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Foto-Dokumentation: Selbstbauprojekt Tischstudio

Ich möchte vorausschicken, dass mir die Schwächen der hier vorgestellten Konstruktion durchaus bekannt sind und ich auch weiss, dass es deutlich bessere, flexiblere und auch teurere Lösungen zum Aufbau eines Tischstudios gibt. Trotzdem hoffe ich, dass Sie von dem einen oder anderen im Rahmen dieses Selbstbauprojektes geäusserten Gedanken profitieren können.



Die Idee

Für Produktfotos und dokumentarische Aufnahmen baute ich bisher im Schlafzimmer vor einer weissen Wand einen Hocker auf, belegte diesen mit einer hellgrauen Holzplatte und richtete einen oder mehrere Blitzgeräte ein. Die Ergebnisse waren nicht gerade grossartig, aber meistens konnte man immerhin erkennen, was es sein sollte. Die Beleuchtung war jeweils trotz Reflektoren ... sagen wir mal "bescheiden".

So reifte über die Zeit die Idee, ein kleines Tischstudio zu basteln, welches aus gebräuchlichen Materialien bestehend einfach aufzubauen und platzsparend wieder zu versorgen sein sollte, sowie bei Bedarf auch mal ein paar Tage stehen gelassen werden kann.

Ein besonderer Anspruch stellte ich an das Licht. Ich wollte ausschliesslich eine einzelne Lichtquelle verwenden müssen, welche möglichst nicht von Batterien oder Akkus abhängig genügend Licht liefern und einen diffusen Charakter haben sollte. Ein Blitzgerät war aus Sicht von Kosten/Leistung das Mittel der Wahl.

Nachdem ich bei Ricardo.ch ein günstiger Metz 45 CT-1-Stabblitz mit Netzgerät erstanden hatte, machte ich mich an die konkrete Planung. Dabei entstand folgende Planskizze, welche den Aufbau mit den wichtigsten Bestandteilen darzustellen versucht:

Die Umsetzung dieses Projekts ohne Materialbeschaffung und Planung hat gerade mal eine halbe Stunde an einem Sonntagnachmittag gedauert, wobei ich keine riesigen Ansprüche an Stabilität oder Aussehen gestellt habe. Man sieht es der Konstruktion auch an ... Hauptsache zweckmässig sollte es sein.

Material und Montage

Für den Aufbau habe ich folgendes Material verwendet:

  • 1 Holzklotz 7x7x50cm mit zwei 50cm langen aussen senkrecht montierten Aluschienen
  • 3 Styroporplatten 100x50cm, 2 davon schräg zugeschnitten auf 50x60/80cm
  • 1 Zeichenmappe A2 aus Karton
  • 1 Zeichenpapier 50x70cm als Hintergrund (in diversen Farben verfügbar)
  • 2 kleine Schraubzwingen für die Montage
  • 1 Tischlampe als Einstelllicht

Der zuerst erwähnte Holzklotz wurde übrigens vor über 20 Jahren von meinem Vater ebenfalls als Fotohintergrund konstruiert und eingesetzt, wobei zwischen den beiden senkrecht montierten Aluschienen ursprünglich eine dünne Platte steckte. Alternativ können auch andere U-förmige Konstruktionen verwendet werden, welche die beiden seitlichen Styroporplatten zu stützen vermögen.

Als Standort habe ich einen Tisch ausgesucht, der mit seiner Rückseite an einer Wand steht und zusätzlich über einen Aufbau aus Kisten verfügt, welche diverses Bastelmaterial enthalten. Die Tiefe der verbleibenden Tischfläche beträgt etwa 60cm, in die Breite benötigen wir ca. 100cm. Die Höhe des ganzen Aufbaus liegt bei etwas über 80cm, wenn die vorgeschlagenen Masse eingehalten werden. Ich beschreibe hier übrigens nur die von mir realisierte Variante, je nach Bedarf und vorhandenem Material kann Ihr Nachbau natürlich auch andere Masse annehmen.

Der Holzklotz oder eine ähnliche Hilfskonstruktion wird zuerst am Tisch mit einer kleinen Schraubzwinge festgeschraubt. Sie dient einerseits zur Fixierung der Styroporplatten, andererseits als Anschlag für den Hintergrund. Bei meiner Variante wird zudem die Zeichenmappe gehalten, um dem Hintergrund eine gewisse Stabilität zu verleihen.

Nachdem die Styroporplatten, deren Namen übrigens von geschäumtem Polystyrol hergeleitet und ein Warenzeichen von BASF ist, gemäss den oben vermerkten Massen beschnitten sind, müssen sie nur noch aufgestellt werden. Bitte verwenden Sie nur weisses Styropor, da die eingefärbten Varianten eine kaum kontrollierbare Farbverfälschung nach sich ziehen würden. Das Schneiden des Styropors ist übrigens sehr einfach mit einem scharfen Cutter (Papiermesser) zu bewerkstelligen, der einem Lineal entlang geführt wird. Dank ihrem geringen Gewicht und der oben querliegenden dritten Styroporplatte hält die Konstruktion ausgezeichnet. Der grosse Vorteil ist ausserdem, dass sie mit wenigen Handgriffen abgebaut und versorgt werden können.

  Das Tischstudio im Rohbau  

Vorzusehen ist auch eine Tischlampe, welche beispielsweise von schräg hinten die ganze Szene beleuchten kann. Sie dient als Einstelllicht und sollte über einen gut zugänglichen Schalter verfügen.

Hintergrund

Der Hintergrund bildet eine sogenannte Hohlkehle aus gewöhnlichem Zeichenpapier in beliebiger Farbe. Eine Hohlkehle wird verwendet, um keine störenden Linien zwischen Boden und Rückwand des Hintergrundes zu erhalten, also einen gleichmässigen Übergang zu erreichen. Bei der gewählten Grösse der Konstruktion ist kein grosser Aufwand zur Realisierung der Hohlkehle notwendig, da das verwendete Material - hier das Zeichenpapier - üblicherweise steif genug sein dürfte.

  Das Hintergrund bildet eine Hohlkerbe, das Peleng-Fischauge liegt für eine Aufnahme bereit  

Ich habe als Hintergrund günstiges Zeichenpapier gewählt, weil ich dieses aus einer anderen Produktion noch in verschiedenen Farben übrig hatte. Es hat sich zwar gut bewährt, besonders die hellen Farben, einschränkend möchte ich aber bemerken, dass gerade das schwarze Papier zu deutlichen Reflektionen neigt, welche es eher dunkelgrau erscheinen lassen. Da die wichtigste und häufigst verwendete Hintergrundfarbe allerdings weiss ist, stört (mich) dieser Umstand kaum.

Beleuchtung

Wie weiter oben bereits erwähnt setze ich als Lichtquelle einen Stabblitz von Metz ein. Dank der Position hinten oberhalb des Hintergrunds und der Leuchtrichtung nach vorne und schräg oben ist die Lichtverteilung sehr ausgewogen. Das zu fotografierende Objekt wird nicht direkt, sondern indirekt von oben und von den beiden vorne schräg montierten Styroporplatten beleuchtet. Dadurch entsteht ein diffuses Licht, welches auch Aufnahmen von stark reflektierenden Objekten erlaubt.

Montieren Sie den Blitz wie angetönt mittig oberhalb des Hintergrunds in einer Höhe von etwa 50 bis 60cm. Achten Sie darauf, dass der Kopf sich von geradeaus bis schräg nach oben (45°) schwenken lässt. Sollten Sie über kein Blitzgerät verfügen, welches sich via Netzteil am Stromnetz betreiben lässt, ist zusätzlich auf die Zugänglichkeit zu den Batterien zu achten bzw. eine Konstruktion zu wählen, die den Blitz leicht abmontieren lässt.

Ich habe meinen Metz 45 CT-1 einfach mit einer kleinen Schraubzwinge am Gestell hinter dem Tisch fixiert, aber auch ein Stativ könnte an dieser Stelle eingesetzt werden.

  Der Metz 45 CT-1 ist mit einer Schraubzwinge fixiert  

Idealerweise sollte das Blitzgerät über eine manuelle Lichtdrosselung verfügen, über welche sich die Blitzleistung dosieren lässt. Alternativ ist auch ein Computerblitz-Verfahren mit Blendenvorwahl möglich, wobei der Sensor in diesem Fall gerade nach unten auf das aufzunehmende Objekt gerichtet sein sollte. Auf die Problematik der Lichtmengendosierung komme ich weiter unten nocheinmal zurück.

Wie weiter oben erwähnt sollte sich der Blitz in einem Winkel von etwa 45° nach schräg oben bis direkt nach vorne bewegen lassen. Im ersten Fall - Licht nach schräg oben - wird das aufzunehmende Objekt vor allem von oben beleuchtet. Dadurch entstehen unter Umständen zu starke Schatten im Vordergrund, beispielsweise unter dem Objektiv einer fotografierten Kamera. Dem kann entgegengewirkt werden, in dem der Blitz gerade aus nach vorne gerichtet wird und sich das Licht dadurch stärker von den vorderen Styroporplatten reflektiert wird.

Ich gehe bei meinem Projektbeschrieb davon aus, dass der Blitz über ein Synchronisationskabel mit Kamera verbunden werden kann. Sollte Ihrer Kamera die Möglichkeit zum Anschluss eines externen Blitzgerätes über eine spezielle Buchse oder einen Blitzschuh fehlen, lässt sich ggf. eine Lösung mit Hilfe eines Servoauslösers im Zusammenhang mit dem in der Kamera eingebauten Blitzgerätes basteln. Dabei muss der kamerainterne Blitz allerdings dergestalt mit beispielsweise einem lichtundurchlässigen Karton abgedeckt werden, dass kein Blitzlicht direkt nach vorne abgestrahlt wird.

Fototechnik

Als Kamera kommt meine altgediente Olympus E-20 zum Einsatz. Sie ist auf einem Stativ montiert und mit dem Blitzgerät über ein Synchronkabel verbunden. Die Auslösung erfolgt natürlich über die Kabelfernbedienung.

Das Stativ mit der Kamera wird nun so vor dem Tisch positioniert, dass das Objektiv durch den Spalt zwischen den beiden senkrecht stehenden Styroporplatten auf die Aufnahmeplattform schaut. Durch die Stativhöhe kann nun bequem der Blickwinkel verändert werden. Um bei sehr flachen Blickwinkeln keine störenden Reflexe durch das Blitzlich zu riskieren, sollte unbedingt eine Streulicht- bzw. Gegenlichtblende am Objektiv verwendet werden.

Die Kamera wird weitgehend manuell betrieben, abgesehen vielleicht vom Autofokus, dem ich mich für Standardaufnahmesituationen gerne bediene. Die Kamera ist wie folgt eingestellt:

  • Betriebsmodus: Manuell
  • Autofokus: Ein, mit aktiviertem Makro-Modus
  • Belichtungszeit: 1/60 Sekunde
  • Blende: 5.6 bis 11, je nach Objekthelligkeit
  • Weissabgleich: Manuell auf 5500 bis 6500 Kelvin (Blitzlicht)

Betreffend dem Weissabgleich ist zu bedenken, dass die Farbtemperatur der Einstellbeleuchtung stark von der des Blitzgerätes abweicht. Die Verwendung des automatischen Weissabgleichs ist deshalb nicht empfohlen, obschon ich für technische Aufnahmen den leichten Blaustich durch den automatischen Weissabgleich (Kunst- vs. Blitzlicht) gar nicht mal so unschön empfinde. Aber das ist Ansichtssache.

Für dokumentarische Aufnahmen ist eine Brennweite im leichten Tele-Bereich (um die 80mm Kleinbildäquivalent) vorteilhaft, da hier keine stärkere Verzerrungen des abzulichtenden Objekts zu erwarten ist. Als Stilmittel kann aber auch eine perspektivische Verzerrrung bewusst in Kauf genommen werden, dann empfiehlt sich ein schwacher Weitwinkel (etwa 35mm Kleinbildäquivalent). Vom Einsatz eines stärkeren Weitwinkels rate ich ab, da die Grösse des Hintergrunds dafür möglicherweise gar nicht ausreicht. Um den Abbildungsmassstab bei Tele und Weitwinkel beizubehalten, kann das Stativ zum Tischstudio hin bzw. davon weg bewegt werden.

  Die Olympus E-20 ist für eine Aufnahme in Position gebracht (dank dem Live-Vorschau auf dem Monitor lässt sich das Bild bequem grob einstellen)  

Auch wenn ich hier immer von Digitalkameras ausgehe, ist dieses Tischstudios prinipiell natürlich auch für Filmkameras geeignet. Dabei dürfte die Effizienz bezüglich dem Testen der Lichteinstellungen allerdings nicht sonderlich hoch sein und eine Vielzahl von Testaufnahmen wären von Nöten.

Eine Kamera ohne Möglichkeit, die Blenden- und Zeitwerte manuell vorzugeben, kann im Zusammenhang mit diesem Selbstbauprojekt nicht sinnvoll verwendet werden. Ebenso erschwert das Fehlen einer Anschlussmöglichkeit eines externen Blitzgerätes die Sache erheblich, wie ich weiter oben bereits erwähnt habe.

Die Aufnahme

Bei der Aufnahme wird das abzulichtende Objekt bei eingestaltetem Einstelllicht wie gewünscht positioniert, dann der Auslöser der wie oben beschrieben manuell eingestellten Kamera halb gedrückt, um automatisch zu fokussieren, dann das Einstelllicht gelöscht und die Aufnahme ausgelöst.

  Während der Aufnahme ist das Einstelllicht ausgeschaltet (das Blitzlicht wurde in diesem Fall von der Kamera ausgelöst, die die ganze Szene abbildete)  

Obwohl das Einstelllicht deutlich dunkler als das diffuse Blitzlicht ist - machen Sie im Zweifel Probeaufnahmen -, können doch unschöne, schwache Schattenwürfe entstehen oder Partien farblich leicht verfälscht abgebildet werden. Wer über eine "richtige" Lichtanlage mit integriertem Einstelllicht verfügt, kennt diese Probleme sicher nicht, aber der wird sich wohl kaum ernsthaft mit meinem Selbstbauprojekt befassen.

Zu der zu verwendenden Blende gilt natürlich noch zu bedenken, dass im Nahbereich - und da entstehen die im Tischstudio üblichen Aufnahmen ja ausnahmslos - die Schärfentiefe ein nicht zu unterschätzender Faktor ist. Der Schärfebereich muss bei dreidimensionalen Objekten entsprechend gross sein, was nach einer möglichst kleinen Blende verlangt. Gute Ergebnisse dürften je nach Sensorgrösse zwischen Blende 5.6 und 8, bei digitalen Spiegelreflexkameras mit grösserem Sensor zwischen Blende 8 und 16 zu erwarten sein. Eine noch kleinere Blende kann zu einem Schärfeabfall durch Beugung führen.

Nun muss beim Blitzgerät eine Einstellung gefunden werden, welche die Belichtung im oben definierten Bereich (zB. 1/60 Sekunde, Blende 8) zulässt. Kann das Blitzgerät nicht in seiner Leistung manuell geregelt werden, bleiben zwei Möglichkeiten: Erstens kann die automatische Blitzleistungsregelung (Computerblitz) verwendet werden, welche je nach reflektierter Lichtmenge die Leistung dosiert. Dazu muss sich der entsprechende Sensor am Blitz in einer günstigen Position befinden, das heisst, nach unten auf das abzulichtende Objekt gerichtet sein. Als alternative zweite Möglichkeit käme die Filterung der Blitzleuchte in Frage, welche durch einen farbneutralen Filter geschehen könnte. Von diesem Verfahren rate ich aber eher ab.

Leider funktioniert der Computerblitz nicht immer zuverlässig oder die abgegebene Leistung ist nicht im optimalen Bereich. Letzteres ist mir bei meiner Lösung mit dem Metz 45 CT-1 passiert, wo ich anfänglich entweder nur unterbelichtete Ergebnisse bei Verwendung des Computerblitzes oder überbelichtete Bilder im manuellen Modus (bei voller Blitzleistung) erzielte. Durch das Abkleben des Blitzsensors mit einem gewöhnlichen Stückchen weissem Papier konnte ich den Computerblitz provisorisch dazu überreden, die Leistung in dem Mass zu erhöhen, dass die Lichtmenge im vorgegebenen Bereich zu liegen kam. Dank einem glücklichen Zufall kam ich zeitnah zu einem zum Metz 45 CT-1 passenden Steuergerät Metz 45-20 mit eingebautem Sensor, welches ich vor der Aufnahmeplattform plazieren konnte, was die Zuverlässigkeit der Belichtung erheblich steigerte.

Die automatische Fokussierung schliesslich ist auch nicht immer sonderlich treffsicher bzw. kann bei Objekten mit grosser Tiefenausdehnung zu nicht befriedigenden Ergebnissen führen. In Kombination mit der Schärfentiefenkontrolle - eine Funktion, über die zumindest die besseren Spiegelreflexkameras verfügen sollten - kann auch die manuelle Fokussierung verwendet werden, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Hier nun noch zwei Übersichtbilder des ganzen Tischstudios:

  Seitenansicht  

  Frontansicht  

Resultate

Hier noch beispielhaft ein paar Bilder, welche in meinem Tischstudio entstanden sind. Ich bitte um Nachsicht wegen der einen oder anderen Unschönheit, aber ich übe noch ... ;-)

Technische Gerätschaften

Ideal eignet sich das Tischstudio für das Abbilden von technischen Geräten, die eine Handgrösse nicht allzu stark überschreiten:

  Canon EOS 20D + EF 50mm/1.4 USM  

Eine der frühen Aufnahmen im Tischstudio war dieses Bild meiner Canon EOS 20D. Der etwas störende Schatten unterhalb dem Objektiv kann wirkungsvoll vermindert werden, wenn der Blitzkopf statt nach oben direkt nach vorne ausgerichtet wird.

  Canon EOS 20D + EF 50mm/1.4 USM  

Eine spätere Variante der oberen Aufnahme ist diese mit schwarzem Hintergrund. Zu bemängeln wäre hier vor allem die etwas unregelmässige Helligkeitsverteilung im dunklen Hintergrund. Das verwendete Papier hat einen leichten Glanz, der diesen Effekt erzeugt. Bei helleren Hintergrundfarben tritt er nicht so stark in Erscheinung.

  Automatischer Balgen von Contax  

Ein hübsches Produktfoto ohne allzuviel Fehl und Tadel. In der Nachbearbeitung könnte man allenfalls den Hintergrund noch etwas aufhellen und den Kontrast leicht erhöhen.

Spiegelnde Oberflächen

Sehr schön werden auch spiegelnde Oberflächen abgebildet, wie beispielsweise die gekrümmten Linsen von Objektiven und dergleichen:

  Fischauge "Peleng"  

Ein erstaunlich ausgewogenes Reflektionsverhalten zeichnet dieses Bild der stark gewölbten Frontlinse des Peleng-Fischauges aus.

  Olympus-Telekonverter TCON-14  

Das zweite Beispiel zeigt das typische Bild der Reflektion der oberen Styropor-Platte, wenn sie mehr von unten angeleuchtet wird. Für solche Aufnahmen sollte das Blitzgerät mehr nach vorne ausgerichtet werden.

Maximale Grössen

Die abzubildenden Objekte dürften in meiner Konstruktion die Grösse von 30x30cm nicht gross überschreiten:

  "L"-Objektive  

Nur dank der etwas unglücklichen Perspektive und quadratischem Beschnitt konnte dieses Bild im Tischstudio überhaupt realisiert werden. Störend ist dabei vielleicht der Schatten, der hauptsächlich dadurch entsteht, dass das längste Objektiv vergleichsweise weit hinten steht.

  Schallplatte "Person to Person" der "Average White Band" (1976)  

Dieses Beispiel wurde am Tag gemacht, was an der Farbverschiebung links und unten zu sehen ist. Eine gleichmässige Ausleuchtung kann bei derart grossen Objekten (30x30cm) nicht garantiert werden. Auch macht es Sinn, das Tischstudio eher im abgedunkelten Raum zu verwenden.

Minimale Grössen

Im Prinzip ist die minimale Grösse eines Objekts von dem kleinsten Abbildungsmassstab des verwendeten Objektivs abhängig. Einschränkend muss natürlich bedacht werden, dass konstruktionsbedingt ein Mindestabstand zwischen Objektiv und Objekt eingehalten werden muss, welcher die erreichbare Abbildungsgrösse ebenfalls beschränken kann. Zudem sind in diesem Tischstudio Aufnahmen von oben wegen der Lichtverteilung nur schlecht möglich. Überhaupt hat sich die Lichtführung für Makroaufnahmen nicht wirklich bewährt, da wären andere Lichtquellen in geeigneteren Anordnung empfohlen (Ringblitz, Makroblitze usw.).

Da meine Olympus E-20 einen effizienten Makro-Modus besitzt und mir zudem eine achromatische Vorsatzlinse (Olympus MCON-35, Macro Extension Lens Pro, 35mm) zur Verfügung steht, kann ich im Prinzip Objekte mit etwa zwei mal drei Zentimetern abbilden.

Weitere Experimente

Das Tischstudio lädt natürlich auch zu allerlei anderen Experimenten ein:

  Vase mit Schatten  

Speziell an dieser Aufnahme ist die verwendete Beleuchtung. Im Gegensatz zu den weiter oben gezeigten Beispielen kam dabei nicht das Blitzlicht von oben, sondern die normalerweise als Einstelllicht verwendete Tischlampe von links oben zum Einsatz. Diese Lichtführung wurde gewählt, um das Schattenbild rechts von der Vase zu erreichen. Zudem wurde ein manueller Weissabgleich vorgenommen, um das gelbe Licht der Tischlampe auszugleichen.


Alle hier gezeigten Studio-Aufnahmen entstanden mit der digitalen Spiegelreflexkamera Olympus E-20.


24.07.2005



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Alle Rechte © Guido Studer, Basel - Letzte Änderung: 28.02.2008