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Objektive für das Canon EF-Bajonett

Auf dieser Seite beschreibe ich hauptsächlich die von mir eingesetzten Objektive von Canon und Fremdherstellern, welche ich für meine EOS-Kameras verwende. Vorab gehe ich auf ein paar für Objektive relevante Stichworte ein und gebe ich eine kurze, unvollständige Übersicht über die Objektivpalette von Canon.



Ein Systementscheid und seine Folgen

Als ich mich im Herbst 2004 für Canon und konkret die Canon EOS 20D (vgl. meinen Erfahrungsbericht) entschied, war ich mir durchaus bewusst, dass die Kamera alleine nur ein eher kleiner Bestandteil meiner Ausrüstung sein würde. Deutlich grössere Investitionen waren bereits zu diesem Zeitpunkt für die notwendigen Objektive vorgesehen.

Für die Bildqualität ist primär das verwendete Objektiv verantwortlich, wobei natürlich nicht jeder fotografische Fehler auf mindere Linsen geschoben werden kann. Auch der Sensor und die Elektronik bei Digitalkameras bzw. das verwendete Filmmaterial und dessen Entwicklung bei filmbasierenden Kameras haben einen Einfluss auf das Bild.

Das ideale Objektiv ...

Gäbe es das "ideale Objektiv", wäre es ohne Farbfehler (wie zB. Chromatische Aberration), Bildfeldwölbung, Reflexionen, geometrische Verzerrung und Verzeichnung. Zudem wäre es lichtstark, robust, klein, leicht und hätte einen enormen Brennweitenbereich.

... und die Realität

Leider gibt es das "ideale Objektiv" nicht, denn letztlich ist jede Objektivkonstruktion nur ein Kompromiss. Dabei gilt es nicht nur, die physikalischen Eigenschaften in ein vernünftiges Gleichgewicht zu bringen, auch die Produktionskosten müssen marktgerecht angelegt werden. Schliesslich entscheidet der Käufer primär nach dem Preis, wobei ein höherer Preis oft auch als Merkmal für eine bessere Qualität gilt. Meist zurecht, leider.

Canon L-Objektive
Nicht "ideale Objektive", aber nahe dran: Die "L"-Linie von Canon

Eine kleine Objektivlehre

Im Folgenden gehe ich auf ein paar allgemeine Begriffe aus der Welt der Objektive ein. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit und verzichte dabei bewusst auf allzu tiefgehende technische Betrachtungen.

Festbrennweiten vs. Zooms

Selbstverständlich gibt es auch heute noch neben den allseits beliebten und meistverwendeten "Gummilinsen" Objektive mit festen Brennweiten. Qualitativ sind diese in aller Regel deutlich besser, als Objektive mit variabler Brennweite, zudem im Schnitt auch lichtstärker. Trotzdem sind diese Objektive aus der Mode gekommen, wobei bemerkt werden sollte, dass auch die Zooms in den letzten Jahrzehnten an optischer Qualität zugelegt haben.

In der Praxis verwende ich inzwischen fast ausschliesslich Zoom-Objektive, so dass ich mich an dieser Stelle auf diese Gattung von Objektiven konzentriere. Aber gerade bei Spezialobjektiven machen feste Brennweiten durchaus Sinn bzw. Zooms weniger: Bei Makro-Objektiven beispielsweise, Fischaugen oder auch besonders lichtstarke Festbrennweiten für die Nachtfotografie.

Superzooms

Dividiert man die längere Brennweite eines Zooms durch die kürzere, erhält man den "Zoomfaktor". Das legendäre Canon EF 24-70/2.8 L USM beispielsweise erreicht einen Zoomfaktor von 2.9x, ein "Superzoom" wie das Canon EF 28-200/3.5-5.6 USM verfügt demgegenüber über einen 7.1x-Zoom.

Da jedes Objektiv mit variabler Brennweite ein Kompromiss bezüglich verschiedener physikalischer Faktoren darstellt, ist der Aufwand, ein Objektiv mit grossem Brennweitenbereich zu konstruieren, ungleich höher und wird in der Praxis meist durch einen eklatanten Mangel an Abbildungsqualität erkauft. Aus diesem Grund verzichte ich bewusst auf Objektive mit einem Zoomfaktor grösser 3x und empfehle grundsätzlich, nur Zooms mit gemässigtem Brennweitenbereich einzusetzen. Wobei Ausnahmen wie immer die Regel bestätigen: Das Canon EF 28-300 3.5-5.6 L IS USM soll trotz Zoomfaktor 10.7x recht gut sein, hat aber auch seinen Preis (CHF 4430.-).

Lichtstärke

Als Lichtstärke wird die grösstmöglich Blende bezeichnet, welche ein Objektiv unterstützt. Die Blendenzahl entspricht dem Verhältnis der relativen Öffnung zur Brennweite. Damit entspricht die grösste Blende der kleinsten Blendenzahl, also beispielsweise 1.4 (sehr lichtstark), 2.8 (lichtstark) oder 4 (nicht mehr ganz so lichtstark). Die Offenblende entspricht ebenfalls der grössten Blendenöffnung bzw. der kleinsten Blendenzahl. Meist erreichen allerdings Objektive ihre beste Leistung erst, wenn entsprechend abgeblendet wird, also zB. auf Blende 5.6 oder 8, in machen Fällen sogar jenseits Blende 11. Als Regel gilt: Je lichtstärker ein Objektiv, desto mehr Glas ist darin verbaut und desto schwerer, aber auch teurer ist es.

Autofokus

Eine wichtige Funktion moderner Objektive ist zweifellos der Autofokus. Während meine Generation noch mit Objektiven gross geworden ist, an welchen der Fokus manuell eingestellt werden musste, sind heute Automatiken mit der Entfernungsmessung betraut. Zwar ist weiterhin eine manuelle Fokussierung möglich, aber entsprechende Hilfsmittel wie den Schnittbildsucher gibt es dafür je länger desto weniger oder nur noch bei sehr teuren Kameras als Option.

Ein guter Autofokus ist präzise, schnell und kann manuell übersteuert werden. Das Verfahren für Letzteres heisst bei Canon FTM ("Full Time Manual"), benötigt einen USM-Ringmotor und wird nur von den besseren Objektiven unterstützt.

Allerdings werden die Fähigkeiten des Autofokus nicht ausschliesslich vom jeweiligen Objektiv bestimmt. Die Steuerung übernimmt die Kamera, welche für die Zuverlässigkeit der Fokussierung mit verantwortlich zeichnet. Je besser (oder teurer) das Kameramodell, über desto mehr Fokuspunkte verfügt es und desto präziser und meist auch schneller funktioniert der Autofokus.

Ein gängiges Problem sei, wenn man Internet-Foren glauben will, der sogenannte "Frontfocus" bzw. "Backfocus". Es handelt sich dabei um eine unterschiedliche Justierung von Kamera und Objektiv, welche den Fokus vor bzw. hinter dem anvisierten Punkt setzt. Das kann zwar behoben werden, erfordert aber allein schon bei der Messung deutlich mehr Aufwand, als uns manche "Schraubenfotografen" glauben machen wollen. Achja, "Schraubenfotografen" ... Es scheint eine Gattung "Fotografen" zu geben, die das Fotografieren von Schrauben zur Bestimmung von Fokusproblemen zu ihrem Hobby gemacht haben. Allzu ernst ist dies nicht in allen Fällen zu nehmen, auch wenn eine Defokussierung durchaus mal vorkommen kann. Wie heisst es doch so schön: Wer misst, misst Mist. Meistens.

Bildstabilisation

Es gibt grundsätzlich vier Arten von Bildstabilisatoren, wobei in der Fotografie nur deren zwei zum Einsatz kommen: Das gebräuchliste Verfahren ist die optische Stabilisierung innerhalb des Objektivs, wie sie beispielsweise bei Canon (IS) und Nikon (VR) üblich ist. Konica Minolta (inzwischen in Sony aufgegangen) stellte mit der im September 2004 angekündigten 7D erstemals eine DSLR mit einer optischen Stabilisierung direkt am Bildsensor vor. Die dritte Variante, die aus der Kino- und Fernsehtechnik stammt, wäre die mechanische Stabilisierung des Kamerasystems über das Stativ (Steady-Cam oder auch Schwebestativ). Und zuletzt existiert noch eine elektronische Stabilisierung des Bildes, wie sie oft bei Videokameras anzutreffen ist.

Der IS ("Image Stabilizer") von Canon ist in einer beachtlichen Zahl von Objektiven verbaut und versieht seinen Dienst in aller Regel recht gut. Natürlich darf von einem solchen Verfahren keine Wunder erwartet werden, aber bei korrekter Anwendung erweist sich der IS als durchaus nützlich.

Während die Vorteile auf der Hand liegen - Möglichkeit der Verwendung von längeren Belichtungszeiten, man spricht gerne von zwei bis zu drei Blendenstufen -, sind die Nachteile nicht zu vergessen:

  • Der IS benötigt Strom zum Betrieb, solange der Auslöser halb gedrückt und der IS eingeschaltet ist.
  • Der aktivierte IS kann bei falscher Anwendung (zB. Betrieb auf dem Stativ) seinerseits zu Unschärfen in den Bildern führen.
  • Der IS kann sich bewegende Gegenstände natürlich nicht "einfrieren", sondern nur das Verwackeln verhindern, so eignet er sich hauptsächlich für statische Objekte.
  • Nur bessere IS-System verfügen über zwei verschiedene Einstellungen, welche die horizontale Stabilisierung für mitfahrende Bewegungsaufnahmen unterdrücken können.
  • Das Gewicht des Objektiv ist etwas höher als ohne IS.
  • Der Preis für ein IS-Objektiv ist zum Teil deutlich höher, als für die Nicht-IS-Variante (Beispiel: Das Canon EF 70-200/2.8 L IS USM ist rund 35% teurer als das EF 70-200/2.8 L USM, wobei letzteres hierzulande nicht mehr angeboten wird).

Grundsätzlich gilt, dass ein Bildstabilisator fehlende Lichtstärke nicht wettmachen kann. Ein Bildstabilisator macht nach meinem Gefühl erst ab einer Brennweite von über 100mm (kleinbildäquivalent) Sinn, ab 200mm ist er meiner Meinung nach sogar unverzichtbar, auch bei vergleichsweise guten Lichtverhältnissen.

"Digitaloptimierte" Objektive und der Bildkreis

Mit dem Erscheinen der Canon EOS 300D brachte Canon im August 2003 eine Variante des EF-Bajonetts mit kleinerem Bildkreis auf den Markt, bezeichnet als "EF-S". Der Bildkreis wird bei digitalen Spiegelreflexkameras durch die Grösse des Sensors bestimmt, bei Canon ein Formatfaktor von 1.6 gegenüber Kleinbild, auch APS-Format genannt. "EF-S"-Objektive können ausschliesslich an den dafür vorgesehenen Kameras verwendet werden, derzeit (Winter 2005/2006) die Canon EOS 300D, 350D und 20D. Ich empfehle aus Gründen der Zukunftssicherheit den Verzicht auf Objektive in diesem Format.

Das Attribut "digitaloptimiert" muss aber nicht zwingend einen verkleinerten Bildkreis bedeuten, oft steht es auch für einen weitgehend parallelen Strahlengang an der Objektivrückseite. Man spricht dann von einer "nahezu telezentrischen Konstruktion" (dieser Terminus wird vorab von Olympus in seiner 4/3-Werbung ausgiebig verwendet). Mindestens ebenso wichtig ist für Digitalkameras das Reflektionsverhalten der Objektive an ihrer Rückseite. Im Gegensatz zum konventionellen Film spiegelt der Sensor bzw. das davor verbaute Filterglas das einfallende Licht zurück ins Objektiv und kann dadurch zu unangenehmen Reflektionen führen.

Im Gegensatz zu anderen Herstellern führt Canon kein spezielles Kürzel für digitaloptimierte Objektive in deren Bezeichnung. Sigma beizeichnet beispielsweise digitaloptimierte Objektive mit "DG" und Objektive für den kleinern Bildkreis "DC".

Ein Gedanke noch zu kleineren Bildsensoren und der Verwendung vollformatiger Objektive: Die Auflösung eines Objektivs ist üblicherweise (naja, eigentlich immer) in der Bildmitte deutlich besser als in den Randbereichen. Das kommt Kameras mit kleineren Sensoren natürlich entgegen, da sie die gröbsten Fehler an den Bildecken schlicht nicht abbilden, weil sie ausserhalb des Bildkreises liegen. Andererseits limitiert das Auflösungsvermögen von Objektiven natürlich auch die Steigerung der Sensorauflösung, denn was bringt ein höchstauflösender Sensor, wenn das Objektiv diese Auflösung nicht erbringen kann? Eben. Ist ein Vollformatsensor je nach Güte des Objektivs noch bis beispielsweise 25 Megapixel gut, sind bei einem APS-C-Sensor mit demselben Objektiv etwa bei 10 Megapixel Schluss; die Sensorfläche einer Canon EOS 20D umfasst etwa 40% des Vollformats.

Und wie sieht es eigentlich mit der Schärfentiefe aus? Klar, die wird natürlich grösser, je kleiner der Sensor ist, gleiche Objektgrösse, Brennweite und Blende vorausgesetzt (der Betrachtungsabstand vergrössert sich natürlich um den Formatfaktor, im konkreten Fall 1.6 bei APS-C-Sensoren von Canon). Das kann von Vorteil sein, je nach Anwendungen ist es jedoch ein deutlicher Nachteil.

Objektivzubehör

Normalerweise werden Objektive mit allem nötigen Zubehör geliefert. Es besteht immer aus einem Front- und einem Bajonettdeckel, manchmal einer Gegenlichtblende und vereinzelt aus Köchern oder anderen speziellen Transportbehältern.

Das meiner Ansicht nach wichtigste Zubehör ist die Gegenlicht- bzw. Sonnenblende. Canon legt diese leider ausschliesslich ihren "L"-Objektiven bei, bei allen anderen Objektiven muss sie separat gekauft werden, für teilweise doch arg viel Geld. Fremdhersteller wie Sigma legen sie allen Objektiven bei. Ich besitze zu jedem meiner Objektive eine derartige Blende als primären Schutz einerseits, andererseits verbessert sie die optische Leistungen zum Teil drastisch. Die Gegenlichtblende verhindert zuverlässig den Einfall von (zu viel) Streulicht. Den Frontdeckel benütze ich bei Objektiven im Einsatz selten, da das an- und abmontieren oftmals sehr fummelig ist, besonders bei aufgesetzter Gegenlichtblende.

Dem verbreiteten Irrglauben, irgendwelche Filter (typischerweise UV oder "Skylight") würden ein Objektiv in irgend einer Weise schützen, trete ich in der Praxis gerne entgegen und kann es auch mit konkreten Beispielen belegen; jeder Filter verschlechtert grundsätzlich die Bildqualität und ist in seiner Funktion als Frontlinsenschutz in aller Regel weitgehend überflüssig. Bei Nachtaufnahmen entstehen damit sogar deutlich sicht- und vermeidbare Reflektionen. Eine Gegenlichtblende vermag die Frontlinse eines Objektivs in fast allen Fällen viel effizienter zu schützen und verbessert zusätzlich noch die Bildqualität. Als einzige Ausnahme lasse ich allenfalls sehr widrige Umstände gelten, zB. ein Motocross-Rennen, wo neben Dreck auch kleinere oder mittlere Steine durch die Gegend fliegen. Oder vielleicht noch einen Sandsturm in der Wüste.

Objektivpflege

Ein Objektiv besteht üblicherweise aus Gläsern, Fassungen, Mechanik und mehr oder weniger viel Elektronik. Sie erfordern kaum Pflege im üblichen Sinn, die Reinigung von Blenden beispielsweise sollte ausdrücklich den Spezialisten der Reparaturabteilung der Hersteller oder deren delegierten Fachwerkstätten überlassen werden. Lediglich die oberflächliche Reinigung kann vom Benutzer bedenkenlos durchgeführt werden.

Es gibt verschiedene flüssige Reiniger, die speziell zur Reinigung optischer Gläser vertrieben werden. Ich halte davon nicht allzu viel, besonders nicht für die regelmässige Reinigung. Es mag allerdings durchaus Situationen geben, wo derlei Reiniger das Mittel der Wahl sind, beispielsweise bei eingetrockneten Rückständen von klebrigen oder fettigen Flüssigkeiten.

Die normale Reinigung von Linsen sollte mit viel Gefühl und sehr vorsichtig geschehen, da bei zuviel Kraftaufwand oder falschen Materialien die Gefahr besteht, die Vergütung zu beschädigen. Sehr gut bewährt haben sich zu diesem Zweck Mikrofasertücher, notfalls ist auch ein sauberes Baumwolltuch oder T-Shirt ganz brauchbar. Nicht so ideal sind beispielsweise Papiere, die speziell für die Reinigung von Optiken angeboten werden. Beachten Sie weiterhin, vor jeder Form von Linsenreinigung den groben Schmutz (Sandkörner oder ähnliches) zu entfernen, um Kratzer zu vermeiden. Ein Pinsel ist dazu oft gut geeignet.

Canon oder Fremdhersteller

Auch andere Mütter haben schöne Töchter mag mancheiner denken, wenn er die Preise von Canon für das Originalzubehör studiert. Prinzipiell ist das auch richtig und einige Objektive von Fremdherstellern sind sicher auch empfehlenswert. Zu bedenken bleibt aber, dass nicht jeder Fremdhersteller das Protokoll der komplexen Schnittstelle zwischen Kamera und Objektiv von Canon lizensiert hat und damit keine Gewähr besteht, dass aktuelle Objektive noch mit zukünftigen Kameras von Canon problemfrei kommunizieren können. Sigma ist so ein Hersteller, der allerdings in der Vergangenheit Updates der Objektivelektronik grosszügig und kostenfrei aktualisiert hat.

[August 2006]: Bitte lesen Sie dazu auch die als neu markierten Abschnitte weiter unten.

Gängige Objektive für das Canon EF-Bajonett

Es würde zuweit führen, hier alle verfügbaren Objektive aufzuführen, welche zum Canon EF-Bajonett kompatibel sind. Schliesslich müssten nicht nur die Objektive der EF-Linie aufgezählt werden, sondern auch alle die Objektive, welche durch entsprechende Adapter an EOS-Kameras betrieben werden können.

Ich beschränke mich hier auf die Aufzählung einiger Originalobjektive von Canon und ordne diese einer von vier Preis-/Qualitätsgruppen zu. Diese Zuordnungen sind durchaus diskutabel und stellen lediglich meine Interpretation dar. Die abgebildeten Objektive sind im Massstab etwa vergleichbar, geben aber lediglich eine Grössenordung wieder.

Neben einigen technischen Daten finden Sie zu jedem Objektiv den sog. "Photozone-Index". Dieser Wert, welcher zwischen 0 (sehr schlecht) und 5 (maximal gut) liegen kann, entspricht den Benutzerbewertungen, welche auf www.photozone.de zu den Objektiven abgegeben wurden. Dabei habe ich die Werte gemittelt, wenn mehrere Varianten vorlagen (zB. Vollformat SLR/DSLR oder APS-C-DSLR). Dieser Wert ist lediglich ein Anhaltspunkt und keine echte Qualifizierung, da auch subjektive Eindrücke der Benutzer einfliessen.

[März 2008]: Da www.photozone.de sein Bewertungssystem umgestellt hat, ist kein "Photozone-Index" mehr verfügbar, der durch Benutzerbewertungen zustande kam. Neu verteilt diese Seite eigene Noten, was eine komplette Systemänderung bedeutet. Ich habe mich entschlossen, da nicht mitzumachen und keine solche Daten zu übernehmen. Die bestehenden Index-Bewertungen lasse ich aber vorläufig bestehen.

Die Standardklasse

Die oft als Kit- bzw. Set-Objektive zusammen mit aktuellen Kameras des EOS-Systems gelieferten Linsen gehören bestimmt nicht zum Besten, was die Kunst des Objektivbaus hervorgebracht hat. Trotzdem sind sie weit verbreitet und werden mit dem Argument gerechtfertigt, die Kamera hätte ja schon so viel gekostet. Dabei werden diese Objektive besonders den aktuellen Digitalkameras leider wenig gerecht.

  • Canon EF-S 18-55/3.5-4.5 (USM) (nur im Set erhältlich, Wert ca. CHF 100.- bis 150.-)
     
    Filtergewinde:58mm
    Länge:80mm
    Durchmesser:69mm
    Naheinstellgrenze:280mm
    Gewicht:190g
    Photozone-Index:1.19
     

  • Canon EF 55-200/4.5-5.6 II USM (gelegentlich im Set mit Kamera und 18-55, CHF 500.-)
     
    Filtergewinde:52mm
    Länge:97mm
    Durchmesser:70mm
    Naheinstellgrenze:1200mm
    Gewicht:310g
    Photozone-Index:1.91
     

Während obige Objektive für DSLRs mit Formatfaktor 1.6 geeigent sind, werden die folgenden eher für filmbasierende EOS-Kameras angeboten:

  • Canon EF 28-90/4.0-5.6 DC II (CHF 250.-)
     
    Filtergewinde:58mm
    Länge:71mm
    Durchmesser:67mm
    Naheinstellgrenze:380mm
    Gewicht:180g
    Photozone-Index:0.68
     

  • Canon EF 90-300/4.5-5.6 DC (CHF 380.-)
     
    Filtergewinde:58mm
    Länge:115mm
    Durchmesser:71mm
    Naheinstellgrenze:1500mm
    Gewicht:420g
    Photozone-Index:fehlt
     

Für Neueinsteiger macht es durchaus Sinn, sich eine erste (digitale oder filmbasierende) Spiegelreflexkamera zusammen mit dem Set-Objektiv zuzulegen, da der Aufpreis dafür meist recht klein ist. Mit den dadurch gewonnenen Erfahrung fällt die Auswahl der für den entsprechenden Fotografen bevorzugten Brennweitenbereich oft leichter und die Investitionen lassen sich so auch auf einen grösseren Zeitraum verteilen.

Die Mittelklasse

Die hier aufgeführten Objektive bringen zwar nicht unbedingt die allerbesten optischen Leistungen, sind aber für den Anspruch der meisten Amateure durchaus geeignet. Mehr zufällig verfügen alle hier erwähnten Objektive über einen Bildstabilisator (IS), der die fehlende Lichtstärke allerdings nicht in allen Situationen aufzuwiegen vermag.

  • Canon EF-S 17-85/4.0-5.6 IS USM (gelegentlich im Set mit Kamera, CHF 1130.-)
     
    Filtergewinde:67mm
    Länge:92mm
    Durchmesser:79mm
    Naheinstellgrenze:350mm
    Gewicht:475g
    Photozone-Index:2.30
     

  • Canon EF 28-135/3.5-5.6 IS USM (CHF 850.-)
     
    Filtergewinde:72mm
    Länge:97mm
    Durchmesser:78mm
    Naheinstellgrenze:500mm
    Gewicht:540g
    Photozone-Index:2.13
     

  • Canon EF 70-300/4.5-5.6 IS USM (CHF 1020.-)
     
    Filtergewinde:58mm
    Länge:143mm
    Durchmesser:77mm
    Naheinstellgrenze:1500mm
    Gewicht:630g
    Photozone-Index:1.86
     

Das erstgenannte Objektiv ist ausschliesslich zu Digitalkameras mit dem "EF-S"-Bajonett kompatibel, also Canon EOS 300D oder neuer bzw. in der Mittelklasse Canon EOS 20D und neuer.

Die gehobene Mittelklasse

Bereits in der oberen Liga bezüglich der Qualität spielen die folgenden "L"-Objektive, welche eine durchgehende Lichtstärke von 4.0 aufweisen und dadurch auch etwas leichter sind, als die entsprechend lichtstärkeren Varianten, welche weiter unten aufgezählt sind:

  • Canon EF 17-40/4.0 L USM (CHF 1390.-)
     
    Filtergewinde:77mm
    Länge:97mm
    Durchmesser:84mm
    Naheinstellgrenze:280mm
    Gewicht:500g
    Photozone-Index:4.16
     

  • Canon EF 24-105/4.0 L IS USM (CHF 1900.-)
     
    Filtergewinde:77mm
    Länge:107mm
    Durchmesser:84mm
    Naheinstellgrenze:450mm
    Gewicht:670g
    Photozone-Index:fehlt
     

  • Canon EF 70-200/4.0 L USM (CHF 1250.-)
     
    Filtergewinde:67mm
    Länge:172mm
    Durchmesser:76mm
    Naheinstellgrenze:1200mm
    Gewicht:705g
    Photozone-Index:4.54
     

Die Abbildungsleistung dieser Objektive ist durchgehend sehr gut, zudem sind alle "L"-Objektive gegen Spritzwasser und Staub geschützt, was ihre Verwendung auch in rauherer Umgebung problemlos ermöglicht. Das "L" steht übrigens für "low dispersion", also geringe Zerstreuung.

Das Canon EF 70-200/4.0 L USM wird mittelfristig wohl von der im August 2006 angekündigten Variante mit IS (Bildstabilisator) abgelöst, wie es auch schon mit dem weiter unten beschriebenen Canon EF 70-200/2.8 L IS USM der Fall war. Die neue IS-Variante des 70-200/4.0 ist derzeit noch deutlich teurer als ihr Vorgänger (CHF 2100.- statt CHF 1250.-), der Gewichtszuwachs ist dafür bescheiden. Optisch sollen sich die beiden Varianten allerdings entsprechen.

[März 2008]: Das Canon EF 70-200/4.0 L USM ist weiterhin verfügbar, aber die IS-Variante ist gut eingeführt und erzielte in allen einschlägigen Tests für seine Qualität Bestnoten, die sogar noch über denen der Versionen mit Lichtstärke 2.8 liegen.

Die lichtstarke Meisterklasse für APS-C-Digitalkameras

Am 21. Februar 2006 stellte Canon zusammen mit der Canon EOS 30D eine neue lichtstarke Objektivklasse für die Digitalkameras mit Formatfaktor 1.6 vor. Der erste Vertreter dieser Klasse ist das EF-S 17-55 mit durchgehender Lichtstärke 2.8, was für die Zukunft noch auf einiges hoffen lässt.

  • Canon EF-S 17-55/2.8 IS USM (ca. CHF 1600.-)
     
    Filtergewinde:77mm
    Länge:111mm
    Durchmesser:84mm
    Naheinstellgrenze:350mm
    Gewicht:650g
    Photozone-Index:-
     

Dieses Objektiv darf durchaus als Signal von Canon verstanden werden, dass das EF-S-Bajonett auch längerfristig unterstützt und das entsprechende Angebot auch im höherpreisigen Segment noch ausgebaut werden wird.

Und schliesslich die lichtstarke Luxusklasse für Vollformat

Nicht nur von der Lichtstärke und der Qualität her sind die hier aufgezählten "L"-Objektive hervorragend, auch die Preise sind wahrlich gewichtig:

  • Canon EF 16-35/2.8 L USM (CHF 2850.-)
     
    Filtergewinde:77mm
    Länge:103mm
    Durchmesser:84mm
    Naheinstellgrenze:280mm
    Gewicht:600g
    Photozone-Index:4.11
     

  • Canon EF 24-70/2.8 L USM (CHF 2330.-)
     
    Filtergewinde:77mm
    Länge:124mm
    Durchmesser:83mm
    Naheinstellgrenze:380mm
    Gewicht:950g
    Photozone-Index:4.19
     

  • Canon EF 70-200/2.8 L IS USM (CHF 3490.-)
     
    Filtergewinde:77mm
    Länge:197mm
    Durchmesser:86mm
    Naheinstellgrenze:1400mm
    Gewicht:1570g
    Photozone-Index:4.46
     

Wenn ich schon beim Gewicht bin: das Canon EF 70-200/2.8 L IS USM ist gut doppelt so schwer, wie sein lichtschwächeres Pendant Canon EF 70-200/4.0 L USM, das Canon EF 24-70/2.8 L USM bringt beispielsweise fast ein Kilogramm auf die Waage.

Interessante Objektive von Fremdherstellern

Einige Brennweitenbereiche werden von Canon trotz dem grossen Objektivangebot nicht unbedingt optimal abgedeckt, ausserdem sind qualitativ entsprechende Objektive von Fremdherstellern oft nur halb so teuer, wie die Originale.

  • Sigma AF 12-24/4.5-5.6 EX DG Aspherical HSM (CHF 1495.-)
     
    Filtergewinde:-
    Länge:100mm
    Durchmesser:87mm
    Naheinstellgrenze:280mm
    Gewicht:615g
    Photozone-Index:2.03
     

  • Tamron AF 28-75/2.8 SP XR "DI" LD (CHF 875.-)
     
    Filtergewinde:67mm
    Länge:92mm
    Durchmesser:73mm
    Naheinstellgrenze:330mm
    Gewicht:510g
    Photozone-Index:3.39
     

  • Sigma AF 80-400/4.5-5.6 EX APO IF OS (CHF 2475.-)
     
    Filtergewinde:77mm
    Länge:190mm
    Durchmesser:95mm
    Naheinstellgrenze:1800mm
    Gewicht:1750g
    Photozone-Index:3.28
     

Zu bedenken bleibt, dass es punkto Kompatibilität durchaus Probleme mit zukünftigen Kameras geben kann. Aktuelle Objektive mit Prozessoren können allerdings oft durch den Hersteller aktualisiert werden, und das zumeist kostenlos.

Meine persönliche Objektivwahl

Die Auswahl der geeigneten Objektive ist eine sehr individuelle Sache. Einerseits hat sie viel mit dem Fotografierverhalten und den bevorzugten Objekten zu tun. Andererseits ist sie auch immer ein Kompromiss zwischen dem Wünschbaren und dem Machbaren.

Mein Haupttätigkeitsfeld ist die Reportage, die Dokumentation und einige Spezialgebiete, die jeweils unterschiedliche Anforderungen an die zu verwendeten Objektive bezüglich Brennweiten, Lichtstärke und Abbildungsqualität stellen. Letztere sollte natürlich bei allen Objektiven gut sein, jedoch ist die Frage berechtigt, ob es sich für Spezialanwendungen wie beispielsweise die Fotografie mit einem Fischauge lohnt, ein entsprechend teures Objektiv zu beschaffen, oder ob es eine günstigere, im konkreten Fall meines Peleng-Fisheye auch voll manuelle Variante nicht auch tut.

Die Suche nach möglichst guter Abbildungsqualität ist eine "schwerwiegende" Entscheidung, denn vorzügliche, lichtstarke Objektive sind nicht nur deutlich teurer, sondern wiegen auch entsprechend schwer. Es gilt also einen Kompromiss zu finden.

Mit meinen Objektiven habe ich den Bereich von 12 bis 400mm (November 2008) lückenlos abgedeckt, verschiedene Bereiche sind auch doppelt oder mehrfach vorhanden. Üblicherweise begleiten mich zwei oder drei Objektive, abhängig von den geplanten Aufnahmen. Meine Kameratasche ist dabei meist 2.5 bis 3kg schwer, manchmal sogar über 5kg, wobei das bereits die für mich noch als "tragbar" empfundene Grenze überschreitet.

März 2008: Seit meinem letzten Update dieser Seite hat sich einiges getan. Einige Objektive habe ich verkauft, mir andere neu zugelegt und wieder andere, die ich schon mal hatte, nocheinmal gekauft. Der abgedeckte Brennweitenbereich liegt jetzt bei 12 bis 200mm (bzw. 19 bis 320mm kleinbildäquivalent).

November 2008: Wieder hat sich etwas getan, punkto meiner Objektive. Mein nun kompletter Umstieg auf Vollformat macht nun auch "kleinbildäquivalente" Brennweitenangaben überflüssig.

Meine Zooms

Prinzipbedingt sollte bei Zoomobjektiven auf einen gemässigten Brennweitenbereich geachtet werden. Ich empfehle Zooms mit einem Brennweitenbereich von 2- bis 3-fach, das heisst die längere Brennweite geteilt durch die kürzere sollte möglichst eine Zahl kleiner 3 ergeben. Ich halte mich an diese Regel aber auch nur bedingt, denn einige meiner Objektive erreichen durchaus einen 5-fachen Brennweitenbereich. Ich bin mir aber auch bewusst, dass gerade diese Ausnahmen entsprechend schlechtere Leistungen in den Brennweitenextremen bringen. Üblicherweise verzeichnen solche Objektive im Bereich der minimalen Brennweiten deutlich, während die Leistung bei den grössten Brennweiten sichtbar abnimmt, oft zu beobachten sind dabei flaue bzw. kontrastarme Bilder.

Sigma AF 12-24/4.5-5.6 EX DG Aspherical HSM

Sigma 12-24mm/4.5-5.6 EX DG HSM

Für meinen Bedarf im extrem weitwinkligen Bereich stand meine Wahl schon vor dem Kauf meiner Canon EOS 20D fest: Das Sigma 12-24/4.5-5.6 EX DG HSM (19-38mm kleinbildäquivalent) sollte es sein. Im Gegensatz zum - natürlich nicht kompatiblen! - 12-24mm von Nikon oder dem inzwischen von Canon erhältlichen Canon EF-S 10-22/3.5-4.5 USM kann das Sigma auch auf Kleinbildkameras oder Digitalkameras mit Vollformatsensor eingesetzt werden und zeigt dort einen wirklich extremen Bildwinkel von 122° diagonal (bzw. horizonal 112°/vertikal 90°). Zudem wird ihm eine mindestens gleichwertige Qualität zu einem vernünftigeren Preis zugeschrieben, verglichen beispielsweise mit der Nikon-Konkurrenz, so dass ich dieses Objektiv auch gewählt hätte, wäre es ein Nikon-System geworden. Die Verzeichnung ist erstaunlich gering und kann zusätzlich mit entsprechenden Programmen (Freeware: PTLens) aus dem Bild herausgerechnet werden. Eine relevante Vignettierung konnte ich bislang auch bei Offenblende und minimaler Brennweite (12mm) nicht feststellen. Die Abbildungsleistung ist zwar nicht hervorragend, aber durchaus brauchbar.

Es sind mir mit diesem Objektiv inzwischen schon einige erstaunlich gute Innenaufnahmen gelungen und ich bin durchaus zufrieden damit. Ich verwende es auch gerne für Panoramen und habe meinen Nodalpunktadapter dafür entsprechend umgebaut. Durch die extreme Bauweise ist dieses Objektiv allerdings auch sehr streulichtanfällig und nur bedingt für den Einsatz bei Nacht geeignet.

Bei einem direkten Vergleich mit dem Canon EF-S 10-22/3.5-4.5 USM eines Bekannten schnitt mein Sigma allerdings nicht so gut ab, wie erhofft. Selbst bei Blende 10 waren die Ergebnisse vergleichsweise matschig, allerdings erst bei 1:1-Ansicht. Die Tests wurden übrigens mit der Canon EOS 20D eines Bekannten bei Nacht ab Stativ gemacht.

Ich hatte mein Sigma 12-24/4.5-5.6 EX DG HSM nach dem Kauf des Canon EF-S 10-22/3.5-4.5 USM verkauft, dies aber kurz darauf wieder bereut, als ich mir die vollformatige Canon EOS 5D geleistet hatte. Kurz zuvor schrieb ich hier noch: Sollte ich mir eines Tages eine Vollformatkamera leisten, würde ich mir den Neukauf dieser Linse durchaus noch einmal überlegen. Ja, ich habe es mir überlegt und jetzt ist dieses Sigma wieder Bestandteil meines Objektivparks. Nebenbei: 12mm an einer Vollformatkamera ist schon eine extreme Perspektive ...

Canon EF 17-40/4 L USM

Canon EF 17-40mm/4.0 L USM

In der Evaluationsphase hatte ich mich auch aus Kostengründen für das neu erschienene Sigma 18-50/2.8 EX (29-80mm kleinbildäquivalent) als Standardobjektiv entschieden. Verschiedene Tests und Meinungsäusserungen in Internet-Foren attestierten dieser Optik recht gute Leistungen, auch kam mir die gute Lichtstärke durchaus entgegen. Ich persönlich mag jedoch keine Objektive, die beim Ändern der Brennweite die Linsen verdrehen oder ihre Länge verändern, wobei dieses Sigma glücklicherweise nur unter der zweiten "Krankheit" litt. Viel gravierender und letztlich auch der Grund für die Rückgabe war allerdings die Tatsache, dass sich der Autofokus nicht manuell übersteuern liess, das heisst, der Autofokus lässt sich nicht von Hand korrigieren. Ich rief am zweiten Tag nach der oben erwähnten Foto-Reportage meinen Lieferanten an und fragte ihn nach der Möglichkeit, diese Optik zurückzugeben, was dieser anstandslos bejahte. Als Ersatz bestellte ich das Canon EF 17-40/4 L USM (27-64mm auf Kleinbild umgerechnet), das etwas schwerer, lichtschwächer und erst noch 25% teurer war. Es traf drei Tage später bei mir ein und begeistert mich seither in jeder Hinsicht. Es war fortan mein Standardobjektiv.

Inzwischen verwende ich das Canon EF 17-40/4 L USM hauptsächlich im Reportageeinsatz, bei weitwinkligen Nachtaufnahmen und auch für Panoramen. Für den Betrieb an der Canon EOS 20D habe ich zudem die originale Gegenlichtblende gegen die Blende EW-83DII eingetauscht, da diese dem kleineren Bildkreis besser entspricht.

Canon EF 24-70/2.8 L USM

Canon EF 24-70mm/2.8 L USM

Am meisten Sorgen machte mir der mir anfänglich fehlende Normal- bis schwachen Tele-Bereich zwischen 40 und 70mm (64-112mm kleinbildäquivalent). Es gibt verschiedene Objektive für diese Brennweiten, allen voran das Canon EF 24-70/2.8 L USM (38-112mm kleinbildäquivalent); Gewicht und Preis dieser Optik sind durchaus "schwergewichtig", 950g und ein UVP von CHF 2330.-. Aber es gibt auch bezahlbarere Alternativen: Tamron SP AF 28-75/2.8 XR DI ASL LD IF Macro (45-120mm kleinbildäquivalent) und das optisch weniger gute Sigma 24-70/2.8 EX DG Asp. Makro (38-112mm kleinbildäquivalent). Mein ausführlicher vergleichender Test der drei genannten Objektive, der mich zum Entscheid für ein lichtstarkes Normalbereichszoom führte, finden Sie hier. In der Folge habe ich mir nach einigen Tagen Bedenkzeit das Canon EF 24-70/2.8 L USM geleistet und bin begeistert von der Lichtstärke, der Präzision und dem guten Handling.

Besonders herausheben möchte ich die Tatsache, dass die Gegenlichtblende bei diesem Objektiv direkt am feststehenden Objektivtubus angebracht ist und nicht an einem beweglichen Teil. Dies wurde dadurch möglich, dass die Konstruktion des Canon EF 24-70/2.8 L USM umgekehrt zu den üblichen Designs funktioniert, dh. der voll ausgefahrene Tubus den Weitwinkel- und der eigefahrene Tubus den Tele-Bereich abdeckt. Die feststehende Gegenlichtblende verhilft dem Objektiv zu einer seltenen Stabilität, welche allenfalls nur noch von Objektiven mit Innenfokussierung erreicht wird.

Das Canon EF 24-70/2.8 L USM ist inzwischen mein schwergewichtiges Standardobjektiv, mit dem ich einen Grossteil meiner Bilder fertige. Es begleitet mich meist zusammen mit einem weitwinkligen Objektiv wie dem Canon EF 17-40/4 L USM oder (seltener) dem Sigma AF 12-24/4.5-5.6 EX DG.

Nicht verschweigen will ich allerdings ein paar Problem mit dem Autofokus, welcher mir kurz nach dem Kauf im Frühjahr 2005 ein paar Sorgen bereiteten. Es war bei verschiedenen Gelegenheiten mit der Canon EOS 20D unmöglich, einen Fokus-Lock zu erreichen. Erst durch das Umschalten auf manuellen Fokus und wieder zurück konnte das Problem jeweils behoben werden. Allerdings ist dieses Verhalten seither nicht mehr aufgetreten, so dass ich dazu tendiere zu glauben, dass es sich nur um eine temporäre Störung im Zusammenhang mit der verwendeten Kamera gehandelt hat.

Canon EF 70-200/4 L IS USM

Canon EF 70-200mm/4.0 L IS USM

Der Nachfolger des Canon EF 70-200/4 L USM (112-320mm keinbildäquivalent) ist das Canon EF 70-200/4 L IS USM, es unterscheidet sich also von seinem Vorgänger nur durch den Bildstabilisator (IS). Aber es ist durchaus mehr drin, als sich nun vermuten lässt.

Nachdem ich das Canon EF 70-200/4 L USM vor einiger Zeit bereits einmal hatte und wieder verkaufte, eben weil der Bildstabilisator fehlt, legte ich mir die IS-Variante 2007 zu, als es endlich zu einem guten Preis verfügbar und erst noch mit einem Canon-Cashback vergünstigt worden ist. Ich habe es keinesfalls bereut.

Wie sein Vorgänger ist das Canon EF 70-200/4 L IS USM vergleichsweise leicht und kompakt, sofern man das von einer fast 20cm langen "Röhre" sagen kann. Schlank wäre wohl der bessere Begriff. Während aber die optische Leistung des Vorgängers schon sehr gut waren, erstaunt es schon extrem, dass sich diese bei der IS-Variante sogar noch steigern liess. Neben dem Canon EF 24-70/2.8 L USM besitze ich kein so scharfes und universales Objektiv, wie die IS-Variante des 70-200/4. Gemäss unabhängigen Meinungen ist dieses Objektiv sogar besser als das vielgelobte Canon EF 70-200/2.8 L IS USM.

Etwas ärgerlich ist die überdimensional grosse Gegenlichtblende, die mit dem Objektiv geliefert wird. Für den Transport muss sie jeweils entfernt werden und der Zusammenbau ist dann doch etwas fummelig. Hier wäre eine bessere Lösung durchaus angenehm. Und wenn ich gerade dabei bin, mich zu ärgern: Leider liegt dem Objektiv keine Stativschelle bei, mit der es so auf ein Stativ montiert werden kann, dass nicht die Kamera das Objektiv trägt, sondern das Objektiv die Kamera. Dies ist aus Gründen des Geleichgewichts ab einer gewissen Objektivlänge empfehlenswert. Fastgar eine Frechheit ist allerdings der Preis für dieses Zubehör, wenn man es separat beschaffen möchte.

Meine Festbrennweiten

Eine optisch ganz andere Klasse sind gute Festbrennweiten, verglichen mit den oben beschriebenen Zooms. Sie haben aber auch ihren Preis, der durchaus mit vernünftigen Zoomobjektiven zu vergleichen ist. Meist sind sie jedoch deutlich lichtstärker und optisch etwas ausgeglichener. Auf der anderen Seite sind sie aber umständlicher, weil die Objektive öfters gewechselt werden müssen.

Derzeit verfüge ich nur (noch) über eine einzige Festbrennweite und bin mir inzwischen auch gar nicht mehr so sicher, ob es in Zukunft noch weitere werden sollen.

Canon EF 50/1.4 USM

Canon EF 50mm/1.4 USM

Das Standardobjektiv überhaupt ist diese lichtstarke Variante des Normalobjektivs mit einer Brennweite von 50mm. Besonders für die Portrait-Fotografie erstand ich die äusserst lichtstarke und qualitativ anerkannt gute Festbrennweite Canon EF 50mm/1.4 USM (80mm kleinbildäquivalent), welche an der Digitalkamera wie ein leichtes Teleobjektiv wirkt.

Sehr erfolgreich habe ich es bereit für Innenaufnahmen in schummrig beleuchteten Lokalen oder nachts auf spärlich beleuchteten Strassen eingesetzt, mit hoher Empfindlichkeit (1600 bzw. 3200 ISO/ASA) und offener Blende aus der Hand.

Der Photozone-Index für dieses Objektiv ist 4.08.

Canon EF 100/2.8 Macro USM

Canon EF 100mm/2.8 Macro USM

Auch wenn ich mich immer dagegen gewehrt hatte, mir ein Makro-Objektiv zuzulegen (ich hasse "Blümchen-Bilder"!), sah ich mich nun doch dazu gezwungen, so ein Objektiv zu benötigen, da ich verschiedene technische Detail zu dokumentieren hatte, die für meine bisherige Ausrüstung deutlich zu klein waren.

Nach kurzer Evaluation entschied ich mich gegen das auch noch in Frage gekommene Canon EF-S 60/2.8 Macro USM und für das Canon EF 100/2.8 Macro USM. An einer Kamera mit Formatfaktor 1.6 sind die 100mm allerdings ganz schön lang, besonders wenn ein etwas grösseres Objekt damit abgelichtet werden soll. Aber zugunsten der Kompatibilität mit der Canon EOS 5D verbot sich die Investition in neue EF-S-Objektive.

Die Abbildungsleistung des Canon EF 100/2.8 Macro USM ist hervorragen und das Zusammenspiel mit den EX-Blitzen von Canon ein riesiger Vorteil gegenüber der bisher verwendeten Lösung in meinem Tischstudio, wo ein Metz 45-Blitz in Verbindung mit der Olympus E-20 zum Einsatz kommt.


Es fällt (mir) auf, dass der Photozone-Index für Festbrennweiten generell bescheiden ausfällt. Ich halte diese Angaben nicht für sonderlich glaubhaft, es sei denn, man legt bei Festbrennweiten schon grundsätzlich andere Massstäbe an, als an Zoomobjektive. Meine direkten Vergleiche haben jedenfalls ergeben, dass die Abbildungsqualität dieser Festbrennweiten deutlich besser sind, als die meiner Zooms, welche zum Teil deutlich bessere Photozone-Werte erreichen.

Meine Spezialobjektive

Besondere Bilder erfordern gelegentlich auch besondere Objektive. In diese Kategorie gehörten neben dem hier aufgeführten Fischauge zum Beispiel auch Makro- oder Trick-Objektive. Aber auch Anschlüsse für Teleskope oder Balgen für die Mikroskopie würden hierhin gehören. Da ich keine solche Anforderungen habe, ist diese Kategorie in meiner Sammlung auch vergleichsweise klein.

Peleng 8/3.5 Fischauge

Peleng 8mm/3.5 Fisheye

So ein Sonderfall ist dieses Spezialobjektiv, welches die Welt flächentreu abbildet, im Gegensatz zu Weitwinkeln, die auf Winkeltreue optimiert sind.

Mehr aus Spass an den interessanten Perspektiven und dem durchaus vernünftigen Preis habe ich mir ein russisches Peleng 8mm/3.5-Fischauge geleistet, welches über einen M42-Adapter an meine Kamera angeschlossen werden kann. Zu diesem Objektiv habe ich auf meinen Seiten ebenfalls einen Testbericht bereitgestellt.

Nachtrag (August 2006)

Inzwischen habe ich mich vom Sigma AF 80-400/4.5-5.6 EX APO IF OS, dem Sigma AF 28/1.8 EX DG und, nach einigem Zögern, dem Sigma AF 12-24/4.5-5.6 EX DG getrennt. Überhaupt haben sich meine Illusionen bezüglich Fremdherstellern generell etwas verflüchtigt und ich kann inzwischen ruhigen Gewissens nur noch Canon-Originalware empfehlen, natürlich nur die der besseren Kategorien.

Es wäre noch zu bemerkten, dass ich ausschliesslich EX-Objektive von Sigma in meinem Besitz hatte, also die "Luxus-Linie" dieses Herstellers. Man möge seine eigenen Schlüsse daraus ziehen ...

Ich will damit nicht sagen, dass Objektive dieses oder anderer Fremdherstellern grundsätzlich nichts taugen, nur weil sie meinen Qualitätsansprüchen nicht gerecht werden konnten. Vielleicht bin ich aber auch nur etwas voreingenommen durch meine nicht sonderlich guten Erfahrungen und vertraue nun lieber den Originalen.

Die wieder verkauften Objektive

Statt die veralteten Einträge aus der Liste meiner Objektive einfach zu löschen, habe ich mich entschlossen, die verkauften Objektive hier ebenfalls aufzuführen und die Gründe zu benennen, weshalb ich mich davon getrennt habe. Das hilft dem unentschiedenen Leser vielleicht, meine Einschätzungen nachzuvollziehen:

Canon EF-S 10-22/3.5-4.5 USM

Canon EF-S 10-22/3.5-4.5 USM

Obschon ich das (weiter unten beschriebene) Sigma AF 12-24/4.5-5.6 EX DG HSM besass, habe ich mich entgegen meinem Vorsatz, keine EF-S-Objektive - also Objektive für Kameras mit Formatfaktor 1.6 - zu kaufen, im August 2006 für das Canon EF-S 10-22/3.5-4.5 USM entschieden. Es bietet nicht nur 2mm weniger Brennweite (16mm statt 19mm KB-äquivalent), sondern ist nach meinen Tests auch etwas schärfer. Ich habe davon schon früher berichtet (vgl. ebenfalls die Beschreibung zum Sigma 12-24 weiter unten).

Ich arbeite oft und gerne im extremen Weitwinkelbereich, so dass mir dieses Objektiv an einer Kamera mit Formatfaktor 1.6 sehr entgegen kommt. Zudem ist das Canon EF-S 10-22/3.5-4.5 USM nicht gar so schwer und kann als drittes Objektiv auch in meiner "kleinen" Fototasche mitgeführt werden.

Nachdem ich mein Canon EF-S 10-22/3.5-4.5 USM erhalten hatte, habe ich es selbstverständlich umgehend produktiv eingesetzt und war (und bin!) von seinen Leistungen voll und ganz überzeugt. Der extreme Bildwinkel von fast 97° (horizontal, bzw. 107° diagonal) bei 10mm ist schlicht genial. Jeder Millimeter Brennweite weniger ist sein Geld wert, absolut!

Dem Canon EF-S 10-22/3.5-4.5 USM wird von Canon keine Gegenlichtblende mitgeliefert, diese muss separat gekauft werden (ca. CHF 75.-). Sollte bereits ein Canon EF 17-40/4 L USM vorhanden sein und dieses mit der an Kameras mit Formatfaktor 1.6 besser geeignete Blende EW-83DII bestückt sein, kann die mitgelieferte Originalblende EW-83E gleich für das Canon EF-S 10-22/3.5-4.5 USM verwendet werden (oder man verkauft die extra zusätzlich bestellte EW-83E wieder, wie ich im konkreten Fall ...).

Grund für den Verkauf war die Beschaffung der Canon EOS 5D und damit der weitgehende Umstieg auf Vollformat.

Sigma AF 18-50/2.8 EX DC

Mit der Canon EOS 20D hatte ich anfänglich dieses Objektiv mitbestellt, aus Kostengründen. Der erste produktive Einsatz hat mich dann aber eines Besseren belehrt und ich habe es gegen das Canon EF 17-40/4 L USM eingetauscht, gegen eine bescheidene Zuzahlung selbstverständlich.

Grund für den Eintausch: Die optische Leistung entsprach nicht meinen Erwartungen, auch mit der Konstruktion konnte ich mich nicht wirklich anfreunden.

Canon EF 24/2.8

Diese Festbrennweite erstand ich bei einer Online-Auktion und veräusserte sie auf demselben Weg etwa ein Jahr später wieder. Besonders bei Nachtaufnahmen hat dieses Objektiv ganz klare Vorteile gegenüber der Konkurrenz mit variablen Brennweiten: Es treten deutlich weniger Reflektionen auf, besonders von starken Lichtquellen, die im Bild selber abgebildet sind.

Grund für den Verkauf: Mein zwischenzeitlich beschafftes Canon EF 24-70/2.8 L USM kommt mit derselben Lichtstärke daher und ist universaler einsetzbar. Als Verkaufsgrund muss ich also hauptsächlich Nichtgebrauch angeben.

Sigma AF 28/1.8 EX DG

Sigma AF 28mm/1.8 EX DG

Als Normalobjektiv für eine Kamera mit Formatfaktor 1.6 ist die Brennweite von 28mm (44mm kleinbildäquivalent) geradezu ideal. Per Definition entspräche die Brennweite eines Normalobjektivs ja der Diagonalen eines Negativs (bei 35mm-Film also etwa 43mm) bzw. des Sensors (bei der Canon EOS 20D ca. 27mm).

Warum ich mich für das Sigma statt dem Canon mit gleichen Leistungsmerkmalen entschieden habe, hat ausschliesslich mit persönlichen Vorlieben zu tun; das Canon EF 28/1.8 USM empfinde ich als hässlich, zudem ist es auch noch einwenig teurer. Ja, auch solch emotionale Entscheide fälle ich von Zeit zu Zeit ...

Ich habe mich übrigens für das Sigma AF 28/1.8 EX DG und gegen das anfänglich bevorzugte Sigma AF 30/1.4 EX DC entschieden, weil ich trotz der etwas schlechteren Lichtstärke letztlich keine Objektive besitzen möchte, welche ausschliesslich für den kleiner Bildkreis mit Formatfaktor 1.6 ausgelegt sind.

Erste Erfahrungen mit diesem Objektiv lassen mich inzwischen daran zweifeln, die richtige Wahl getroffen zu haben. Deshalb ist diese Linse auch nur noch so lange hier enthalten, bis mir der Wiederverkauf gelungen ist.

Der erste Eindruck war durchaus positiv, von der Verarbeitungsqualität angefangen bis zur optischen Leistung; soweit ich das beurteilen kann, ist das Objektiv wirklich sehr gut. Nicht so recht gefallen will mir die Lautstärke, die Fokussiergeschwindigkeit und die Konstruktion der AF-Sperre. Der Autofokus scheint aber auch unter erschwerten Bedingungen recht zielsicher zu funktionieren. Interessant ist die Auskopplung des breiten Fokusringes, welche im AF-Modus möglicherweise praktisch erscheint. Allerdings sehe ich nicht ganz, wieso dann noch ein AF/M-Schalter vorhanden ist und nicht gleich beide Funktionen über die Auskopplung realisiert wurden.

Der Photozone-Index für dieses Objektiv ist 3.57.

Grund für den Verkauf: Besonders wegen Nichtgebrauch, aber auch wegen dem etwas langsamen und unsicheren Fokus und natürlich der für mich unsinnigen Bedienung (AF/MF-Wahl) habe ich dieses Objektiv bei einer Auktion nach mehreren Anläufen verkaufen können.

Canon EF 28-135/3.5-5.6 IS USM

Canon EF 28-135mm/3.5-5.6 IS USM

Im Gegensatz zu vielen anderen Benutzern, welche dieses Objektiv noch von ihren filmbasierenden EOS-Ausrüstungen her besitzen, kam es bei mir erst später als Ergänzung für den Reportageeinsatz dazu. Es ergänzt mein Canon EF 17-40/4.0 L USM brennweitenmässig ideal nach oben und ist durch sein mässiges Gewicht auch durchaus noch tragbar. Zudem ist sein Bildstabilisator auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen eine willkommene Hilfe, gerade im Telebereich.

Natürlich ist die Abbildungsleistung und die Lichtstärke dieses Objektivs nicht wirklich berauschend und sicher nicht mit einer besseren "L"-Optik zu vergleichen. Aber letztlich bleibt immer die Frage, ob je nach Voraussetzungen überhaupt noch sinnvoll ein Bild gemacht werden kann oder nicht.

Das Objektiv ist optisch guter Durchschnitt, der Aufbau recht robust. Was mich etwas stört ist neben dem sich beim zoomen verlängernden Tubus das etwas rucklige Gefühl beim Drehen des Zoomrings, was allerdings darauf zurückzuführen sein könnte, dass das Objektiv noch recht neu und nicht so oft gebraucht ist. Der Bildstabilisator (IS) ist unauffällig aber durchaus tauglich, allerdings sind mir schon einige Bilder nicht gelungen, weil der Auslöser blockierte, als ich einem sich bewegenden Objekt folgte (klar, der Fokus-Modus war nicht glücklich gewählt, für diese Umstände, aber das lässt sich auf die Schnelle nicht immer vorher entscheiden). Die Fokussierung darf als leise und nicht ganz so langsam eingestuft werden, wie vorab befürchtet, findet aber bei Nachtaufnahmen nicht immer zuverlässig den Fokus.

Bei einem der ersten Ausseneinsätze während winterlicher Frühdämmerung hat sich dieses Objektiv gut bewährt. Selbst mit 1/15 Sekunde aus der Hand bei Brennweiten um die 100mm lieferte es noch weitgehend scharfe Bilder. Allerdings ist mir inzwischen eine Tendenz zur Überstrahlung bei ungünstigen Lichtverhältnissen aufgefallen, was mit etwas zu viel Streulicht erklärt werden könnte. Die Gegenlichtblende ist natürlich für Vollformat ausgelegt, zudem wirkt sie im Tele-Bereich nur ungenügend.

Grund für den Verkauf: Primär war es wohl der Nichtgebrauch im Zusammenhang mit der vollformatigen Canon EOS 5D und dem seltenen Einsatz mit der damaligen Reportagekamera Canon EOS 40D. Die Abbildungsqualität hat mich letztlich auch nicht überzeugen können, wenn ich die damit gemachten Bilder kritisch analysiere.

Canon EF 70-200/4 L USM

Canon EF 70-200mm/4.0 L USM

Das für seine Leistung vergleichsweise günstige Canon EF 70-200/4 L USM (112-320mm keinbildäquivalent) Tele-Zoom rundete mein System anfänglich nach oben ab, brennweitenmässig. Besonders das relativ geringe Gewicht von um die 750g - die Variante mit Lichtstärke 2.8 bringt mehr als das Doppelte auf die Waage! - verführt mich öfters als befürchtet, auch dieses Objektiv noch mit einzupacken, denn was nützt eine noch so tolle Optik, die daheim liegen bleibt?

Optisch ist das Canon EF 70-200/4 L USM bekanntermassen ausgezeichnet, je nach Quelle sogar besser oder zumindest gleichwertig wie die lichtstärkeren Versionen in diesem Brennweitenbereich. Als nicht ganz so glücklich empfinde ich die beige Farbgebung, die das Objektiv doch recht auffällig macht.

Etwas ärgerlich ist die überdimensional grosse Gegenlichtblende, die mit dem Objektiv geliefert wird. Für den Transport muss sie jeweils entfernt werden und der Zusammenbau ist dann doch etwas fummelig. Hier wäre eine bessere Lösung durchaus angenehm. Und wenn ich gerade dabei bin, mich zu ärgern: Leider liegt dem Objektiv keine Stativschelle bei, mit der es so auf ein Stativ montiert werden kann, dass nicht die Kamera das Objektiv trägt, sondern das Objektiv die Kamera. Dies ist aus Gründen des Geleichgewichts ab einer gewissen Objektivlänge empfehlenswert. Fastgar eine Frechheit ist allerdings der Preis für dieses Zubehör, wenn man es separat beschaffen möchte.

Eine grundsätzliche Bemerkung noch zu langen Brennweiten: Meine Erfahrung zeigt, dass ein Objektiv mit umgerechnet 320mm Brennweite kaum aus der Hand zu halten ist und dass die Faustformel des Kehrwerts zur Belichtungszeit in diesem Fall zu oft versagt. Durchgehend gute Ergebnisse erhalte ich erst ab 1/1000 Sekunde oder kürzer, was vielleicht auch auf einen altersbedingten Tremor zurückzuführen sein mag. Ein Bildstabilisator wäre für diese Anwendung bestimmt keine schlechte Sache. Deshalb bleibt mein Canon EF 70-200/4 L USM ein Notbehelf.

Grund für den Verkauf: Nichtgebrauch wäre wohl der treffenste Grund für den Verkauf, wobei das nicht zuletzt auch mit dem fehlenden Stabilisator (IS) zusammenhängt. Die optische Leistung ist sehr gut, da aber meine Schwester gerade so ein Objektiv suchte und ich mich langsam mit dem Gedanken anfreunde, die IS-Variante zu beschaffen, lag der Verkauf nahe.

Sigma AF 80-400/4.5-5.6 EX APO IF OS

Sigma AF 80-400/4.5-5.6 EX APO IF OS

Der Entscheid für dieses Telezoom fiel nicht mangels besserer Alternativen aus dem Canon-Lager, sondern hauptsächlich wegen dem vergleichsweise günstigen Preis und dem nicht ganz so grossen Anspruch beispielsweise an die AF-Geschwindigkeit oder die Lautstärke. Ich verwende derlei Brennweiten nicht gar so oft, so dass das Sigma ein durchaus brauchbarer Kompromiss gegenüber der deutlich teureren und auch schwereren Kombination aus Canon EF 70-200/2.8 L IS USM und zB. dem 2x-Konverter von Canon ist. Die Alternative Canon EF 100-400/4.5-5.6 L IS USM kam für mich nicht in Frage, da ich Schiebezooms nicht mag.

Ein weiteres Argument, das - für mich! - generell etwas gegen Canon spricht, ist die Farbe der Canon-Teleobjektive. Bereits mein Canon EF 70-200/4 L USM ist in seinem charakteristisch hellbeigen Kleid schon sehr auffällig, trotz seiner vergleichsweise schlanken Erscheinung. Wenn man im Pulk mit anderen Fotografen zusammen fotografiert, was mir gelegentlich auch passiert, mag das etwas anders aussehen. Ich habe mich an der Auffälligkeit der Farbgebung jedenfalls schon mehrfach gestört und bevorzuge generell technische Gerätschaften in schwarz.

Zugegeben, auch das Sigma AF 80-400/4.5-5.6 EX APO IF OS ist nicht gerade unauffällig, misst es voll ausgefahren (bei 400mm) mit Sonnenblende und Kamera nicht weniger als 43cm ...

Dieses Objektiv ist übrigens derzeit (bis 2006) das einzige aus diesem Hause Sigma, welches einen Bildstabilisator ("OS" = Optischer Stabilisator) besitzt. Auch wenn man von derlei Einrichtungen keine Wunder erwarten darf, ist die Bildstabilisation doch recht praktisch, besonders bei längeren Brennweiten. Der Bildstabilisator ist im konkreten Fall aber offenbar immer mal wieder eine Schwachstelle dieses Objektivs, wenn man Online-Foren glauben will. Er soll dem Vernehmen nach häufiger defekt gehen.

Dem Sigma AF 80-400/4.5-5.6 EX APO IF OS wird eine ausgewogene optische Leistung bei jeder Brennweite nachgesagt, nach meinem Tests allerdings lange nicht so gut wie erhofft. Selbst das Abblenden konnte die Leistung nicht sichtbar verbessern. Der Autofokus ist nicht ganz so schnell und etwas laufer, als bei den entsprechenden Canon-Varianten, trotzdem reicht er in der Praxis für den normalen Einsatz aus. Etwas verwirrend ist am Anfang zudem, dass der Fokusring zwischen Zoomring und Bajonett liegt, aber daran gewöhnt man sich vergleichsweise schnell.

Besonders imposant ist die dem Objektiv beigelegte Stativschelle. Sie ist so geformt, dass sie äusserst bequem auch als Tragegriff verwendet werden kann, was beim Gewicht des Objektivs (1.8kg) mit Kamera (zusammen knapp 3kg) doch von Vorteil ist. Die Schelle ist einfach drehbar und gegen versehentliches Abrutschen geschützt. Sie kann selbstverständlich auch gut dazu verwendet werden, vom Quer- ins Hochformat zu wechseln.

Grund für den Verkauf/Eintausch: Wie erwähnt brauche ich derlei Brennweiten kaum, so hat mich das Sigma AF 80-400/4.5-5.6 EX APO IF OS nur ganz selten begleitet. Ein weiterer Grund war die nicht ganz optimale optische Qualität, die sich mit keiner Massnahme (Abblenden, Bildstabilisator ausschalten, Stativmontage, Spiegelvorauslösung an der Kamera ... bzw. alles zusammen) merklich verbessern liess. Ich konnte das Objektiv innerhalb der Garantiezeit an meinen Fotohändler zurückgeben, natürlich mit einem "angemessenen", aber verschmerzbaren Verlust.

Canon EF 100-400/4.5-5.6 L IS USM

Canon EF 100-400mm/4.5-5.6 L IS USM

Obwohl ich derlei Brennweiten nur sehr selten benötige, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, als mir dieses Monsterobjektiv gebraucht, aber in sehr gutem Zustand zum Kauf angeboten wurde.

Anfänglich war ich von den Leistungen alles andere als begeistert, fand dann aber heraus, dass ein Bildstabilisator (IS) der ersten Generation verbaut ist, welcher nicht viel mehr als eine Blende (die Spezifikationen sprechen von zwei Blenden) gutmachen kann. Bei 400mm sind das also maximal 1/200 Sekunde, etwas kürzer wäre noch besser.

Auch ist das Objektiv keinesfalls so scharf, wie andere Telezooms von Canon, speziell das unschlagbare Canon EF 70-200/4 L IS USM. Trotzdem bringt es bei genügend Licht eine durchaus noch brauchbare Bildqualität.

Das leidigste Thema bei dieser "Kanone" ist natürlich das Gewicht von rund 1.4kg, das mir die Mitnahme nur in ganz speziellen Fällen erlaubt. Zusammen mit einer "grossen" Kamera und Batteriegriff hat man damit fast 3kg in der Hand, was schnell einem unfreiwilligen Muskeltraining gleichkommt. Keine Lösung für den Alltag also.

Positiv zu erwähnen ist natürlich die Stativschelle, die gute Dienste leistet, aber leider nicht vom Objektiv getrennt werden kann (oder ich habe noch nicht herausgefunden, wie das zu bewerkstelligen wäre. Nachtrag: Inzwischen hat mir ein Benutzer verraten, dass man die Schellenarretierung nur komplett losschrauben und die beiden roten Punkte in eine Linie bringen muss, um die Schelle nach hinten abzuziehen. Herzlichen Dank Rainer!). Letzteres ist aber nicht weiter wichtig, denn eine relevante Gewichtsersparniss würde die Demontage nicht bringen und die Schelle stört auch nicht weiter, in der praktischen Nutzung.

Grund für den Verkauf: Eigentlich ist es immer das Gleiche ... Nichtgebrauch. Wie schon das Sigma AF 80-400/4.5-5.6 EX APO IF OS habe ich auch das Canon EF 100-400/4.5-5.6 L IS USM kaum mal mitgenommen, hauptsächlich wieder wegen dem Gewicht. Zur Not kann man so ein Objektiv auch mal ausleihen oder mieten, wenn wirklich Bedarf danach besteht.

Weiterführende Informationen

Eigene Angebote

Ein paar Seiten zu verwandten Themen finden Sie hier:

Fremde Seiten

Hier eine kleine Auswahl von Seiten, die Objektive und deren Preise zum Thema haben:



Alle Preisangaben sind in Schweizer Franken (CHF) und der Canon-Preisliste vom Oktober 2005 entnommen, bei anderen Herstellern aus den jeweils aktuellen Preislisten ihrer Importeure in der Schweiz. Einige der hier verwendeten Bilder stammen von den jeweiligen Herstellern (Canon, Sigma und Tamron), die Bilder meiner eigenen Objektive sind selbstverständlich in meinem Tischstudio entstanden.


08.01.2006, Update: 06.10.2010



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