus), was sich in die Entfernungsmessung einerseits und die eigentliche Fokussierung - die Scharfstellung - andererseits unterteilt. Je nach vorhandenem bzw. fehlendem Licht kann die Entfernungsmessung deutlich mehr Zeit beanspruchen, als unter optimalen Lichtverhältnissen, aber auch die Brennweite ist ein nicht unerheblicher Faktor. Besonders kritisch sind die Werte, wenn das Objektiv über dessen ganze Bandbreite gefahren werden muss, also beispielsweise von Minimalabstand zu Unendlich oder umgekehrt. Weitere Elemente der Auslöseverzögerung sind die Bestimmung der Belichtungsparameter wie Blende und Belichtungszeit (entfällt bei der Verwendung manueller Einstellungen), die Optimierung des Monitorbildes (nur bei einigen Kompaktmodellen, zum Teil abschaltbar), die Abblendung (was sich bei mechanischen Blenden kaum vermeiden lässt) und der Spiegelöffnung (nur bei [digitale] Spiegelreflex-Kameras relevant). Zur Optimierung der Auslöseverzögerung sollten Sie immer den Auslöser halb betätigen und dann den richtigen Moment zum Auslösen abwarten, damit reduziert sich die tatsächliche Zeit zwischen dem Durchdrücken des Auslösers und dem Beginn des Aufnahmevorgangs auf üblicherweise weniger als 1/10 Sekunde.

Auto Focus (AF)

Siehe: Fokus

Automatik

Hierzu auch ein Zitat, diesmal von Alexander Borell: "Eine gute Automatik ist wie ein begabter Anfänger. Sie macht nichts völlig falsch, aber auch nichts ganz richtig."


BSeitenanfang

Belichtungsmessung

Früher besass kaum eine Kamera einen eingebauten Belichtungsmesser, sondern es wurden Tabellen und später externe Messgeräte verwendet. Damit wurden detailierte Lichtmessungen möglich, wie sie bei heutigen Kameras durch die Messung durch das Objektiv realisiert sind. Die Belichtungsmessung muss die Filmempfindlichkeit berücksichtigen und ergibt dann eine Reihe Kombinationen aus möglichen Blenden und Belichtungszeiten. Bedenken Sie, dass trotz aller Automatisierung eine ideale Belichtung nicht unbedingt mit der "richtigen" Messung der Belichtung übereinstimmen muss; besonders wenn helle oder dunkle Bildpartien gleichzeitig auf einem Bild vereint werden sollen, ist eine konkrete Auswahl der wichtigen und damit korrekt zu belichtenden Bereiche unumgänglich. Das Verfahren zur Anpassung der Belichtung an besondere Umstände nennt sich Belichtungskorrektur.

Belichtungskorrektur

Um die Belichtung an besondere Lichtsituationen anzupassen, wird die Belichtungskorrektur verwendet. Es handelt sich dabei idealerweise um einen Drehschalter, mit dem die Belichtung in 1/2 oder 1/3 Blendenstufen nach oben oder unten korrigiert werden kann. Die Anzeige der Belichtungskorrektur erfolgt oft über eine numerische Anzeige mit positiven und negativen Werten, oder komfortabel über eine Lichtwaage.

Belichtungszeit

Diese Zeitangabe, die in Sekunden oder dem Bruchteil einer Sekunde ausgewiesen wird, meint die Zeit, in der der Verschluss geöffnet ist und Licht durch das Objektiv auf den Sensor bzw. den Film fällt. Bedenken Sie bitte, dass die Belichtungszeit stets kürzer sein sollte, als eine Sekunde geteilt durch die Brennweite des Objektivs in Millimeter. Zwei Beispiele dazu: Bei einem 50mm Normalobjektiv ist 1/50 Sekunde die maximale, bei einem 100mm Teleobjektiv 1/100 Sekunde die maximale Belichtungszeit. Zur Sicherheit dürfen Sie diese Werte gerne auch halbieren, dh. 1/100 statt 1/50 Sekunde bzw. 1/200 statt 1/100 Sekunde. Halten Sie sich nicht an diese Faustregel, müssen Sie mit verwackelten Bildern rechnen, es sei denn, Sie verwenden ein Stativ oder eine alternative Stabilisationseinrichtung.

Bewegungs(un)schärfe

Als Bewegungsschärfe wird bezeichnet, wenn ein bewegtes Objekt mit einer derart kurzen Belichtungszeit festgehalten wird, dass die Bewegung nicht durch Unschärfe sichtbar wird. Im Gegensatz dazu kann die Bewegungsunschärfe als Stilmittel verstanden werden, welche die Dynamik einer Bewegung durch eine sichtbare Unschärfe zum Ausdruck bringt. Eine Umkehrung der dynamischen Bewegung ist das Mitziehen der Kamera mit dem bewegten Objekt, bei dem der Hintergrund unscharf und das Objekt idealerweise weitgehend scharf abgebildet werden soll. Die Bewegungsunschärfe setzt eine vergleichsweise lange Belichtungszeit voraus, wobei die Belichtungszeit desto länger gewählt werden muss, je langsamer sich das Objekt bewegt.

Blende

Die Blende kann man sich als in der Grösse veränderliches "Loch" vorstellen, durch das der Lichteinfall auf den Film bzw. den Sensor gesteuert werden kann. Die grosse, offene Blende - auch Offenblende genannt - wird durch eine kleine, geschlossene Blenden durch eine grosse Zahl symbolisiert. Vereinfacht gesagt entspricht die Blendenzahl dem Verhältnis zwischen Brennweite und Durchmesser der Blendenöffnung, dh. Blende 8 entspricht dem achten Teil der Brennweite. Die Blende bestimmt abhängig von der Sensor- bzw. Filmfläche auch die Schärfentiefe, was den Bereich meint, in welchem scharf abgebildet werden kann. Je grösser, offener die Blende, desto kleiner der Schärfenbereich, je kleiner, geschlossener die Blende, desto grösser ist dieser Bereich.

Blitzlicht

Zur Beleuchtung oder Aufhellung unter kritischen Lichtbedingungen werden oft Blitzlichter verwendet, wie sie heute vorwiegend in Kompaktkameras häufig gleich eingebaut sind. Die Leistung solcher Geräte ist in aller Regel äusserst bescheiden, ausserdem sind sie prinzipbedingt oft zu nahe an der optischen Achse des Objektivs angebracht. Rote Augen sind dadurch ein häufig zu beobachtendes Problem, aber bei weitem nicht das einzige. Ich verzichte wenn immer möglich auf den Einsatz des Blitzes, auch auf die Gefahr hin, durch das Kunstlicht farbliche Veränderungen in den Bildern zu risikieren. Für die Fälle, wo auf ein Blitzgerät nicht verzichtet werden kann, empfehle ich dringend externe Geräte, die über den sogenannten "Hot-shoe" - dem Zubehörschuh mit Mittelkontakt - und/oder einem entsprechenden Kabelanschluss mit der Kamera verbunden werden können. Die übliche Synchronisationszeit - ein wichtiger Faktor für den manuellen Blitzbetrieb - bei älteren Kameras liegt bei 1/60 Sekunde, heute sind 1/125 Sekunde oder weniger üblich. Die Leistung eines Blitzgerätes wird durch die Leitzahl angegeben.

"Bokeh"

Ein nicht ganz unumstrittener Begriff, welcher die Unschärfezeichnung von Lichtreflexen ausserhalb dem Fokusbereich beschreibt. Von einem schönen "Bokeh" wird gesprochen, wenn unscharfe Reflexe harmonisch abgebildet werden.

Brennweite

Die Brennweite eines Objektivs ist die Entfernung vom Mittelpunkt des Objektivs bis zum Film bzw. zum Sensor. Sie bestimmt die Abbildungsgrösse, dh. je länger die Brennweite, desto grösser ist die Abbildung und desto kleiner ist der Bildwinkel. Als Vergleichsgrösse wird üblicherweise eine Brennweite im Verhältnis zur Fläche eines Kleinbildfilms mit 24 x 36mm angegeben. Da Digitalkameras meistens - von ein paar wenigen, sehr teuren Ausnahmen abgesehen - (noch) kaum Vollformat-Sensoren verwenden, entsprechen die Brennweiten nicht den üblichen Kleinbild-Brennweiten. Der Umrechnungsfaktor zwischen Kleinbildfilm und digitalem Sensor wird Formatfaktor genannt und weiter unten näher beschrieben. In der Bedienungsanleitung werden Sie in der Regel eine Angabe zur Kleinbild-Äquivalenz des Objektivs einer Digitalkamera finden.


CSeitenanfang

Chromatische Aberration

Treten an scharfen Kanten zwischen hellen und dunklen Bildteilen vor allem an den Bildrändern bzw. -ecken violette Farbsäume auf, spricht man von chromatischer Aberration, in Deutsch auch "Farbquerfehler" genannt. Dieser Fehler rührt von unterschiedlichen Lichtbrechungswinkeln verschiedener Wellenlängen der Farben. Abhilfe schaffen bis zu einem gewissen Grad entsprechend korrigierte Objektive sowie das Abblenden auf Blende 8 oder besser kleiner.

Crop-Faktor

Siehe: Formatfaktor


DSeitenanfang

Datenverwaltung

Sehr viel anspruchsvoller ist bei der digitalen Fotografie auch die Verwaltung der Bilddaten. Mussten beim chemischen Film die Negative noch einfach möglichst unter klimatisch ausgewogenen Verhältnissen gelagert werden, verlangt die Speicherung von digitalen Fotodaten nach einer geordneten Archivierung und regelmässigen Sicherstellung. Vergleichen Sie dazu die Dokumentation: Datenverwaltung in der digitalen Fotografie

Digitalfotografie

Nicht alles, was glänzt, ist Gold! Und nicht jedes Megapixel mehr ergibt gleich qualitativ bessere Bilder. Primär ist immer die Güte der Optik für den Lichteinfall auf den Sensor verantwortlich. Je kleiner eine Kamera und damit das Objektiv, desto zweifelhafter muss die Bildqualität letztlich sein, andererseits ist auch ein kleiner Sensor heute (noch) nicht in der Lage, das einfallende Licht sauber aufzutrennen, besonders unter kritischen Beleuchtungsbedingungen.

DIN

Siehe: Empfindlichkeit

Display

Ein entscheidender Vorteil der Digitalkamera ist ganz sicher die Möglichkeit, ein gerade aufgenommenes Bild unmittelbar am Display begutachten zu können. Dabei kann die Qualität des Bildes, besonders bezüglich der Schärfe, natürlich nur sehr bedingt beurteilt werden, da die heutigen Displays kaum mehr als ein paar hunderttausend Pixel umfasst, also nur einen Bruchteil der effektiv aufgenommenen Bildpunkte im Millionenbereich. Neben der Bildwiedergabe wird das Display in der Regel auch für die Anzeige des Menüs verwendet, mit dem verschiedenste Systemeinstellungen vorgenommen werden können. Weiter kann das Display als Sucherersatz eingesetzt werden, allerdings - von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen - prinzipbedingt nicht bei Spiegelreflex-Kameras, da die Spiegelvorrichtung nur während der Aufnahme die "Sicht" auf den Sensor frei gibt. Eine der Ausnahmen ist die Olympus E-20, welche an Stelle eines konventionellen, beweglichen Spiegels ein Prisma einsetzt.

Distorsion

Siehe: Verzeichnung

DPI

Die Abkürzung DPI steht für "Dots Per Inch" und ist ein Begriff aus der Drucktechnik. Um dem populären Irrtum entgegen zu treten und es vielleicht etwas überspitzt zu formulieren: Die DPI haben nichts, aber auch rein gar nichts mit der digitalen Fotografie zu tun! Es ist zwar richtig, dass innerhalb von Bilddateien auch DPI-Angaben gespeichert sind, dies können aber auch Fantasiewerte sein und sind es in aller Regel auch. Selbst beim Druck oder der Bilddarstellung am Computer werden diese Angaben in der Regel völlig ignoriert. Erst das Zurückrechnen eines ausgegebenen Bildes anhand Bildgrösse in Pixel und Darstellungsgrösse in Inch lässt einen DPI-Wert erahnen. Da aber in der Regel am Druck- bzw. Darstellungsprozess auch noch diverse optimierend eingreifende Software beteiligt ist, sind auch diese Angaben druchaus kritisch zu betrachten. Übliche (theoretische) DPI-Werte wären: Tageszeitung = 85 DPI, Magazindruck = 135 DPI und Kunstdruck = 175 DPI.

Drahtauslöser

Siehe: Fernauslöser

DSLR oder D-SLR

Diese populäre Abkürzung steht für "Digital Single Lens Reflex", also übersetzt für "digitale Spiegelreflex-Kamera". Vergleiche auch mit "SLR".


ESeitenanfang

Empfindlichkeit

Die Filmempfindlichkeit wird heute in ISO angegeben, was wertmässig den früher verwendeten ASA-Angaben entspricht. Nicht mehr gebräuchlich sind DIN-Angaben, welche sich über Tabellen mehr schlecht als recht in ISO/ASA-Werte umrechnen liessen. Für den chemischen Film gilt, dass höhere Empfindlichkeit eine gröbere Körnigkeit ergibt, bei digitalen Sensoren vermehrt eine höhere Empfindlichkeit jedoch die Tendenz zum Rauschen. Typisches Erscheinungsbild von Rauschen in digital aufgenommenen Bildern sind unregelmässige Farbveränderungen in dünkleren Bildregionen oder einzelne helle Punkte in langzeitbelichteten Bildern. Für eine optimale Bildqualität sollte deshalb die Digitalkamera auf einen möglichst tiefen ISO-Wert fest eingestellt werden.


FSeitenanfang

Farbtemperatur

Siehe: Weissabgleich und vergleichen Sie auch die Tabelle: Farbtemperaturen

Fernauslöser

Während frühere mechanische Kameras oft über Anschlüsse für überwiegend standardisierte Drahtauslöser verfügten, kocht heute fast jeder Kamerahersteller sein eigenes Süppchen zum Anschluss eines elektrischen Fernauslösers. Sie unterscheiden sich dabei oft lediglich durch den kameraseitigen Anschluss, schliessen aber im Endeffekt alle lediglich einen oder - bei moderneren Kameras mit zweistufigem Auslöser - zwei Stromkreise kurz. Selbst mechanische sowie die besseren modernen elektrischen Fernauslöser verfügen oft über Arretiervorrichtungen für Langzeitbelichtungen. Eine weitere Variante von Fernauslösern vorab für aktuelle Digitalkameras sind drahtlose Auslöser, welche üblicherweise mit Infrarotlicht oder in Einzelfällen mit schwachen Funksignalen operieren. Nachteilig ist bei Infrarotauslösern die Tatsache, dass der Empfänger in der Regel an der Kameravorderseite angebracht ist und somit die Auslösung von hinter der Kamera - wo der Fotograf ja oft steht - nicht zuverlässig möglich ist. Sollte Ihre Kamera über keine Möglichkeit zum Anschluss eines Fernauslösers verfügen, kann ersatzweise auch die eine zeitverzögerte Auslösung mittels Selbstauslöser verwendet werden.

Filmempfindlichkeit

Siehe: Empfindlichkeit

Filmformate

Neben den "filmlosen" digitalen Kameras werden auch heute noch chemische Filme in einer Vielzahl von Formaten verwendet, welche zum Teil auch schon fast oder ganz ausgestorben sind. Neben Kleinbild und Mittelformat - für die es bestimmt noch lange Zeit entsprechendes Filmmaterial geben wird - gab es auch mal das Pocketformat und wird es das APS-Format gegeben haben. Vergleichen Sie auch die Tabelle: Filmformate.

Fokus

Der Brennpunkt (lat. Focus) bestimmt mit Hilfe des Linsensystems eines Objektivs die Schärfeebene, die wiederum Ausgangspunkt für die von der Blende abhängigen Berechnung der Schärfentiefe darstellt. Ist doch ganz einfach, nicht? Anderer Ansatz: Die Fokussierung kann umgangssprachlich als "Scharfstellen" bezeichnet werden. Sie geschieht entweder manuell (MF) - traditionell über einen Ring am Objektiv bzw. über Wipptasten - oder automatisch mit dem sogenannten "Auto Focus" (AF). Letzterer ist nebenbei hauptverantwortlich für die Auslöseverzögerungen gerade in der Kompaktkamera-Klasse. Für die automatische Fokussierung muss die Entfernung gemessen werden, was bei schwierigen Lichtverhältnissen oft nicht auf Anhieb oder gar nicht gelingt.

Formatfaktor

Nicht ganz korrekt wird der Formatfaktor (Crop-Faktor) oft als "Brennweitenverlängerung" bezeichnet. Durch die verglichen mit dem Kleinbildformat in der Regel kleinere Sensorfläche ändert sich der Bildwinkel und damit auch die Schärfentiefe eines Objektivs bei Digitalkameras. Bei digitalen Spiegelreflexkameras liegt der Formatfaktor üblicherweise zwischen 1.5 und 2, digitale Kompaktkameras bringen es auf 4 bis über 6. Mit Hilfe des Formatfaktor lässt sich durch Multiplikation die effektive Brennweite ins Kleinbild-Äquivalent und durch Division zurück rechnen. Ein 50mm-Normalobjektiv für Kleinbild-Kameras an einer typischen DSLR besitzt bei einem Formatfaktor von beispielsweise 1.6 einen Bildwinkel, welcher dem eines leichten Tele-Objektivs mit 80mm Brennweite entspricht.


GSeitenanfang

Gegenlicht

Eine der schwierigsten aber auch eindruckvollsten Möglichkeiten der Fotografie ist die Belichtung gegen eine starke Lichtquelle, üblicherweise die Sonne. Der primäre Effekt bei der Gegenlichtfotografie ist natürlich, dass Objekte zwischen Lichtquelle und Objektiv dunkel dargestellt werden, wenn dies nicht mit geeigneten Mitteln verhindert wird. Ein probates Mittel wäre hier die Verwendung eines Blitzes zur Aufhellung des Vordergrunds. Steht kein Blitzgerät zur Verfügung, ist die Distanz zum Objekt zu gross oder führt das Blitzlicht zu ungewollten Reflektionen, kann auch um eine oder mehrere Stufen abgeblendet werden.

Graufilter

Ein neutraler Graufilter wird vor das Objektiv geschraubt, um die Menge des Lichtes zu reduzieren, welche auf den chemischen Film bzw. den Sensor treffen soll. Obschon ursprünglich hauptsächlich beim Film verwendet, bietet der Graufilter auch für den engagierten Fotografen interessante Einsatzgebiete. Soll bei hellem Licht beispielsweise eine Bewegungsunschärfe erreicht oder der Schärfentiefenbereich gezielt verringert werden, erweist sich dieser Filter als durchaus nützlich. Graufilter gibt es in verschiedenen Stärken, nützlich dürften in der Praxis jedoch nur ein weniger starkes Exemplar sein, welche das einfallende Licht um zwei bis maximal vier Blendenstufen verringert.

Graustufen-Bilder

Siehe: Schwarzweiss-Bilder


HSeitenanfang

Hyperfokaldistanz

Wenn Sie bei einem Objektiv die Hyperfokaldistanz einstellen, bedeutet dies, dass bis und mit unendlich alles scharfgestellt wird, was bei gegebener Blende maximal möglich ist. Ein Beispiel: Bei einem 50mm-Objektiv und Blende 8 läge die Hyperfokaldistanz etwa bei 8m, um den Bereich zwischen 3.5m bis unendlich scharf abgebildet zu erhalten. Vergleichen Sie auch die Tabelle: Beispiel Hyperfokaldistanzen.


ISeitenanfang

ISO

Siehe: Empfindlichkeit


KSeitenanfang

Kleinbild

Das Kleinbildformat mit einer Filmfläche von 24 x 36mm darf heute immer noch als Standardformat in der Fotografie betrachtet werden. Ein Grossteil der in den letzten Jahrzehnten verkauften Kameras verwendet dieses Filmformat, auch ist das Angebot an Filmen für dieses Format deutlich grösser, als für alle anderen Formate. Das Seitenverhältnis von 2:3 findet sich auch heute noch bei einer Vielzahl der aktuellen digitalen Spiegelreflex-Kameras, während bei kompakten Digitalkameras ein Seitenverhältnis von 3:4 gebräuchlich ist. Vergleichen Sie auch die Tabelle: Filmformate.

Konverter

Bei Kameras mit wechselbaren Objektiven wird ein Konverter üblicherweise zwischen Kameragehäuse und Objektiv montiert. Ein solcher Konverter, der - im Gegensatz zu einfachen Zwischenringen - eigene Linsen besitzt, verlängert die Brennweite der davor verwendeten Optik um einen bestimmten Faktor, üblicherweise zwischen 1.4 oder 2. Zu beachten ist, dass solche Konverter auch die Offenblende entsprechend ihrem Verlängerungsfaktor vergrössern. Bei Kameras mit festem Objektiv lässt sich ein Konverter oft vorne an das Objektiv anschrauben. Ein Tele-Konverter verlängert dabei die Brennweite, typischerweise um einen Faktor zwischen 1.5 und 3, während Weitwinkel-Konverter die Brennweite um Faktoren von 0.8 bis 0.5 reduzieren können. Diese Konverter müssen für annehmbare Ergebnisse für die jeweils dahinter verwendete Optik gerechnet sein, besitzen aber in der Regel keine so guten Abbildungseigenschaften, wie ein richtiges Objektiv der entsprechenden Brennweite.


LSeitenanfang

Langzeitbelichtung

Ein faszinierender Bereich der Fotografie ist die Langzeitbelichtung, deren Effekte besonders in der Dämmerung oder Nachts sichtbar werden. Durch gezielte Überbelichtung werden zudem Farbveränderungen provoziert, welche zu beinahe unwirklichen Bildern führen können. Gerade mit der Digitalkamera, wo die Ergebnisse sofort auf dem Display kontrolliert werden können, sind Experimente möglich, die - ausser Zeit natürlich - kaum etwas kosten. Nutzen Sie diese neue Freiheit für Experimente und zeigen Sie sich mutig bei der Wahl der Belichtungszeiten! Ein Stativ, ein Fernauslöser, Ihre Digitalkamera und etwas Geduld, mehr brauchen Sie dafür nicht. Vergessen Sie ausserdem nicht, die Rauschunterdrückung zu aktivieren, wenn Ihre Kamera dies unterstützt. Zudem mag die Aktivierung der Spiegelvorauslösung bei Spiegelreflexkameras, die das unterstützen, eine gute Idee sein.

Leitzahl

Die Leitzahl ist ein (vergleichsweise) einfacher Weg, mit Blitzlicht eine korrekte Belichtung ohne jegliche Automatik zu realisieren. Die Leitzahl eines Blitzgeräts wird vom Hersteller immer im Handbuch ausgewiesen, oft lässt sie sich aber auch von der Typenbezeichnung des Gerätes ableiten. Ein schwaches Blitzgerät verfügt über Leitzahlen zwischen 10 und 20, starke mobile Profigeräte zwischen 40 und 70. Mit Hilfe der Leitzahl kann die Blende ermittelt werden, welche zur manuellen Belichtung über eine bestimmte Distanz benötigt wird. Die Leitzahl dividiert durch die Entfernung in Metern ergibt die einzustellende Blende bei einer Empfindlichkeit von ISO 100, umgekehrt ergibt die Division der Leitzahl durch die grösstmögliche Blende der Kamera die maximale Reichweite des Blitzgeräts, wiederum bei ISO 100. Werden mehrere Blitze verwendet oder in einem kleinen, hellgestrichenen Raum geblitzt, ist die Blende um eine oder mehr Stufen zu schliessen, bei Aussenaufnahmen mit Blitz empfiehlt es sich, die Blende um eine Stufe zu öffnen. Nutzen Sie wenn möglich die Vorteile der Digitaltechnik und machen Sie vorab einige Probebelichtungen.

Licht

Eine triviale Feststellung vielleicht, aber mich dünkt, es würde gar nicht so recht wahrgenommen oder immer wieder vergessen: Alles, was den digitalen Sensor oder die lichtempfindliche Schicht eines chemischen Films trifft und dort "eingebrannt" bzw. abgebildet wird, ist Licht.


MSeitenanfang

Macro- bzw. Makro-Fotografie

Ich verwende den Begriff "Macro" für alle Aufnahmen im Bereich von 1:20 bis 1:1, grössere Abbildungsmasstäbe (bzw. kleinere, je nach Blickrichtung) sind mit üblichen Kameras ohne Sonderzubehör kaum möglich und ich ordne sie sprachlich deshalb auch eher der "Mikrografie" zu. Während es für gängige Spiegelreflex-Kameras oft spezielle und meist nicht gerade billige Objektive mit Macro-Stellung gibt, verfügen heutige Digitalkameras in der Regel schon über entsprechende Fähigkeiten, die nur noch zugeschaltet werden müssen. Fehlen diese Möglichkeiten oder reichen sie nicht aus, kann man sich zur Not auch mit Macro-Linsen behelfen, wobei deren Qualität oft nicht über jeden Zweifel erhaben ist. Allzuviel zur Macro-Fotografie kann ich an dieser Stelle kaum sinnvoll unterbringen, ausser vielleicht folgende Grundregeln: Je stärker ein Objekt vergrössert werden soll, desto kleiner wird naturgemäss die Schärfentiefe und desto mehr Licht wird benötig. Das Stativ und ein externes Blitzgerät möglichst mit Synchronisationskabel sollten Sie für die Macro-Fotografie in jedem Fall bereithalten. Zudem ist die Aktivierung der Spiegelvorauslösung bei Spiegelreflexkameras eine gute Idee, falls die Kamera das unterstützt.

Manual Focus (MF)

Siehe: Fokus

Microdrives (MD)

Beim Speichermedium "Microdrive" (abgekürzt "MD") handelt es sich um kleine Festplatten, die vom IBM entwickelt heute im Original von Hitachi vertrieben werden. Übliche Kapazitäten waren 340 bzw. 500 Megabytes oder 1 Gigabyte, lieferbar sind inzwischen aber bereits grössere Speicherkapazitäten. Mechanisch kompatibel sind Microdrives zu CompactFlash Typ II, elektronisch muss eine Kamera Microdrives explizit unterstützen. Die Vorteile von Microdrives sind die grossen Kapazitäten zu moderatem Preis, als Nachteile werden mechanische Empfindlichkeit vorwiegend im Betrieb und den etwas höheren Energieverbrauch gegenüber anderen Speichermedien genannt. Ich persönlich habe keine Erfahrungen mit Microdrives, ziehe aber mehrere kleinere CompactFlash-Karten wegen der zusätzlichen Datensicherheit, die die Aufteilung der Bilder auf verschiedene Datenträger mit sich bringt, vor.

Mittelformat

Das heute hauptsächlich noch im professionellen Studio verwendete Mittelformat basiert auf dem 60mm breiten Rollfilm. Es werden mit diesem Filmformat Negative im Format 60 x 60mm bis 60 x 90mm oder grösser belichtet, welche dank der beachtlichen Filmfläche - sie ist mehr als vier mal grösser als beim populären Kleinbildformat - auch für anspruchvollste Anwendungen verwendet werden können. Vergleichen Sie auch die Tabelle: Filmformate.

Monitor

Siehe: Display


NSeitenanfang

Nachtaufnahmen

Siehe: Langzeitbelichtung

Nahaufnahmen

Siehe: Macro- bzw. Makro-Fotografie

Normalobjektiv

Das Normalobjektiv ist ein Objektiv mit einer Brennweite, welche dem Blickwinkel des menschlichen Auges entsprechen soll. Per Definition entspricht die Brennweite dabei dem Durchmesser des Bildkreises, also der Diagonale des Films bzw. des Sensors. Bei einer Kleinbildkamera mit einer Filmfläche von 24x36mm wären das etwa 43mm. In den letzten Jahrzehnten verschoben sich die Brennweiten von Normalobjektiven für Kleinbildkameras auf 50 bis 55mm.


OSeitenanfang

Objektive

Bestimmend für die technische Qualität eines fotografisch aufgenommen Bildes ist hauptsächlich die Güte der verwendeten Optik. Indikatoren für die Leistungsfähigkeit eines Objektivs sind neben dem Preis - der mitunter natürlich durch den Herstellernamen beeinflusst wird - die Vergütung der Linsen, deren Schliff und die Lichtstärke. Die ersten beiden Faktoren sind für den Benutzer allerdings schlecht zu beurteilen. Die Lichtstärke allerdings ist jeweils deutlich bezeichnet und sollte bei einem guten Objektiv - je nach Brennweite - nicht viel grösser als f/2 sein, was der grössten Blende (=kleinste Zahl) bzw. der Offenblende entspricht. Die Lichtstärke eines Normalobjektivs (50mm) einer qualitativ guten Spiegelreflex-Kamera liegt zwischen 1.4 und 1.8, die eines Tele- oder Weitwinkel-Objektives zwischen 2 und 4.

Offenblende

Als Offenblende wird die grösste Blendeneinstellung - also die kleinste Blendenzahl - bezeichnet. Je kleiner diese Zahl, desto lichtstärker ist das Objektiv. Die meisten Objektive müssen für bessere Abbildungsleistung abgeblendet werden. Bei Offenblende ist der Bereich der Schärfentiefe minimal, was beispielsweise häufig in der Portraitfotografie als Stilmittel eingesetzt wird.


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Panorama-Fotografie

Was früher nur mit eher (sehr) teuren Gerätschaften möglich war, ist dank der Digitalfotografie nun viel einfacher, preiswerter und damit auch populär geworden: Die Panorama-Fotografie. Dabei werden mehrere, vorzugsweise hochformatige Bilder mit möglichst ähnlichen Einstellungen so neben- oder übereinander aufgenommen, dass sie sich zu etwa 30% überlappen. Mit einem geeigneten "Stitcher"-Programm können diese Einzelbilder dann am Computer zu einem einzelnen Panoramabild zusammengesetzt werden. Einige solche Panoramen können Sie beispielsweise auch bei meinen Bildern finden, ich hoffe, es werden gelegentlich noch mehr. Vergleichen Sie auch die Dokumentation: Einführung in die Panorama-Fotografie sowie die Dokumentation: Selbstbauprojekt Nodalpunkt-Adapter

Polarisationsfilter

Der Polarisationsfilter (kurz auch als Polfilter bezeichnet) ermöglicht es, Reflektionen zu vermindern. Das filterbare polarisierte Licht sind Reflektionen von Oberflächen aus Glas, Wasser oder anderen, ähnlichen Materialien, während Reflexe auf metallischen Oberflächen nicht polarisiert sind und somit auch nicht gefiltert werden können. Ein Polarisationsfilter besteht aus zwei Scheiben, die gegeneinander verdreht den Umfang der Minderung bestimmen. Zu Berücksichtigen ist bei manueller Belichtung, dass ein Polarisationsfilter mehrere Blendenstufen Licht benötigt, das heisst eine entsprechende Korrektur vorgenommen werden muss. Um das einwandfreie Funktionieren des Auto-Fokus zu gewährleisten, sollte statt einem linearen ein zirkularer Polarisationsfilter gewählt werden.


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Rauschunterdrückung

Für Langzeitbelichtungen ab einer Belichtungszeit von 1/2 Sekunde ist es bei Digitalkameras angeraten, die Rauschunterdrückung zu aktivieren, wenn die Kamera diese Funktion unterstützt. Bei gewissen Kameramodellen wird die Rauschunterdrückung auch automatisch zugeschaltet, sobald die Belichtungszeit einen bestimmten Wert übersteigt. Die Rauschunterdrückung (auch "Noise Reduction" genannt) funktioniert üblicherweise so, dass zwei Bilder nacheinander aufgenommen und daraus ein Differenzbild errechnet wird (diese Methode wird auch als "Dark Framing" bezeichnet). Bedenken Sie, dass durch die Rauschunterdrückung nicht nur die Aufnahmen deutlich verbessert werden, sondern das Verfahren auch eine gewisse Zeit für die doppelte Belichtung und die Berechnung benötigt.

Reproduktions-Fotografie

Eine gute Alternative zum Scanner ist eine moderne Digitalkamera in Verbindung mit einem externen Blitzgerät. Die Kamera ist vorteilhafterweise auf ein Stativ zu montieren und eine Brennweite im mittleren Telebereich zu wählen, um allfällige optische Verzerrungen zu vermeiden. Das Blitzgerät sollte in ausreichendem Abstand (mindestens einen Meter bei A4-Vorlagen haben sich als günstig erwiesen) und in einem Winkel von etwa 45° zur Vorlage angebracht werden. Selbstverständlich ist ein allfällig vorhandener interner Kamerablitz auszuschalten. Um die Vorlage plan auszurichten, kann ein möglichst spiegelarmes Glas verwendet werden. Während der Reproduktion sollte der Raum möglichst abgedunkelt werden, besonders bei der Verwendung eines Vorlagenabdeckglases.


SSeitenanfang

Schärfentiefe

Die Schärfentiefe, oft (auch von mir) fälschlich als "Tiefenschärfe" bezeichnet, meint den Bereich auf der Sichtachse des Objektivs, in dem die abgebildeten Objekte scharf erscheinen. Abhängig ist die Schärfentiefe dabei von der verwendeten Blende im Zusammenhang mit der Brennweite und der Sensor- bzw. Filmfläche. Je kleiner, geschlossener die Blende, desto grösser die Schärfentiefenzone. War früher eher eine möglichst grosse Schärfentiefe gefragt, ist es in Zeiten der Digitalfotografie und ihren kleinen Sensoren eher zum Problem geworden, durch möglichst kleine Schärfentiefenzonen ein Objekt vom Hintergrund freizustellen, wie es in der Portrait-Fotografie üblich ist. Problematisch bleibt die Schärfentiefe allerdings weiterhin in der Macro-Fotografie, wo die Schärfezone oft nur wenige Millimeter umfasst.

Schwarzweiss-Bilder

Während man sich bei der konventionellen Fotografie noch beim Einlegen des Films für einen Farb- oder Schwarzweiss-Film entscheiden musste, bietet die Digitalfotografie die Möglichkeit der elektronischen Nachbearbeitung. Sollte Ihre Digitalkamera bereits über die Möglichkeit verfügen, Bilder in schwarzweiss aufzunehmen, sollten Sie diese Einstellung keinesfalls verwenden, da die nachträgliche Bearbeitung in der Regel bessere Resultate zeitigt. Es gibt mehrere Vorgehensweisen, um ein Farb- in ein Schwarzweiss-Bild umzuwandeln. Nicht empfehlenswert ist, einfach alle Farbkanäle (Farbsättigung) auf Null zu ziehen, da die Resultate kontrastarm und matschig sein werden. Besser ist die Umwandlung des Bildes in ein Graustufen-Bild, welches natürlich noch in Helligkeit und Kontrast nachbearbeitet werden kann. Eine weitere, eher professionelle Möglichkeit ist letztlich die Farbseparation nach dem CMYK-Farbmodell und die Weiterverwendung einer oder mehrerer Bildebenen.

Schwarzweiss-Filme

Beste Erfahrungen habe ich mit dem Schwarzweiss-Film Illford XP2 gemacht, sowohl im Kleinbildformat als auch als Rollfilm. Der Film wird mit einer Nennempfindlichkeit von 400 ISO/ASA verkauft, aber ich empfehle eine Überbelichtung um eine bis zwei Blenden, was zu kontrastreicheren und feineren Ergebnissen führt. In der Regel stelle ich dazu an der Kamera die Empfindlichkeit auf 100 oder 200 ISO/ASA ein oder korrigiere die Belichtung entsprechend manuell. Besonders bei Kunstlicht lassen sich so ansprechende Resultate erzielen.

SLR

Die Abkürzung "SLR" steht für "Single Lens Reflex", was sich mit "Spiegelreflex-Kamera" übersetzen lässt. Vergleiche auch mit "DSLR".

Sonnen- bzw. Streulichtblende

Ein unverzichtbares Zubehör zu jedem Objektiv ist die Sonnenblende. Sie dient nicht nur dem durch ihre Bezeichnung implizierten Zweck, also das Sonnenlicht von der Objektivöffnung fern zu halten, sondern vermeidet im Idealfall jede Form von einfallendem unnötigen Licht. Sie verhindert neben Reflektionen auch die Verschleierung des Bildes und erhöht dadurch den Kontrast sichtbar. Zudem schützt die Sonnen- oder Streulichtblende das Objektivglas vor Regen, Schmutz und Fingerabdrücken, selbst Schläge durch unbeabsichtes Anstossen oder gar Fallenlassen können gemindert werden; eine Sonnenblende ist allemal günstiger, als das in der Regel teure Objektiv, das sie schützt. Einen Hinweis noch zu Sonnenblenden an DSLR--Objektiven: Bedenken Sie bitte, dass durch die verlängerte Brennweite wegen dem Formatfaktor eine knapper bemessene Sonnenblende eingesetzt werden kann. Achten Sie dabei aber darauf, dass ein zu nahe am Bildwinkel liegende Ausführung nicht zu Vignettierungen führt.

Speicherformate

Abgesehen von wenigen eher exotischen Kameras speichern alle Digitalkameras die Bilder mindestens im JPEG-Format ab. JPEG, kurz auch mit JPG bezeichnet, ist ein verlustbehaftetes Bilddatenformat im wählbarer Komprimierung. Qualitativ deutlich besser ist das TIFF-Format, welches die Bilddaten verlustfrei mit oder ohne Komprimierung speichern kann. Schliesslich bieten vorab bessere bzw. teurere Kameras die Speicherung der Bilddaten in einem hersteller- und kameraspezifischen RAW-Format an, das auch nachträglich die Änderung von Weissabgleich und einigen anderen Kameraeinstellungen ermöglicht. Je besser die Qualität, desto grösser natürlich auch die Bilddateien, welche auf die Speichermedien geschrieben werden müssen und - nicht zu vergessen - desto länger dauert der Speichervorgang. Während Profis eher das RAW- oder mindestens das TIFF-Format wählen werden, genügt für den Amateur das JPEG-Format bei einer massvollen Komprimierung. Allerdings sollte in jedem Fall die volle Auflösung der Kamera verwendet werden, solange diese nicht "interpoliert" wird (sollten Sie eine der zweifelhaften Kameramodelle besitzen, welches über so ein "Feature" verfügt, wäre allerdings der Verkauf auf dem nächsten Flohmarkt zu empfehlen ... sorry!).

Speichermedien

Ich bevorzuge immer möglichst standardisierte Medien, sei es nun am Computer oder bei Digitalkameras. Berücksichtigen Sie beim Entscheid zum Kauf einer neuen Digitalkamera deshalb auch die verwendeten Speichermedien. Alle professionellen und semi-professionellen Digitalkameras benutzen heute (auch) sog. CompactFlash-Karten (CF) und Microdrives (MD), welche nicht zuletzt deutlich günstiger als die meisten anderen Speicherkarten-Typen sind. Besonders warnen muss ich abschliessend vor proprietären Speicherkarten, die nur von Geräten eines einzigen Herstellers verwendet werden.

Spiegelvorauslösung

Um bei Spiegelreflexkameras während Langzeitbelichtungen oder Makroaufnahmen die Vibrationen durch das Aufklappen des Spiegels zu reduzieren, kann bei besseren Kameras die Spiegelvorauslösung eingeschaltet werden. Dabei wird der Spiegel üblicherweise beim ersten Auslösen aufgeklappt und das Bild erst beim zweiten Auslösen aufgenommen.

Stativ

Bei kritischen Lichtverhältnissen oder für Langzeitbelichtungen ist ein Stativ oder eine alternative Stabilisierungseinrichtung unabdingbar. Beim Einsatz eines Stativs achten Sie bitte auf die Unterlage, auf der Sie das Stativ mit Kamera aufstellen. Schwingende Böden, wankende Türme oder Vibrationen durch mechanische Bewegungen sind denkbar schlechte Voraussetzungen für einen stabilen Stand eines Stativs. Sie sollten im Weiteren nicht den Auslöser der Kamera direkt betätigen, sondern entwender einen Kabelfernauslöser bzw. eine IR-Fernsteuerung verwenden oder den Selbstauslöser der Kamera benutzen. Bei Spiegelreflex-Kameras ist zudem der Spiegel zu arretieren bzw. die Spiegelvorauslösung zu betätigen. Konsultieren Sie dazu das Handbuch Ihrer Spiegelreflex-Kamera.

Sucher

Bis auf ganz wenige Ausnahmen verfügen eigentlich alle Kameras über mehr oder weniger geeignete Einrichtungen zur Bestimmung des Bildausschnitts. Günstigere Kameras besitzen in der Regel einen optischen Sucher, Digitalkameras der Mittelklasse sind oft mit elektronischen Suchern ausgerüstet, welche das am Sensor auflaufende Bild über einen kleinen Display im Sucher anzeigen, während das typische Merkmal einer Spiegelreflex-Kamera die direkte Sicht durch das Objektiv ist. Zusätzlich besitzen die meisten Digitalkameras an der Rückseite integrierte und zum Teil ausklappbare Displays, welche als Sucherersatz ge- bzw. missbraucht werden können.


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TFT-Display

Siehe: Display


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Verschlusszeit

Siehe: Belichtungszeit

Verzeichnung

Ein verbreitetes Problem von billigen Objektiven, aber auch von sogenannten "Superzooms" besonders am unteren Ende und von Weitwinkel-Objektiven ganz allgemein ist die Verzeichnung, auch Distorsion genannt. Dabei entstehen durch nicht optimal gerechnete Linsen Verzerrungen, die tonnen- oder kissenförmige Verformungen des Bildes zur Folge haben. Mit entsprechenden Programmen lassen sich derartige Verzeichnungen teilweise aus Bildern herausrechnen, natürlich mit dem damit einhergehenden Qualitätsverlust der digitalen Bilddaten.

Vignettierung

Unter Vignettierung versteht man im Kontext der Fotografie die Unterbelichtung von Rändern und Ecken einer Aufnahme. Ursachen für dieses meist unerwünschte Phänomen kann beispielsweise eine zu knapp bemessene Sonnenblende, ein Zoom-Objektiv in Verbindung mit einem Tele-Konverter, das nicht in Maximalposition gebracht wurde, oder eine offene Blende bei einem (zu) billigen bzw. zu knapp gerechneten Objektiv sein. Schwächere Vignettierungen werden oft erst bei hellem Hintergrund und Offenblende sichtbar. Dunkle Ecken bei Blitzlichtaufnahmen sind übrigens oft nicht Vignettierungen im oben beschriebenen Sinn, sondern deuten eher auf ein zu schwaches oder im Streuwinkel nicht an das verwendete Objektiv angepasstes Blitzgerät hin.

Vorsatzlinse

Siehe: Konverter


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Weissabgleich

Während es beim chemischen Film üblicherweise gerade mal zwei Filmarten gab, den Tageslicht- und den Kunstlichtfilm, kann bei der Digitalkamera die Farbtemperatur automatisch oder gezielt manuell gewählt werden. Dieses Verfahren nennt sich "Weissabgleich", was von der Methode abgeleitet werden kann, mit der man die Farbtemperatur mit der Kameraelektronik abgleicht: Man nehme ein weisses Blatt Papier oder ein neutralgraues Kartonstück, richte es so aus, dass es optimal beleuchtet wird, und fokusiere es formatfüllend. Damit wird der Kamera eine Referenz vorgegeben, wie die neutrale Farbtemperatur auszusehen hat und ein manueller Weissabgleich kann ausgelöst werden, sofern die Digitalkamera über diese Möglichkeit überhaupt verfügt. Andernfalls kann oft auch eine symbolische Referenz - wie Schönwetter, Bewölkt oder Kunstlicht - gewählt werden oder man überlässt den Weissabgleich gleich der Kameraautomatik. Die Farbtemperatur wird in Kelvin ausgewiesen und reicht üblicherweise von etwa 1500-2000K (Kerzenlicht) über 2500-3000K (weisses Glühlampenlicht), 4000K (weisses Fluoreszenzlicht, "Neonröhre"), 5500K (klares Tageslicht) bis weit über 8000K (Schatten am Tag). Für aktuelle Blitzgeräte wähle man im manuellen Betrieb etwas zwischen 5500 und 6500K, abhängig von den im jeweiligen Handbuch zu findenden Herstellerangaben. Vergleichen Sie auch die Tabelle: Farbtemperaturen.


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Zoom-Objektive

Fast alle Kameras besitzen heute Vario- oder Zoom-Objektive, früher auch "Gummilinsen" genannt. Korrekterweise müsste man allerdings von Objektiven mit variabler Brennweite sprechen. Natürlich ist es schön, ohne Objektivwechsel vom extremen Weitwinkel- bis in den starken Tele-Bereich "zoomen" zu können, aber es ist dabei zu bedenken, dass dieser Komfort nur ein Kompromiss bezüglich der Abbildungsqualität sein kann. Lichtschwäche, Verzeichnung am kleinen und Kontrastverlust am grossen Ende des "Zooms" sind die Nachteile, mit denen der vermeintliche Komfort erkauft werden muss. Objektive mit Festbrennweiten sind aus qualitativen Gründen einem "Zoom" immer vorzuziehen, wenn möglich.




Ich danke namentlich Andreas Feininger für seine hervorragenden Sachbücher zum Thema Fotografie - "Die neue Foto-Lehre" hat mir viele Augen geöffnet! -, verschiedenen kompetenten Autoren aus der Internet-Newsgroups de.rec.fotografie und de.alt.rec.digitalfotografie sowie jede Menge Publizisten, die auf ihren Seiten im WWW ihr Fachwissen der "Gemeinde" zur Verfügung stellen.

Diese Technik-Seite befindet sich im laufenden Aufbau, was heissen will, dass ich ganz nach Lust und Laune die Stichworte aufnehme, die mir so einfallen oder mit denen ich mich gerade speziell beschäftigt habe. Gerne nehme ich Anregungen für weitere Begriffe entgegen.

Falls Sie Fehler gefunden oder Verbesserungsvorschläge haben, zögern Sie nicht, mich über das dafür vorgesehen Kontaktformular darüber zu unterrichten! Danke.



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Alle Rechte © Guido Studer, Basel - Letzte Änderung: 28.02.2008